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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-04-18 · Heft 16 (18.4.1902) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 16 (18.4.1902)
Date
1902-04-18
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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66. Jahrgang. Nr. 16, Lerlin, 16. Äpril 190^ Der Gemeindebote. Vertage zur «Allgemeinen Zeitung öes Iuöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin. 13. April. Die Repräsentanten der hiesigen Gemeinde hattell sich in ihrer heutigen öffentlichen Sitzung (eine eheime von halbstündiger Dauer war vorangegangen) mit einer leihe von Subventions-Bewilligungen zu beschäftigen. Zunächst kam edoch eine dringliche Angelegenheit zur Berathung. Von» Gemeindeovstand ist eine Vorlage eingegangeu, die die Fürsorge-Er- § iehnng gefallener jüdischer Mädchen, die das jugendliche Alter mreits überschritten haben, die also »licht »»»ehr unter das Fürsorge- ,esetz falle»», ans Koste»» der Gemeinde regeln soll. Bisher befanden ich diese Mädchen in den» allgemeinen städtische»» Internat, während etzt der „Deutsch-Israelitische Gemeindebund" die gemeinsame koncssionelle Unterbringung der jüdischen Mädchen der gesammten Monarchie übernehmen will, falls die Stadt Berlin und die jüdische -Gemeinde die Kosten für die Berliner Pfleglinge übernehmen. Die Stadt hat sich zu eine»»» Zuschuß vor» 2200 Mark p. a. bereit erklärt! ind der Gemeindevorstcmd schlägt vor, jährlich 4000 Mark dafür bereit u stellen. Es ist ein Kostenvorauschlag für zehn Pfleglinge von! 000 Mark pro Jahr gemacht worden, wovon 1200 Mark für Hausuiethe in Plötzensee, 700 Mark für eine Hausmutter, 300 Mark für ine Wärterin als Gehälter bei freier Station in Anrechnung gebracht -nd. Den sich etwa ergebenden Mehrbetrag von 200 Mark dürste»» ie Kosten für Ueberwachung der Beschäftigung der Pfleglinge aborbiren : es soll die Wäsche der Anstalt »»nd auch für sremde Leute en Jnternirten obliegen. Für die Einrichtung der Anstalt stellt die Gemeinde 2500 Mark zur Verfügung, behält sich dagegen das Eigenhumsrecht an den» Inventar vor, »vie auch die Delegation einer beledigen Anzahl von Mitgliedern in das Kuratorium der Anstalt. Die Vorlage wird nach den» Antrag des Vorstandes angenommen und araus in die eigentliche Tagesordnung eingetreteu. — Die Ablösung iner grnndbuchlichen Eintragung auf einer Parzelle des Friedhofs Schönhauser Allee, die vorn Beginn des vorigen Jahrhunderts datirt, oird debattelos beschlösse»». Zur Speisung Gesänge»» er au» 3 eff ach werden für Brandenburg bis zu 200 Mark, für Cottbus 5 Mark, sür Insterburg 50 Mark bewilligt. Die Subventionen u die Religionsvereine vertheilen sich »vie folgt: Beth Zion 500 Mark (statt bisher 1000 Mark Jahresbeitrag), Rixdorf 1000 Mark, ippmann Tauß-Shnagoge 1500 Mark. Ein, dazu eiugebrachter Anrag des Herrn Berthold Israel, diese Bewillignug davon abhängig zu inachen. daß an Stelle des gegenwärtigen ein neuer Leiter >er Neligionsschnle angestellt werde, »veil dieser in seinem hohen Iller diese Funktion nicht mehr angemcssen erfüllen könne, wird urnckgezogen, nachdem vom Vorstaudstische die Zusicherung abgegeben mrrde, daß sich der Schul- und Talrnud-Thora-Vorstand damit cschästigen wird, die Angelegenheit eingehend zu prüfe»» und Abhilfe zu schaffen. Der Neligionsverein in Moabit erhält ur die Deckung eines Fehlbetrages eine einmalige Subention von 566 Mark und einen Jahresbeitrag von 2000 Mark, »riedrichsberg einen Jahresbeitrag von 1500 Mark, Gesundbrunnen u»en Jahresbeitrag von 1500 Mark, Ahawas Scholaum statt bisheriger >50 Mark 2000 Mark, Ahawas Neu»» 1200 Mark und eine»» einmaligen eitrag bis zu 500 Mark sür Anschaffung einer Thorarolle. Die ubvention für Ahle»»» wird noch nicht beschlossen, das Material geht u elmehr an de»» Ausschuß zurück wegen dessen ungenügender nsormation über die Verhandlungen in der Subventionskommissiott. Dem neu eingerichteten Kaiser Franz-Josephs-Jubiläumshospital n Karlsbad (100 Betten) werden 100 Mark, den» israelitischen KinderuAn» in der Keibelstraße 300 Mark bewilligt. Eine Debatte knüpfte ch nur an die Bewillignug für den Religionsverein Charlottenburg, >e um 1770 Mark Pro Jahr erhöht »vird außer einer einmalige!» Subvention von 480 Mark. — Dieser