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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-06-07 · Heft 23 (7.6.1901) · p. Seite 267

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 23 (7.6.1901)
Date
1901-06-07
Page
Seite 267 (sequence 5)
Language
German
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267 h wie vor, Nachbarn l Kerls die >er Staatserl derAn- Das Landrafen aberehört hatten, Angeklagten seien. Die eten, hätten begründete r jedes Maß en Menschen rden köllne, rde Urtheit >em Reichs-?estalld vom ob die aus uhörer aus normal ver 4en, ob du veranlagten lsts des kon t. Es kömu ublikurn di , das Publi nderen Ver kl. d. h. du irtritt, niclu therls be lensch al? scher: und Zu erwägen sondern du jeitungslesu hören, kann Möglichkei r Angektag!? ie Reden de^ >en konnten l erkannt c verwies dir dgericht i! k über de en werden Prozessen llter denen chuldiguun sen, wela . lf Ungarn af Mähren im Ganzen ir wurden 58 Fällen m die An m rvorden keirr Mor sein sollte Hnngersnoth und tiefes Elend herrschen wieder in Süd- Rußland; Hunderte von Familien sterben Hungers; das Centralkomitee der Alliance und einige Glaubensgenossen haben etwas Geld an das Komitee zu Odessa gesandt, um dieser Noth abzuhelfen. Hier einige Berichte aus dem Woschod: Ju dem Gouvernement von Bessarabien. im Bezirk von Soroki, giebt es 693 völlig hilflose Familien; in der Stadt Soroki allein sterben 200 Familien bald Hungers. Die meisten der jüdischen Familien besitzen keine Ländereien, und die Kolonisten von Britschef, Lublin, Vertinjanes beschäftigen sich mit Tabakbau. Die Dörfer zählen 200 Familien, denen es am Nothivendigsten fehlt. In Elisabethgrad ist es ebenso. In Ekaterinoslaw hat das Elend den Direktor der Kolonien veranlaßt, bei den Dolnänenkarninern um eine Unterstützung voll 12000 Rubel zu bitten. Die Antwort kantete: Der Kaiser bewilligt den Inden eine Summe voll 12 000 Rubel auf 6 Jahre ohne Zinsen. Die Noth hat ein stetes Wandern der Inden zur Folge; die Bezirke von Bessarabien und Podolien liefern das größte Kontingent; aus dem Dorfe von Ataki sind allein 200 Familien ausgewandert. Nach der 'tiewerZeitung hat sich ein wahres Auswanderimgsfieber derjüdischen Bevölkerung von Fultchine bemächtigt; Alt und Jung wandert aus, um sich in anderen Gegenden sein Brod zu suchen. 4 In der französischen Kammer wurde in dieser Woche wieder die algerische Frage diskutirt. Auf die Anzapfungen irres Antisemiten antwortete der Deputirte Thomsen sehr richtig, ->aß in Algerien die Ruhe nicht eintreten werde, bevor nicht der Antisemitismus dort mit Energie ausgetrieben sein wird. Dem europäischen Pöbel der Städte, der sein Müthchen nicht m Arabern kühlen kann, haben gewissenlose Demagogen die ">000 eingeborenen Inden ausgeliefert. Und da diese nicht altrechtet sind wie die Araber, da diese sich übermüthige Behandlung, Erpressung, Plünderung und sonstige Eewaltthat nicht immer schweigend gefallen lassen, so kommt es zu häufigen 'silsammenstößen, die in den Städten einen dauernden Zustand der Unruhe unterhalten. Das städtische Proletariat in Algerien D'steht aus gesetzlosen Maltesern, Spaniern, Italienern und ( iner kleinen Minderheit Südfranzosen, die mit einander gemein i aben, daß sie leicht zum Messer und Revolver greifen und l ine Fanatiker der Arbeit, dagegen leidenschaftliche Liebhaber unes kräftigen Gratistrunkes sind. Mit Hilfe dieser Elemente ' allen Leute wie Max Rägis und Lionne sich der Verwaltung an Algier, andere Männer desselben Kalibers, deren Namen in Europa weniger bekannt geworden sind, sich derjenigen von Dhilippeville, Bone, Oran bemächtigt, wurde Ed. Drumont Abgeordneter von Algier u. s. w. Die Verwaltung hat schüchterne versuche gemacht, wenn nicht in den ländlichen Bezirken, doch ia den Städten Ordnung zu schaffen. Sie mußte aber bald 'kennen, daß der zuchtlose Pöbel nur der Waffengewalt gehorchen würde; diese anznwenden trug man aber um