Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1901)
- Date
- 1901-12-20
- Page
- Seite 612 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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612 Nachfolger wurde. Zweimal war Christine Manoels Gast in Hamburg. während ihres zweiten Aufenthaltes im Jahre 1661. sowie während ihres dritten Aufenthaltes, als sie am 15. Juli 1668 im gastfreundlichen Hause Texeiras zu Ehren des Papstes Clemens IX. ein glänzendes Fest veranstaltete. Ihr Sie hochschätzender Dr. Julius Diamant, Oberrabbiner von Shrmien in Vukovar. Vukovar (Slavonienl. den 3. Dezember 1901. r Sehr geehrter Herr Redakteur! (!A^ie in Nr. 48 der „Allgemeinen Zeitung des Judeuthums" vom 29. November abgedruckte Notiz der „Freisinnigen Zeitung" veranlaßt mich. Ihnen ergebenst mitzutheilen. daß ich bereits am 14. November an Herrn Professor Dr. theol. und Phil. August Wünsche in Dresden die Bitte gerichtet habe, mir den Sachverhalt mitzutheilen. da ich mich herzlich freuen würde, von ihm zu erfahren, „daß der Borwurf religiöser Unduldsamkeit der Anstalt, deren Schülerin auch meine verstorbene Schwester Margarethe gewesen ist. mit Unrecht gemacht wurde." Herr Professor Dr. Wünsche erwiederte sofort: „Anbei übersende ich Ihnen die Antwort meines Direktors betreffs Ihrer Anfrage. Bei uiis sind die Verhältnisse noch gerade so, wie Sie sie kennen." Die Antwort des Direktors der städtischen höheren Töchterschule in Dresden lautet: „Herrn Redakteur Levh, Berlin XW., Karlstraße 26 II. Auf unsere Schule, für die Sie ein so freundliches Interesse hegen, beziehen sich die genipchten Mittheilungen nicht." Vielleicht nehmen Sie Gelegenheit, diesen Bescheid in Ihrem geschätzten Blatte mitzutheilen. Mil hochachtungsvollen Grüßen Berlin, den 4. Dezember 1901. Ihr ergebener Alphonse Levh. 4 Sehr geehrter Herr Redakteur! (A^on zwei Seiten aus werden die Kantoren Deutschlands ersucht dem „Allgemeinen Kantoren-Verbande" nicht beizntreten. Allerdings ist in diesem Ersuchen von dem „Oesterreich - Ungarischen Kantoren-Verein" die Rede. Vorerst möchten wir den Gegnern des „ A l l ge m ei n e n Ka nt o ren-V e rba ii d es " erklären, daß derselbe absolut Nichts mit dem „ O est e r r e i ch - U n g ar i s ch e n Verei u " zu thuu hat. Anläßlich des Ende Juli in Wien stattgehabten Kantoren-Tages. an dem sowohl deutsche, wie österreichische Kollegen theilnahmen, wurde die Gründung des „Allgemeinen Kautoren-Verbaudes" beschlossen, in dessen Vorstand die deutschen Kollegen Friedmann - Berlin, Ziwi- Elberfeld und Davidsohn-Gleiwitz gewählt wurden. Der Verband ist! bernsen, die Interessen des Kantorenstandes sowohl in sozialer, als i auch in materieller Hinsicht zu fördern. Der Vorstand des „Oesterreich-! Ungarischen Kantoren-Vereins" hat die Anregung zur Gründung des Verbandes gegeben, daher fühlten wir uns verpflichtet, die Herren > Oberkantor Singer und Bauer, die als langjährige Präsidenten des > Vereins reiche Erfahrungen gesammelt haben, in das Präsidium des - „Allgemeinen Kantoren - Verbandes" zu wählen. Selbstverständlich hatten wir die Absicht auch in Deutschland eine Centrale des Verbandes zu schaffen und hatten dabei hauptsächlich Berlin im Auge. Zu unserem größten Bedauern erfuhren wir jedoch, daß die Berliner Kollegen dem Verbände nicht beitreten wollen, mit Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zur „Hilfskasse deutscher Knltusbeamter". Man wird sich nun fragen: Was hat die „Hilfskasse" mit dem Verband zu thuu? Dieselbe kann wohl eine segensreiche Institution innerhalb des Perbandes sein, hat sich aber wohl nicht die Ziele des „Allgemeinen Kautoren-Verbandes" gesteckt. Lange haben wir gezögert, ehe wir den Verband ins Leben riefen, weil wir annahmen, daß das Projekt des Herrn Kollegen Bähr— Waldenburg sich verwirklichen würde. Da dies nicht der Fall war. beschlossen wir die Gründung des schlesischen Zweigverbandes. Nicht nur einige Kollegen, wie Herr Mannheim schreibt, sondern