Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-07-19 · Heft 29 (19.7.1901) · p. Seite 341

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 29 (19.7.1901)
Date
1901-07-19
Page
Seite 341 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3228419-3228449--57743-3294140
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

341 usse an den >ie Missiowr Grenze der r Fremdling Deutschlauo, ll übci ter Bedeckung i sollte. Na h s geführt, wo d einer Leiste, in hoch >- ne sragte d r „Alls Ska!" „Um d uldet deu ein and betreten eres Bekenn-' da unter d u l Todesstrnu' D Länder hnü >nd, Eghpt >! keilte Judcu ionar nmßJ' sei. Nachdc u Ipten und i u eiche Autwc t Inden nuu nietls ztl l - er Fremdling tNtd Heidou n kann. < ' abgekürzt n hatte, Ml bt Ulan d r Juni: einige in dt. u Kinder zu n energische >erte der E- Versuche ui .ein Chine! lchtung all r eder Chine e >at, muß - e en. die keine leinsames U n Zahnschmerz u ich zu tröste er zu seine > t in Harnis n die Hundes tzes Land z - eter Ort z l uch »tickt s n Predigen, von Lhiuesen ge-u', ich nickt! il hrlich. Dt un Nauten lei ui »t enthaupt n, : Fantilie in Menschlich!!> Der XI. Gemeindetag des Uerbandes der Synagogengeinemden Westfalens. /^Ä8^er diesjährige Gemeittdetag. der am 30. Juui in Bielefeld abgehalten wurde, schloß das erste Jahrzehnt der Thätigkeit des Verbandes in würdiger Weise ab. Sechzig auswärtige Delegirte nahmen a»t den Verhaudlungeu Theil. ei»»e Zahl, die seit den» Beuchen der Vereinigung »»och nicht erreicht worden war. Vor Eintritt ui die Tagesordnung begrüßte der Vorsitzende des Verbandsausschusses, ungleich Vorsitzender des Vorstandes der Shnagogengemeinde Bielefeld. Bankier Moritz Katzeustein, der die Verhandlungen um 9V^ Uhr Norgens eröffnet?, die Versamntlung in einer längereit Ansprache, ui welcher er auf die reiche Thätigkeit hinwies, welche der Verband während des Dezenniums seines Bestehens entfaltet hat. und zugleich uie Hoffnung aussprach, daß auch die ferneren Bemühungen des Veriindes von besten Erfolgen gekrönt sein mögen. Ferner gedachte er u? bewegten Worten des Verlustes, den der Ausschuß durch das Hiuheiden seines verdienten Mitgliedes, des Herrn Predigers Laubheim i i Bochum, erlittet! habe. Die Versammlung ehrt das Andenken des verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Zu Leitern des Gemeindetes werden sodann einstimmig die Herren M. Katzenstein-Bielefeld! ad I. Steinberg-Müuster ernannt. Als Protokollführer sungireu die i ivährten Herren L. Cohen-Dortmund und M. Kaufmann-Gelsen-! ichen. Zu Punkt 1 der Tagesordnung: „Bericht über unsere Thü-! gkeit int 10. Geschäftsjahre" liegt ein gedruckter Nechenschasts-! richt vor, der sämmtlichen Gemeinden bereits vor längerer Zeit zu- . stellt worden »var. Auf die Verlesung desselben wird allseitig verhtet; auch findet keine Diskussion über ihn statt. Zu Punkt 2 der Tagesordnung: „Kassenbericht des Ne nl anten und ErtHeilung der Deck arge" referirt Herr!. Katzenstein. Es ergiebt sich aus dem Bericht, daß die Kassenchältuisse sich im verflossenen Jahre infolge eines wesentlich erhöhten Satzes der vom Verbände herausgegebenen Gebetbücher recht günstig i stallet haben Die Einnahmen und Ausgaben nebst Belägen sind ii den Revisoren geprüft und für richtig befunden worden. Nach eilesung des Revisionsberichtes wird deshalb einstimmig die Entstung ertheilt. Bei diesen! Punkte wird angeregt, den dem Sekretär ither gezahlten Betrag für Schreibhilfe mit Rücksicht auf die außer- . deutliche Vermehrung der Arbeitslast von 125 Mark aus mindestens 0 Mark per rruuo zu erhöhen. Zn dem 3. Punkt der Tagesordnung: „Antrag der Shnai ogen gemeinde Bielefeld betreffs Hebung der sinanellen Verhältnisse der Ma rks - H a i nd o r f's ch e n Stif- - nig in Münster i. W." referirt Rabbiner Dr. Coblenz-Bielefeld. i.rselbe schildert eingehend die materielle Lage der Anstalt, die gedezu unhaltbar sei und in keiner Weise den Leistungen entspreche, ren die Stiftung als Lehrerbildungsanstalt sich rühmen dürfe, dner giebt darüber zahlenmäßige Beläge und geht sodann auf die igriffe ein, die von verschiedenen Seiten gegen die Stiftung erhoben nden. Er weist ihre Haltlosigkeit nach und bezeichnet sie unter dem eisall der Versamntlung als den Deckmantel, unter welchem sich mheit und Jndifferentismus der Anstalt gegenüber zu verstecken chen. Besonders betont er unter Anführung der Thatsachen, daß i religiöse Standpunkt der Stiftung selbst den Anforderungen streugreliöser Kreise entspreche; die Art des Jnteruatslebens zeige das zur Genüge; :dem gehöre der Neligionslehrer der strengorthodoxen Richtung an. Im