Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1902)
- Date
- 1902-04-11
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3228473-3228489--58556-3295010- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3 h ihren 'ehrunt., abbinev wesend? ede al? ersonal auch in Her? er An. »olff ein lennnnq de dlo -ergeben nkte der hen Be r diesen -sen rte man n eiue^ >e Anei lvorder, asschul. rrir und d heiter te Hen' r seitttr bot d>r Belege! erzlich^ erschien csitzend, zehendü age dr r lau-,- statten herzlic! e brachten a übe- Vier ltulirten lgebiner , dank r die ihn! unst a l fand i n fast al e l Trinl- Gedich e menseni och ein? odestt g ruts ci - ' groß n >od w -r geboren es, znr Elter,, mhaft s ene Crwahn^- e' ein r Kmeriin Wohlütfirrnn ewerb - ndustrn oeitan^- -d dem alt, b - Leipzig. >eren kassensührender Vorstand er 38 Jahre lang bis an sein Lebensnde gewesen ist. 25 Jahre hindurch war er Vorsteher der von ihm! 846 begründeten jüdischen Gemeinde Leipzig. Sein Wohlthätigkeitssinn war außerordentlich. Er hielt fest an dem uralten Zehntenbrauche, ludern er ein Maaßerkonto anlegte, das er oft aus seinem übrigen vermögen verstärkte. Bei seiner als religiöse Pflicht aufgefaßten Wohlthätigkeit kannte er keinen Unterschied der religiöseil Richtung. Zeine Theilnahme an der 1869 erfolgten Gründung des Deutsch- Uraelitischen Gemeindebnndes fiel in eine Zeit des religiösen Jndifferentismus, den er eifrig zu beseitigen bestrebt war. Jakob Bachod, der seit dem 21. März 1877 den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund als Vorsitzender geleitet hat, hat nach allen Seiten rnferes Gemeindelebens anregend gewirkt und den jetzigen vielseitiger, Bestrebungen des Gemeindebnndes die Wege geebnet. Die Begründung >es Beamtenpensionsfonds, die Herxheinrerstistnng zur Unterstützung von Religionslehrern, die Darlehnskasse sür Frauen und Jungfrauen und sein Werk. Er war der Erste, der zu dem Pensionssonds für irdische Kultusbeamte 1500 Mark beisteuerte. Aber sein Blick reichte Meiler, wie sein Legat für die Alliance isi'kwlite beweist. Vor, der Generalversammlung der Alliance im Jahre 1878 brachte er die erhebendsten Eindrücke mit. Leider wurde Nachod seinem vielseitigen Wirken zu früh entrissen. Die allgemeine Theilnahme in Deutschland und darüber hinaus zeigte, was Jakob Nachod seinen Glaubensgenossen gewesen ist. —-t. München, 3. April. Mit Rücksicht auf den Antrag Heirrr über die prozentuale Anstellung von Juden im In stizdienste ist uas soeben bekannt gewordene Ergebniß des juristischen Staatskonkurses, uer im Dezember 1901 stattfand — er-dürste den, preußischen Assessorramen entsprechen, und durch sein Bestehen wird die Befähigung zum Achteramte und zur Bekleidung von Aemtern des höheren Verwaltungsdienstes erworben — sehr interessant. 217 haben sich der Prüfung unterzogen, wovon ein Einziger die Note 1, 141 die Note II, >5 die Note III erhielten. Von den 141 mit der Note II haben noch 4 sogenannte Brucheinser, d. h. I-"/^ bis l^o, erhalten. Der einzige Träger der Note I ist, wie schon kurz gemeldet, ein jüdischer Rechtspraktikant in Würzburg, von den 4 Inhabern der sogenannten Brucheinsersind 2 ebenfalls Juden, so daß unter den 5 besten Kandidateil sich nur! Juden befinden. Ein bekannter, übrigens sehr gerechter Parlamentarier soll, als er von diesem Sachverhalte Kenntniß erhielt, scherzweise