Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1902)
- Date
- 1902-03-07
- Page
- Seite 111 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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111 ärz. te der Aufuesten suchte tation blieb )arauf ungen letzte sagte: gegen ht das enossen Juden enosfe,! längst > hätte hohen sollte Hasten, llte sich wollen, Landen! Es in der Judenchwarz' ld gebt l, hebt ichtigen . <Mit werde, d ausn doch ach in t, nach chaft" streng ad, die ms zu r Bersten be esultatt diesem rst wil! sie und und ir hkeit zr de zun darum nterunjz nd aus Ir uns ne ziel sellschasl . Dürftüsse bks zeinendc; unser Jahresberichte, ein Jahrbuch oder eine Quartalsschrift, die Ermöglichung wohlfeilen Bezuges der von uns unterstützten Werke sollen i as Interesse des Publikums wach halten." Der Vorstand der neuen Gesellschaft hat seine Arbeiten bereits begonnen und ist schon jetzt in der Lage, mit seinem rsten Preisausschreiben an die Oeffentlichkeit zu treten: Die jüdisch-litterarische Gesellschaft setzt hiermit einen Preis von!000 Mark aus, für eine populär gehaltene, in den dargestellten Resultaten streng wissenschaftliche Arbeit über die Geschichte des i wischen Volkes während der Epoche der Amoräer und Saboräer. Der Umfang des Werkes muß mindestens 20 Bogen Text betragen, m den Noten muß Quellenangabe enthalten sein, die neuesten Forschungen müssen berücksichtigt werden. Das mit dem Preise gekrönte Werk bleibt Eigenthum des Autors, welcher es binnen Jahresfrist nach Zuerkennung des Preises der Desellschast zum Druck übergeben mutz; über diejenige Anzahl voll Exemplaren, die sich die I. L. G. vorbehält und über die Festsetzung : es Ladenpreises wird besondere Vereinbarung mit dem Autor gesoffen werden. Die I. L. G. behält es sich vor, auch eitler zweiten Arbeit einen Dreis zuznerkennen. Die Arbeiten müssen bis zum 1. Oktober 1903 an Herrn Direktor Dr. Lange in Frankfurt a. M. eingesandt werden. Jede Arbeit ist mit einem Motto zu versehen; in einem verschlossenen Couvert, ans! ein dasselbe Motto verzeichnet ist, soll der Name des Autors enthalten in. Die Namen der Preisrichter werden später veröffentlicht werden, l Frankfurt a. M., im Januar 1902.! Die jüdisch-litterarische Gesellschaft. j Wie aus der Fassung des ganzen Schriftstückes hervor-! >eht, handelt es sich also um „orthodoxe Wissenschaft," und oie es scheint, um nichts mehr, als um eine Übersetzung des Werkes von Halevy „vorot Iiariselwnim" ins Deutsche. Dadurch oll Grätz verdrängt werden. Jedoch, wie auch die Sache :egen mag, uns kann der ganze Vorgang nur willkommen mn. Wenn erst diese bisher intransigente süddeutsche Orthodoxie anfängt, sich mit der „strengen Wissenschaft", so heißt es .i ln dem Allsschreiben, zu befassen, dann werden viele ihrer hantasien und Träumereien alsbald in nichts zerfließen. 4 In Oesterreich hat kürzlich ein ezechischer Parteiführer rl Parlament die Stellung der einzelnen deutschen Parteien u den Juden treffend charakterisirt, indem er sagte: „Die Herren von der Linken sind am wenigen verfassungssrenndlich. ie Grundsätze der Gleichheit und Freiheit stehen nur auf dem Papier. Rit Ausnahme des Abgeordneten Auspitz ist kein Mensch aus der llken Seite des Hauses, der für die religiöse Gleichheit einsteht. Sie nd alle Antisemiten durch und durch. Die Linke zerfällt in drei roße Antisemitengruppen: die Einen sagen, mau muß den Antisemismus betonen und auch bethätigen. Das sind die Wiener Antimiten. Die Deutschnationalen und Deutschradikalen sagen: Man mß den Antisemitismus betonen, bethätigen muß man ihn nicht, ud die Liberalen erklären: Man muß den Antisemitismus bethätigen, 'tonen darf man ihn nicht." Der Redner hat nur vergessen hinzuzufügen, daß es bei m ezechischen Parteien nicht anders bestellt ist. Auch hatte r insofern Unrecht, als die Deutschnationalen und Radikalen en Antisemitismus nicht nur betonen, sondern auch bethätigen; ' wetteifern darin thatkrästig mit den anderen Parteien — 'm Meisten mit den Czechen. 