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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-08-02 · Heft 31 (2.8.1901) · p. Seite 363

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 31 (2.8.1901)
Date
1901-08-02
Page
Seite 363 (sequence 5)
Language
German
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363 c Zersplittefestzustehen tik trifft für Das lehrt mord, die veranstaltet Kapazitäten ituellen, reli- >rauchen und igung i'iber- >elche Beweg- Ansrottung :t. 21 haben nten Herren Kunstmaler Möglichkeit iter Mister anl Dehn, ves Urtheil ' hat eben- :: einer der die beiden en Enquete licht eiumal n kläglicher . ein „All. l Zeit dem über die annte Blatt er Militär- Iffentlichen, ^te in einen! r auf allerdie die Ausgkeit der sind: en Militär- Indett au ein Kriegsgericht in den den Generalgouverneureu subordinirlen Ortschaften den letzteren anheimzustelleu. Außerdem fand es nothwendig. auch Maßregeln admin ist rativer Einw irkun g in Bezug auf schuldige Juden festzusetzen, und zwar: 1. Den Ortsgeneralgouvernenren das Recht der administrativen Ausweisu n g aus ihren Wohnorten anheimzustellen; 2. eine Geldstrafe auf die jüdische Gemeinde desjenigen Ortes ausznerlegen, in der ein Zusammenstoß mit Militärpersonen entstanden ist, und 3. die Vollstreckung voll Kriegsexekutionen in solchen Orten. Der Minister der J u st i z und des In n ern erhoben jedoch gegen die in den obigen drei Punkten angeführten Vorschläge den entschiedensten Widerspruch; ihrer Meinung nach können administrative Ausweisungen nicht anders als in der in den Satzungen 32 bis 34 des Schutzreglements festgestellten Ordnung durch eine besondere Berathung im Ministerium des Innern vollzogen werden; zur schärferen Wahrnehmung der Interessen des Kriegswesens sieht indessen das genannte Ministerium keine Hindernisse, an erwähnter Verhandlung in Prozessen über Zusammenstöße von Juden und Militärpersoneu einen Vorsteher des Kriegsministeriums beiwohnen zu lassen. Was die Frage der Geldstrafen und Exekutionen betrifft, so finden die Ministerien des Inneren und der Justiz diese Maßregel d en Grün d b e sti m m n n gen desKriminal rechtswider sprechend, nach denen ein Jeder nur für sich selbst die Verantwortung trägt; dagegen würden bei Anwendung der erwähnten Maßregel Unschuldige leiden. Betreffs Ueberweisnng der Prozesse der Juden an das Kriegsgericht sprach sich ferner das Ministerium des Innern dahin aus, daß es einwillige, diese Maßregel einzusühren, aber nur im Sinne der im Entwurf der Kommission angeführten Gründe; das Justizministerium dagegen tritt überhaupt gegen diese Maßregel auf uud meint, daß das Kriegsgericht beim Urtheilen nach den allgemeinen Gesetzen keinerlei Privilegien vor dem Civilgericht besitze. Hinsichtlich der übrigen Vorschläge der Kommission sind die beiden genannten Ministeriell einverstanden mit der Meinung des Kriegsministers, daß die Verschärfung der Strafen für die Militärpersonen zngefügten Beleidignngen in der Art des Strafantrags über solche Beleidigungen Zllgemeine Maßregeln sein müssen, nicht aber ausschließlich? u Bezug ans Juden. Hinsichtlich der Nothwendigkeit der Aenoerung der Ordnung der Prozeßanstrengung über diese Beleidigungen wird gegenwärtig in den Bemerkungen des Kriegsministerinms auf das Projekt einer neueil Redaktion des Statuts des Strafgerichtsaerfahrens hingewiesen. Indem es jedoch für unmöglich erachtet wird, mit den angeführten Ergebnissen der Arbeiten in der Frage über die gegen die Zügellosigkeit der Inden zu treffenden Maßregeln sich zu befriedigen, wird beabsichtigt, dringend auf die Nothwendigkeit zu bestehen, ernstere Garantien für Militärpersonen gegen die jüdische Frechheit zu erreichen. Der Kommandirende der Bezirkstruppen geruhte deshalb, w befehlen, den Korpskommandirenden zu bitten, seine Erwägungen über die erörterten Vorschläge des Kriegsministeriums zuznstellen: u) in Bezug aus die Ueberweisnng der Judenpresse all ein Kriegsgericht, wie auch b) über Maßregeln administrativer Art. Seiner Hochwohlgeboren sind außerdem noch Auskünfte über alle außergewöhnlichen Fälle von Zusammenstößen zwischen Juden und Militärpersonen für den Zeitraum vom Jahre 1897 an erwünscht. ozesse dahin er Verletzten ndet werden ngt werden Seiten znge nandirenden der Minister gegenseitiger hung, unter Ligen Fällen - m es den er- Justiz zum Prozesse über Wie es