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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-03-14 · Heft 11 (14.3.1902) · p. Seite 127

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 11 (14.3.1902)
Date
1902-03-14
Page
Seite 127 (sequence 9)
Language
German
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127 Pt die Schuhl a»si vvrnvssen. - Höre nderts Indern , denn rch die :r nnd priesen >re sür . Weil, unter- »inähte hriften immer Süden oischen r nach echische cribirt hischen e Allier die liegen kraten dieser heißt: wri. amuel?r nur >n> die en der n den seine g der »er bei in die ik nnd mehr, prache n der ivlvge Schrift feinen »nders nlung t hat, «aus, nicht »erden gegenüber den karierten Texten, welche die modernen Bibelkritiker ans dem heiligen, uns überlieferten Schatze der Gotteslehre bilden nnd sie hierdurch - man verzeihe mir diesen blasphemistischen Vergleich - zu einer Karikatur herablvürdigen. Man betrachtet die heilige Schrift wie ein tvdtes Fossil, ans dessen verschiedenartiger Ablagerung man das Alter und die Komposition der einzelnen Theile berechnen möchte. Bernfeld hat daher streng das Prinzip gewahrt, an keiner Stelle vom Wortlaut abzuweichen, auch den masoretischen Vokalen und Aeeenten treu zu folgen. Somit sollten die Leser das Schriftwort in derselben Auffassung, wie sie seit Jahrtausenden bei uns geherrscht hat, erhalten. Ohne sklavisch dem Buchstaben zu folge», ist überall eine sinngemäße und wortgetreue Uebersetzung angestrebt worden. Die Sprachvergleichung. welche bereits im Talmud ihre Anfänge hat, ist oft angewandt worden, und zwar nach den Ergebnissen der neuesten assyriologischen Forschung und dem Grundsätze derselben, daß das Hebräische etymologisch durch das ihm so nahe verwandte Assyrische und Aramäische und nicht durch das Arabische, das erst viel später eine litterarische Sprache geworden ist, erklärt werden kann. Es ist dies keine ganz neue Ansicht, denn sie ist bereits vor vierzig Jahren von Luzzatto ausgesprochen worden. Man kann diese Ansicht noch zu der Behauptung erweitern, daß das Arabische sür das Neuhebräische, wie es sich bei oder nach dem Abschluß des biblischen Kanons entwickelt hat, oft ein willkommenes Hilfsmittel sein kann, nicht aber für das biblische hebräische Sprachgut, das ein viel höheres Alter aufweist. Wenn wir nun zu Einzelheiten in der Uebersetzung übergehen »vollen, so müssen wir uns auf eine Auswahl beschränken. Denn, wo man hinblickt, findet man neue, von den bisherigen Ilebersetzern abweichende Erklärungen. Diese stützen sich ans die Targume und Accente, aus ältere und neuere Exegeten wie auch aus eigene fleißige Forschungen. Eine besondere Schrift, in welcher der Verfasser näheren Nachweis über die Quellen geben sollte, aus denen er einzelne Uebersetzungen geschöpft, und zugleich Rechenschaft bieten würde über die seinem eigenen Nachdenken entstammenden Uebersetzungen, würde die Schrift-Exegese mit einem neuen, nicht zu unterschätzenden Material bereichern. Wir wollen versuchen, aus Grund verschiedener Stellen in der Uebersetzung den Spuren dieser exegetischen Thätigkeit nachzngehen. Der aufmerksame Leser wird hierbei den hebräischen Urtext nachzulesen haben. Wenn Gen. I. 2 übersetzt wird „und ein mächtiger i göttlicher) Wind wehte über dem Wasser," so hat der Uebersetzer bereits Vorgänger hierfür. Auch Luzzattv übersetzt so, aber mit dein bedeutsamen Unterschiede, daß er die wörtliche Uebersetzung in den Text aufnimmt und die Erklärung in Klammern beifügt. Somit: „sck un vento äi I)io seioa lortissimc»)." Gen. 6, 16: „Oben an der Arche mache eine Lichtlnke, ans eine Elle sollst du sie beschränken; aber die Thüre der Arche" u. s. w. Man vergleiche die