bedeutend gesteigerte Etat soll in einer rfrenlichen Ausdehnung der Neligionsschulen seine Ursachen haben, die hauptsächlich das Verdienst des Leiters, Herr»» Rabbiner Dr. Galiner darstelleu. Um ihn» die Anerkennung dafür znm Ausdruck zu bringen wird eine Resolution auf Antrag des Herrn) Professor Blaschke angenommen, wonach der Gemeindevorstcmd ersucht wird, den» Herrn Dr. Galiner eine persönliche Zulage von 300 Mark per anno für die Dauer seiner Amtsthätigkeit zu gewähren. Zun» Schlüsse werden noch zur Aufstellung von 25 Felder- und 50 Reihenständern auf de»»» Friedhof in Weißensee 595 Mark bewilligt und daraus »vird die Sitzung gegen 1 Uhr geschlossen. L2 Berlin, 14. April. Der zwanzigste Bericht des Kuratoriums der Lehranstalt sür die Wissenschaft des Jndenthums ist erschienen. Voran geht als wissenschaftliche Beigabe der dritte Theil der gelehrten Arbeit von Dr. E. Baneth über Maimunis Neumondsberechnnng. Das Kuratorium widmet zunächst den» in» Berichtsjahre dahingeschiedenen Konuuerzienrath Berthold Simon, welcher seit Begründung der Hochschule auch den» Kuratorium angehört hatte, den Zoll dankbarer Erinnerung. Dann folgen verschiedene Nachrichten. In der letzten Generalversammlung wurden als Kuratoren wiedergewählt: Geheimer Rath Professor Dr. M. Lazarus und Dr. Paul Meher; neugewählt »vnrde Professor Dr. Gustav Oppert. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Meher Cohn ist ans den» Kuratorium, den» er seit 18.^8 angehört hatte, ansgeschieden. Behufs einer wirksameren Anregung zur Theilnahme an der Lehranstalt ist ei»» Propagandakomitee gebildet worden. Demselben gehören an Herr Max Weiß (als Vorsitzender) und die Herren Siegfried Brünn. Maurermeister Joses Fränkel. M. D. Feilcheufeld und Professor Dr. Gustav Oppert. Der eifrigen Thätigkeit des Komitees verdankt die Lehranstalt einen guten Erfolg: außer namhaften eiunialigeu Zuwendungen hat sie auch de»» Beitritt von »»»ehr als hundert neuen Mitgliedern zu verzeichnen. Die Zahl der ordentlichen Hörer hat betrage»»: im Sommersemester 1901: 28. im Wintersemester 1901 1902: 30. Außerdem »vnrde die Anstalt von elf Hospitanten besucht. Von den Zöglingen »vnrde Dr. Max Joseph nach Stolp in Pommern berufen; ferner sind von früheren bereits im Amte befindlichen Hörern berufe»» worden: die Rabbiner Dr. E. Kalischer aus Stolp nach Bonn, Rabbiner Dr. A. Kaminka (früher in Esset) als Generalsekretär der > Israelitischen Allianz in Wien, Dr. B. KeÜermann aus Könitz als Dirigent der IV. Religionsschule der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Rabbiner Dr. I. Lelvit als Landrabbiner nach Hoppstädten in» Großherzogthum Birkenfeld, Dr. Paul Rieger aus Potsdam als Prediger des Israelitischen Tempelverbandes in Harnburg. Der Preis ans der Moritz-Meherstiftnng ist an» Todestage des seligen Stadtrath Moritz Meher vom Lehrerkollegium dem Hörer Felix Goldmann zngesprochen »vorder». An den» Lehrkursus zur Ausbildung akademisch gebildeter Lehramtskandidaten und Lehrerinnen für den Religions- »»nterricht haben in» Sommersemester 1901 zwei Lehramtskandidaten und sechs Lehrerinnen theilgenommen. In» Wintersemester ist der Lehrknrsus aus Mangel an ausreichender Betheiligung einstweilen leider eingestellt worden. Das Kuratorium der Lehranstalt besteht gegenwärtig aus den Herren Sauitätsrath Dr. S. Neumann, Vorsitzender, Professor Dr. M. Philippson, stellvertretender Vorsitzender, Georg Meher, Schriftführer. Max Weiß, Kontroleur, Geheimer Komlnerzienrath Ludwig Max Goldberger, Geheimer Negierungsrath Professor Dr. M. Lazarus, Geheimer Oberregierungsrath Dr. Paul Meher, Professor Dr. Gustav Oppert. Berlin, 14. April. In der Ressource von 1794 fand gestern die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins „Lehrliugsheim Pankow" statt. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Kommerzienrath I. Löwe, eröffnete die Sitzung und verwies, um die Verhandlung abzukürzen, auf den den Mitgliedern soeben zugegangeneu gedruckten sechsten Verwaltungsbericht den» »vir Folgendes entnehmen : Das Lehrlingsheim ist, »vie die zahlreich einlaufende»» Aufnahmegesuche beweisen, für die berufliche Erziehung der jüdischen Jugend ein so wesentlicher Faktor geworden, daß, wenn die Anstalt noch nicht be-

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