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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-02-28 · Heft 9 (28.2.1902) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 9 (28.2.1902)
Date
1902-02-28
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3! außerr guten rchim", rnigstenö -erseildei Berichtscirca 30. ptember lüsse au Heiuiatli egründei en Jahr rhl, wi, werden -erlichen laubens - anzn sür dit Us ausehen zu gemüth ftung, Berlin 3. d. M >em Beer Kassc gegen l. Der md be- Firma Lehrer d. M tglieder lete dir Zweckr ufgaben er Mit -thätiggelegen Pädahlossen tz über Ganzen freund »lungen Viele Zehand in den 'teuver zu den cknnfts wendin tu der s Ver ichtigt. Z aus ltungs girten Sachen Vorludere Für Tagest 'assului ilischen Baer ind zu Lehrer' stelle in ü:ionz ist dem Lehrer Lob Gernsheimer aus Vegesack übertragen worden. — Die Repräsentanten der Synagogengemeinde zu Krotoschin haben den Kaufmann Emil Cohll daselbst zum Vorsteher der Gemeinde und den KaufmannA. Grün spach zu dessen Stellvertreter gewählt. — Nachdem Frau Kreisarzt Dr. Michaelsoh n ul Wreschen ihr Amt niedergelegt, ist Frau Nabbiller Dr. Lewin zur Vorsitzenden des dortigen israelitischen Franeuvereins gewählt worden. — Der israelitische Franenvereiu zu Ostrowo beging Mitte vorigen Monats das Jubiläum seines 60jährigen Bestehens durch inen Wohlthätigkeitsabend. — Kürzlich starb der älteste Jude der Provinz, IudelHirsch in S ch w arz e n a u, im Alter von 103 Jahren. - Im Jahre 1886 haben der Fabrikbesitzer Salomo n Mosse und der Verlagsbuchhändler Rudolf Mosse zu Berlin ihrer Vaterstadt Hrätz ein Kapital von 10000 Mark mit der Bestimmung überwiesen, die Zinsen hiervon alljährlich am Sterbetage ihres Vaters, Dr. Mosse, au Arme der Stadt ohne Unterschied der Konfession zu vertheilen. Vor Kurzem hat nun Herr Fabrikbesitzer Salomon Mosse weitere 000 Mark zugesührt. deren Zinsen ebenfalls am Sterbetage es Dr. Mosse zu zwei Drittel jüdischen und ein Drittel christlichen Armen der Stadt Grätz zukommen sollen. — Die Repräsentanten der Gemeinde Ostrowo haben in ihrer vebruarsitznng nach erfolgter Einführung ihrer neugewählten Mitglieder durch den Bürgermeister Ressel den Rechtsanwalt Botz zu hrem Vorsteher und Kaufmann I. Sternberg zum Schriftführer gewählt. Bei der alsdann erfolgten Vorstandswahl wurde Kaufmann M. Rothstein zum ersten, Rechtsanwalt Goldschmidt zum stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeinde und die Kaufleute Jacob Still schweig und Benno Weiß zu Beisitzern neugewählt. — In der letzten ordentlichen Generalversammlung des israelitischen Irauenvereins irr Grätz wurden die Damen Herzfeld, Stern. üablonSki und Johanna Saberski als Vorstandsmitglieder gewählt. Die Einnahmen im letzten Jahre betrugen 358.55 Mark, die lusgabeu 338.20 Mark. Der Verein hat gegen 500 Mark zinstragend ulgelegt. — In Neustadt b. P. ist die 70 Jahre alte vermögende Äittwe Vormast ermordet worden. Die Mörder derselben sind bereits verhaftet und geben zu, den Mord aus Rachsucht begangen zu haben. n. Stettin, 21. Februar. Hier fand am 13. d. M. eine Verammlung des H ilfs Vereins der deutschen In de n statt, welcher verr Rabbiner Dr. Vogelstein präsidirte. Herr James Simon aus Berlin erläuterte in einem lichtvollen Vorträge die Entstehungsgeschichte des Vereins, gab einenUeberblick über