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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-24 · Heft 21 (24.5.1901) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 21 (24.5.1901)
Date
1901-05-24
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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2 hinaus bekannten und geachteten Mann zur ewigen Ruhestatt geleitete, spricht eindringlicher, als Worte es vermögen, für das. was der Heimgegangene gewesen. Als Kaufmann hat er das im kleinen Umfange übernommene Geschäft bis zur Höhe der Zeit gelenkt, rastlos, ehrlich und treu, so das; die Firma in den Bernfskreisen Schlesiens einen besonders guten Klang hat. Als Mensch immer auf dem Posten, auf den ihn das Vertrauen seiner Mitmenschen gerufen, immer mit der Jugend und ihren Bedürfnissen in religiöser und bürgerlicher Hinsicht trotz des Alters; als Gatte und Vater alle Zeit wach, wenn auch körperliche Schmerzen ihn heimgesucht. Die Erinnerung an ihn sei und bleibe in Gemeinde und Vaterstadt eine Mahnung zur Nacheiferung. gk) Tarrrowitz, 21. Mai. Die Freie Vereinigung jüdischer Lehrer Oberschlesiens veranstaltet im Anschluß an die Hauptversammlung des Schlesischen Provinziallehrervereius in Gleiwitz am 28. d. M., Nachmittags drei Uhr, in den Räumen der Loge (Schäfers Hotel) eine außerordentliche Zusammenkunft. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Geschäftliches. 2. Das Verbandsthema: „Die TLjätigkeit des Lehrers für kulturelle Bestrebungen innerhalb der Judenheit, insbesondere für Erweckung des Interesses für Handwerk und Bodenkultur." Referent: Herr Waifenhausdirektor Katz-Rybnik. 3. Anträge für die ordentliche Generalversammlung im November d. I., insbesondere Aufstellung der zur Verhandlung kommenden Vorträge und Bestimmung der Referenten. 4. Besprechung über den Delegirtentag in Hamburg im Dezember 1901 und Wahl eines Vertreters für denselben. in. Leobschütz, 18. Mai. Unsere Gemeinde ist gewiß keine Hochburg des Judenthums, aber das mit Recht vielgerühmte jüdische Herz schlägt auch hier. Davon legt u. a. unser Frauenverein Zeugniß ab. Seit seiner Begründung durch die edelsinnige Frau Friederike Proskauer im Jahre 1859 hat er bis auf den heutigen Tag durch liebevolles Wirken im Dienste der Wohlthätigkeit seine schöne Aufgabe zu erfüllen gestrebt. Leider theilt er das Schicksal fast aller kleineren Gemeinden, daß durch Tod und Wegzug seine Mitgliederzahl einen ständigen Rückgang erfährt. Wahrhaft erfreulich ist dagegen der Umstand, daß die Zahl der Unterstützungsbedürftigen schon seit einiger Zeit recht gering ist. Die letzte Generalversammlung konnte daher in einem Falle die regelmäßige Unterstützung erhöhen und eine Beisteuer zu einer Brautausstattung — das vierte Mal seit dem Bestehen des Vereins — bewilligen. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf 2329.80 Mark. — Am Lag-beomer feierte in vollster Rüstigkeit Frau Louise Sachs ihren 80. Geburtstag. Stets hat es ihr Freude gemacht, Andere zu erfreuen, und die zahlreichen, ihr dargebrachten Glückwünsche waren der Dank dafür. Der hiesige jüdische Franeuverein, welchem die Jubilarin seit seiner Begründung als Mitglied und seit 30 Jahren als Vorsteherin angehört, bekundete seinen Dank noch besonders durch eine in warmen Worten gehaltene Adresse. Von allen Seiten waren die Kinder und Verwandten herbeigeeilt, um dem ehrwürdigen Familienhaupte zu gratuliren. darunter der Stadtverordnete und Vorsitzende des Berliner Nepräsentantenkollegiums. Herr Louis Sachs, und sein Bruder, Herr Gustav Sachs. Im Namen der Jubilarin spendeten die Angehörigen der hiesigen Stadtgemeiude 300 Mark, der Synagogengemeinde 300 Mark und dem Frauenverein 200 Mark zu wohlthätigen Zwecken. 1.. Hannover. Am 27. und 28. d. Monats findet hiex die 37. Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover statt. Es ist folgende Tagesordnung festgestellt: 1. Berichterstattung. 2. Vorstandswahl. 3. Vortrag: „Die Thätigkeit des Lehrers für kulturelle Bestrebungen innerhalb der Judenheit. insbesondere für Erweckung des Interesses für Handwerk und Bodenkultur." Referent Kollege Rothschild-Achim; Korreferent Kollege Bachrach-Hamelu. 4. Bericht der Kommission über „die Anstellungs- Verhältnisse der jüdischen Lehrer in der Provinz Hannover". Referent Kollege Spanier-Stolzenau. 5. Bericht der Kommission „für Urm arbeitung der Zeugnißbücher, Unterrichtsprolokolle u. s. w." Referent Kollege Stern-Hildesheim. 6. Lehrprobe: „David und Goliath" (Oberstufe) von Kollege Katz-Dransfeld. 7. Vorführung des Marxschen Leseapparates durch Kollege Meyer-Hannover. 8. Nechnungsablage und Entlastung des Rechnungsführers nach Prüfung der Kasse durch zwei Vereinsmitglieder. 9. Wahl der Delegirten zum Verbandstage. 10. Freie Besprechung. 