4 Den Juden in Rumänien droht wieder eine Gechr, und zwar durch einen neuen Gesetzesvorschlag, der am Januar 1902 durch das Ministerium der Abgeordnetenkammer unterbreitet worden ist. Diesmal handelt es sich darum, die rumänische (lies: christliche) Arbeit gegen die Konkurrenz der fremden (lies: jüdischen) Arbeiter zu schützen. Einige Artikel dieses Entwurfes werden eilte Idee voll den Absichten geben, welche die jetzige Regierung hegt. Art. 1. Jedem steht es frei, die weiter unten aufgezählten Gewerbe auszuüben, wenn er die durch das gegenwärtige Gesetz vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt. Art. 4. Die Fremden, die ein Gewerbe betreiben wollen, müssen beweisen, daß in ihrem Lande das Recht der Gegenseitigkeit für die Rumänen besteht. Kann dieser Beweis nicht erbracht werden, so müssen sie die gntgeheißene Erlaubniß von der Handels- und Gewerbekammer erhalten. Art. 9. Die in der Ortschaft fremden und dem Korporations» komitee unbekannten Personen müssen Zeugnisse, die ihre Identität und Moralität ausweisen und von dazu berechtigten Behörden ausgestellt sind, beibringen. Art. 12. Jeder Arbeiter muß ein kaufmännisches Register haben. Art. 13. Das Register wird durch das Korporationskomitee den folgenden Personen übergeben. 3. Denjenigen, welche beweisen, daß sie in einer Fabrik, einer Werkstätte oder auf einer Werft im Lande oder in der Fremde wenigstens fünf Jahre in einem besonderen Gewerbe gearbeitet haben. Art. 45. Jeder Handwerker der Gemeinde nimmt Theil an dem Korporatiansrechte seines Gewerbes. Art. 70. Nur die Rumänen, die politische Rechte haben, können ins Korporationskomitee gelangen. Art. 95. In allen Unternehmungen öffentlicher Arbeiten werden unter gleichen Bedingungen die Rumänen den Fremden vorgezogen. Man muß sich bei der Lektüre der einzelnen Paragraphen immer vor Augen halten, daß es sich hier nicht etwa uni wirkliche Fremde, sondern um in Rumänien geborene Juden handelt, von denen viele ihre Militärpflicht erfüllt haben. 4 Die Reise des Herrn Dr. Herzl nach Kon staut in opel hat wieder eine ganze Fülle falscher Zeitungsnachrichten nach sich gezogen. So wußte He „Münchener Allgemeine Zeitung" schon mit ziemlicher Sicherheit zu berichten, daß der Sultan dem Zionistenführer die Erlaubniß zur Einwanderung von Juden nach Palästina und Syrien nun definitiv gegeben habe. Im Gegensätze hierzu brachte die Londoner „Morning Post" folgende Mittheilung ihres Konstantinopeler Korrespondenten: „Aus sicherer Quelle kann ich Ihnen unttheilen, daß die von Dr. Theodor Herzl aus dem letzten Basler Kongreß gemachten Anspielungen, die zu der Annahme führen könnten, der Sultan habe ihm gewisse Versprechungen zu Gunsten der Zionistenpartei gemacht in Bezug auf Auswanderung von Juden und deren Ansiedelung in Pa_. lästina und anderen Gegenden des türkischen Reichs — jeder Begründung entbehren, und daß solche Versprechungen weder dem Dr. Herzl noch anderen Zionisten gemacht worden sind." Nach unseren Informationen hatte die letzte Reise des Herrn Dr. Herzl nach Konstantinopel nichts als die Errichtung einer Filiale der zionistischen Bank in Jaffa zum Ziele. Ist dev in Bezug ans die zukünftige Lage der Juden herrschende Pesjrmi?muü gerechtfertigt oder nicht? Bon Joseph Baum i» Wiesbaden. II. n trüber Zeit war es, als Heinrich Heine, der gewiß im Herzen ein treuer Jude war, sich genöthigt sah, die Taufe zu nehmen, um, wie er sich selbst ausdrückte, „das Entreebillet zu den Stätten der europäischen Kultur zu erhalte»".