Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1901)
- Date
- 1901-07-12
- Page
- Seite 333 (sequence 11)
- Language
- German
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3S3 bleiben, wo er Juda Perez aus Ragusa zu seinem Schwiegersohn ersah, mit dem er sich auch freundschaftlich zu einem gemeinsamen Werke verband'). Esther, die Tochter Moses, ward hier nämlich die Gattin Judas, des Sohnes des Josef Perez?). Es scheint, daß beide Männer als Korrektoren in den Druckereien Venedigs ihr Leben fristeten*). Josef Jbn Danon war aber am Strahle der Gönnerschaft Josef Zarphatis zu neuem Leben erwacht, in dem sogar der Trieb, durch Autorenruhm zu glänzen, nicht ausblieb. Der Name Josef war in seinem Leben so bedeutungsvoll geworden, durch ihn selbst wie durch seinen Meister Josef Almosnino und seinen Mäcen Josef Zarphati dreifach gehoben, daß er diese „drei Ranken" aus dem Traume in der Lebensgeschichte des Sohnes des Patriarchen Jakob und gleichsam aus seinem eigenen Lebenstraume zum Titel eines Buches zu erheben beschloß, von dem jedoch freilich nur eine einzige Ranke auf die Nachwelt gekommen isU). Auch die Druckereien Amsterdams boten Jbn Danon Anregung zu öffentlichem Hervortreten. So sehen wir ihn 1692 zu Chiskijja da Silva's Werke ein Abbreviaturenverzeichniß ausarbeiten'). Aber Josef Zarphati scheint bereits am Anfang des 17. Jahrhunderts, also kurz nachdem das erste Jahrzehnt des Aufenthaltes Josef Jbn Danons in seinem Hause sich geschlossen hatte, aus diesem Leben abberusen worden zu sein. Wenigstens sehen wir ihn ans einem dank seines Mäcenatenthums gedruckteil Buche 1702 bereits als Verstorbenen bezeichnet"). Der Tod des Gönners zwang Jbn Danon, seine Zelte in Amsterdam abznbrechen und ein neues Leben in London zu beginnen, wo ihm, wie nils Elkan N. Adler gezeigt hat, das Glück zu Theil wurde, dankbare und gegen die Schriften ihres Lehrers von Pietät erfüllte Schüler') zu finden. Aber auch die Hoffnung, die Josef Jbn Danon im Eingang seiner drei Ranken ausspricht, daß Josef Almosnino's einziges Erbe, „das Zeugniß Josefs" denn doch noch einst von seiner Wittwe und seinen Kindern znm Druck befördert werden würde, sollte durch dieselben Mäcene, die beim Leben Josefs sein Werk herausgeben wollten, ans Licht treten. Ja, so sichtbar hat der Schutz der Vorsehung über diesem Buche gewaltet, daß noch einmal ein Wunder der Rettung sich daran vollzog. Das Mannskript war nämlich bei einer Plünderung, von der die Söhne des Verstorbenen, Simcha und Isaak, betroffen worden waren, mit ihrer Habe in die Hände türkischer Soldaten gefallen, die es an fahrende Händler Weitergaben. Bei diesen wurde der Schatz durch die Söhne Juda Daniels in Konstantinopel erkannt und ausgelöst, so daß die ersten 54 Nesponsen der Sammlung durch deren ursprüngliche Mäcene im Jahre 1711 ans Licht treten konnten*). ') s1Z2^> (Berlin 1712). Z Das. Vorrede. fl Ende 1709 empfiehlt Mose mit Inda Perez des Jerusalemers Josef ben Mordcchai Cohen kDI' worin er auch toi. 8b, 10 a citirt wird. Vergl. das Titelblatt dieses Buches. fl NI Z'NV 2N2 8^1 schließt der Abschreiber von eocl. Mfiers seine Nachschrift. fl N"' VNN '"12 Wolf und Fürst habe» irrthümlich daraus ein Elogium gemacht. 