11. Feststellung der Zeit und des Ortes der nächstjährigen Versammlung. Im Anschluß an die Leserversammlung findet eine Generalversammlung der Unterst ü tz ungskafse mit folgender Tagesordnuug statt: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes an Stelle des verstorbenen Herrn Cahn-Sarstedt bis 1902 und eines Stellvertreters des Herrn Justizrath Jüdell bis 1905. 3. Etwaige Anträge von Mitgliedern. — Das A lte rversorgung sha ns ist jetzt seiner Bestimmung übergeben, indem schon einige Greise den Segen der Anstalt genießen. Es ist ein stattlicher Bau in gesunder Lage, rings von Gärten umgeben, nur einige Minuten von dem Stadtwalde enfernt, der bestimmt ist, das Heim von Männern und Frauen zu bilden. Die Zimmer sind einfach, aber hell, freundlich und bequem. Alles athmet Behaglichkeit. Auch eine sehr schöne Synagoge ist eingerichtet worden. Möge den Insassen ein schöner Lebensabend beschieden sein! Wenn sie sich die innere Zufriedenheit bewahrt haben, ist er ihnen sicher, denn die äußeren Bedingungen hierfür sind vorhanden. A. Ahlem, 20. Mai. Der Vorstand und das Damenkomitee der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem hat an die Lokalkomitees und sonstigen Freunde und Förderer der Sache sowie deren Damen eine Einladung zu einer am Dienstag den 28. Mai in Ahlem stattfindenden Versammlung erlassen. Zweck dieser Zusammenkunft ist nicht nur Kenntnißnahme der gesummten Einrichtungen. Besichtigung der Kulturen rc.. sondern auch eine allgemeine Aussprache über die ferneren Ziele der Anstalt, namentlich über die neu zu bauende Mädchenanstalt. — Bei dieser Gelegenheit sollen nicht nur alle Anfragen seitens der Gaste beantwortet werden, sondern es ist auch der Wunsch des Vorstandes, daß aus der Mitte der Versammlung zweckmäßige Anträge gestellt werden. Bei dem großen Interesse, welches sich in jüdischen Kreisen für eine rationelle Erziehung der Kinder sowie für Förderung von Handwerk und Bodenkultur unter unseren Glaubensgenossen allgemein kundgiebt, wird eine Theilnahme an dieser Versammlug für die Betheiligten sehr instruktiv sein. N. Hamburg, 9. Mai. Der Centralverein deutscher S ta at sbürger jüdischen Glaube ns hatte für Sonnabend Abend eine Versammlung nach Sagebiels Etablissement einberufen. Der Vorsitzende, Herr Dr. med. M. Piza begrüßte die zahlreich Erschienenen und betonte, daß der Zweck der heutigen Versammlung sei, anzustreben, eine Ortsgruppe für Hamburg-Altona zu gründen. Hierauf hielt Herr Dr. Wiesenthal Berlin eineil mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über die Ziele und Zwecke des Vereins. Redner wendet sich im Laufe seiner Ausführungen auch gegen die zionistische Bewegung und schließt mit dem Wunsche, daß es hoffentlich bald erreicht werde, auch in Hamburg, der zweitgrößten Stadt des Reiches, eine besondere Ortsgruppe ins Leben zu rufen. Nach einer längeren Debatte beschloß die Versammlung die Gründung einer Ortsgruppe für Hamburg- Altona. Es wurde hierauf die Wahl eines aus neun Mitgliedern bestehenden Vorstandes per Akklamation vorgenommeu. Die Wahl fiel auf die Herren Gemeindevorsteher Dr. M. Cohen. Landrichter Dr. R. Hinrichsen, Dr. jur. I. Goldfeld. Dr. med. M. Piza, Rechtsanwalt Waldstein (Altona). Redakteur M. Deutschländer, Ernst Liebermann, Jnlio Hirfchmanu und Jakob Wolfs. — Die israelitische höhere Töchterschule, welche vor sieben Jahren mit nur zehn Schülerinnen hier ins Leben gerufen wurde, und in deren Lebensfähigkeit von verschiedenen Seiten Zweifel ausgesprochen wurden, hat einen ungeahnten Aufschwung genommen. Die Schule ist bereits vollständig ausgebaut, unterrichtet nach einem Lehrplane, wie ihn die „Klosterschule" für ihre Anstalten ausgestellt hat, und wird bereits von ca. 130 Mädchen besucht. Beim diesmaligen Schulschluß wurden zuerst süns Schülerinnen aus der ersten Klasse entlassen, von denen drei in das hier neu eingerichtete Mädchengymnasium ausgenommen worden sind. Dieses Resultat ist gewiß als ein gutes für die Schule zu bezeichnen. s. Marbllrg, im Mai. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres ist das hier errichtete Schüler- und Lehrlingsheim seiner Bestimmung übergeben worden. Wir verdanken diese segensreiche Institution dem Geheimen Regiernngsrath und Professor an hiesiger Universität Dr. Hermann Cohen und dem Provinzialrabbiner Dr. Munk. Den rastlosen Bemühungen dieser beiden Männer ist es gelungen, weitere Kreise für die Sache zu interessiren und die nothwendigen, sehr bedeutenden Mittel zu beschaffen. Die Anstalt, die nach mehr als einer Richtung von sozialer Bedeutung für unsere hessischen Glaubensgenossen werden dürfte, will Kindern jüdischer Eltern vom Lande — zunächst aus Hessen — gegen geringes Entgelt

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