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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-31 · Heft 22 (31.5.1901) · p. Seite 261

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 22 (31.5.1901)
Date
1901-05-31
Page
Seite 261 (sequence 11)
Language
German
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261 n aus dein er zweiten u machen, ckhschaftchnet habe, geschrieben mtschlands rden wäre, ilg fänden, es ist mir lsreichende ersuchs zn r diese bis-!r erscheint, schast setzt großen Geetriebe beugen werals Landuren selbst eisten, die he an den >ird nach , wie ich zu stützen meine Ge- . Erprobt en, bisher rdentlichen in erwirbt so ist das ösbar und s nöthige de, in ge- ,ß man die und muß und das etzt, ganz agen vereinfache! empfehlen, zusammen-;t. Dann bis sie die Brod der iter immer : inan sie )teres, als i sind die Ihlen, was ei» großer rden kann. Siedelilng nn stellen. der ersten Ansiedelung möglich ist inigen der Anwesenden unsympathisch sein möchte — jüdische Fachleute zu gewinnen, so würde ich es für wünschenswerth halten, christliche Fachleute zu gewinnen. Man soll das Gute nehmen woher es auch kommt, man soll nicht seine eigenen Experimente durch ungeschickte Elemente kompromittiren. Und mail sollte noch weiter gehen, man sollte sich auch nicht scheuen, wenn es nicht möglich ist, vorgebildete jüdische Landarbeiter zn gewinnen, eine Elitetruppe voll tüchtigen christlichen Vorarbeitern in die Kolonien mit hineinznnehmen, diese sozusagen als ausbildende Gesellen der „Lehrlinge" betrachten. Ob man sie nur mit hohen Gehältern zeitweilig beschäftigen will, oder ob man sie später unter den jüdischen Ansiedlern für die Dauer ansetzeu soll, darüber habe ich hier nicht zu urtheileu. Ich halte es für dringend wünschenswerth, daß mail nicht lauter Leute zusammenbringt, welche nicht verstehen, die laudwirthschaftlichen Handgriffe auszuführen. Der Vorschlag, den ich mache, ist theoretisch und historisch gut begründet, ob er sich bewähren wird, kann nur das Experiment entscheiden. Es ist aber klar, daß, wenn das Experiment glücken würde, die Bahn, auf welcher die westeuropäische Judenschaft Vorgehen müßte, um die osteuropäischen Juden in eine bessere Lage zu bringen, klar vorgezeichnet wäre. Glückt der Vorschlag in ein oder zwei Versuchen, so weiß man genau, was man zu thun hat. Es wäre sehr wünschenswerth, wenn die .lorvislr (Kolonisation Association so Vorgehen würde. Man sollte überhaupt die verschiedenen Möglichkeiten dnrchprobiren, um das Beste herauszufindeu. Denn ich meine, für die armen Menschen im Osten ist das Beste gerade gut genug, was man ihnen geben will. Der Verein zur Förderung der Bodenkultur, zu dessen Vorstand zu gehören ich die Ehre habe, ist im Begriff, im kleinsten Maße eine jüdische Kolonie zu errichten. Wir wollen ein kleines Gut kaufen, wollen dort einen Lehrer anstellen, um die Landarbeiter heranzubilden, welche dann später als Musterkolvnisten in den jüdischen Kolonien dienen können. Wir rechnen hier lamentlich auf das Material von Ahlem, das ganz vorzüglich fft. Wenn wir diesen Versuch durchbriugen können, und wir werden ihn durchbriugen können, wenn die Gründung namentlich in Berlin unterstützt wird, wenn Sie das sehr geringe Nisiko auf sich nehmen werden, uni sie zn unterstützen, dann gossen wir, in diesem Experiment das erste Modell zu geben, nach welchem hoffentlich in Kanada und Kalifornien große gedeihliche Kolonien gebildet werden können, welche den Traum ner Menschheit verwirklichen werden von brüderlicher Gleichheit in Freiheit und Glück, Kolonien, von denen wir hoffen, üaß sie noch einmal von der messianischen Sendung des sudenthilins Zeugnis; ablegen werden. NeUgron und Kunst. Von Rabbiner Dr. Friedman» in Lublinitz. M^n Nummer 13 des „Zeitgeist", „Die