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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-04-25 · Heft 17 (25.4.1902) · p. [Seite]

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W. Ichrgang. Nr. 17. Gerlm. 25. ^pril 1902 Weitage zur „Attgerneinen Zeitung des Iuöenthums". rbrauch klärnns: us bei Frank Herzog rrichts daselbst r sein en hat re uni Me zu nhalts -ion zu sr Zu- Geschicl Sie ist blichen »eg an . Mi! rlege n gen, ist rennen einer misches e An r Vorn; fi'u derlich korrekt lar ge va. be lbbirrev , Werk Hneten er aus lbücher elberg, in der ^tz bechland, tor. Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. Berlin, 21. April. Das Preisrichtern mt für die vom Liberalen Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde in Berlin" ausgeschriebene Preisaufgabe: „Ueber das Wesen des Judenhums" haben die Herren Rabbiner Dr. Maybanm, Seminardirektor Dr. Holzman und Geheimer Regierungsrath Professor Dr. Hermann Cohen in Marburg übernommen. Die Preisaufgabe ist fast wn der gesammteu jüdischen Presse mit lebhafter Theilnahme begrüßt vordem Berlin,20. April. An der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums werden im Sommersemester folgende Borlesungen gehalten werden: Dr. Baneth wird lesen: 1. Talmud Babli stat.: Hulliu Kap. VIII (Fortsetzung), 4 Stunden, Montags und Donnerstags 8—10 Uhr; 2. Talmud Babli kursorisch: Baba Mesi'a, kap. IX. 4 Stunden, Sonntags und Mittwochs 8—10 Uhr; 3. Jore De'a Tur und Schulchan Aruch I.XIX—I^XX, 2 Stunden. Montags und Donnerstags 10—11 Uhr; 4. Eben ha'ezer Hil. Gittin (Forts.), 1 Stunde. Donnerstags 11—12 Uhr; 5. Mischne Tora, IV. Buch (Fortsetzung), ' Stunden, Montags und Donnerstags 12—1 Uhr; 6. Piutim, 1 Stunde, Nontags 11—12 Uhr. Dr. Maybanm wird lesen: 1. Echa rabatti, Stunde, Dienstags 8—9 Uhr; 2. Homiletische Hebungen, 2 Stunden, freitags 8—10 Uhr. Dr. Schreiner wird lesen: 1. Alte Pentateuchommentare, 2 Stunden, Sonntags 10—12 Uhr; 2. Erklärung der ffalmen, 2 Stunden. Dienstags 9—10 und Mittwochs 10—11 Uhr; Geschichte der Religionsphilosophie, 1 Stunde, Sonntags 12—1 Uhr; Josef Albo Jkkarim, 2 Stunden, Dienstags und Mittwochs 12—1 Uhr; . Einleitung in die heilige Schrift, 2 Stunden, Mittwochs und neitags 11—12 Uhr; 6. Geschichte der Juden, 2 Stunden, Dienstags :nd Freitags 10—11 Uhr; 7. Historische Hebungen, 1 Stunde, Dienstags 1—12 Uhr. — Die Eröffnung des Sommersemesters findet am 1. Mai m 12 Uhr Mittags statt. L2 Berlin, 18. April. Der Verein für jüdische Geschichte tnd Litteratur hat seine erfolgreiche Wintersaison in sehr nirdiger Weife gestern durch einen Vortrag des Herrn Universitätsrofessors Dr. I. Barth über „Babel und israelitisches Religions- 'esen" beschlossen. Mit tief eindringender Gelehrsamkeit, mit hilologischen, historischen und psychologischen Gründen wies er Vortragende in vornehmer Weise die Unmöglichkeit oder Unahrscheinlichkeit der von den Assyriologen, namentlich von Friedrich Delitzsch in seinem Vortrag „Babel und Bibel" aufgestellten Beauptungen nach, hauptsächlich in vier Punkten: Sabbath, Gottesname, Deltschöpsuug, Fluthbericht. Bei allen vier Punkten legte der Vorragende in überzeugender Weise dar, daß von einer Beeinflussung s sittlich strengen israelitischen Monotheismus durch den sinnlich rohen olytheismus absolut nicht die Rede sein könne. Wir können uns Erlich auf einen Bericht über die einzelnen Darlegungen des Vortags nicht einlassen. Es ist dies auch umsoweniger nöthig. als 'rselbe wohl sicherlich bald im Druck erscheinen wird. Das uhlreich versammelte Publikum folgte dem sehr interessanten Vortrag it großer Spannung und gab seinem Dank am Schluffe durch leb- > asten Beifall Ausdruck. — Aus den auswärtigen Litteraturvereinen: n Memel sprach Dr. Epp en st ei n-Briefen über „Jüdische Staatsänner in Spanien", Herr I. Abrah am soh n-Königsberg über linder des Ghetto", Dr. E. Carlebach über den „Talmud"; in sterode i. Pr. Prediger Sturmann über „Die Theilung des Deiches und Jerobeams Neuerungen", Herr Alb. Katz über „Lord hron und seine hebräischen Melodien", Zahnarzt Salomonsohn ber „Gabriel Rießer", Dr. Levy-Graudenz über „Das Judenthum ad die Arbeit", Prediger Sturmann über „Die babylonische Gefangenschaft", derselbe über „Die Rückkehr aus dem babylonischen Exil bis