Verlegenheit in Zunz' Bibel: „Eine Lichtluke mache an der Arche, und nach dem Maße fertige sie von oben"!! Bernfeld hat begriffen, daß »,7,2 wie ^7, auch fein, sein könne, und dadurch eine richtige Beziehung der Satztheile mit einander hergestellt, während wie bisher ihr Zusammenhang gestört war. Gen. 16, 16, eine sehr schwierige Stelle, für die aber Nascht eine ganz vernünftige Erklärung bietet, der Luzzatto nnd Bernfeld folgen. Letzterer übersetzt demnach: „Du, Gott der Vorsehung, denn, sprach sie, Hab' ich auch hier auf Schutz gehofft, nachdem mich der Schutz (Abrams) verlassen hat?" Besser noch klingt's bei Luzzatto, nach welchem zu übersetze»: „Du bist ein vvrsehender (oder fürsorgender) Gott; denn sie sprach: Hätte ich wohl geglaubt, auch hier zu sehen (die Vorsehung), nachdem mich mein Fürsorger Mbram» verlassen hat?" Gen. 41. 34 ist das schwierige 71^12 NVP' im Sinne von veranlassen genommen „Pharao möge veranlassen." Schön ist's übersetzt auch bei Wohlgemuth und Bleichrode: „Und Pharao sorge dafür." Ez. 4, 14 nach den Accenten richtig als Parenthesejatz übersetzt: „Ist da nicht Aaron, dein Bruder, der Levite, ich weiß, daß er reden kann — er geht u. s. w." Ex. 5, 4: „Vergebens wollt ihr das Volk stören." Hier werden Viele den Kopf schütteln oder vergebens nach diesem vergebens (712^1 fragen. Aber bereits der Midrasch faßt dieses Tis'? wie im Syrischen 82*? auf, als vergeblich. Ganz treffend wird in diesem Sinne auch Hohelied 6, 14: ii'pT, 712 nnd Hiob 31, 1: sZ12N8 121 von Bernfeld übersetzt. 1. Sam. 0, 24 ist schön übersetzt: „Das Volk habe ich Innr zu diesem Zweckes geladen." Ebenso schön 1. Könige 20, 30: „Geschah dir recht, du hast dir selber dein Urtheil gesprochen." 1. Könige 22, 17: „Diese bleiben ohne Herrn, aber sdas Volkj wird, jeglicher in sein Haus, in Frieden znrückkehren (vom Volke wird niemand fallen!," womit vorzüglich Vers '>> übereinstimmt. Jes. 1, 1 nach Luzzatto: „der prophezeit hat", und dort Vers 5 „die Dreschtenne" sür 212X, wie Luzzatto im Kommentar näher belegt. Jes. 6, 2 nach den Accenten: „Serafim standen hoch neben ihm," wie bereits Saadia auffassen will, der auch Jes. 40, 13 'N MN NX s27> '2 konstrnirt; s. dessen Kommentar an beide« Stellen und zu Prvv. 25, 11. Jes. 22, 3 „von jeher". Das ,117112 ist ur der That bisher mißverstanden worden und hat Schwierigkeiten bereitet. Man! flieht übrigens s?l7il1, und nicht ,117112- Daher hat Bernfeld glücklich hier, wie auch Vers 11 und 25, 1 ein Adverbum der Zeit (als Gegensatz zu 182 211P2 MV1M in P17I12 erblickt. Ebenso Jer. 31, 3: „Es ist schon lange her." Jes. 52, -4: „und zuletzt hat es Assyrien bedrückt." Bereits Rapvpvrt hat in seinen Briefen darauf hingewiesen, dieses 'PVP OLX2 11VX1 mit 'V2X znsammensteNen und „am Ende" zu übersetzen, wodurch dieser Vers erst den richtigen Parallelismus erhält. Jes. 55: „O ihr Durstigen alle, gehet nach Wasser, auch wer kein Geld hat." Ganz nach den Accenten übersetzt.'» Jer. 2, 20. Vortrefflich nach dem Targum übersetzt: „Denn von jeher brachst du dein Joch, zerrissest deine Bande und sprachst: Ich werde nicht (Gott) dienen." Die alte Form 1112V statt 7112V (ebenso 3. 4 7»81s7) ist hier zur Geltung gebracht. Ebenso im Deborahliede 5, 7 '7>2s7V „bis du ansstandest, Deborah", was schon Pinsker in der Einleitung in das babylonisch-assyrische Punktationssystem mittheilt. Ez. 24, 12: „Uebelriechend ist bereits sein Schmutz." nach der Massora, die richtig punktirt VX1, und nicht VX2, wie man gewöhnlich übersetzt: ins Feuer! ') Um nicht den Ernst des Lesers zu stören, lasse ich ein Bonmot des selige»» Sal. Plessner, das mit dieser Uebersetzung harmonirt. an einer anderen Stelle folgen.

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