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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-24 · Heft 21 (24.5.1901) · p. Seite 244

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 21 (24.5.1901)
Date
1901-05-24
Page
Seite 244 (sequence 6)
Language
German
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244 erfährt man dies auch recht bald durch ein Extrablatt der „Welt", damit man nicht auch diese Nachricht in die Reihe jener „Sensationen" stellen muß, die bisher regelmäßig wenige Wochen vor der Einberufung eines jeden Zionistenkongreffes eingetroffen sind. Wir wir schon berichtet haben, wurde in der Versammlung der „Chowewe Zion" in Odessa seiner Zeit beschlossen, eine Deputation wegen der jüdischen Kolonisten und Taglöhner in Palästina an die 4o>vi8li Loloiüxalion ^8sooiatLon und an Baron Edmund v. Rothschild in Paris zu senden. Diese Deputation besteht aus den Herren: Grimberg, Barasch, Dr. Kohan- Bernstein, Günzburg, Ussischkin, Dr. Cohn (Kischinew), Dr. Tschlenow und Gluskin. Am 14. d. M. hatte die Deputation Gelegenheit, dem Ausschuß der OoloinLaiion ^sLoemiion, der schon am 12. d. M. eine Sitzung in dieser Sache hatte, ihre Wünsche vorzutragen. Im Allgemeinen ist die Verwaltung der ^ervisli LolomLaiion ^88oemtion geneigt, diese Wünsche soweit als möglich zu befriedigen. Es soll eine Kommission eingesetzt werden, in der Herren jener Deputation und Vorstandsmitglieder der 4ervi8ti Ooloniration ^88oeiation die Sache berathen. lieber die Zusammensetzung dieser Kommission geheil die Ansichten noch auseinander. Aber im Ganzen hofft mall doch zu einem befriedigenden Resultate zu gelangen, was wir im Interesse der Sache nur wünschen können. JnAmerika beabsichtigt man, eine große jüdisch-historische Ausstellung zu veranstalten. Es wird uns darüber von betreffender Seite aus Newyork, den 11. Mai geschrieben: In der letzten Jahresversammlung der ^merierM 46>vistl 14ii4<>i-i'<7!il ^oeiet.v in Philadelphia wurde ein Spezialkonntee eingesetzt, mn über die Veralistaltung einer amerikanischen jüdisch-historischen Ausstellung Erhebungen zu pflegen. Der Bericht des Komitees, der zu gunsten des Planes ausfiel, wurde dem geschästssührenden Ausschuß der Gesellschaft vorgelegt, und dieser hat in seiner Sitzung vom 28. v. M. einstimmig beschlossen, eine solche Ausstellung in der City voll Newyork unter den Auspizien der ^lnoi'i'orm llexvisli Histori'erü 8ocie4v im Winter von 19011902 zu veranstalten. Es wurde auch beschlossen, verschiedene jüdische Organisationen zur Mitarbeit einzuladeu: die loniüli die Union ot'^morieun Ilebro^v-Lou- 8l'6AkNion8» die l'ontral l'.out'eroueo ot' ^Vuwl'ierm llnbbis. die Ortlio- <lox .lo^vi'Kll (long'i'eAutiomlt bmiou, das klein 6 Union <2otIe§e, das .iLnvisb IlleotoAieal 8>oilniikn-.v, das C.ounci! ok 4e>vis1i ^Voinon, die .1e» (llnnltrnujmi, die Xnlioinil (lont'ereoco of die l'eäoLläion ot' ^ineriorm /ionists mld die jüdischeil Logen. Es ist unsere Absicht, die historischen Erinnerungen auszustellen, welche die Geschichte der Inden illustrireu, von der Entdeckung Amerikas durch Columbus angefaugeu, die Briefe an die Maranneu in Spanien, Washingtons Briefe an die Juden, Porträts, Miniaturen und Stiche voll amerikanisch-jüdischen Berühmtheiten. Photographien, Karten und Stiche von Synagogen und Institutionen, eine Sammlung aller Bücher, geschrieben von Inden in Amerika, und derer, die sich beziehen auf das amerikanische Iudenthum, dessen Geschichte und Institutionen, ferner Manuskripte, Antographen u. s. w. Die Ausstellung voll Gegenständen jüdisch-religiöser Kunst und jüdischer Antiquitäten im Allgemeinen wurde ebenfalls vorgeschlagen. Man war allgemein der Ansicht, daß sich gegenwärtig noch viele Gegenstände von Werth im Besitze jüdischer Familien befinden, die, wenn sie durch die Ausstellung und die mit ihr verbundenen Publikationen ans Licht gebracht