so größeres Ddenken, als man wohl wußte, daß die Gefolgschaft von Druwnt und Max Nägis auch vor blutigen Kämpfen mit den Gruppen nicht zurückschrecken würde. Herr Cambon, Herr epine, Herr Laferrwre, HerrJonnart haben sich nacheinander an der unlösbaren Aufgabe abgenützt, die algerischen Messerhelden zu bändigen und ihre Herrschaft zu brechen, ohne einen Aufstand hervorzurufen, dem die Araber sich rasch anschließen würden. Jetzt will Herr Revoil sich dieser harten und unfruchtbaren Arbeit unterziehen. Er wird nicht erfolgreicher sein als bme vier Vorgänger. Da er nicht schießen und Hanen lassen bars, wird er gewähren lassen müssen, und das wird so lange dauern, bis das Gefäß schließlich doch überlänft. Diesem Schicksal augenblicklich vorzugreifen, hat aber keine Negierung Lust. 4 Bei der kürzlich in ganz England vorgenommeuen Volkszählung wurde auf die Religion der Bevölkerung keine Rücksicht genommen mit Ausnahme von Irland, wo auch der Religion in der Zählkarte eine Rubrik reseroirt wurde. Das Ergebnis; war für die Juden günstig. Während die Zahl der Katholikeil seit der letzten Volkszählung nur um 6,7, die der Protestanten 3,5 und die der Presbyterianer um 3 Prozent zngenommen hat, sind die Methodisten um 10,4 und die Juden iun volle 111,9 Prozent gewachsen. Die Zahl der Juden in Irland hat sich demnach seit der letzten Volkszählung mehr als verdoppelt. Irland ist auch das einzige Land in Europa, wo die Juden niemals, nicht einmal im finsteren Mittelalter, verfolgt wurden. Vielleicht haben die Irländer, die ja selber seit Jahrhunderten unterdrückt werden, am eigenen Leib erfahren, wie weh es thut, verfolgt zu werden. Vielleicht aber lassen sie die Juden nur deshalb in Ruhe, weil deren Zahl in Irland bisher so unendlich klein war. Trotz ihrer relativ starken Vermehrung ist doch die absolute Zahl der Inden in Irland nämlich sehr gering. Laut Ergebnis; der letzten Volkszählung wohnen gegenwärtig in Irland 3 310 028 Katholiken. 579 385 Protestanten, 443 376 Presbyterianer, 61 255 Methodisten und nur 3769 Juden. Bon diesen wohnen nämlich 2246 in der Provinz Leicester mit der Hauptstadt Dublin, 851 iu Ulster und 670 in Munster. 4- Vor etwa zwei Jahren wurde von bulgarischeu und rumänischen Inden der kühne Versuch gemacht, iu Klein - asieu vierKolonien zu errichten. Unter dem Hinweis darauf, daß sie vor der Unabhäugigkeitserkläruug Bulgariens und Rumäniens türkische Unterthanen waren, wandten sich die Kolonisten mit einer diesbezüglichen Eingabe all den Sultan, welcher sie nicht allein von Neuem in den türkischen Uuterthanenverbaud aufuehmen ließ, sondern ihnen auch Ländereien schenkte und sie überdies aus seiner Privatschatnlle mit ansehnlichen Geldmitteln unterstützte. Leider erwies sich die Güte des Sultans als zwecklos verschwendet, und der ganze Kolonisationsversnch ist, nachdem wieder einmal viel jüdisches Geld, das anderswo besser Hütte verwendet werden können, verschlungen hat, als gescheitert zu betrachten. Die Schuld tag in erster Reihe an den Kolonisten selbst, welche nichts weniger als gute Ackerbauer waren. Dann aber waren die Einwanderer absolut ohne Mittel, und ihre einzige große jüdische Tugend, das hartnäckige Ausharren bei dem einmal gefaßten Beschlüsse (Am ksche auref) konnte diesen Mangel auf die Dauer nicht ersetzen. Von den vier Kolonien, die so in Kteinasien entstanden sind, mußten die beiden größeren, die von bulgarischeu Inden bei Jsmid gegründete Kolonie Kefken, sowie die von rumänischen Juden gegründete Kolonie Beylik-Ahour, aufgegeben werden. Kefken hat sehr schlechtes Land, und von den Kolonisten sagte Herr Niego, Direktor der Allianzeschule bei Jaffa, daß sie nicht das Zeug haben, richtige Bauern zu werden. Die Alliance sowie die 3. 0. ^., an welche sich die Kolonisten um Hilfe wendeten, haben daher beschlossen, die Emigranten unter schweren Geldopfern zu repatruren.

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