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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-17 · Heft 20 (17.5.1901) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 20 (17.5.1901)
Date
1901-05-17
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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2 iNr. der Truppenstammrolle Nr. 62), erhielt die Dieristauszeichinrng M. Klasse und die Erinnerungsmedaille. An folgende Feldzügen hat er theilgenommen: vom 1. 8. bis 15. 9. 1894 Feldzug gegen Witboi. am 27. und 28. 8. 1894 Erstürmung der Naukluft, vom 20. 12. 1894 bis 10. 2. 1895 Kriegszug gegen die Khanas-Hottentotten, vom 27. 3. bis 13. 6. 1896 Feldzug gegen die vereinigten Khanas-Hottentotten und Hereros, am 5. 4. 1896 Gefecht bei Gobabis, am 18. und 19. 4. 1896 Gefecht bei Siegfeld, am 6. 5. 1896 Gefecht bei Sturmfeld (Otjimda), vom 3. 12. 1W7 bis 30. 4. 1898 Feldzug gegen die dereinigten Stämme der Swartbooi-Topnaar-Hottentotten und Nordwesthereros. Ausgefertigt Outjo 1. 4. 1899. Vom Oberkommando der Schutztruppe wurde H. am 14. 11. 1899 als Invalide mit im Ganzen 1000 Mark Pension nach Kauernik, Kreis Lübau, entlassen, wo er als Ackerbürger und Gastwirth lebt. n. Posen, 5. Mai. Heute fand in dem Sitznngssaale des Gemeindehauses die statutenmäßige Generalversammlung des „Verbandes der Synagogengemeinden des Regierungsbezirks Posen" statt. Die Sitzung wurde in Vertretung des abwesenden Verbandsvorstehers vom Justizrath Salz geleitet. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde der Bericht des Verbandsvorstehers entgegengenommen. Im Berichtsjahre haben 13 Gemeinden den Anschluß an den Verband neu bewirkt, sodaß derselbe gegenwärtig 39 Gemeinden umfaßt. Die Ausgaben beliesen sich aus 1209.05 M., von denen 750 M. für das vom Rabbiner Dr. Feilchenfeld in Posen ins Leben gernsene nnd geleitete Institut zur Ausbildung vonKultnsbeamten (Schächtern. Kantoren und Neligionslehrern) etatlich verwendet wurden. Die hier ausgebildeten Kandidaten übernehmen gleich bei Eintritt in das Institut die Verpflichtung, nach bestandener Prüfung bei Darbietung geeigneter Stellen während dreier Jahre im Regierungsbezirk Posen zu amtiren. Zur Zeit sind bereits mehrere Beamte aus dieser Schule hervorgegangen, die alle zur Zufriedenheit ihrer Gemeinden wirken. In mehreren Verbandsgemeinden, die eines Rabbiners entbehren müssen, wird an je einem Sabbathe eine Predigt gehalten, welche die jeweiligen benachbarten Rabbiner freiwillig übernommen hatten, womit denn auch eine Inspektion des Religionsunterrichtes verbunden war. Wo es sich als nöthig erwies, wurden Beihilfen zu seiner Verbesserung bewilligt. Der Bericht konstatirt auch die Theilnahme des Verbandsvorstehers an den Vorberathungen zur Organisation einer Gesammtvertretung der deutschen Jndenheit. In Erledigung des zweiten und dritten Punktes der Tagesordnung wird die Jahresrechnung geprüft und als richtig befunden. Nachdem die sechs ansscheidenden Ausschubmitglieder per Akklamation wiedergewählt und der Voranschlag pro 1901 festgesetzt ist (der Etat balancirt in Einnahme und Ausgabe mit 2001.79 M.), wird zum letzten Punkt der Tagesordnung geschrittten. Eine besonders umfangreiche Debatte entspann sich über die Frage, wie die Inspektion des Religionsunterrichtes überall wirksam vorgenommen werden kann und wie zu bewirken sei. daß in allen Bezirksgemeinden an einzelnen Sabbathen des Jahres Predigten gehalten werden. Als erstrebenswerthes Ziel wurde von seiten des Vorstandes die Anstellung eines sogenannten Wanderrabbiners bezeichnet für die durchaus nicht leistungsfähigen Gemeinden, während den besser situirten Gemeinden der Anschluß an die benachbarte Nabbinatsgemeinde empfohlen werden soll. In Erwägung aber, daß zur Ausführung des erstbezeichneten Planes die Verbandsmittel lange nicht hinreichen, wird versucht werden, die Rabbiner zur freiwilligen Uebernahme seelsorgerischer Thätigkeit in den kleinen und kleinsten Gemeinden noch mehr, als dies bisher der Fall war. zu veranlassen, ein Vorhaben, das gewiß die Unterstützung der Betheiligten erfahren wird. Als ein trauriges Zeichen der Zeit wurde eS bezeichnet, daß noch immer der Religionsunterricht (biblische Geschichte n. dgl.) an jüdischen Elementarschulen einer wirksamen Aufsicht entzogen ist. ES wurde zur Beseitigung dieses allgemein anerkannten Uebelstandes der Antrag einstimmig angenommen, daß der Gemeindebnnd angegangen werden soll, bei der zuständigen Behörde in dieser Angelegenheit vorstellig zu werden, sie zu veranlassen, daß den von den Gemeinden vorgeschlagenen Fachmännern die Inspektion des Religionsnnterricktes