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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-24 · Heft 21 (24.5.1901) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 21 (24.5.1901)
Date
1901-05-24
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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65. Jahrgang. Rr. 2t. LerUn. 24. Mai 1901. Der Gemeindebote. Weitage zur „Angerneinen Zeitung -es Zuöentyums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 19. Mai. Die heutige, wiederum unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Louis Sachs tagende Repräsentan ten-- versammlung erledigte ihre Tagesordnung in kaum einer Stunde. Zum geschäftlichen Theil lag die Mittheilung des Gemeindevorstandes vor, daß er dem Beschluß der Drucklegung eines Berichts über das hiesige jüdische Schulwesen beigetreten sei. Vom „Cerrtralverein für die Interessen der jüdischen Gemeinde", der wohl die Verpflichtung fühlt, auch den Repräsentanten wieder seine rege Thätigkeit in Erinnerung zu bringen, wurde eine Resolution zur Verlesung gebracht, deren Langathmigkeit und Bestimmtheit in der Form in recht schroffem Widerspruch zu dem siechen Dasein des Vereins steht. Die Resolution beklagt es als einen „schweren Mißgriff", daß der Jugeudgottesdienst nach altem Ritus nicht sofort auch in der Synagoge Heidereutergasse eingeführt werden solle. Die Resolution wurde der zur Vorberathuug des Jugeudgottesdienstes bestehenden gemischten Kommission als „Material" überwiesen. Dr. Minden berichtet alsdann noch, daß die aus den Herren Geheimrath Blumeuthal. Professor Blaschke, Manrermermeister Frankel und ihm bestehende Deputation die Glückwünsche der Versammlung zur Fahnenweihe in der sehr würdevoll verlaufenen Feier des jüdischen Militärvereins abgestattet habe. — Die Höhe der Neuauflage des II. Theils des Gebetbuches für die neue Synagoge wird auf 2000^Exemplare festgesetzt. — Eine Zuwendung in Höhe von 15 900 Mark zu Gunsten der jüdischen Armen, welche von dem in Nizza verstorbenen Herrn Jakob Plaut testamentarisch bestimmt worden ist, wurde debattelos genehmigt, ebenso die Zuwendung des Plantschen Iamilienraths zur Errichtung einer Jahrzeitsstiftung in Höhe von 15 000 Mark, derer! Zinsen alljährlich am Sterbetage an würdige Personen ohne Unterschied des Bekenntnisses vertheilt werden sollen. Der Vorsitzende spricht unter dem Beifall der Versammlung der Familie Plaut den Dank für diese beiden Zuwendungen aus. — Für Beleuchtungsapparate in den Bureaus Oranienbnrgerstraße 29 wird der Betrag von 36,49 Mark nachbewilligt. — Zur Kenntnißnahme liegt der Bericht der Armenkommission vor über die rituelle Speisung von Soldaten an: Pessachfeste. Wie der Referent Herr Be na s Levy mittheilt, wurden 22 Soldaten beköstigt, an den Sederabenden haben je 17 theilgenommen, an den Mittag- und Abendmahlzeiten je 17 bis 18. Die entstandenen Kosten betrugen im Ganzen 327 Mark. — Eine kleine Debatte schloß sich an die Bewilligung einer Ausgabe zur Renovirung der Kuppeln und der Fassade der neuen Synagoge. Der Betrag ist auf 80000 Mark berechnet. die Kuppeln sollen wieder ihre frühere Form erhalten und verzinkt und vergoldet werden. Herr Loewenthal beklagt es, daß der Vorstand sich nicht habe entschließen können, hier ganze Arbeit zu thun und die Verkupferung der Kuppeln zu veranlassen. Für die dauernde Erhaltung eines Knpferdaches sorge schon die Natur durch die Platinirung des Ueberzuges, während bei einer Verzinkung eine Renovirung in absehbarer Zeit wieder vorgenommen werden müsse. Die Verkupferung würde einen Mehrbetrag von 25000 Mark erfordern. Auch der Referent der Vorlage möchte es lieber sehen, wenn sich der Vorstand zu dem letzteren Vorschläge entschließen würde, während Kommissar Netter die Errungenschaften der modernen Technik als so vorzüglich hinstellt, daß eine Verzinkung doch 50 bis 80 Jahre Stand halten könne. — Alsdann finden an Stelle des aus den Kommissionen ausgeschiedenen Landgerichtsrath Löwe Ersatzwahlen statt, und zwar wurden gewählt in den Ausschuß III Herr Willibald Loeweuthal mit 9 unter 15 Stimmen. 