Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1902)
- Date
- 1902-02-21
- Page
- Seite 87 (sequence 5)
- Language
- German
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87 m ausn Autchstag? na»: de i sterun; : Gege» daß d e müsse i sen, d e Gottes lschafte' lrischer d.M ietition ng de Fleisch e, und b ein, rlligen gege: lächter entsch e. Mi >rhnrs k unt lenten »irkten g zu konser iberal^ arbier nt is n Un rilige» lelche; ig Ge mnen und und : Ver;führ! htigst t, das mate mer» . schon l soll 'onnt fertig ie vo et, is e vor Die voll der englischen Regierung den Antialienisten zuge- 'tandene Einsetzung einer Untersuchungskommission, lvelche die ^remdenfrage eingehend stuoiren soll, scheint ihren Urhebern, >en Herren Vincent Gordoll und Konsorten, schwere Sorgen u machen. Sie wissen genau, daß eine ehrliche und unparteiische Intersuchnng alle ihre in den Volksversammlungen und Halfaennhblättern aufgestellten Behauptungen als antisemitische öligen entlarven werde, und so machen sie den Versuch, die Ergebnisse der Untersuchnngskommission jetzt scholl in ihrem Zinne zu beeinflussen. Zu diesem Zwecke hat Sir Howard tzineent in der Sitzung des Unterhauses vom 4. d. M. an Är Gerald Balfour das Ansinnen gestellt, die neue Unternlchungskommission zu beauftragen, dasselbe Material zu benutzen, das voll der parlamentarischen Kommission mit Hilfe es famosen Arnold White im Jahre 188889 gesammelt!! wrden ist. Wie geschickt aber dieser Gentleman die Kommission amals irre zu führeil gewußt hat, beweist die Thatsache, daß >c für Rechnung eben dieser Kommission eine Schaar von >remden Vagabunden gemielhet hatte, die er der Kommission >4s „diese Fremden" präsentirt hat. Mr. Vincent weiß aber, aß mall diesmal dein Herrn White scharf auf die Finger hen werde, und so möchte er am liebsten die Resultate jener wmmission jetzt nach 14 Jahren ohne Weiteres verwerthet Heu. Mr. Balfour schlug ihm aber diesen Wunsch rundweg b und erklärte gleichzeitig, noch nicht sagen zu können, ob ie Untersuchung von einer Regierungs- oder einer Parlamentarischen Kommission geführt werden wird. 4 Senator Elsberg voll Albany hat der gesetzgebenden lörperschast von Newyork einen Gesetzentwurf eingebracht, em amerikanischen jüdisch-theologischen Seminar Korporationsechte zu verleihen. Als Zweck des Seminars ist allgegeben : ie Erhaltung der jüdischen Religion, die Pflege der hebräischen itteratur, die Ausführung von biblischen und archäologischen lntersuchuugeu, die Errichtung einer Bibliothek und die Erlehnng von Rabbinern. Das Direktorium besteht aus den Zerren Jacob H. Schiff, dessen Schwiegersohn M. Marburg, wuhard Lewison und dessen Schwiegersohn Philip G. Henry, en Brüdern Daniel und Simon Guggenheim, dem Nechtsuwalt Louis Marschall, dem Richter Mayer Sulzberger aus Philadelphia, dem geschüstsführenden Direktor des Seminars, m)r. Cyrns Adler, und Mr. Adolphns A. Salomons, dem Newwrker Generalagenten des Baron Hirsch-Trust. Zum Präsidenten es Seminars wurde Professor Schechter desiguirt. Die Namen! er Mitglieder des Direktoriums bürgen vollständig für das aterielle und moralische Gedeihen des Seminars. Nebst der etheiligung des Baron Hirsch-Trust befinden sich in der Veraltung die amerikanischen Multimillionäre Schiff, Lewison! ud die Gebrüder Guggenheim. Richter Sulzberger gilt als der! rgentliche Träger der Idee der Seminargründuug. )vähre»»d ^r. Cyrus Adler und Professor Schechter als geschäftliche! respektive geistige Leiter die ihnen zugewiesenen Pastell glänzend usfülleu dürften. Das Direktorium ist berechtigt, die Titel Rabbiner, Lhasa«, Master