die Thätigkeit der Alliance israolito universelle und deren Entwickelung und besprach die Aufgaben, die ich der neue Verein gestellt hat, und die er im besten Einvernehmen nit der Allianz zu erreichen hofft. Herr Bergel aus Berlin führte ann Näheres über die nächste Aufgabe des Vereins, das galizische -ilsswerk, aus. In der darauffolgenden Diskussion äußerte Herr Botthold Levh, der Stettiner Vertreter der Allince, gewisse Bedenken egen den neuen Verein vom Standpunkt der Alliance aus, erklärte ch aber durch die weiteren ^Ausführungen des Herrn Simon sür beledigt. Es wurde darauf, ebenso wie in Danzig, die folgende ssolution angenommen: „Die Versammlung nimmt von der nündung des Hilssvereins der deutschen Juden zustimmende Kenntnist md hegt die Hoffnung, daß er mit der Alliance isiaelito universelle Verein mit der ^uglo Ionüsli ^.ssoeirrtion und der Israelitischen üllianz zu Wien in engster Fühlung und Sympathie zusammenbeiten wird, zum Segen unserer Glaubensgenossen. Die Verhüllung spricht den Wunsch aus, daß die Thätigkeit des Hilfsvereins ch auch insbesondere aus Galizien und Rumänien erstrecke. In Besem Sinne wird der Hilfsverein voll Sympathie begrüßt." Alsdann l aten fast alle anwesenden Herren dem Verein bei, konstituirten sich s ein Lokalkomitee Stettin und wählten in den Vorstand dieses okalkomitees die Herren Rabbiner Dr. Vogelstein, Rechtsanwalt - r. Mann, Moritz Moses, Dr. Lewin, Gotthold Levy mit Kooptations-- bt. Alle Gewählten nahmen die Wahl an. 8-Nor-Harrsen, 15. Februar. Wenn auch von unserem Ge- > cindeleben nicht viel nach außen dringt, und der Gang unserer Eenie indeangelegenheiten wenig bekannt sein dürfte, so gebest Nordhausen doch zu jenen Städten, in welchem tief religiöses eben mit modernem Judeuthum sich verbindet. Unsere Institutionen und Organisationen sind musterhaft und werden von berufener Hand energisch und vorzüglich geleitet. Für alle idealeil Aufgaben, die wir Juden znr Hebung des Jndenthnms zu vollbringen haben, hat unsere Gemeindevertretung offenes Ohr; ganz besonders aber wird geistiges Leben zu fördern gesucht. Wir hörten diesen Winter mehrere äußerst interessante Vorträge. Letzthin hielt unser Rabbiner Dr. Schönberger einen Vortrag über „Weltstimmung und Weltanschauung vor und während der Entstehung des Talmuds", welcher anregend auf die zahlreiche Hörerschaft wirkte. Laut Beschluß verletzten Generalversamrnmlung der Chebrah „Oernilutll ekussoäim" werden in diesem Winter noch verschiedene wissenschaftliche Vorträge stattfinden. Letztgenannter Verein feierte am 7. Adar sein alljährliches Stiftungsfest, das in einem solennen Festessen bestand, welchem eine wahrhast andächtige Seelenseier mit Predigt und Gesang des Synagogenchors voranging. Gerade dieser Abend ist so recht geeignet, den Geist und das Wesen unserer Gemeinde kennen zu lernen. Hier findet bei zwangloser Geselligkeit manch geistiger Austausch der Gedanken statt. Der Grundgedanke, der dieses Mal fast in sämmtlichen geistvollen Reden und Toasten zum Ansdruck kam, war eine Mahnung ail die Teilnehmer, die sich aus allen Kreisen rekrutirten, die ewigen Wahrheiten des Jndenthnms, seine geheiligten Institutionen zu retten, zu erhalten und zu pflegen. Hoffentlich wird der Verein, der mit seinen nicht unbedeutenden Mitteln so segensreiche Resultate liefert, auch in diesem