6 Stimmen erhielt Herr Loewenberg; in das Kuratorium des zweiten Waisenhauses wurde Herr Benas Levy mit 9 gegen 6 Stimmen entsandt. In die Subventionskonunission wurde ebenfalls Herr Benas Levy deputirt, in die Fürsorgekommisston Syndikus Dr. Minden, in die gemischte Kornmission zur Berathuug der Normalbesoldnngsetats Louis Sachs. In die gemischte Deputation zur Berathung. der Frage des Jugendgottesdienstes nach altem Ritus, in welche der Gemeindevorstand Rechtsanwalt Lilienthal und Landgerichtsrath Löwe entsandt hat, werden schließlich noch die Herren Louis Sachs, Loewenberg und Manheimer abgeordnet. Damit schloß die öffentliche Sitzung, der eine geheime folgte. 22 Berlin, 19. Mai. Der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Rabbinerverbandes wird am 4. Juni eine Sitzung im Saale der Repräsentantenversammlung abhalten. Es handelt sich außer der Feststellung der Tagesordnung für die nächste Generalversammlung hauptsächlich um Stellungnahme gegen die sich mehrenden Schächtverbote seitens der Kommunalverwaltungen. Der Verband will durch eine Denkschrift an die Regierung sür das Schächten als jüdisch-religiöse Einrichtung Schutz erbitten, unter gleichzeitiger Zurückweisung der gegen diese Schlachtmethode gerichteten Angriffe. Ein Kampf gegen die kommunalen Schächtverbote erscheint erschwert, da nach einer kürzlich ergangenen Entscheidung des Oberverwaltnngsgerichts die Kommunen berechtigt sind, in ihren Schlachthäusern eine bestimmte Schlachtnrethode vorzuschreiben. Xp. Ans -er Provinz Posen, im Mai. Die Repräsentanten der jüdischen Gemeinde in Pl esch en wählten in ihrer neulich abgehaltenen konstituirenden Versammlung den Kaufmann Zarek zum ersten und Kaufmann I. Schybilski zum stellvertretenden Vorsitzenden. — Die jüdische Schnlkasse in Schwerin a. d. Warthe hatte im letzten Etatsjahre eine Einnahme von 3 728.96 Mark und eine Ausgabe von 3560 Mark. — Die Vertretung der Synagogengemeinde in Ostrowo hat beschlossen, für das Jahr 1901 als direkte Gemeindeabgabe 75 Prozent zur Staatssteuer zu erheben. Der Etat beläuft sich ans ea. 17 000 Mark, wovon 8000 Mark auf direkte Steuern entfallen. — Die Synagogengemeinde in Borek hat beschlossen, für das Etatsjahr 1901 75 Prozent zur Staatssteuer als Genreindeabgabe zu.erheben; die Mitglieder der zur Gemeinde gehörigen Stadt Pogorzela haben nnr die Hälfte dieses Betrages beizusteuern. Der Vorstand und das Repräsentantenkollegium der Synagogengemeinde in Ostrowo haben neulich in einer gemeinschaftlichen Sitzung die Einführung des Dreiklassenwahlsystems bei der Wahl von Gerneindevertretern mit der Maßgabe beschlossen, daß die Wahl mit verdeckten Stimmzetteln zu erfolgen habe, und für die erste Abtheilung fünfzwölftel des Stenerfalls, auf die zweite Abtheilung vierzwölstel desselben und auf die dritte Wählerabtheilung dreizwölftel der direkten Steuersumme irr Anwendung kommen. Ferner wurde beschlossen, die Zahl der stellvertretenden Repräsentanten aus sechs zu erhöhen und den Wahlmodns bei Wahlen von Rabbinern und Kantoren dahin zu ändern, daß fortan nicht auch ein Theil der Gemeinde, 'sondern nur die gesammten Gemeinde- Vertreter die Wahl der erwähnten Beamter» zu vollziehen haben. In Pcrkosch ist der Bau einer neuen Synagoge in Angrifsgelwmmen warben. Gneserr, 20. Mai. Die Tagesordnung für die 13. Jahresversammlung des Ve re i ns jüdischer Lehrer der Ostprovinzen lautet folgendermaßen: 1. Begrüßungen. 2. Berichterstattung über das abgelauserre Vereinsjahr (vom Vorsitzender»). 3. Rechnungslegung (Grünseld). 4. Vortrag über das Verbandsthema: „Die Thätigkeit des Lehrers sür kulturelle Bestrebungen innerhalb der Judenheit, insbesondere sür Erweckung des Interesses für Handwerk und Bodenkultur" lBecker). 5. Bericht über bas neue Lesebuch (Behle). 6. Vortrag: „Ans der Vergangenheit der Juden Posens" (Herzberg). 7. Antrag aus Aendernng der §A 3 und 11 der Verbandssatzungen (Becker). 8. Unser nächster Verbandslag. 9. Bestimmung über Tag und Ort unserer nächsten Versammlung. Anmeldung von Vorträgen. 10. Anträge aus der Mitte der Versammlung. t. Nyvnik, 15. Mai. Am 12. d. M. ist im Alter von 77 Jahren ein Mitglied unserer Gemeinde entschlafen, das zu den ehrbarster» Männern nicht nur dieser selbst, sondern auch der Bürgerschaft gehörte: der Kansmann Jonas Aron ade. Die Schaar von Einheimischen und Auswärtiger», die den wert über unsere engere Heinrath

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