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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-04-04 · Heft 14 (4.4.1902) · p. Seite 166

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 14 (4.4.1902)
Date
1902-04-04
Page
Seite 166 (sequence 12)
Language
German
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166 Ich schwankte zwischen Rührung und Heiterkeit. „Gnädige Frau," sagte ich, „wenn ich es wirklich verdienen sollte, so wird sich dann auch hoffentlich Jemand für mich finden!" Und darauf die Greisin mit Wärme: „Er wird sich finden! Denn Sie verdienen es! Hoffentlich erlebe ich es noch! Denn solche Vorträge höre ich sehr gern . . * Noch eine kleine Geschichte, auch sie auf einen Vortrag bezüglich, die zugleich beweist, daß der Redner zuweilen daran unschuldig ist, wenn er es einzelnen seiner Hörer nicht recht macht. Ich sprach in einer norddeutschen Stadt über meinen Liebling unter den Ghetto-Dichtern, Aaron Bernstein. Von ihm persönlich erzählte ich nicht viel, aber um so mehr von seinen herrlichen Novellen: „Vögel", „Der Maggid" und „Mendel Gibbor". In der ersten Sesselreihe steht eine junge, hübsche Frau, die mir mit besonderer Aufmerksamkeit lauschte. Schon vor dem Vortrag hatte mir ein Mitglied des Vorstandes erzählt,! im Auditorium sei eine aus Berlin stammende Dame, die mit! Bernstein in einem Hause gewohnt habe und sich daher für > meine Mittheilungen über ihn besonders interessire. Das war also vermuthlich meine hübsche, liebenswürdige Hörerin. Wie gesagt, sie lauschte sehr aufmerksam und schien auch befriedigt. Aber so oft ich den vollen Namen „Aaron Bernstein" nannte, überflog ein Schatten ihre gespannten Züge.! Sagte ich nur „Bernstein", so mißfiel ihr dies nicht, aber an! dem „Aaron" nahm sie — daran konnte ich nachgerade nicht zweifeln - - aus mir räthselhaften Gründen entschieden Anstoß,! Die Persönlichkeit des Dichters, sagte ich schon, streifte ich! kaum. Nur ganz zum Schluß erwähnte ich, er habe zuletzt Kaiserin Augustastraße 71 gewohnt, zufällig in derselben Wohnung, die nun ich inne hätte. Und da schüttelte meine Hörerin energisch den hübschen Kopf und sagte halblaut, aber doch so, daß ich es hören konnte: „Das ist nicht richtig!" Natürlich nahm ich davon keine Notiz nnd brachte meinen Vortrag zu Ende. Als ich fertig war, ließ sie sich mir vorstellen. „Verzeihen Sie," sagte sie, „der Vortrag hat mich sehr interessirt, aber warum haben Sie Bernstein immer „Aaron" genannt?!" Ich sah sie verblüfft an. „Weil er so geheißen hat!" „Er hat aber Moritz geheißen!" „Moritz?!" „Moritz! Verlassen Sie sich darauf! Ich habe ihn doch als junges Mädchen so gut gekannt. Mit seiner einzigen Tochter war ich sehr befreundet. Mathilde heißt sie, sie ist an einen Arzt in Breslau verheirathet. Auch hat er ja gar nicht in der Kaiserin Augustastraße gewohnt, sondern in der Kurfürstenstraße ..." „Entschuldigen Sie, aber. . ." „Pardon," sagte sie höflich, aber fest, „darüber kann es keinen Disput geben . . . Herr S.," wandte sie sich au jenes Vorstandsmitglied, „ich habe Ihnen doch auch erzählt, daß meine Eltern mit Bernstein in einem Hause gewohnt haben! Es hat sogar uns gehört! Ich werde doch unser Haus kennen, Nr. . . (sie nannte sie); jetzt gehört es meinem