Jahre fortschreiten und gedeihen. — Am 1. Februar feierte der hiesige Synagogenchor sein alljährliches Stiftungsfest, zu welchem gleichfalls aus allen Schichten der Gemeinde reges Interesse gezeigt wurde. Die Vorträge, welche tadellos ausgesührt wurden, bewiesen, wie der Verein Tüchtiges zu leisten im Stande ist. IZL Hamburg, 21. Februar. Die Anregung, welche Herr Oberlehrer Dr. Heinrich Lewy in Mülhausen i. E.in der letzten Nummer der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" gegeben hat, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Wie wir hören, wird das von dem Benai Brith-Orden in Deutschland sür diesen Zweck ernannte Komitee demnächst eine Warnung, wie sie Herr Dr. Lewy in seinem Aufruf wünschte, zur allgemeinen Verbreitung bringen. Sie wird auch in dsn Jargon übertragen und, soweit es die Mundart der osteuropäischen Juden betrifft, in hebräischen Lettern gedruckt werden. Eine große Reihe von Adressen ist der Warnung hmzugefügt, neben den deutschen diejenigen der englischen und überseeischen Komitees, sür Oesterreich die der Humanitätsvereine Benai Brith. Mit den protestantischen und katholischen Komitees steht das der Loge in Beziehung. Demnach ist, wie man ans diesen Mittheilungen ersieht, die wichtige Angelegenheit des Mädchenschntzes jüdischerseits ernstlich in Angriff genommen. ----- München, 25. Februar. Die Verwaltung der israelitischen Knltusgemeinde ersucht uns, wie in den Vorjahren so auch diesmal auf die dahier bestehende Hermann und Jettchen Müllersche Allgemeine Wohlthätigkeitsstiftung aufmerksam zu machen. Aufgabe der Stiftung ist: rr) Die Förderung lind Unterstützung von Einrichtungen und Veranstaltungen für Erziehungs-, Unterrichts- und Wohlthätigkeitszwecke sowie sonstiger gemeinnütziger Zwecke innerhalb des Judenthums, k) Die Unterstützung hilfsbedürftiger iscaelitischer Glaubeusgenossen, jedoch nur s o fer n die Gewährung im mittelbaren oder unmittelbaren Interesse des gesam inten Jndenthnms ist. Andere Unterstützungsgesuche können nach dem Stiftungsstatute keine Berücksichtigung finden, e) Die Verbesserung der bürgerlichen Stellung der Juden. Die Vorbescheidung der Gesuche. welche bis spätestens Freitag, den 28. März d. I. an die Kultnsverwaltung einzureichen sind, geschieht ohne Rücksicht auf Ort und Land der Petenten. ----- München, 23. Februar. Mit Nachtrag zu dem Kodizill vom 1. Mai 1898 hat die am 1. April 1899 zu Paris verstorbene Freifrau Klara von Hirsch-Gereuth der hiesigen israelitischen KulLnsgemeiude 100 000 Francs vermacht, welches Legat nach Abzug der Erbschaftssteuer und Staatsgebühr mit M. 62397.75 zur Auszahlung an die Kultnsgemeinde gelangte. Die Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde hat nunmehr die Begründung einer Stiftung unter Pen Namen „Klara Freifrau von Hirsch'sche Wohlthätigkeitsstiftung" beschlossen und bezüglich der Verwendung des nach Abzug des zu admassirenden Zehntels sowie der Verwaltungskosteu verbleibenden Theiles der Erträgnisse der Stiftung bestimmt: daß die eine Hälfte zur Unterstützung von dürftigen würdigen Personen jüdischen Glaubens verwendet werde, welche die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und mindestens in den der Gewährung unmittelbar vorangegangenen fünf Jahren in München gewohnt haben; E

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