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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-07-12 · Heft 28 (12.7.1901) · p. Seite 329

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 28 (12.7.1901)
Date
1901-07-12
Page
Seite 329 (sequence 7)
Language
German
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329 mit einer , was beruhen sagt lirte Artikel rden Absicht Augen ihrer h denkenden nterbrochene ie erstrecken. : vonPolna na, noch in irgend einer nicht wahr. olnaerFalle mch die 6neiiierkllilgen. itus irgend Christenblut den höchsten net worden; ' Nachweisen rhandensein inte. Wenn den könnte, ui oder inscheußliches enthuni als feststehenden lene als beschuldigt zu hen zulassen die ihm anegen Bürger igs würdig er eden Grund mg ebenso llber — dir einer Rede Chrast ge- Mld für e Auszüge. wörtlick ebenso de eidenker"' «espondenz rern an eiwitz eine en Schluß äe, wie bei wir eine sehr große Anzahl von Inden, die in schwerster körperlicher Arbeit als Bergarbeiter in den Petroleumgruben. als Lastträger u. dergl. ihr kümmerliches Dasein fristen." Dr. Münz ist der Ueberzeugung, daß der agrarische Gerechtigkeitssinn auch einer anderen Meinung Raum gönnen werde. Er hat sich aber getäuscht, wie die schnöde Antwort der Agrarier zeigt. Uebrigens geht auch uns von Herrn Lehrer Bachenheimer in Geestemünde zu dieser Angelegenheit folgendes Schreiben zu .- «Im Anschluß cm Ihre Ausführungen über „Jüdische Bauern" in Nummer 26 dieser Zeitschrift kauu ich Ihnen aus eigener Erfahrung berichten, daß in Hessen-Nassau eine stattliche Anzahl von Juden Landwirthschaft treibt. In der ganzen Umgegend von Marburg, Treysa, Frankenberg habe ich Juden „im Schweiße ihres Angesichts" arbeiten sehen; viele meiner Verwandten sind Landwirthe, und in meiner Jugend war es meine höchste Freude, in Feld und Flur mit thätig zu sein. Auch in der Gegend von Bonn und Köln, am sogenannten Vorgebirge, habe ich viele fleißige jüdische Landwirthe keiuien gelernt, ebenso in manchen Theilen der Provinz Hannover und Westfalen." Es wäre wünschenswerth, wenn auch aus anderen Kreisen Mittheilungen über die Betheiliaung der Juden an der Landwirthschaft veröffentlicht würden. 4- Die Herrschaft der Antisemiten in Wien und Niederösterreich überhaupt scheint sich in der That ihrem Ende zuzuneigen. Diese Erscheinung war bereits bei den letzten Neichsrathswahlen zu beobachten; später erlebten wir es, daß im Abgeordnetenhanse Dr. Lueger von seinen eigenen antisemitischen Gesinnungsgenossen niedergeschrien wurde. Und nun haben die Christlich-Sozialen die empfindlichste Schlappe erlitten: im Wiener Stadtbezirk Favoriten hat bei der Nachwahl für den Landtag der sozialdemokratische Führer Dr. Viktor- Adler, ein Jude, über den christlich-sozialen Kandidaten den Sieg davongetragen. An sich erscheint diese Thatsache kaum der Beachtung werth, aber im Zusammenhang der Erscheinungen ist sie ein bemerkenswerthes Symptom des sich vollziehenden Umschwungs. Dr. Lueger ist thatsächlich nicht mehr der Herr von Wien. Er vermochte die tauserid Versprechungen nicht einzuhalten, die er verschwenderisch nach allen Seiten hin ausgestreut hatte; mit der Einnahme des Bürgermeisterstuhls durch Lueger brach keine Morgenröthe einer neuen, paradiesischglücklichen Zeit für Wien an, die große Masse hatte nach wie vor nichts davon, daß es der engeren Anhängerschaft Luegers wohl erging. Und so sehen wir denn, wie die Reichsrathswahlen dieses Jahres die ersten Breschen in das stolze Gebäude der Wiener Christlich-Sozialen legen. Der Zauberglanz, der sich um Luegers Haupt zog, schwindet auf diese Weise dahin. Die ausschließliche Herrschaft der Christlich-Sozialen über Wien war durch die letzten Reichsrathswahlen gebrochen. Die Landtagswahl in Favoriten zerstört ihre ausschließliche Herrschaft über Niederösterreich. Schneider, körperlichem nibens sind isch-sittlichl' iseren Mitwirken und »eizutragen. da liegen enseits der er erblicken 4 Die öffentlichen Volksschulen in Holland sind Simultanschulen. Voll