Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-31 · Heft 22 (31.5.1901) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 22 (31.5.1901)
Date
1901-05-31
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3228419-3228442--57604-3293988
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

65. Jahrgang. Ar. 22. Berlin, 31. Mai 1901. Dev Gernein-ebote. Vertage zur ,Aktgemeinen Zeitung -es Iuöenthums". Korrespondenten und Nachrichten. DrntschlanL. 8. Berlin, 28. Mai. Der 30. Jahrgang des statistischen Jahrbuchs der Stadt Berlin bringt wieder verschiedene Angaben über die jüdische Bevölkerung unserer Stadt, die von wesentlichen! Interesse sind. Die Zahl der Geborenen weist keine große Veränderung auf. Es wurden im Jahre 1898 geboren lebend todt beide Eltern jüdisch 1476 36 Mischehen Vater jüdisch, Mutter evangelisch 91 2 katholisch 10 0 „ „ „ sonstig 1 1 Vater evangelisch. Mutter jüdisch 76 2 „ katholisch „ „ 14 2 „ sonstig 9 0 uneheliche Kinder jüdischer Mütter 90 5 Die Kinder aus den Mischehen zur Hälfte den Juden zugerechnet ergiebt sich eine Gesanuntgeburtenziffer von 1667, säst genau, wie im Vorjahre, wo die gleiche Zahl 1674 war. Erfreulich ist die Abnahme der unehelichen Geburten, die damals 101, jetzt nur 90 betrug. Dieser Geburtenziffer steht an Sterbefällen bei den Juden gegenüber: Erwachsene 760, Kinder bis 15 Jahr 254, in Summa 1014, es bleibt mithin eine natürliche Vermehrung von 653 Seelen, wenig genug für fast 100000 Personen. Die Sterbeziffer ist die niedrigste in Berlin seit 10 Jahren, aber nur die geringe Kindersterblichkeit bringt dies zuwege. Sehr stark ist der Rückgang der rein jüdischen Ehen. Es wurden Ehen geschlossen 1898 beide Theile jüdisch 585 gegen 644 im Vorjahre Mann jüdisch, Frau evangelisch 96 108 „ „ „ katholisch 14 „ 10 „ „ „ „ „ sonstig 3 „ 4 „ Manu evangelisch. Frau jüdisch 73 „ 65 „ „ katholisch 13 „ 7 „ „ „ sonstig 5 „ 6 „ „ Mischehen überhaupt also 214 200 „ „ Wir sehen auf der einen Seite einen weiteren Rückgang der Ehen, bei denen beide jüdisch sind, aber auf der anderen Seite Zunahme der Mischehen. Berlin, 28. Mai. In das Een tra l ko m itee des neu begründeten Hilfsvereins der deutschen In den sind die folgenden Herren gewählt worden: Pros. Dr. A. Baginsky, Prof. Dr. Barth, Oskar Berlin, Geheimer Sanitätsrath Dr. I. Boas, Geh. Legationsrath Dr. Cahn, Justizrath O. Cassel, Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs, Dr. I. Ginsberg, Maximilian Hehmann, Dr. H. Hildesheimer, Rechtsanwalt Dr. Horwitz, Julius Jacobh, Dr. Edmund Lachmaun, Generalkonsul Engen Landau, Professor Dr. Leopold Landau, Prediger Dr. M. Levin, Kommerzienrath I. Loewe, Alexander Loewenherz. Willibald Loewenthal, Heinrich Maas, Negierungsrath Dr. Ernst Magnus. Direktor- Paul Mankiewitz, Rabbiner Dr. Maybaum, Professor Mendel, Rechtsanwalt Meschelsohn, Syndikus Dr. Minden, Rudolf Mosse, Dr. P. Nathan, Carl Leopold Netter, Lucien Picard, Louis Sachs, Oberlehrer Dr. Schäfer, Justizrath Dr. Seligsohn, Geheimer Medizinalrath Prof. Senator, James Simon, Justizrath Herrmann Steru. Rechtsanwalt Timendorfer, Stadtrath Dr. Max Weigert, Professor Dr. Marburg. Königsberg i. P.: Stadtrath Magnus, Consul Litten, George Marx; Danzig: Philipp Simson; Bromberg: Stadtrath Aronsohn; Jnowrazlaw: Kommerzienrath Levi; Posen: Kommerzienrath Herz, Direktor Hamburger; Breslau: Landgerichtsrath Wollstein, Stadtrath Pringsheim, Kommerzienrath Ledermann, Prof. Dr. Badt; Benthen: Amtsgerichtsrath Levy; Frankfurt a. O.: Paul Mende; Stettin: Rechtsanwalt Dr. Mann; Halberstadt: Benj. Hirsch; Halle: M. Apelt; Hannover: Senator Fischer, Emil M. Meher; Emden: Dr. Löb; Hamburg: M. W. Hinrichsen, Dr. H. C. Plant, Moritz Marburg. Mecklenburg: Landrabbiner Dr. Feilchenfeld; Bielefeld: Moritz Katzenstein; Köln: Albert Simon, Rechtsanwalt