Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1901)
- Date
- 1901-08-02
- Page
- Seite 366 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Ausstellungsobjekte sollen sein: historische Berichte, welche die Geschichte der Juden in Amerika betreffen, Briefe an ausgewiesene Juden in Spanien, welche die Entdeckung deS Kolumbus behandeln, Jnquisitionsberichte, Washingtons Briefe an Juden, Portraits, Miniaturen und Stiche jüdisch-amerikanischer Berühmtheiten, historische Reliquien, Photographien, Karten und Stiche jüdischer Synagogen und anderer Bauten, Geschichte der jüdischen Institutionen, Manuskripte, Autogramme rc. und Werke amerikanisch-jüdischer Künstler. In einer amerikanisch-jüdischen Bibliographie solleil auch alle Bücher, welche voll Juden in Amerika geschrieben worden sind oder das amerikanische Judenthum betreffen, veröffentlicht werden. Einer besonderen Erwägung ist Vorbehalten die Ausstellung von Gegenständen derSynagogenbaukulist und jüdischerAlterthümer, welche sich nicht ans die Vereinigten Staaten beschränken. Man ist jetzt fast fest entschlossen, diese Ausstellung während des Winters 1901/2 stattfinden zu lassen. Die Ausstellung soll sich nicht auf seltene und antike Gegenstände beschränken, sondern sie soll ein Gesammtbild der Entwickelung des amerikanischen Judeuthums geben. Obwohl natürlich die Reliquien und Berichte aus der kolonialen und revolutionären Epoche einen sehr interessanten Theil dieser Ausstellung bilden werden, soll nichtsdestoweniger der große Einfluß der germanischen Eillwanderung vom Jahre 1848 und der späteren russischen vom Jahre 1880 besonders vor Augen geführt wie auch die Bedeutung der großen amerikanischen Organisationen hervorgehoben werden. Zur Durchführung des Planes der Ausstellung ist nicht allein die Mitwirkung aller nationalen Organisationen wünschenswerth, sondern sogar wesentlich. Auf diese Weise sollen alle Phasen des jüdischen Gedankens und der jüdischeil Thätigkeit in Amerika ihrer Bedeutung entsprechend zur Anschauung gebracht werden. Der ausführende Ausschuß ist bereits ans Werk gegangen, und verschiedene Unterkommissionen bezüglich des Ortes, der Veröffentlichungen, der Bibliographie rc. haben sich schon konstituirt. Um sich mit Denjenigen, die sich an der Ausstellung zu betheiligeu wünschen, möglichst frühzeitig in Verbindung zu setzen, wird ein offizielles Büreau errichtet werden; bis dahin wird der Sekretär Max I. Köhler, No. 115 East 7t. Street New-Hork City, alle auf die Ausstellung bezüglichen Mittheilungen in Empfang nehmen. Heinrich Heines Stammbaum väterlicherseits, m. as zweite Dokument über die Theilung der Erbschaft, von Samson Heine unterzeichnet, spricht bereits ausdrücklich von Peierle van Geldern und resp. „ihrem Ehemann Samson Heine" als Mitkontrahenten. Es ist vom „5. Februar 1797" datirt. Die Hochzeit Samson Heines hat also zwischen dem ersten und fünften Februar 1797 stattgefunden. Es ist aber nun mehr als wahrscheinlich, daß am 13. Dezember desselben Jahres zum ersten Mal in das kleine einstöckige Haus in der Bvlkerstraße No. 602') der Kindersegen einzog, und es braucht 0 Das Haus hatte schv» 1766 einem Jacob Emanuel van Geldern gehört. wohl kaum gesagt zu werden, daß dieses Kind den weltberühmte» Namen Harry Heine getragen hat. Wahrscheinlich hat er außerdem nach der Sitte jener Zeit, dem Erstgeborenen des