scheint, hat man es hier mit einem Elaborat des iattsam bekannten General Dragomirow zu thun. Jeder Kommentar ist wohl überflüssig. Die Thatsache, daß das an ulittelalterliche Gerichtsbarkeit gemahnende Vorgehen der russischen Militärverwaltung gegen die Juden selbst den russischen Ministern des Innern und der Justiz, die doch gewiß nicht in dem Verdacht eines liberalen Philosemitismus stehen, als ungeheuerlich und rechtswidrig erscheint, genügt für jeder: Unvoreingenommenen, um sich ein Urtheil über diese neueste russische Judenhetze zu bilden. Um aber unfern Lesern ein treues Bild von der „jüdischen Zügellosigkeit in der Armee" zu geben, lassen wir hier eine Korrespondenz aus Warschau folgen, die gerade zu rechter Stunde eingetroffen: Ans dem Truppenübungsplatz zu Äenbertöw bei Warschau fand das alljährliche Artilleriescharsschießen. Aus dem Hügel in der Nähe hatte der Generalstab Aufstellung genommen. Ob mit Absicht oder aus Zufall, ist unentschieden: ein Geschütz war genau aus diesen Punkt gerichtet. Ein jü di scher Artilleri st aus Wilna, Israel Daczkowski. bemerkte die Gefahr; in demselben Augenblick blitzte aber schon der Schuß^ auf — zu einer Warnung zu spät — und so warf sich der heldenmüthige junge Mann, kurz entschlossen, mit aller Wucht gegen den General uud stieß ihn dadurch auf die neben ihm stehenden hohen Offiziere zur Seite gegen den kommandirenden General. Er selbst wurde im nächsten Augenblick von der einfchlagenden Bombe zerschmettert. Sein Leicheubegängniß, so schreibt uns ein Freund unseres Blattes ans Warschau, gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung, und war wohl einer der denkwürdigstell Trauerzüge. welche je in Warschau gesehen wurden. Alle militärische»: Ehren wurden ihm zu Theil, die Negimentskapelle spielte Trauermärsche, die Leiche ruhte auf einer Laffette und der jüdische Leichenwagen folgte leer nach. Die dienstfreien Truppen und Geschütze folgten; im Zuge befanden sich alle zur Zeit in der Stadt anwesenden Generale uud höheren Offiziere, darunter als Vertreter des abwesenden Generalgouverneurs der bekannte General Pusarewski. Der Shnagogenchor sang die althergebrachten Gebete. Der gerettete General war mit seiner ganzen Familie anwesend und hielt unter Thränen eine tief ergreifende Rede. Auf seine Bitte wurde der Leiche ein Platz in der Ehrenreihe des Friedhofes angewiesen. * Die amerikanische Rabbinerkonferenz hat in ihrer letzten Sitzung einige Beschlüsse gefaßt, die auch für die Allgemeinheit von hohem Interesse sind. Zunächst hat der Präsident schon in seiner einleitenden Botschaft auch die Vernachlässigung der hebräischen Sprache in den Schulen mit lebhaftem Bedauern konstatirt, indem er sagte, es sei lebhaft zu wünschen, daß auf diesem Gebiete Wandel geschaffen und eine gründliche Reorganisation der Methode des hebräischen Unterrichts in den Schulen in Angriff genommen werde. Nicht weniger bedeutsam war die Resolution über die Stellung des Judenthums zum Christenthum, die mit großer Entschiedenheit den Standpunkt unseres Glaubens gegenüber der Tochterreligion präzisirte. Und zum Schluffe wurde noch nach längerer Debatte über den Zionismus eine Resolution angenommen, daß die Rabbinerkonferenz ein Komitee wählen solle, welches sich mit der Frage der Kolonisation Palästinas befassen möge. Wie man sieht, ist auch in Amerika der Radikalismus ins Hintertreffen gerathen, und alte Freunde besonnenen Fortschritts und historischer Reform werden mit dieser neuen Phase der Entwickelung jüdisch-amerikanischer Verhältnisse sicher lebhaft sympathifiren. Zacharias Frankel sgeb. am 1. Oktober 1801 in Prag, gest. am 23. Februar 1875 in Breslau.) Bon Rabbiner Dr. Frank in Köln. it dem Ernste des Glaubens paare sich der Ernst der Wissenschaft", so begann der leider auch schon unter dem Rasen ruhende vortreffliche David Kaufmann den Nachruf, den er in der Frankel'schen Monatsschrift, Jahrgang 1876 S. 12, dem Heimgegangenen Oberrabbiner und Seminardirektor Dr. Zacharias Frankel widmete. Es sind Frankels eigene Worte, die soeben citirten, und sie charakterisiren den Unsterblichen nach seinem gläubigen, frommen Herzen und tiefforschenden Geist. Am kommenden 1. Oktober sind hundert Jahre verflossen, seitdem Frankel, ein Sproß aus sowohl väterlicherwie mütterlicherseits in Israel hochangesehener Familie,

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