einigen dürfe das Seminar aus seine Leistungen mit Genugthuung Hineisen; dieselben seien derartige, daß die Schulräthe der Provinz gerade i der letzten Zeit wiederholt die erfreuliche innere Entwickelung der lustalt rühmend hervorgehobeu hätten. Angesichts dieser Thatsache i es Ehrenpflicht der Gemeinden, der Stiftung die Unterstützung ancdeihen zu lassen, die sie angesichts ihrer Leistungen in so hohem caße verdiene. Der Korreferent, Herr M. Katzenstein, ergänzte iese Ausführungen in wirksamer Weise aus der Erfahrung heraus, re er als langjähriger Kurator des Seminars gesammelt hat. Die Versammlung nahm ans Grund dieser Darlegungen nach einer längeren Diskussion, in welcher die Zweckmäßigkeit des Bielefelder Antrages einmüthig anerkannt wurde, den letzteren einstimmig an und wählte eine Kommission, welcher die Pflicht obliegt, alles Weitere in der Sache zu veranlassen. Wir begrüßen diesen Verlauf der Angelegenheit mit Genugthuung und halten uns überzeugt, daß derselbe einen Wendepunkt in der Geschichte der Marks-Haindorsffchen Stiftung bedeutet. Der folgende Punkt der Tagesordnung, der die Ablösung der Honorare für Kasualien durch einen festen, auf der! Gemeindeetat zu übernehmenden Betrag zum Gegenstände hatte, ries eine außerordentlich angeregte Debatte hervor. Als Ergebnis; derselben stellt sich ein Antrag Hähnlein-Bochum und Ostwald- Witten dar. der fast einstimmig angenommen wurde und die Wahl einer Kommission verlangt, welche die Gemeinden zur nochmaligen Prüfung der Angelegenheit auffordern soll. Das Resultat der Berathungen. die in den einzelnen Gemeindevertretungen unter Hinzuziehung der betreffenden Beamten gepflogen werden sollen, ist der Kommission bis zum 1. Januar 1902 mitzntheilen; dieselbe hat die Pflicht, auf Grund des eingegangeuen Materials dem nächstjährigen Gemeindetage bestimmte Vorschläge zu unterbreiten. Wenn somit die Verhandlungen noch kein Positives Resultat ergeben haben, so dürfen »vir doch an dieser Stelle konstatiren, daß recht viele Stimmen laut wurden, die den gegenwärtig üblichen Modus der Honorirung bei Kasualien als nicht würdig und nicht haltbar bezeichneten. Punkt 5 der Tagesordnung betraf den Beitritt der Verbandsgemeinden zu dem Verein „Israelitisches Altersheim in We stfaleiO. Nach einem eingehenden Referat des Herrn Kaufmann- Gelsenkirchen beschloß der Gemeindetag einstimmig, den Gemeinden zu empfehlen, ihren Beitritt bis spätestens znm 1. Oktober d. I. zu vollziehen. An Stelle des verstorbenen Herrn H. Lanbheim-Bochum wurde nunmehr Seminardirektor Dr. Spanier-Münster per Akklamation in den Verbaudsausschnß gewählt. Der nächstjährige Gemeindetag soll auf Grund einer Einladung seitens der Shnagogengemeinde Dortmund in dem letzteren Orte abgehalten werden. Nachdem noch einige das Gemeindeleben berührende Frage»» bei den» letzten Punkte der Tagesordnung „Verschiedenes" erörtert worden waren, schloß der Vorsitzende um 5 Uhr Nachmittags die Verhandlungen. Dem Leiter der Versammlung und den Protokollführern wurde für die treffliche Handhabung der Geschäfte der Dank des Gemeindetages durch Erheben von den Sitzen ausgesprochen. An den geschäftlichen Theil reihte sich ein Festmahl, bei welchem Herr L. Junkermann-Bielefeld den Kaisertoast in zündenden Worten ausbrachte. So hat auch der diesjährige Gemeindetag einen Verlauf genommen, der ein beredtes Zeugniß ablegt für das warmherzige Interesse, das die westfälischen Gemeinden ihrem Verbände entgegenbringen, der nach der Zahl seiner Mitglieder heute als einer der ersten preußischen Verbände bezeichnet werden darf. Judenverfolgungen in Chicago. Von Gregorio Dastis 6 Isasi. as „Verdienst", die bekannten Reden des „berühmten" antisemitischen Prügelgrafen ins Praktische übertragen zu haben, gebührt den Bürgern der Stadt Chicago in der „freien Republik" Amerika. Schon seit längerer Zeit hatten die Chicagoer Bürger jüdischen Glaubens, und unter diesen wieder hauptsächlich die russischen Hausirer, unter den Verfolgungen eines gewissen Theiles der Bevölkerung „christlichen" Bekenntnisses zu leiden, Verfolgungen, die schließlich auch vor gemeinem Morde nicht zurückschreckten. Die russischen Juden in Chicago schienen thatsächlich völlig recht- und schutzlos geworden zu sein. Weder fanden sie bei der Polizei noch den sonstigen Behörden den gebührenden Schutz, den sonst die amerikanische „freie Republik" für jeden ihrer Bürger hat, und nicht allein für die eigenen Bürger, sondern auch für die „bedrückten, mißhandelten" Unterthanen anderer Regierungen, wie der Krieg gegen Spanien, unter-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.