vier steinernen Tafel» des Gesetzes", entwickelt Herr Professor G. Eberlein seine Gedanken über eine kosmopolitische Weltreligion, aber eine Verkörperung des Menschheit-Sehnsuchtstraumes. So geistreich auch die darin ausgeftthrten Gedanken erheinen mögen, so entspricht doch da wieder einmal, wie so ft, das eine und das andere des Geistreichen nicht der Wahrheit. Der Verfasser will zunächst aus der Bezeichnung der ersten Tafeln, als von Gott, und der zweiten, als von Moses Hand herrührend, den verschiedenen Werth derselben erkennen. „Die ersten Tafeln verkündeten die ewigen Satzungen der Menschheit, hingegen die zweiten Tafeln nur besondere Gesetze für die Juden". Dabei aber geräth er mit sich selbst in Widerspruch. Dein; er führt selbst den Schriftsatz an: „Haue zwei steinerne Tafeln, wie die ersten waren, daß ich auf sie die Worte schreibe, welche auf den ersten Tafeln waren, die dn zerbrochen hast." Es ist hiernach völlig ausgeschlossen, einen verschiedenen Werth und Inhalt zu vermuthen; das erste und auch das zweite Mal konnten die Tafeln nur die Worte enthalten, welche von Sinai dem Volke verkündigt worden waren. Man kann sie höchstens, wenn man will, nur nach den Ursachen und Begleiterscheinungen unterscheiden; man kann sagen: die ersten Tafeln waren Tafeln der Ehrfurcht, die zweiten Tafeln waren Tafeln der Liebe. Denn diese wurden ja dem Volke nach der Sünde, trotz der Sünde gegeben, — und wann erweist sich die Liebe stärker als in der Verzeihung nnd Nachsicht?! Dar»»« ruft auch bei den zweiten Tafeln Mose den Ewigen an als barmherzig, gnädig, langmüthig, reich an Hnld und Treue, Liebe bewahrend für die Tausende, Vergehen, Missethat und Sünde vergebend n. s. w. Ferner soll Mose — nach dem Verfasser — mit sich in Widerspruch geratheu sein, als er gegen das Wort „Du sollst nicht tödten", den Stamm Levi, nachdem er die Tafeln gebrochen hatte, aufforderte, Freunde und Brüder, die sich vergangen hatten, zu tobten. Nun, jenes Wort verbietet doch wohl nur die willkürliche Tödtuug Einzelner, nicht aber die Tödtnng von Gerichts- und Staatswegen. Und da im Interesse der gesammten Menschheit der Götzendienst für immer ausgerottet werden sollte, so ist dabei Mose doch nicht in Widerspruch mit sich gerathen. „Ein anderes dieser Gesetze, welches sagt, daß Gott die Sünden der Väter an den Kindern heimsuchen werde bis in das dritte und vierte Glied, kann unmöglich in seinen Konsequenzen vom modernen Menschen ertragen werden . . . ." Aber dieser Satz bezieht sich ja ausdrücklich auf die Anbetung fremder Götter und hat überdies das eine vielbedentsame Wort am Ende: „Wenn auch die Nachkommen Gott hassen und den Handlungsweisen ihrer Väter uachahmen." Wenn die Nachkommen die Sünde nicht begehen, so büßen sie nicht die Schuld der Väter. Aber wenn es der Fall ist, so büßen sie sie, obgleich sie dieselbe von den Vätern ererbt haben, weil sie gegen das Gesetz handeln, das sie im vierten Geschlechte noch nicht ganz vergessen konnten. Und die Zeit der Könige hat ja vollauf die Wahrheit dieses Satzes bestätigt. „Mose — so meint der Verfasser weiter — hat das Sehnen seines Volkes nach Kunst zerstört, als er das goldene Kalb zertrümmerte . . . Ja, er legte Gott sogar ein Verbot der Kunst in den Mund mit den verhüngnißvollen Worten: Du sollst Dir kein Bildnis; noch irgend ein Gleichuiß machen .... In diesem Gesetz wird sogar — Gott selbst mißverstanden. Dieser formt und knetet ja in Adam und Eva sein eigenes Abbild .... Dann hätte Gott selbst in den Gestalten der ersten Menschen sowie in den Cherubim .... Abgötterei getrieben." Nun, ich meine. Niemand kann aus der klaren Erzählung von den Vorgängen beim goldenen Kalbe herauslesen, daß das Volk sein künstlerisches Sehnen befriedigt

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