2"2 'V!2 'I^N Vitt'V 72X -Dl' 12'2N 'L'IN'N (Amsterdam 1702). ') gswisli Llnoiiiele, r». s. 0. fl S. Isak Almosnino's Vorwort zn S^OIN'2 Der zweit Theil dieser Responsensammlung erschien in Konstantinopel 1734. Josef Jbn Danon scheint nur den ersten Theil seines ursprünglich den drei Pfeilern der sittlichen Weltordnung im Judenthum gewidmeten, Thora, Gottesdienst und Wohlthätigkeit, zu behandeln bestimmten Buches allsgeführt zu haben. In der That giebt die Einleitung auch nur den Gang der ersten Ranke an, die dem Glauben an die Ueberliesernng und dem Nachweise gilt, daß ohne die mündliche Lehre ein Verständniß der schriftlichen gar nicht möglich ist. Von dem Gange der Untersuchung in den zwei späteren Theilen konnte Josef zur Zeit, da er seine Einleitung schrieb, um so weniger eine Mittheiluug machen, als er die Ausarbeitung dieser Theile sich noch für später Vorbehalten haben dürste. Wie viel in seinem Werke auf Josef Almosuino zurückgeht, meint er nicht erst erklären zu müssen, da bei dem innigen Verhältnisse, in dem er zu ihm gestanden, alle Welt ohnehin das Ganze als Eigenthum des Meisters ansehen werde. Vielleicht hat der Tod Josef Zarphati's auch die Veröffentlichung dieses Werkes verhindert. Der jüdischen Litteratur war aber damals scholl ein anderes gleichnamiges Werk zugedacht, das 1701 auch in Venedig ans Licht trat, die drei Ranken eines anderen Josef, Josef Jssachar Bärs, des Rabbiners von Kremfier. Berichtigungen' u) Aus Seite 822, Anmerkung 1, Zeile 2 lies „Mose b. Joseph Jb» Danon"; b) Zeile 3 lies: „in Fez seine talmndische Methodologie; e> Zeile 9 lies: „am 8. Jjar". — Zn Anmerkung 4, Zeile 2 lies: „Büchler". Uasfi Jehudah ben Uachnna. Ein Märchen von MaxViolo. lag erschöpft auf einem Häuflein Stroh auf der Erde und zankte mit Nachmia als er heimkehrte. Wo er denn mit dem Kinde hermnstrolchte? Es hatte seit zwei Stunden nicht getrunken. Sie nahm das Kind aus seinen Armen und legte es an ihre Brust. Sie blickte dem Kinde ins Antlitz, doch sie gewahrte nicht, daß es nicht das ihre war. Sie besaß blos ein Auge, und auch dieses war getrübt, so bemerkte sie die Verschiedenheit nicht, oder vielleicht gleichen sich alle kleinen Kinder, wenn sie noch nicht älter sind als einen Tag oder zwei Tage. Und das Königskind, das aus der goldenen, mit Perlen besetzten Wiege genommen worden war, sog kräftig an den mageren Brüsten Gedulahs und schlief dann neben ihr auf dem Strvhhanfen ein, während das Kind des verrückten Bettlers und der lahmen Dienstmagd in der goldenen Wiege im Königsschlosse schlief. Am Nachmittag erscholl lauter Lärm im Jndenviertel. Die Schergen waren gekommen, um die Juden aus der Stadt zu jagen und ihnen die Kinder abzunehmen. Doch die Kinder waren fort; es war verrathen worden, daß sie ausgesetzt werden sollten, und nun waren keine Kinder vorhanden, ihre Mütter waren mit ihnen entflohen. Dafür sollten die zurückgebliebenen Männer büßen. Man schleppte sie in die Gefängnisse. Und alltäglich sollte eine Anzahl auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, bis nicht ihre Frauen mit den Kindern nach Valladolid zurückkehrten.