gesagt haben: „Und da soll man kein Antisemit werden." während von anderer Seite es scherzweise als bedauerlich bezeichnet wurde, daß der Antrag Heim nicht auch auf die prozentuale Beteiligung der Juden nl den Prüfnngsnoten Anwendung zu finden habe. I.. Hannover, 6. April. Das Abgangsexamen all der hiesigen üdischen Präparandie bestanden sämmtliche Prüflinge. — Die öffentliche Prüfung an der Neligionsschule zeigte, daß die Schule tetig vorwärtsschreitet. Die Schulnacknichten besagen, daß die Schule voll ca. 180 Schülern besucht wurde. Durch die fortgesetzte Unterstützung der Behörden ist es gelungen, eine vollkommen regelmäßige Beteiligung sämmtlicher schulpflichtigen Kinder unserer Gemeinde am Religionsunterrichte zu ermöglichen. — Die Meh er-Michel-David- 'che Schule veranstaltete in voriger Woche ein Schulfest. Die Ander machten einen sehr frischen Eindruck und zeigten, daß sie Nichtiges gelernt hatten, einen überaus erfreulichen Eindruck gewährten die turnerischen Vorführungen. Körper und Geist werden armouisch entwickelt, und der jetzige Leiter der Schule, Herr Meyer, at sich um die Hebung derselben große Verdienste erworben. — Bei en letzten hier stattgefundenen Wahlen wurde Herr B. Löwen st ein um Synagogenvorsteher, Herr S. Federlein zum Nepräsentantenwrsitzenden und stellvertretenden Synagogenvorsteher und Herr Zankdirektor Isen stein zum Repräsentanten gewählt. — Die 'Hewra-Kadischa in Hameln blickt auf das hohe Alter von 06 Jahren zurück. Genauere Nachrichten über das Vereinsleben lassen sich allerdings nur von den letzten 10 Jahren feststellen. Es ist 'ein jetzigen Lehrer der Gemeinde, Herr Bachrach, der dem Vorstande es Vereins angehört, gelungen, die spärlichen Nachrichten zu sammeln md in einem sehr interessanten Vortrage anläßlich des Chewrasestes er Gemeinde mitzutheilen. Das Fest war überaus würdig. In der Gemeinde regt sich in letzter Zeit mehr als je das Interesse sür gemeinnütziges Wirken; so ist vor kurzer Zeit aus Veranlassung des Herrn Bachrach ein Litteraturverein ins Leben gerufen worden, in 'ein schon recht zahlreiche interessante Vorträge gehalten wurden. ----- Frankfurt a. M., 2. April. Die Achawa. der bekannte Verein zur Uuterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland, veröffentlicht ihren siebenunddreißigsten Rechenschaftsbericht sür das Jahr 1901. Wiederum ist eine erhebliche Steigerung der Ausgaben zu verzeichnen, da die an den Verein gestellten Ansprüche sich im verflossenen Jahre bedeutend erhöht haben. Trotzdem konnte der Verein die vor zwei Jahren für die Größe der Pensionen festgesetzte Quote von 150 Mk. auf ihrer Höhe erhalten. Freilich war dies nur dadurch möglich, daß ihm beträchtliche Schenkungen zu Theil geworden und daß wiederum erhebliche Gaben aus den beiden Städten Frankfurt n. M. und München zugeflossen sind. Von den Hinterbliebenen des sei. Herrn Freiherrn Wilhelm Karl von Rothschild erhielt der Verein 10000 Mk., ferner aus dem Legate des sel. Herrn Freiherrn Adolph Karl von Rothschild 500 Mk., sowie von Herrn Gustav Plaut in Hamburg gemäß Testament seines sel. Bruders Herrn Jacob Plaut in Nizza 5000 Mk.. Wie hoch im verflossenen Jahre die von der Achawa geleisteten Unterstützungen gestiegen sind, ergiebt sich schon daraus, daß die Zahl der Pensionäre sich von 96 auf 102 gehoben hat. Unter diesen befinden sich 33 durch Altersschwäche oder Gebrechen dienstunfähig gewordene Lehrer, theils mit und theils ohne Familie. 