Schwager. In der ersten Etage wohnten wir, in der zweiten Moritz Bernstein. Ein sehr feiner, alter Mann. Er war früher Kaufmann und lebte dann von seinen Renten; 1891 ist er gestorben." „Dies alles will ich nicht bezweifeln," sagte ich, „aber das war eben nicht der Dichter Bernstein'. Hat denn dieser Herr- Moritz Bernstein auch gedichtet?" „Freilich hat er gedichtet," erwiederte sie. „Mir hat er eiumal ein Akrostichon gemacht. . . Wunderschön! „He die Jugend", hat es angefangen. Ich heiße nämlich Helene." „Aber der Verfasser der Ghettogeschichten war er nicht. Warum vermutheten Sie das?" „Warum?" erwiederte sie sehr ungehalten. „Ich höre, daß sie über einen Berliner Dichter Bernstein reden wollen. Ich habe Moritz Bernstein in Berlin gekannt, ein Akrostichon ha! er mir gemacht — soll ich nicht glauben, daß Sie von ihm erzählen wollen?! Und vielleicht ist es doch so! Denn jetzt er innere ich mich, einmal hat er uns auch eine jüdische Geschicht, erzählt, von zwei Schnorrern — zum Wälzen . . ." „Ich irre mich trotzdem nicht!" Und darauf sie: „Das thut mir aber sehr leid! Da sage ich eigens eim Gesellschaft ab, höre eine Stunde zu — und es geht micl gar nichts an!" Spruchs und rauschte davon. Es leben noch reichlich dreißig Menschen, welche die buch stäbliche Wahrheit dieser Geschichte bestätigen können. (Fortsetzung folgt.) Mas ist Sein Marne? Von Gustav Steinert. Und Mose sprach zu Gott: Siehe, ich käme zu den Kindern Israel und spräche zu ihnen: der Gott euerer Nük sendet mich zu euch, und sie sprächen zu mir: Welches ist sein Name? was soll ich ihnen sagen? — Da sprach Gott z Mose: Ich werde sein, der ich tun. Und sprach: Also sprich zu den Kindern Israel: Ehjeh sendet mich zu euch. — Uu' ferner sprach Gott zu Mose: Also sprich zu den Kindern Israel: Der Ewige, der Gott euerer Väter, der Gott Abrahams, d> Gott Iizchak's und der Gott Iaalobs sendet mich zu euch. Das ist mein Name für ewig *) und das mein Angedenken für ab Zeiten?) (Exodus, 3 13—15.) Älch dringe durch der Vorwelt grauen Schleier. (V Erkenne den Erlöser, den Befreier. Der Boten schickte, daß sie Freiheit brächten Den Sklaven,längstbestinnntzu seiuenKnechten. Als Priesterschaft in seinem Reich zu dienen, Wenn Priester Mumien, Tempel längst Ruinen. Was lenkt der Hirt gen Horeb seine Heerde? Dort wächst derDorn, dort lauert die Beschwerde. Beschwerden harren des getreuen Hirten, Auf dürrem Sand ein Volk einst zu bewirthen; Am Dorngesträuch ihm reiften Himmelsfrüchte, Am Dorn sich zeigen flammende Gesichte. Er schaut, er lauscht: „Nach Zoan, Mose! Küm Iisroel, dem ich ewig mich verbünde: „Von Kasdim nahm ich Abraham mir eigen Nicht länger will ich in Egypten schweigen Der euch iu der Erniedrigung erkannte, Der Gott ist's eurer Väter; er mich sandte! Mgüti Daß si, Prophe Du Fe Und M Du far „DerV Nach d. Der du Verlieh Vor de Wer bis Geburt Sonder und W das Cei Anzahl um in Werk Z in Buch bekannt schaftlic Gebiete ohne G daß dik - wie uns cn. eröffnet den ruo!ingt ih innderi oegegne Erfolge eit Jal oorden ^as ji sestal ilden in chr Krankel Äirksai vrankel uf die Uetätv "eben sselndi verdien reitk Nischm iörtert betrieb >rschin chwa iblifcht ' uchung - h. dü Priester

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