Eltzbacher, Isidor- Dülken; Düsseldorf: Rabbiner Dr. David; Krefeld: M. Reifenberg; Kassel: Landrabbiner Dr. Prager; Frankfurt a. M.: Charl L. Hallgen, Dr. Plotke. Rabbiner Dr. Horowitz, Eduard Cohen; Marburg: Geh. Negierungsrath Professor Cohen; Leipzig: Alfons Jakobson, D. S. Magnus; Dresden: Kommerzienrath Arnhold; München: Rabbiner Dr. Werner; Rechtsanwalt Dr. Ofner; Sigmund Fränkel; Nürnberg: Hofrath Josephthal; Augsburg: Kommerzienrath Heinrich Landauer; Würzburg: Magistratsrath Dr. Heitmann; Stuttgart: Kirchenrath Dr. Kroner, Rechtsanwalt Dr. Kaulla; Freiburg: Professor Dr. Nosin; Karlsruhe: Geh. Negiernngsrath Mayer, Rechtsanwalt Dr. Friedberg; Mannheim: Emil Hirsch, Rechtsanwalt Stadecker; Straßbnrg: Rechtsanwalt Lange; Metz: Oberrabbiner Dr. Netter; Weißenbnrg: I. Cerf. L2 Berlin, 26. Mai. Die Cent ralstelle für Jugendfürsorge in Berlin hat sich am 23. d. M. endgiltig gebildet, doch ist noch kein Vorsitzender gefunden. Der provisorische Vorsitzende Freiherr v. Soden leitet die Geschäfte noch weiter. In den Vorstand ist gewählt als Vertreter der jüdischen Gemeinde Rechtsanwalt Lilienthal, Dr. A. Levi. für die Gesellschast sür ethische Kultur. z. Berlin, 23. Mai. Einen nach jeder Richtung hin befriedigenden Verlauf nahm das am 16. d. M. in den festlich dekorirten Cvncordia-Festsälen abgehaltene Fahnenweihsest des hiesigen Militärvereins „Deutsches Vaterland", welchem fast 600 gewesene Soldaten als Mitglieder angehöreu, zum größten Theil jüdischer Konfession. Die Zahl der Anwesenden überstieg wohl 2000. Die Oberleitung lag in den Händen des Schriftführers Kunz und des besonders gewählten Festkomitees, welche diese schwierige und anstrengende Aufgabe glücklich gelöst haben. Außer den Mitgliedern, ihren Damen und Angehörigen hatten sich, infolge ergangener Einladungen, zahlreiche Gäste, Vertreter des Bezirkskommandos Berlin, befreundete Vereine und Korporationen, eine große Anzahl Krieger- und Sanitätsvereine mit ihren Fahnen und Bannern eingefunden; die jüdische Gemeinde war durch zwei Vorstandsmitglieder, Herrn Fabrikbesitzer Netter und Herrn H. Eisner, ferner drei Mitglieder der Nepräsentantenkollegien, und zwar der Herren Geheimrath Blumenthal, Professor Dr. Blaschke, Maurermeister Fraenkel vertreten. Den ersten Theil des schönen Festes bildete ein vorzügliches Militärkonzert mit besonderem Festprogramm der gestimmten Kapelle der Gardepioniere in Uniform unter der exakten Leitung des königlichen Mnsikdirigenten Kühle. Gegen 9 Uhr erfolgte im Festzuge die Einbringung der neuen Fahne, ein Kunstwerk heimischer Jndustriearbeit, unter dem Geleit von 30 weißgekleideten Jungfrauen mit schwarz-roth-goldenen Schleifen und den Klängen des Marinepräsentirmarsches. Vom Podium aus, wo Stellung genommen worden, sprach Fräulein Else Hirschfeld weihevoll den Festprolog. Der Leutnant a. D. Rechtsanwalt Dr. Guttseld hielt die eigentliche Fest- und Weiherede, welche allgemeinen Anklang fand und mit einem Hoch aus den Kaiser schloß. Die Kapelle intonirte die Nationalhymne. Hierauf ergriff der erste Vorsitzende des Vereins, Rechtsanwalt Max Cohn, das Wort und übergab in feierlicher Ansprache die neue Fahne dem einstimmig gewählten Fahnenträger Kameraden Neumann, welcher für die ihm gewordene Ehre dankte mit dem Versprechen, das Kleinod des Vereins stets hoch in Ehren zu halten und zu bewahren. Frau Marie Kunz überreichte sodann mit einer schwungvollen Ansprache die seitens der Vereinsdamen gestifteten Geschenke. Der Vorsitzende des Festausschusses, Kunz, erhielt gleichfalls eine werthvolle Auszeichnung. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Herr Krojanken, dankte namens desselben. Von sämmtlichen Anwesenden wurden unter bezüglichen Ansprachen kostbare Fahueunägel mit Widmungen überreicht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.