Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1901)
- Date
- 1901-08-23
- Page
- Seite 407 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3228419-3228454--57854-3294262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
407 dem Herrn en aufgeforestpredigten den Herrn als wahre giosität zu nenst statt, Male vor- ' auch von: us wendig en getreten nn Jubilar eanstalteten ünschte der rgreifenden egönnt sein r Tages in unng habe 'rparnes —?rrrng von . In seiner g als unbewilligten in Aussicht en Winter Litteraturrando eine Gemeinde r Rabbiner Autorität es Gesicht, sein mehr de so ganz as ist eben y geehrter in Herzen?orach. n Passion lard Stern von dem stitel. dem en Haltung lenüber ein!. Da die >rungen zn wanlassnng sieht, ohne enswerthes ssionsspiele Wirkung sie jüdischen, )pnnkt bei- :r Lei den sihrer elerch absichtgehässiger Wenn der Nachweis historischer und logischer Unrichtigkeiten und Fälschungen, wie Oberanunergau sie in krassester Sinnlichkeit bringt. Rabbi Krauskopf allein und ursprünglich zugehört, dann wird sein Buch epochenrachend in der Gelehrtenwelt. Selbst wenn es aber nur die formgewandte, in begeisterter Rede und ausschließlich ans Grund tiefer Kenntnisse mögliche Darstellung und Zusammenfassung der historischen Passiousgeschichte ist. auch dann ist dem Buch eine Verbreitung in den weitesten Kreisen zu wünschen und vorherzusageu. Es hetzt nicht und verletzt nicht. Durch seine einfache und logische Beweisführung des großen Unrechts, das 1900 Jahre lang durch die falsche Auffassung uud Darstellung des Lebens Jesu in der christlichen Gedankenwelt dem jüdischen Volke zugesügt wurde, wird das Buch zu einem kräftigen Nus nach Gerechtigkeit. I>. L. Sprechsaal. Geehrter Herr Redakteur! 2^er Artikel „Das Hilfswerk der 46>visll (Kolonisation /Vssoainlion" in Nr. 32 vom 9. August enthält folgenden Satz: „Die Atlianceschulen in der Türkei sind in ihrer überwiegenden Mehrheit Bildungsanstalten, in welchen den Zöglingen die für sie ziemlich überflüssige Kenutniß des Französischen eingetrichtert wird, die überall praktischen Zielen nachjagende 4. E. legt dagegen bei ihrer Schulthätigkeit das Hauptgelvicht weniger auf Bildung als auf Erziehung." Diese Angabe ist zum mindesten schief, die Alliance unterhält zur Zeit 30 Arbeitsstätten für Knaben und 20 für Mädchen — abgesehen von der Handwerkerschule in Jerusalem und den beiden Ackerbauschulen in Jaffa uud Djedeida. Für diese Institute, welche fast sämmtlich in der Türkei errichtet sind, verausgabt die Alliance jährlich rund 320 000 Francs, während die eigentlichen Schulen einen Beitrag von 310 000 Francs erfordern. — Es ist auch wohl kein Geheimnis;, das ich verrathe. wenn ich Ihnen mittheile, daß in diesem Herbst dank der Znitiative und Opferwittigkeit des Herrn Konsul Simon im Lehrerseminar zu Auteuil löoolo Normals) der Handsertigkeitsunterricht als obligatorischer Unterrichtsgegenstand eingesührt werden wird. So werden allmälig alle Schulen der Alliance den praktischen Bedürfnissen der Schüler unmittelbarer dienen. Daß Erziehung der Bildung vorznziehen sei, wird also in der Verwaltung der Alliance durchaus gewürdigt; soweit dies bisher nicht geschehen ist, befand sich die Alliance im Einklang mit der herrschenden pädagogischen Auffassung. Es ist eben noch nicht lange her, daß der üblichen Schulbildung ungebührliche Bedeutung für das Leben Anerkannt wurde. „Bildung ist Macht", „Der Schulmeister hat die Schlacht von Königgrätz gewonnen", und ähnliche unrichtige Gemeinplätze herrschten in der Auffassung der geschmeichelter! Schulfreist und in der öffentlichen Meinung. Es ist nur wenige Monate her, daß Herr Seminarlehrer L. sich über den Handsertigkeitsunterricht in Ihrem Blatte so auslieb, als handele es sich dabei um einen Sport von unwissenden Laien, die nicht wüßten, was sie mit ihrer überflüssigen Zeit anfangen sollten. Das schnlmäßige Erlernen von Sprachen hat weder als Bildungsmittel, noch sür praktische Zwecke die Bedeutung, welche man ihm znbilligt, finden doch jährlich etwa 40 000 Jargon sprechende Inden Brod und Heimath in Ländern englischer Zunge, ohne daß sie vorher ein Wort englisch konnten. Gegenüber der Alliance ist die 4. 0. ^c. in der glücklichen Lage, daß ihre Thätigkeit in einer Zeit begonnen hat, in welcher der Bildungsgötze seinen Nimbus schon verloren hatte, während sich die Alliance dein neuen Erziehungsideal erst allmälig anpassen kann. — Aber wie Sie sehen, ist die Alliance aus dem besten Wege hierzu, und es ist sicher nicht der beste Weg, dem Eintrichtern der für die dortigen Schüler ziemlich überflüssigen Kenutniß des Französischen dadurch abhelfen zu wollen, daß mau beabsichtigt, in anderen Schulen die gleicherweise überflüssige Kenutniß des Deutschen einzutrichtern. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Heinrich Meyer Eohn. * Geehrte Redaktion! Ai n dem Sprechsaal der Nr. 32 Ihrer geschätzten Zeitung bemängelt Dr. Frank meine Feststellung, daß die Alliance isruöllle universelle; im Jahre 1900 nur ca. 44 000 Mark au Beiträgen ans Deutschland erhalten habe. Herr Dr. Frank giebt daun selbst viel höhere Ziffern an, die in Summa 68 000 Mark ergeben sollen, und beruft sich zur Stütze feiner Behauptungen auf den deutschen Jahresbericht der Alliance. Ich habe zwar nicht den deutschen Bericht benutzen können, den ich, obwohl Mitglied der Alliance, bisher noch nicht erhielt, aber ich glaube, der französische Bericht, der ja der ursprüngliche ist, wird nicht weniger richtig sein. Dieser Bericht aber enthält die von mir angegebenen Zahlen. Ich kann indessen auch die Differenz ausklären. Herr Dr. Frank hat statt der Einnahmen der Alliance aus den Mitgliederbeiträgen in Deutschland diejenigen Ziffern hinzngesetzt, welche entstehen, wenn man zu den Mitgliederbeiträgen auch die Sammlungen für die rumänischen Juden oder diejenigen Summen hinznzieht, welche zum Beispiel Dr. Sälvendi für Palästina sammelt und durch Vermittlung der Alliance ihrer Bestimmung zusührt. Außerdem hat Herr Dr. Frank auch noch die Saldos zweier Jahre hinzugezählt, während immer nur ein Saldo gerechnet werden kann, und auch sonst noch verschiedene kleinere Posten. Daraus kommen dann die Ziffern zusammen, die er als Mitgliederbeiträge angiebt, während in Wirklichkeit die Mitgliederbeiträge nur einen Bruchtheil ansmachen. Die Alliance rechnet auch nicht so, sondern sie verzeichnet ganz ordnungsgemäß unter ihrer Rubrik „Eotisrlli'ons annuelles", französischer Bericht Seite 221—225, die Beiträge der verschiedenen Komitees. Da ergiebt sich dann folgende Aufstellung: Breslau statt, wie Dr. Frank angegeben, 7420,12 nur 4435,55 Mark (die von Dr. Frank angegebene Ziffer bezieht sich auf Amsterdam), Köln statt 10 693.34 nur 7000 Mark, Dürkheim statt 7466,26 nur 2945,30 Mark, Mannheim statt 6489,54 nur 5738.46 Mark. Nürnberg statt 6640.25 nur 6064,30 Mark, Posen statt 1963,04 nur 1755,35 Mark. Auch die Addition der anderen Posten differirt um einige Tausend Francs, ebenso ist die schließliche Addition der Beiträge, wie sie Dr. Frank rechnet, nicht richtig, nämlich nach oben um einen erheblichen Betrag abgerundet. Von diesen Rechenfehlern kann sich jeder Leser selbst überzeugen, wenn er die von Dr. Frank selbst gegebenen Ziffern addirt. Ich Witt mich hier mit Rücksicht ans den Raum nicht allzusehr in Einzelheiten einlassen, auch glaube ich. daß der Leser bereits denselben Eindruck haben wird. Daß indessen die Beiträge sür die Alliance in diesem Jahrzehnt in Deutschland doch herabgegangen sind, wird auch Herr Dr. Frank nicht in Abrede stellen können. Da ist zum Beispiel sein eigenes Komitee Köln, dessen spezielle Abrechnung im Jahre 1891 an Jahresbeiträgen 13 232,40 Mark zeigt, während es 1900 nur 9759,21 Mark aufweist. Und Herr Dr. Frank hat sich doch sicher alle mögliche Mühe gegeben, die Beiträge auf der alten Höhe zu erhalten! Trotzdem dieser Rückgang um mehr als 25 Prozent. Mir erscheint indessen auch der grundsätzliche Standpunkt des Herrn Dr. Frank falsch. Einerlei, ob die deutschen Inden sür die Alliance an Mitgliederbeiträgen 44 000 Mark aufbringen, wie ich rechne' oder 68 000 Mark, wie Dr. Frank irrthümlich rechnet, in keinem Fall haben sie damit ihre Pflicht gegen die Glaubensgenossen im Orient erfüllt. Die Alliance ist offenbar nicht in der Lage, von den deutschen Juden höhere Beiträge zn erhalten; im Gegentheil, die Beiträge für sie nehmen mehr oder weniger ab, also muß eine neue Organisation die Lücke ansfüllen. Diese neue Organisation ist der Hilfsverein der deutschen Inden, und ich zweifle nicht daran, daß er Verständniß genug finden wird, um leistungsfähig zu werden und so gemeinsam mit der Alliance eine Thätigkeit zn entfalten, die den Juden des Orients nützlich werden wird. Darum allein kann es sich handeln. Uebrigens ist dem Hilfsverein bei seinem ersten Erscheinen in der Oeffentlichkeit erfreulicherweise so viel Sympathie entgegengebracht worden, daß er bereits seine Thätigkeit im Orient beginnen konnte. Berlin, im August. Hochachtungsvoll Der Verfasser des Artikels: Die drei Allianzen. 4. Geehrter Herr Redakteur! der Nr. 32 Ihres geschätzten Blattes brachten Sie eine Korrespondenz aus dem Regierungsbezirk Osnabrück, worin der Beschluß der jüdischen Gemeinde zu Lingen betreffend Schließung dev israelitischen Volksschule als ein unheilvoller kritisirt wurde. Gestatten Sie mir, der ich die einschlägigen Verhältnisse und den „Machthaber" der Gemeinde genau kenne, an dieser Stelle mit einigen Worten darauf zn entgegen. Die Synagogengemeinde Lingen besteht aus etwa zehn Familien, welche fast durchweg um ihr tägliches Brod schwer zn