zu den Männern der großen Versammlung"; >u Krotoschin Dr. Adolf Ko Hut über „Die jüdischen Humoristen der Gegenwart in Deutschland", Lehrer Margolius über „Die deutschen Juden im 19.Jahrhundert"; in Myslowitz Dr. Braunschweiger- Kattowitz über „Süßkind von Trimberg", Dr. Norden über „Rabbiner David Deutsch s. A."; in Schwedt a. O. Dr. Holzer über „Die jüdische Frührenaissance in Ost und West"; in Magdeburg Oberstabsarzt a. D. Dr. Rosenthal über „Berühmte jüdische Aerzte des Mittelalters"; in NordHausen Oberlehrer Dr. Goldschmidt-Wolfenbüttel über „Die weltliche Poesie der Juden im Mittelalter"; in Witzenhausen Dr. S ch ö n b erg er-Nordhausen über den „Maler Moritz Oppenheim"; in Meiningen Prediger Meyer-Eisenach über „Uriel Acosta in Wahrheit und Dichtung"; in Hörde Dr. David-Bochum über „Die weltliche hebräische Poesie des Mittelalters"; in Hopp statten Dr. Goldschmi d t-Offenbachüber „Die Poesie der hebräischen Gebete"; in Kaiserslautern Dr. med. Kahn-Bonn über „Das Ghettoleben in Newyork, Dr. Adolf Kohut über „Die Juden unter Friedrich dem Großen und Kaiser Josef II.", Dr. Landsberg über „H. Graetz als Historiker", Dr. med. Dreyfns über „Der Ackerbau unter den Juden". — Ein neuer Verein ist am 12. d. M. in Könitz gegründet worden. Es sprachen daselbst die Herren Rabbin er Dr. Weyl und cand. jur. Max Fleischer, ersterer über „Die Ethik des Judenthums", letzterer über den „Zweck des Vereins". In den Vorstand wurden gewählt die Herren Rabbiner Dr. Weyl (Vorsitzender); Landrichter Bohm (stellvertretender Vorsitzender); Kaufmann Arouheim (Schriftwart); Steinmetzmeister Engel (Kassenwart); Rechtsanwalt Appelbaum, Kaufmann Fl ater und Gutsbesitzer Isidor Fleischer (Beisitzer). Berlin, 21. April. Der Verein „Freunde der Taübst u m men-I ed ide Jluim " hielt gestern seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Geheimrath Dr. Boas, eröffnete die Sitzung und erlheilte dem Direktor der Taubstummenanstalt, Herrn M. Reich, das Wort zur Berichterstattung. Der interessante Bericht lautet: „Der kräftigen Unterstützung unserer Glaubensgenossen ist es zu verdanken, daß der Verein und seine Anstalt in ihrer segensreichen Wirksamkeit sortschreiten können. Der Verein^zählt gegenwärtig 2950 Mitglieder, davon 1035 aus Berlin und 1915 von auswärts. Die immerwährende Mitgliedschaft wurde von 29 Personen erworben; an Geschenken für entlassene Zöglinge erhielten wir 350 Mark, während wir für Unterstützungen, einschließlich 10 Mark aus der Rosendorf-Stiftung und 19.85 Mark aus der Apelt-Stiftung, 209.85 Mark verausgabten. Auch ein für das geistige und körperliche Gedeihen der taubstummen Kinder besonders wichtiger und schon lange von uns gehegter Wunsch ist endlich in Erfüllung gegangen. Herr Siegrnuud Jaeobi lind dessen Frau Gemahlin Hierselbst haben am Tage ihrer silbernen Hochzeit den Beschluß gefaßt, der Anstalt eine Turnhalle im Werthe von 10 000 Mark zu erbauen. Heute steht sie bereits im Rohbau vollendet da zum Wohle der Zöglinge. Frau Regina Goldschmidt, geb. Oppenheim sel. Andenkens in Frankfurt a. M. hinterließ dem Verein einen Betrag von 5704.16 Mark, ein ungenannter Gönner überwies 3000 Mark in Westpreutzischen Pfandbriefen, ferner spendete die Synagogengemeinde iu Pleschen anläßlich des 70. Geburtstages ihres Vorstehers Herrn M. Gellert 200 Mark in Posener Pfandbriefen. Die Helenen-Stistung wurde durch Herrn Oberregierungsrath Dr. Paul Meyer wiederum um 500 Mark erhöht, aus dem Nachlasse des Herrn Jacob Plaut sel. Andenkens flössen dem Verein 5000 Mark zu. Die 41 Zöglinge (23 Knaben und 18 Mädchen), welche im letzten Jahre in der Anstalt erzogen und unterrichtet wurden, vertheilen sich der Heimath nach auf folgende Staaten und Provinzen des Deutschen Reiches: Aus der Provinz Brandenburg 12, davon aus Berlin 5. Provinz Posen 10. Ost- und Westpreußen 3. Pommern 4, Westfalen 2, Provinz Sachsen 1, Königreich Sachsen 2, Hessen'und Frankfurt a. M. 3. Schlesien 1, Bremen 1, Königreich Bayern 2. Der Unterricht wurde nach dem vom Provinzialschulkollegium genehmigten Lehrplan von vier ^Lehrern und einer Erzieherin in getrennten Klassen ertheilt. Der Handfertigkeitsunterricht der^Knaben (Holz- und Papparbeiten) sowie die Handarbeiten der Mädchen

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