mehr als 60 Kollegen sind dem schlesischen Zweigverbande bereits beigetreten. Nachdem es mit vieler Mühe gelungen ist. den Verband ins Leben zu rufen, will man plötzlich alle möglichen Kantoren-Vereinigungen gründen! Gleich Herrn Mannheim fragen wir: wozu diese Zersplitterung im eigenen Lager? Die Hilfskasse wird sich serner neben dem Kantoren-Verein segensreich bethätigen. Sobald der Verband gefestigt genug sein wird, soll eine Verschmelzung der beiden Vereinigungen erfolgen. lieber den Anschluß des Kantoreu-Verbaudes an den deutschen Lehrerverband wurde in der in Gleiwitz stattgesundenen konstituirenden Versammlung der schlesischen Kantoren eifrig debattirt und von der Majorität als nicht günstig bezeichnet, weil die beruflichen Interessen beider Vereinigungen vollständig auseinander gehen. Diewurde hauptsächlich von den Kollegen betont, die bereits dem Lehrerverbande angehören. Es ist wohl auzunehmeu. daß die große Zahl von Kantoren, die sich in Deutschland befindet, eine eigene Berufsorganisation bilden kann und die Fähigkeit besitzen dürfte, ihre Stattdesinteressen selbst zu fördern und zu wahren! Deshalb ergeht an sämmtliche deutsche Kantoren die Bitte, in ihrem eigenen Interesse, dem „Allgemeinen Kantoren-Verband", dessen Centrale vorläufig in Wien, Seitenstettengasse 4, sich befindet, beizutreten und sich nicht durch die Meinung Anderer, der ganzen Bewegung Fernstehender beeinflussen zu lassen. Hochachtungsvoll Magnus Davidsohn, Vorsitzender des schlesischen Kautoren-Verbandes. Gleiwitz, den 8. Dezember 1901. Geehrte Redaktion! (^Unterzeichneter ist vom Vorstand der Armenverwaltnng Hierselbst beauftragt worden, hiermit eine allgemeine Warnung au Diejenigen ergehen zu lassen, welche in der Absicht nach Schweden, speziell nach Stockholm kommen wollen, um die Mildthätigkeit unserer Gemeinde in Anspruch zu nehmen. Es ist nämlich infolge der Hochflnth von Bernfsschnorrern. angeblich ausgewiesenen „Rabbinern", bankrottirten Kaufleuten re., durch welche Stockholm besonders in jüngster Zeit schwer „heimgesucht" wurde, der ebenso ernste als auch strenge und bedeutungsvolle Entschluß gefaßt worden, allen bettelnden Ankömmlingen, welche die theure und beschwerliche Reise von Deutschland, England, Dänemark (von Rußland und Polen ganz abgesehen) nicht scheuen, nicht allein keinerlei Unterstützung zu gewähren, sondern auch Maßregeln zu ergreifen, um sie sofort über die Grenze zu befördern. Der Selbsterhaltungstrieb gebietet diese Maßnahme, denn wir sind hier an der Grenze unseres Könnens angelangt und dürfen keine größeren Armenlasten mehr übernehmen. Durch Ziffern wäre es ein Leichtes, das ganz interessante Faktum sestznstetten. daß die etwa 1300 Seelen zählende jüdische Gemeinde zu Stockholm proportional schon eine lange Reihe von Jahren größere Summen für die Armen ausbringen muß als jede andere jüdische Gemeinde der Welt! Es wäre jedoch falsch, hieraus einen Schluß ans den Reichthnm der Mitglieder zu ziehen — es spielen hier vielmehr andere Thatsachen mit, welche die kolossalen Ausgaben unserer Armenverwaltnng erklärlich erscheinen lassen. Vornehmlich ist es das offene Thor von Rußland, Finnland und Polen, welches bis vor Kurzen! den Zuzug und die Einwanderung nach Schweden begünstigte. Wir richten daher in erster Linie an die Herren Kultusbeamten, Rabbiner und Gemeindevorsteher aller Länder die ergebenste und dringendste Bitte, bei sich bietender Gelegenheit Hilfesuchende vor der Reise nach Schweden zu warnen und besonders auch solchen, welche sich hier als Hausirer oder Geschäftsleute niederznlassen beabsichtigen, nachdrücklichst zur Kenutniß zu bringen, daß Fremden jeder Handel, jedes Geschäft, bei hoher Strafe und Konfiskation der Maaren verboten ist. es müßte denn der Betreffende monatlich eine besondere Fremdensteuer von 110 Mark entrichten. Stockholm, im Dezember. Druck und Verlag von Rudolf Mossein Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauch Witz in Berlin