und Doktor der hebräischen Litteratur urd Dr. der Gottesgelahrtheit zu verleihen und nöthigenfalls ndere gleichartige Körperschaften ill sich anfznnehmen, cspektive sich lnit ihnen zu verschmelzen. Aus dem Elsaß. Im Februar 1902. (^^lvar fühle ich lnich nicht zum Journalisten berufen, aber an Orten, wo es keine „Berichterstatter" giebt, bemühe dich selbst einer zu sein, heißt es bekanntlich „ungefähr" in den Sprüchen der Väter. Gerade in den letzten Wochen, in denen bei uns wirklich etwas los — zu sein scheint, hoffte mancher Optimist seine recht verzeihliche Neugierde in einem jüdischen Blatt befriedigen zu können - doch vergebens. Da es denn bisher Niemand gethan hat, habe ich mich also entschlossen, Ihnen meine schwachen Kräfte zur Verfügung zu stellen, um Ihren Lesern einen Einblick in unsere Verhältnisse zu gewähren. Sie brachten wohl die Verleihung des Rothen Adlerordens IV. Klasse an Herrn Oberrabbiner Urh in Straßbürg rechtzeitig genug, daß unsere Rabbiner sie noch in ihren Kaisersgebürtstagspredigten verwerthen konnten; doch haben Sie das sicherlich im „Reichsanzeiger" selbst gelesen, so daß diese Meldung kein Anzeichen dafür sein dürste, daß Sie von den Elsässern doch nicht so ganz im Stiche gelassen werden. Schließlich wäre es noch nicht so schlimm, wenn unter Ihren Lesern, deren es hoffentlich recht viele bei uns giebt, keiner sich berufen fühlte, Sie über die Vorgänge innerhalb der elsässischen Judenheit zu orientiren, daß aber unsere Behörden nicht zu wissen scheinen, wozu eigentlich die jüdischen Zeitungen da sind, ist wahrlich nicht erfreulich. Noch immer werden Kantoren u. s. w. nur in den politischen Zeitungen gesucht, und wie unsere Konsistorien die jüdischen Blätter nicht benutzen, sollen Sie jetzt erfahren. Fragt da ein neugieriger umm suo muItis im Sprechsaal einer Tageszeitung (es ist schon lange her, am 26. Dez.) au, was für Beschlüsse in der IV- Wochen vorher abgehalteneu Plenarsitzung der drei israelitischen Konsistorien von Elsaß- Lothringen gefaßt worden seien. Sehr wichtige Fragen seien auf der Tagesordnung gestanden, z. B. die Einführung einer Kirchensteuer behufs Erhöhung der Nabbinergehälter, Umgestaltung der Pensions- und Reliktenkasse der Rabbiner und Kantoren, Verbesserung des Religionsunterrichtes u. s. w. Und welche Antwort erhält der Wißbegierige Tags darauf au gleicher Stelle? Tie in dieser-Sitzung gefaßten Beschlüsse gehören nicht in die große Oeffentlichkeit, da dieselben nur einen ganz kleinen Theit der Bevölkerung interesfireu, und zwar die Israeliten des Neichslandes. Möge der mms pro Multis oder auch die nmUi sich an ihre respektiven Konsistorialpräsidenten oder Oberrabbiner wenden, welche sicher gern bereit sind, Ungeduldige zu erleuchten. Hochachtungsvoll . Zugegeben, daß die Tagesblätter nicht geeignet seien zur Besprechung der Konsistorialsihnngen, warum ignorirt man aber so vollständig die jüdische Presse? Die Vorkommnisse in den letzten Sitzungen dürften allerdings nicht dazu angethan sein, um mit ihnen gerade den Anfang zu machen; gäbe es jedoch ein besseres Mittel, Jeden: die Möglichkeit zu bieten, sich regelmäßig mit den Beschlüssen dieser Behörde bekannt zu machen als eine wenn auch noch so knappe offizielle Bericht erstattung in den dazu berufener: jüdischen Zeitschriften? Nebenbei bemerkt, soll es in jener Plenarsitzung sehr stürmisch zugegangen sein, und böse Zungen wollen wissen, es sei infolgedessen nur beschlossen worden, daß auch die Oberrabbiner von Metz und Kolmar, wie es bei dem von Straßburg schon sei! Jahren der Fall ist, in ZukunftRepräsentations-