jeher war es in Holland, hauptsächlich in Amsterdam, Gebrauch, daß die jüdischen Schulkinder, selbst von nicht gerade othodoxen Eltern, am Sonnabend die Schule nicht besuchen. Als im voriger: Jahre das Gesetz über Schulzwang und Verhütung von Schulversäumniß in der Kammer behandelt wurde, interpretirte der Minister den Gesetzesparagraphen, daß das Ausüben von Religionspflichten Schulversäumniß entschuldige, dahin, daß die jüdischen Eltern ihre Kinder am Sonnabend und jüdischen Feiertagen nicht zur Schule zu senden brauchen. Da aber manche Lehrer ihren Einfluß auf die Kinder benutzt haben, um sie zum Schulbesuch am Sonnabend zu bewegen, und durch den neuen Lehrplan auch die Zeit für den Religionsunterricht etwas eingeschränkt wurde, haben sich die Oberrabbiner der verschiedenen Provinzen zu dem zuständigen Minister begeben und ihn ersucht, hierin — wenn möglich — Aenderung zu schaffen. Auch in diesem Falle erfolgte für nichtholländische Begriffe etwas gewiß Ueberraschendes. Die Rabbiner erhielten am 14. Mai d. Ifolgendes Antwortschreiben, das die Zeitschrift „Im deutschen Reich", theilweise wörtlich übersetzt, bringt: „Um dem Verlangen in der beigefügten Petition so viel als möglichst entgegenzukominen, ist durch mich au die Distrikts-Schulaufseher ein Cirkular folgenden Inhaltes gerichtet: Wegen eines durch die jüdischen Gemeinden an mich gerichteten Verlangens habe ich die Ehre, Sie zn ersuchen, mitzuwirken, daß den jüdischen Schülern ans den Volksschulen in Ihrem Ressort so viel als möglich Gelegenheit gegeben werde, den für sie bestimmten Religionsunterricht zu genießen, so daß der gewöhnliche Unterricht so wenig wie möglich darunter leide. Dieses könnte nach meiner Meinung dadurch geschehen, daß Sie bei dein städtischen Magistrat darauf dringen, daß auf den Schulen, die von einer überwiegenden Anzahl jüdischer Schüler besucht werden, am Sonnabend die Schule überhaupt geschlossen werde, und an Schulen, deren Bevölkerung nicht zur größten Hälfte aus jüdischen Schülern besteht, der Stundenplan so eingerichtet werde, daß der Unterricht der Schüler durch ihre Versänmniß am Sonnabend so wenig als möglich Schaden leide." Außerdem soll der sreie Nachmittag in der Woche in einer Stadt für alle Schulen auf denselben Tag fallen, um auch hierdurch dem Religionsunterricht zn dienen. Daß dieses ministerielle Schreiben, hauptsächlich für Amsterdam, wo es im jüdischen Centrnm Volksschulen giebt mit 90 Prozent jüdischer Schüler, von großer Bedeutung ist, liegt auf der Hand. 4 In der vorigen Woche brachten mehrere Blätter ausführliche Berichte über eine sehr erregte Szene, die zwischen dem Zaren und dem Oberprokurator des heiligen russischen Syuods, Herrn Pobedonoszew, stattgefunden habe. Wir nahmen von der in jenen Berichten ausgesprochenen Hoffnung keine Notiz, weil wir der ganzen Geschichte keinen Glauben schenkten. Leider haben wir Recht behalten. Denn jetzt wird denselben Blättern zur Berichtigung geschrieben: „Aus direkte telegraphische Anfrage der Redaktion des „Magyar Hirlap" in Budapest bei dem Oberproknrator des russischen heiligen Synods Pobedonoszew, ob die Nachricht von seinem bevorstehenden Rücktritte wahr sei, sowie daß seine Haltung in der Stndentenangelegenheit an allerhöchster Stelle mißbilligt werde, antwortete Pobedonoszew Folgendes: „Die aus mich bezüglichen Nachrichten sind Lügen." Schade! Es wär' so schön gewesen, doch es hat nicht sollen sein! 4 Der neue Generalgouverneur von Algier scheint doch Ernst machen zu wollen. Denn, wie wir an anderer Stelle melden, der berüchtigte Autisemitensührer und Nationalist Max Rogis hat nun wirklich seine Entlassung als Maire dieser Stadt gegeben. Dieser Schritt ist, wie bereits arigekündigt war, zunächst veranlaßt durch die scharfe Zurückweisung, die der neuernannte Generalgouverneur von Algerien, Rävoil, dem Herrn Maire gleich in der Erwiderung auf dessen Begrüßungsrede hatte zu Theil werden lassen. Mcht wenig dürfte auch die

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