Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1901)
- Date
- 1901-06-14
- Page
- Seite 283 (sequence 9)
- Language
- German
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idäten. die t längeren hätte den llversammzn wnternn Antrag le, bei der enthalten, vermerkt ncht zweck' Prüfnngs- »lversammdie beiden len, ihrerer Debatte Einsetzung kimzugeben l eingesetzt llen gegen lter Hinzncsammlung eit erklärt odurch die ssig werde. („Organinach einer n. Fernere ate über die iehung der lignng des Gemeinden. Erziehung wreine getilgt werde, Verbandsoidert. daß nungen es mW regt Sammlung lirer gestellt >aß sich in bar mache, Wahrheiten winden erwerbe, die drücklichste, Aeußerung eschlesischen lekliorr und materielle :er Verantn. Hieraus rsanrmlung chrern" gegenehmigl. sittliche Erwürbe die s Rabbiner- )ung eines sprach von rer meinte, "lässig sei: geplanter Zausschusses und Dr. "chstehender ans Grund rverbandes "imung zu che in Anzuständigere Ministern des Ämtern und des Kultus, des Handels und der Landwirthschaft überreicht werden soll. In diese Deputation werden die Herren Dr. Maybaum. Horovitz und Eschelbacher gewählt, denen sich zwei Vorstandsmitglieder des „Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" anschließen werden. Als Antwort auf die Äässeiiagitation des Herrn Hans Beringer, eine /öffentliche Erklärung" von Juden gegen das Schächten herbeizuführen, beantragt der geschästssührende Vorstand, sämmtlichen Mitgliedern des Verbandes das seitens des Berliner Rabbinats im vorigen Jahre erlassene Rundschreiben zuznstellen und dieselben zur Verwarnung ihrer Gemeindeangehörigen zu veranlassen. Von mehreren Rednern wird gefordert, daß die in der „öffentlichen Erklärung" und in den beigegebenen Flugschriften enthaltenen Lügen und antisemitischen Ausfälle als solche gekennzeichnet werden sollten. Es wird beschlossen, das Cirkularschreiben des Berliner Rabbinats entsprechend zu ergänzen (womit Landrabbiner Dr. Prager betraut wurde), und dasselbe dann sämmtlichen Rabbinern und Lehrern Preußens mit der Mittheilung zuzustellen. daß ihnen jede gewünschte Anzahl kostenlos zur Verfügung stehe. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Aus der Berliner Gemeinde. Berlin. 9. Juni. ie heutige Nepräsentantensi tzung, welche in der berechtigten Annahme, daß sie längere Zeit in Anspruch nehmen würde, bereits auf 9 Uhr früh angesetzt worden war, hat zwar bis gegen 2 Uhr Mittags gedauert, ihre Tagesordnung aber nicht erschöpfen können. Für die bereits beurlaubten Repräsentanten sind die Stellvertreter Adolph Mayer. Sanitätsrath Dr. Iastrowitz und Professor Dr. Landau einbernfen worden. Den größten Raum in den Debatten nahm dör zweite Punkt der Tagesordnung ein, die Vorlage betr. den Umbau des Grundstückes Heiderentergasse4'5, sowie Kündigung der vom Beth Hamid rasch denntzten Räumli chkeiten zum Zwecke der Erweiterung der Mädchenschule und der Neuanlage des Qnellbades. Zum Referenten für die Vorlage ist vom Vorsitzenden Prosessor Bl a schke bestellt worden. Der Referent giebt zunächst die historischen Daten dieser Vorlage. Die Punkte, welche die Kommission bestimmten, in einen Umbau, der allerdings nur als Provisorium gedacht ist. zu willigen, waren folgende: es werden fünf neue Schulräume für je 40 Schülerinnen gewonnen; ferner eine ausreichend und protze Turnhalle von 100 Quadratmetern Flächeninhalt und 4,20 Meter höhe; fast sämmtliche Zimmer liegen nach dem Hofe, die nach der Straße zu liegenden können zum Handarbeitsunterricht verwendet werden; in den neu zu errichtenden Klassen ist die Gescnnmthöhe eine größere als in den alteil; durch eine Treppe wird die Sicherheit erbotst: endlich wird eine neue Quettbadeanstalt geschaffen mit einer erbeblich größeren Zahl von Bädern, deren Entleerung durch technische Vervollkommnung in weit kürzerer Zeit als bisher ermöglicht werden -nun. Auch der Schulvorstand hat die Vorlage in dieser Gestalt angenommen und nur den Wunsch ausgesprochen, die Turnhalle derart nilegen zn lassen, daß dieselbe zu einem Versammlungsraum für die Schülerinnen verwendet werden kann. .Der Gemeindevorstaud hat benfalls, indem er anerkennt, daß eine Verlegung der Schule in ab- Shbarer Zeit ansgeführt werden müsse, die Vorlage gutgeheißen und ittet die Repräsentantenversammlung, zum Umbau 60000 Mark zn bewilligen. Dazu würde die Abfindungssumme an das Beth Hannbrasch kommen, deren niedrigster Satz 42000 Mark und deren höchster Satz 100 000 Mark beträgt. Der Referent der Vorlage beantragt demgemäß, die Vorlage des Gemeindevorstandes anzunehmen, den Verbleib der Mädchenschule in den durch Umbau gewonnenen Räumen ür provisorisch zu erklären uud die gemischte Deputation mit der Erwerbung eines geeigneten Terrains zu betrauen. In der außerordentuch langathmigen Diskussion wendet sich zunächst Professor Gei gelegen den Antrag des Gemeindevorstandes und gegen den Antrag Aiaschke. Er verweist