11 Wittwen mit 17 unmündigen Kindern, sowie 58 alleinstehenden Wittweu. — Außerdem wurden in besonders dringenden Fällen an 24 Parteien der aktiven Mitglieder auch außerordentliche Unterstützungen aus dem Reservefond bewilligt. Die Summe der diesmaligen Pensionen beträgt 18450 Mk. in 123 Theilen gegen 17475 Mk. in II6V2 Theilen im vorigen Jahre; mit Hinzufügung der ans dem Neservefond bewilligten außergewöhnlichen Unterstützungen im Betrage von 1400 Mk. ergiebt sich für das Jahr 1901 eine Gesammtansgabe von 19890 Mk., die größte seit Bestehen des Vereins. Zur Bestreitung außergewöhnlicher Unterstützungen wurde aus dem Neservefond der Betrag von 1400 Mk. verausgabt. Das Vereinsvermögen beträgt jetzt nach Abzug der zur Vertheilnng kommenden Summe 268363.34 Mk. gegen 245 658.69 Mk. im vorigen Jahre. Ein langjähriger Freund der Achawa. der ungenannt bleiben will, hat dem Vorsitzenden die Summe von 2500 Mk. mit dem Wunsche übergeben, daß ans deren Zinsen und etwa sür den gleichen Zweck eingehenden Geschenken Unterstützungen in solch außergewöhnlich dringenden Fällen gewährt werden sollen, die statutengemäß aus den Mitteln des Reservefonds nicht bewilligt werden können, aber doch den wohlwollenden Intentionen der Achawa entsprechen. — Laut Verwaltungsbeschluß wird diese Stiftung den Namen „Spezialreservefond" führen. — In der Zusammensetzung des Vorstandes ist im verflossenen Jahre keine Aenderung eingetreten. Die Zahl der aktiven Mitglieder betrug Ende Dezember 1900 371. — Gestorben sind die Herren M. Brannschweig in Würzburg, der unser ältestes Mitglied war, L. Bodenheimer in Barmen, K. Brisch in Mühlheim, N. Goldschmidt in Vacha, Rabbiner Dr. D. Hanover in Wandsbek, S. Katten in Bonn, M. Luß in Sterbfritz und M. Neuhaus in Guxhagen. — Dagegen 'sind 10 neue Mitglieder eingetreten, deren Namen im Mitgliederverzeichnisse mit einem Stern versehen sind, so daß sich Ende 1901 die Zahl der aktiveil Mitglieder aus 373 belief. — Die Zahl der Ehrenmitglieder hat sich ans der Höhe voll etwa 1100 erhalten. Der Vorstand der Achawa besteht aus den Herren Konsul Adolph Baer- Goldschmidt, Vorsitzender, Philipp Schiff, stellvertretender Vorsitzender, Oberlehrer Dr. Alfred Löhren, Schriftführer, Alfred Rvsenthal, Kassirer. Julius Goldschmidt, Gegenschreiber. Jakob Scherer, Neallehrer, Karl Marx, Lehrer in Alsheim (Rheinhessen), Heinrich Frei, Lehrer in München, M. Steinhardt, Lehrer in Magdeburg. — Stuttgart. 1. April. Der Rechenschaftsbericht des Israelitischen Landes- Asyl- und Unterstützungs-Vereins für Württemberg ist ausgegeben worden. Der edle Gedanke, welcher von wohlgesinnten Männern größerer Städte und Gemeinden des Landes unterstützt wurde, dahingehend, für altersschwache und erwerbsunfähige Israeliten Württembergs ein Asyl zu schaffen, hat einen wesentlichen und erfreulichen Schritt vorwärts gemacht. Es ist gelungen, in dem freundlichen Landorte Sontheim bei Heilbronn. woselbst sich eine anfwärtsstrebende Gemeinde, Arzt und Apotheke befindet, ein Areal von ca. 5 Morgen in schöner und gesunder Lage, mit heiterem Ausblick nach allen Seiten hin. käuflich zu erwerben mit der Absicht, daselbst in geeigneter Zeit das Gebäude in modernem Stile und zeitgemäßer Einrichtung zu erstellen. Das Landesasyl hatte an Einnahmen