Großvaters Namen beizulegen, den hebräischen Namen Chajjim erhalten, wie sein Brnder Gustav »ach dem Großvater mütterlicherseits Gottschalk genannt wurde."') In diesem Hause hatte Samson Heine ein Tuch- und Manufakturwaarengeschäft etablirt. Schon zu Anfang des Jahres hak „Samson Heine aus Hamburg" in der „Düsseldorfer Zeitung" bekannt gemacht: „daß er Bvlkerstraße, neben dem „rothen Kreuz" wohne, und daß dort außer den Waaren, welche in seiner Boutique auf dem Markt zu kaufen waren, noch verschiedene andere neumodische Waaren billig zu haben sind."-) In einem alten Bürgerverzeichniß wird er „Jnd Heeue" genannt. In der ersten Zeit scheint sein Geschäft gut gegangen zu sein, denn 1809 kaufte er das gegenüberliegende Haus in der Bolkerstraße 42, wohin er auch sein Geschäft verlegte. Er hatte dasselbe versatzweise von dem Kaufmann Theodor van Els erworben. Es ist übrigens nicht uninteressant, daß Heinrich Heine auch einmal als Eigenthnmer des Hanfes „zum Papagey" in der Flingerstraße genannt wird. Das Bild, das Heine von seinem Vater in den nachgelassenen Memoiren entwirft, ist — man kann es heute woh! offen sagen — ein ziemlich falsches, was das äußere Leben betrifft, desto zutreffender aber, soweit es die Charakter eigenthümlichkeiten jenes Mannes in objektiver Weise schildert Was Heine nicht erwähnt, ist die nunmehr feststehende That sache, daß Samson Heine in jungen Jahren noch ziemlich orthodox war und alle religiösen Ceremonien mit großer Peinlichkeit beobachtete. Heine hat das nicht erwähnt, weil es schlecht zu den Pserden, Jagdhunden, Schauspielerinnen und Stallmeistern stimmte, mit denen er seinen Vater ausstattetc Die grenzenlose Lebenslust lag wohl noch im Keime; der Frohsinn und die rosige Laune kamen aber damals schon öfter zur Geltung; gleichwohl war in seinem Gemüthe nicht beständig Kirmeß. Aus den Akten der „Gesellschaft zur Ausübung menschenfreundlicherHandlnngen und zum Rezitiren derPsalmen (V'-ION NN'VdN 8"0N), die in Düsseldon 1792 gegründet worden, eines frommen Vereins, dem sicher nur di Frömmsten augehörten, und irr dem wohl auch nur die Ai-' gesehensten zu Vorstehern gewählt wurden, wird Samson Heine in dem Jahre, wo diese Chewra mit einer anderen älteren, die nur der Wohlthätigkeit gewidmet war, sich vereinigt hatte, als der erste dieser Vorsteher genannt?) Die Aufgabe de- 9 Schon ill dem Schutzbries vom 24. Oktober 1660, den Maxilililie.il Heinrich. Erzbischof von Köln, den Juden des Hochstifts Hildeshei.u verliehen, kommt der Name Heinrich für Chajjim vor. Verg M. Landsberg, Zur Geschichte der Shnagogeligelneinde Hildesheiu! (Hildesheim 1768, S. 141. 9 Vergl. auch für das Folgende H. Ferber, Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf (Düsseldorf 1889) I 120 11. 9 Vergl. M. Dienstfertig. „Geschichte der Bruderschaft zum Amüben menschenfreundlicher Handlungen und zum Nezitiren der Psalmen (Düsseldorf, 1892) S. 12. Dort ist aber wahrscheinlich nach Wede l,!. e. 102 das Titelblatt des Memorbuches nicht richtig aufgefa? worden, was schon ans dem Worte deutlich hervorgeht. Vergl. auch Heines Mittheilungen VH. 413 ff. Ob Samson Heine auch allgemein Armeupfleger war, ist aus den Jahresberichten nicht zu e. sehen, aber aus den früher zitirten Mittheilungen von I. Asbach gel t hervor, daß schon im Jahre 1806 die Juden ill Düsseldorf in der That zn Armenpflegern gewählt wurden.