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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-07-05 · Heft 27 (5.7.1901) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 27 (5.7.1901)
Date
1901-07-05
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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SS. »adv»,. Nr. 21. DkV Gertin, 5. Nür190i vertage zur „Mkgemeinen Zeitung des IuöenLHurns". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland.!i. Berlin, 2. Juli. Der Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands hat seine dritte Generalversammlung abgehalteu. Ans dem interessanten Jahresbericht ersehen wir. daß seit dem vorigen Jahre die Mitgliederzahl wesentlich über das Doppelte (von 451 auf 1006) gestiegen ist. daß sich die Zahl der Ortsgruppen von 24 auf 84 erhöhte. Es ist dies auf die stark ausgedehnte, durch den Generalsekretär des Vereins. Dr. Ernst Tuch, betriebene Propaganda zurückzuführen. Er hielt 37 Vorträge während des Winters. Nach den in der Generalversammlung gegebenen Ausführungen fand er überall, zumeist aber in den kleineren Städten warmes Interesse für die Bestrebungen des Vereins, so gelang es z. B.. in Jnowrazlaw eine Ortsgruppe voll 50, in Thorn eine solche von 81 Mitgliedern zu begründen. Von dem Vorsitzenden des Vereins, Oberamtmann Cohn, wurde ferner über die Thätigkeit des Vorstandes während des verflossenen Jahres Bericht erstattet. Wenn es vielleicht Manchem auffällig erschienen sei, daß der Verein im dritten Jahre noch nicht die praktische Durchführung seiner Ideen in Angriff genommen habe, so möge mau bedenken, daß doch hier ganz besondere Schwierigkeiten vorlägen. Die Ausgabe sei grundverschieden voll denen irgend eines Wohlthätigkeitsvereins, der sogleich mit seiner Thätigkeit beginnen könne, während man hier vor einem Problem stünde, welches mit großer Vorsicht zu behandeln sei. Während des Jahres habe eine vom Vorstand eingesetzte Kommission viele Berathungen abgehalten über die Frage des Gutsankanfes, man dürfe hoffen, daß nun baldigst diese Lebensfrage des Vereins entschieden werde, und man mit der Ansiedelung beginnen könne. Dieser vorsichtige Standpunkt fand allgemeine Zustimmung. Nachdem dem Schatzmeister Decharge ertheilt worden, wurde der bisherige Vorstand durch Akklamation wiedergewählt. Wir wünschen dein Verein gutes Gedeihen. 8. Berlin, 27. Juni. Am 24. d. M. hielt der „Esra, Vereil! z n r U nter st ü tz u n g a ck e rbantreibend e r Inden in Pal ä st i n a und Syrien" seine Jahres-Versammlnng ab. Der Vorsitzende, Herr M. Dorn, begrüßte die Erschienenen und erstattete Bericht über die Entwickelung und die Wirksamkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre, welche als erfreulich bezeichnet werden können. Die Zahl der Mitglieder ist abermals gWegen, die Einnahmen haben die Höhe von N;000 Mark erreicht, wovon 12000 Mark für die Kolonie „Machanajim". 2400 Mark sür die Arbeiter-Ansiedelung „Esra". 1000 Mark sür „Vne Jehnda" bewilligt worden sind. Redner skizzirte sodann die Aufgaben, welche dem Verein namentlich durch die Unterstützung der in ihrem Bestände bedrohten Kolonie „Machanajim" während der nächsten Jahre erwachsen würden, und schloß mit der dringenden Aufforderung, die Erfüllung dieser Aufgaben durch die Werbung neuer Gönner und Freunde zu erleichtern. In der Diskussion wurde von mehreren Rednern, namentlich von den Herren M. Bambus, Dr. H. Hildesheimer. Pros. Dr. Marburg, die überaus verdienstvolle Thätigkeit der .lenüsb (Honirntion ^sgoxnüion aus dem Gebiete der Kolonisation Palästinas hervorgehoben. Ein Antrag des Herrn Dr. Karpeles. welcher das Ceutralkomitee beauftragt, die Mitglieder durch periodische Veröffentlichungen über die Entwickelung der Kolonisation Palästinas zu unterrichten, wurde einstimmig angenommen. Nach Ertheilung der Decharge an den Schatzmeister, Herrn Consul I. Friedemann wurden die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Central- ^omitees, Dr. D. Caspari, Berth. Israel, Willib. Loewenthal und Professor Dr. O. Marburg durch Zuruf wiedergewählt. Auf Antrag des Frankfurter Komitees sind die Statuten des Vereins einer Umänderung unterworfen worden, womit eine Kommiffion betraut wurde, welche das Ergebniß ihrer Arbeit dem Centralkomitee unterbreitet hat. Die meist formalen Aenderungen, welche zu«! Zwecke