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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-03-27 · Heft 37 (27.3.1838) · p. Seite 147

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 37 (27.3.1838)
Date
1838-03-27
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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147 An G. In die Wiffenschaft nicht, auch' nicht in frohe Gesellschaft, Nicht in bildende Kunst, nicht in der Freundschaft Haus, Nicht in deS Staates Betrieb, und nicht zum Markte des Lebens, Lasset die Juden herein — hörst Du dies Murmeln nicht? Aber reichen sich Juden, die Dulder, zum Tröste die Hände, Sprichst Du: wie eint sich der Jud'! löset vom Bunde sich nie! An meinen H. Freund, Du klagst noch und seufzest, und eine Thräne zerdrückst Du — Schüttle den Jammer Dir ab, schüttle die Jämmerlichen! Fühlst Dich im Busen so rein, so stark im Bewußtsein der Unschuld, Darum lasse den Harm, lass' ihn den Jämmerlichen! Zur Beruhigung. Nicht auf die Menschen schau — schau nur auf die göttliche Menschheit, Wie sie mit langsamem Schritt sicher zum Heiligsten wallt. Ist auch im Staube der Erd' ihr befangen die Sohle des Fußes, Glänzt doch das himmlische Licht rosig um'S ewige Haupt — Einst, ja einst wird die Flügel sie lüften, zum Aether zu steigen. Kehrt dann nimmer zurück zu dem irdischen Pfuhl! (Fortsetzung folgt.) Correspondenzen- Auszüge, Repliken. An F. D. Wir sind offen. Doch Du — nahmst willig gegebene Schätze, Münztest zu JudaSgeld schnell in der Werkstatt sie um? Traun, in Jerusalem nicht, und nicht in den Judenquartieren Gch'n Pharisäer allein, buhlend um Frömmigkeitsschein —- Ucbcr die blühende Erd' allwege sind*Fe verbreitet, Und in der Literatur sind sie gar erst zu Haus. An F. Weihrauch bringst Du dem Herrn? — Wachholder, ist eS, dem Tode — Aber vor Allem ist'S Rauch, stickenden lebenden Geist. An St. Liebe fleugt so geschwind von der häßlich lächelnden Lippe, Liebe kommt so schwer Dir in das hämische Herz.!?! An den Emancipationskämpfer. Aber so sprich, was eiferst Du denn? wer hat Dich berufen? Sieh', eS eilet die Zeit ihrem Ziele doch zu, Und das flüchtige Wort, es rauschet den Menschen vorüber. Mit ihm stirbt seineKraft, mit ihm Wirkung undZweck-- „Zeugen, ja zeugen will ich — für die Ferne und jegliche Zukunft, Daß man daS Bessre gekannt, daß man das Schlecht're gethan!" . Paris', 4. Marz. Französische Israeliten. Vierter Artikel. Lothringen. Dieses Land gehört seit nicht so langer Zeit als der Elsaß zu Frankreich, es wurde erst 1766 entschieden damit vereinigt, und; dennoch ist es weit mehr, als der Elsaß durch seine Sitten fran- ' zösisch, obwol die deutsche Sprache dort noch größtentheils, beson-; derö auf dem Lande, gesprochen wird. Metz, welches mit Frankreich seit Heinrich III. entschieden vereinigt wurde, die Hauptstadt des Mosel-Departements, und Nancy, Departement derMeurthe, werden mit dem übrigen Lothringen und den andern Bisthümern, - als Toul und Verdun, den Inhalt dieses Artikels ausmachen. Die; lothringischen Israeliten, sowie die -des metzer Bezirkes, unterscheiden sich von denen im Elsaß, wie dies letztere Land überhaupt sich von Lothringen unterscheidet. Sie besitzen eine gewisse, zum Sprichwort gewordene Gutmüthigkeit, und scheinen mehr dazu geneigt, einer Reform Eingang zu gewähren, wenn eine geschickte Hand sie zu (eiten verstände. In Metz und Nancy findet man die größten Vereinigungen der Israeliten dieses Landes. Die letztere Stadt ist der Sitz eines israelitischen Consistoriums im Bezirke der Meurthe. Lar le diic unt) Verdun im Deport, der Meuse, so wie Luneville (Meurthe) und einige andere Ortschaften sind diesem Consistonalbezirke untergeordnet. Der Großrabbine von Nancy ist Herr B. Gugenheim; vor der Einsetzung deS Consistorial - Großrabbinen < 1807) war er bloftr Partikulier in Pfalzburg, wo, er das Amt eines More-Zedek verwaltete. Jetzt ist er Consistorial-Großrabbine durch Amt und Kleidung, aber ein Rabbine, wie man es vor hundert Jahren war. Von den Israeliten in Nancy läßt sich wenig sagen, dort wird die Reform deS Cultus eben nicht zahlreiche Anhänger finden. Die Israeliten in Nancy besitzen im Allgemeinen einen Stolz, den nichts rechtfertigen kann, sie haben nicht ein einziges Beispiel irgend einer nützlichen Einrichtung gegeben. Sie haben eine Knabenschule. Diese ist wie fast alle Schulen, welche die Israeliten seit 1817 in Frankreich gegründet haben, gut bestellt, wenn der Lehrer Eifer zeigt, und dies war im Allgemeinen der Fall. Fast alle israelitische Lehrer, welche gegenwärtig im Amte oder es zur Zeit der Einrichtung dieser Anstalten gewesen sind, waren in Deutschland. Hinsichtlich der Kenntnisse besitzen sie mehr als ihre Collegen in den andern Religionen; sie fühlen auch mehr die Nothwendigkeit, durch Ausbreitung des Unterrichts zur Wiedergeburt ihrer Brüder beitragen zu müssen. Mehre haben die Sitte eingeführt, am Sab- ' bat ihre Schüler zu versammeln, und vor ihnen, so wie vor ihren

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