werden, die Studien der jüdischen Geschichte im Allgemeinen. der amerikanisch-jüdischen und der amerikanischen Geschichte im Besonderen sehr fördern würden. Der erziehliche Werth einer solchen Ausstellung liegt darin, daß die außerordentlichen Dienste, welche die Juden in Amerika seit der Entdeckung dieses Welttheils geleistet haben, in einem großen Gesammtbilde vorgesührt werden, das sowohl auf die Juden selbst wie mff die Allgemeinheit Eindruck machen würde. Dem Komitee für diese Allsstellung gehören die hervorragendsten Männer all. Wir nennen nur Dr. Cyrus Adler, den früheren Gesandten Oscar S. Strauß, den Richter Meher Sulzberger, Professor Gottheit, Simon W. Rosendale, den hervorragenden Juristen Mar I. Köhler, den großen Philantropen Jacob H. Schiff, den bekannten Schriftsteller Josef Jacobs, der seiner Zeit schon an der jüdisch-englischen Ausstellung betheiligt war, und die Herren Rabbiner Dr.Rosenau. Gottheit, Philippson u. A. Das Komitee wird unverzüglich daran gehen, die nöthigen Arrangements sür das Unternehmen zu treffen. An die indischen Lehrer! Von Seminarlehrer A. L. Levy, Hannover. Ä^n unserer Zeit, und ganz besvnders.in den großen Städten, mehren sich voll Jahr zu Jahr die Fälle, daß Eltern den Religionslehrern zumuthen, den Kindern nur Unterricht in systematischer Religionslehre mit Umgehung des Unterrichtes im Hebräischen zu ertheilen, oder, wie der beliebte Ausdruck lautet, nur das „Ethische" unserer Religion zu lehren. Bib lischt Geschichte findet außerdem noch Gnade in den Augen solcher Eltern. Die Lehrer an den Religionsschulen werden solche Zumuthungen natürlich zurückweise»; thuen es aber auch all die Lehrer, die Privatunterricht im Hebräischen ertheilen Die Eltern führen bei ihren Wünschen mancherlei Grunde im Feld. „Es fällt den Kindern sehr schwer," so bemerken sie „das Hebräische zu erlernen, das Lesen wird wohl Verhältnis; mäßig leicht begriffen, zu großer Geläufigkeit kommt es jedock in den seltensten Fällen, und das Uebersetzen der Gebete ode gar des Pentateuch ist eine entsetzliche Qual für unsere Kinder. So behaupten die Eltern, die Kinder hören es und betheiligen sich, wenn der Lehrer, und wir wollen zur Ehre des jüdische- Lehrerstandes annehmen, daß die überwältigende Mehrzähl e thut, es durchgesetzt hat, daß auch im Hebräischen unterricht« wird, zunächst mit Widerwillen an dem hebräischen Unterricht« Der Lehrer hat dann sein ganzes Lehrgeschick anzuwenden, m diesen Widerwille» zu brechen. Woher mag aber die Ansicht solcher Eltern, die sich gegen das Hebräische richtet, kommen Jndifferentismus allein kann es doch nicht sein, denn sie willige« doch gern ein, daß ihre Kinder die Lehren des Judenthmn kennen lernen sollen. Nun, ich glaube, es ist wohl die E innerung an die nicht sehr angenehmen Lehrstunden, die s selbst in ihren Kinderjahren genossen haben, die sie gegen de« Unterricht einnimmt. Das wird wohl jeder Fachmann z> gestehen, daß die Art und Weise, wie vor Jahrzehnten de hebräische Unterricht ertheilt wurde, in de» meisten Fällen de>u Kinde jedes Interesse für denselben gewaltsam geraubt he Da wurde „gedrillt", gedankenlos die deutsche Uebersetzung de i Kinde übermittelt. Grammatik wurde größtentheils gar ni«! getrieben; der Inhalt der Gebete wurde nicht besprochen, eu« angemessene Auswahl des Stoffes fand nicht statt, und die Scho» heiten der Sprache blieben dein Kinde vollkommen verschlösse > Heilte ist es besser geworden. Der Lehrer geht nicht im a ziellos vor, er nimmt zunächst die leichteren, dem kindliche" Auffassungsvermögen besser verständlichen Gebete, er lehu Grammatik, damit das Kind sich selbst ein wenig helfen kam« er bespricht den Inhalt und zeigt dem Kinde die herrlichen jüdischen Gebete und die Schönheit der Sprache und erregt jo das Interesse des KindeS. Aber sehen wir uns einmal uni, ob

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