der Eintragung des Vereins in das Vereinsregister nothwendig waren, wurden genehmigt. Nach einer anregenden Diskussion über eine Reihe von I Anträgen schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dein beherzigenswerthen Appell, das Interesse für die Bestrebungen des „Esra" in immer weitere Kreise zu tragen. ZA Berlin, 2. Juli. Die Generalversammlung des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg fand am 28. v. M. in der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde statt. Der Vorsitzende Dr. Fiegel eröffnete die Versammlung mit einer warmen Ansprache, die in ein begeistertes Kaiserhoch ansklaug. — Daraus hielt Kollege Sachs-Guben eine Lehrprobe über das Hallel-Gebet. An diese schloß sich eine anregende Diskussion, an der sich besonders die Kollegen Auerbach. Barol. Bellak, Prof. Dr. Blaschke. Dr. Fiegel. Golde. Rektor Dr. Gutmann, Dr. Loewenberg, Nathan und Stern lebhaft betheiligten. Eine längere Debatte knüpfte sich sodann an die Vorführung des Marrschen L^seapparats durch den Kollegen Falkenberg. Die Versammlung nahm schließlich folgende Resolution Hauff an: „Die Versammlung nimmt mit Dank für das Entgegenkommen des Kollegen Marx-Günzenhausen von dem Leseapparat Kenntniß und sieht unter der Voraussetzung, daß manchen Mängeln abgeholfen wird und eine Fibel neben dem Apparat in Gebrauch bleibt, in ihm ein brauchbares Mittel, den ersten Unterricht im hebräischen Lesen zu fördern." Nach der Berichterstattung über das verflossene Vereinsjahr und Entlastung des Schatzmeisters wurde der bisherige Vorstand durch Akklamation wiedergewählt. An diese Wahl schloß sich die des Kollegen Dr. Fiegel Zinn Delegirten sür den in Hamburg stattfindenden Verbandstag. - Der Vorsitzende verlas darauf mehrere Schreiben und machte einige Mittheilungen interner Art. — Hieran anknüpfend brachte Kollege Auerbach die Angriffe ans die jüdischen Lehrer iu Nr. 31 des „Israelit" zur Sprache. Nach kurzer Debatte nahm die Versammlung folgende bom Referenten vorgeschlagene Resolution an: „Der Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg spricht seine Entrüstung über die im Leitartikel der Nr. 31 des „Israelit" enthaltenen Angriffe ans die jüdischen Lehrer aus und dankt der Schriftleitung der „Blätter sür Erziehung und Unterricht" sür die energische und doch maßvolle Abwehr dieser Angriffe." Von Herrn Dr. Janowitz wurde dann ein Antrag eingebracht, der die Beseitigung gewisser Mißstände bei der Beteiligung am Religionsunterricht seitens der Schüler höherer Anstalten bezweckte. Wegen vorgerückter Zeit wurde die Besprechung dieses Antrags auf die nächste Sitzung verschoben. Als Tag der nächsten Versammlung in Berlin wurde der Bußtag (20. November) festgesetzt. — Nach Schluß der Versammlung begaben sich die Teilnehmer zum gemeinsamen Mahl, bei dem sie noch lange zusammenbliebeu. S. Tichauer, Schriftführer. 1 Berlin, 2. Juli. Das Kuratorium der Pensious-, Witwen- und Waise ukasse des Verbandes der jüdischen Lehrerve reine im deutschen Reiche theilt uns mit: Gesuche, Schriftstücke re. sind während der Ferien, d. h. bis zum 13. August, an das Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebnndes, Berlin >V.. Sigismundstr. 5, zu richten. l. Spandau, 28. Juni. Am 24. d. M. beging das L. Selig er'sehe Ehepaar Hierselbst in seltener Frische und Rüstigkeit des Geistes und Körpers das Fest der goldenen Hochzeit, das sich zu einer hohen Ehrung der Gefeierten seitens der hiesigen Bürgerschaft gestaltete. Prediger Dr. Wehl, begleitet von den Mitgliedern des Vorstandes, den Herren S. Sternberg und Lindemann, verband mit seinen Glückwünschen namens der Gemeinde eine Würdigung der Verdienste, die sich das Jubelpaar um die Entwickelung derselben erworben hat. Herr OberbürgermeisterKöltze überreichte mit einem Glückwunschschreiben aus dem Civilkabiuet des Kaisers die Ehejubiläumsmedaille und knüpfte hieran ehrende und herzliche Worte der Anerkennung für den Jubilar, der im vorigen Jahre sein 50jühriges Bnrgerjnbilänm gefeiert und während dieser langen Zeit als Familienvater wie als Spandauer Bürger seine Pflicht in Treue erfüllt habe und damit als Vorbild für die Heranwachsende Generation dasiehe. In bewegten Worten dankte Rabbiner Dr. Nosenthal-Köln, der Schwiegersohn des Jubelpaares, für

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