besonders auf das Gutachten des früheren Rektors der Mädchenschule, Dr. Adler, der schon vor Jahren die Lage der Schule als lebensgefährlich wegen der vielen dort kursirendeu Straßenbahnen bezeichnet hat. Betreffs des Umbaus liege die Gefahr vor, daß zunächst ein Theil der Schule inngebaut werde, später ein anderer, und sonnt der Wunsch auf eine Verlegung aus längere Zeit verschoben oder unmöglich gemacht werde. Die Möglichkeit, eil, passendes Terrain zu gewinnen, müsse ans jeden Fall bejaht werden, umsomehr, als man gar nicht an die Nähe gebnnden sei, da die Schule jetzt nicht mehr im Mittelpunkt der Wohnungen derjenigen Eltern liege, deren Kinder die Schule besuchen. Die ungeheuren Kosten, die ein Provisorium betragen würde, seien vollständig zum Fenster hincnrsgeworfeu. Wenn auch der Aufgang zum Beth Hamidrasch ein nicht sonderlich anmuthender sei, so seien doch die übrigen Räume »licht mehr ausreichend, sondern könnten garnicht besser gewünscht werden. Die Lokalfrage sei für das Beth Hamidrasch eine sehr wichtige, da die Zöglinge desselben meist die Universität besuchen. Die Räume wnrden seit dem Jahre 1746 benutzt und es liege kein zwingender Grund vor, das Bestehende durch eine Verlegung zu verletzen. Außerdem sei es, wie er aus einem Schreiben des Vorsitzenden Herrn Jacob Bamberger mitzntheilen beauftragt sei, eine irrlhümliche Auffassung, daß das Beth Hamidrasch gern bereit sei, gegen eine Entschädigung die bisherigen Räume auszugeben. Vorsteher Jacoby weist in der Befürwortung der Vorlage darauf hin, daß die Gemeindeverwaltung in sechs bis acht Jahren ein neues Geschäftsgebäude gebrauche und die Räume der Schule zu diesem Zwecke übernehmen könne. An einen Ankauf eines Grundstückes sei unter den jetzigen Verhältnissen nicht zu denken, da man nicht ein Terrain wählen könne, das an der Peripherie liege. Die Errichtung einer neuen Mädchenschule erfordere ein Kapital voll mindestens 800000 Mark. Die Verbesserungen, welche durch den Umbau in der Schule getroffen werden, seien unleugbar; die Räume des Beth Hamidrasch seien menschenunwürdig, und zwei Herren des Vorstandes desselben hätten sich mit der Verlegung vollkommen einverstanden erklärt. Professor Le will will den ethischen Gesichtspunkt, das Beth Hamidrasch an seiner bisherigen Stelle zu belassen, hinter den Praktischen Gesichtspunkt, wenn erforderlich, zwar znrückstellen, kommt aber zu dem Schluß, die Vorlage abznlehnen. weil der Bau unzweckmäßig. Schulräume unhygienisch veranlagt, und es der Würde der jüdischen Gemeinde nicht entspricht, in einen Winkel etwas hinein zn bauen, das in 10 bis 20 Jahren doch wieder beseitigt werden muß. Wenn die Gemeinde 160 000 Mark iu den Bau hineinstecken würde, so würde, doch nicht das geschaffen werden, was jeder Schulmann uud jeder Hygieniker verlangen müßte. Redner rügt vor allem, daß die Pläne ohne Hinzuziehung von sachverständigen Hygienikern zu Stande gekommen seien. Herr Jacob y legt in seiner Erwiderung wiederum Werth darauf, zu betonen, daß mit dem Umbau wesentliche Verbesserungen erzielt werden, die von keinem Redner bestritten werden können. Dr. Lach mann erklärt den sofortigen Umbau für nothwendig, da eine Theilung mehrerer Klassen vorgenommen werden müsse und eine Selekta errichtet werden solle. Maurermeister Fraenkel betont, daß die Baukommission das jetzige Gebäude der Mädchenschule weder zn einem Umbau noch zn einem Neubau als geeignet befunden habe. Die baulichen Bedenken, welche gegen eine Verlegung nach der Kaiserstraße sprechen, seien ihm unbekannt. Die dortige Synagoge sei nach den Gutachten der Sachverständigen noch auf 20 Jahre hinaus und länger in ihrer jetzigen Gestalt zu verwenden und ebenfalls nach gutachtlicher Aeußerung durchaus nicht feuergefährlich. Unter allgemeinem und berechtigtem Staunen der Versammlung theilt dieser Redner mit, daß die gemischte Deputation sich gar keine Mühe gegeben habe, ein Terrain für ein neues Schulgebäude zu finden, sondern sich nur nach einen, Platz sür eine neue Synagoge nmgeseheu habe. Er ist der Ansicht, daß die jetzige Mädchenschule sich ohne Umbau bereits für Bureauräume eigne, iu welche die Armenkoulmission verlegt werden könne. Dadurch würde die Methe für die letztgenannte Abtheiluug in Höhe von 4000 Mark gespart werden. Es würde mithin der Umbau nicht 150000 Mark, sondern 250 000 Mark kosten, da der jährliche Miethspreis vor, 4000 Mark einem Kapital von 100000 Mark entsprechet, würde. Die Gemeindeverwaltung hätte schon vor Jahren durch den Ankauf des Grundstückes Kaiserstraße 81 die Möglichkeit gehabt, ans diesem Terrain die Schule zu errichten. Prosessor Baginsky kommt ans hygienischen Gründen zur Ablehnung der Vorlage. Er giebt aus Grund eigener Besichtigung seinem Erstaunen Ausdruck, daß der Architekt der Schule noch in den Räumen das relativ Beste geschaffen habe, was möglich gewesen sei; trotzdem sei zu verwundern, daß die Regierung nicht