an den jüdischen Elementarschulen übertragen werde. Für den hebräischen Unterricht soll nach wie vor dafür Sorge getragen werden, daß in allen Gemeinden Religionsschulen eingerichtet werden, daß also der hebräische Unterricht nicht nach Vereinbarung zwischen den Eltern und Lehrern ertheilt werde, sondern die Vorstände das Abkommen zwischen den Lehrern und den Gemeinden treffen. Im Anschluß an die Generalversammlung fand eine Ausschußsitzung statt, in der sich der nengewählte Ausschuß konstitnirte und die etatlich festgesetzte Summe zur Subvention an Gemeinden betreffs Förderung des Religionsunterrichtes nach den gestellten Anträgen vertheilt wurde. n. Liegrritz, 10. Mai. Am 30. v. M. waren 25 Jahre verflossen, seit der verdiente Leiter unserer Gemeinde, Herr Heinrich Cohn, in das Vorstandskollegium eingetreten war. Während dieser Zeit hat Herr Cohn es verstanden, die Organisation der Verwaltung zu einer musterhaften zu gestalten. Auf allen Gebieten des Gemeindelebens, sei es in der Ausbildung des Kultus, sei es in der Förderung unserer Wohlfahrtseinrichtnngen. zeigt sich die Spur seines rastlosen Schaffens. Er genießt aber nicht nur die dankbare Verehrung seiner ^Gemeinde- Mitglieder, sondern auch wegen seiner eminenten Thätigkeit aus kommunalem Gebiet (er bekleidet in der Stadtverordnetenversammlung das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden) die Achtung und Liebe aller Mitbürger. Den oben erwähnten Gedenktag haben die Verwalt» ngskörper der Gemeinde dadurch geehrt, daß sie dem Jubilar, der in seinem schlichten Sinn allem Gepränge abhold ist, eine „Heinrich Cohn-Stiftung" in Höhe von 1500 Mark votirten, deren Zinsen zu einem wohlthätigen Zweck nach Ermessen des Herrn Cohn verwendet werden sollen. Rabbiner Dr. Peritz, die Vorstände des israelitischen Frauenvereins und der Chebra Kadischa. die Mitglieder des Gemeindevorstandes und des Bureaus der Nepräsentantenversammlung waren in der Behausung des Jubilars zur Beglückwünschung erschienen. Am Sonnabend hatte Dr. Peritz beim Morgengottesdienst Veranlassung genommen, dem Jubilar eine Festansprache in Form eines inhaltsnnd sinnreichen Gebetes zu widmen. Möge es Herrn Heinrich Cohn beschieden sein, noch viele Jahre sein segensreiches Wirken für unsere Gemeinde und sür das Judenthnm fortzusetzen! U. Hamburg, 10. Mai. Der Verein zur Unterstützung kurbedürstiger Israeliten (Theresienstiftung) hielt seine diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn L. Mathiason ab. Dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen daß auch im verflossenen Jahre nur der kleinste Theil der beim Verein eingegangenen nnd von Aerzten unterstützten Meldungen berücksichtigt werden konnte. Die Zahl der Anmeldungen betrug 90. welchen zur Herstellung ihrer Gesundheit ärztlicherseits ein längerer Kuraufenthalt verordnet worden; hiervon wurden berücksichtigt 36; 8 Personen erhielten mrr Reiseuntersttttznng, während für die übrigen 28 die gesummten Knrkosten vom Verein bezahlt wurden. Die 36 Pfleglinge verteilten sich auf die Badeorte Soden, Karlsbad, Pyrmont, EmS u. f. w. Die 36 Pfleglinge verursachten einen Kostenaufwand von 5069 Mark. Der Verein erhielt wie im vorigen Jahre vom Vorstand der Deutsch-israelitischen Gemeinde eine Subvention von 1000 Mark, auch hat der Verein von der Wrttwe des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Max Magnus die hochherzige Spende von lOOOMark erhalten. Znm Schluß theilte der Vorsitzende mit. daß der langjährige Vorsitzende deS Vereins, der frühere Gemeindevorsteher N. Samson, aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt habe. In Anbetracht der Verdienste, die sich Herr N. Samson um den Verein erworben, wurde einstimmig beschlossen, denselben zum Ehrenmitglied zuernenuen. —Der Verein zur Gesundheitspslege schwacher israelitischer Kinder eröffnet im Juni d. I. an der Nordsee in Cuxhaven ein „Israelitisches Kinderhospiz" und wird solches bis nach Schluß der Nheinlandferien für monatlich ca. 60 Kinder im Alter von 6—14 Jahren geöffnet halteil. Rituelle Verpflegung nach ärztlicher Vorschrift; Schwester. Lehrerin nnd Lehrer werden zur steten Beaufsichtigung der Pfleglinge im Hospiz sein. ä. Schwerin, 7. Mai. Unser verehrter Landesrabbin er D r. Feilchenfeld beging am letzten Sabbath in ungetrübter körperlicher und geistiger Kraft das 25 jährige Amtsjubilänm im Dienste der mecklenburgischen Gemeinden. Der Tag war ein Freudentag für weite Kreise, denn sichtbar leuchten die Spuren der segensreichen Wirksamkeit des allgemein beliebten und verehrten Mannes. Am Sabbath fand eine erhebende Feier im Gotteshause statt, wo Dr. Feilchenfeld in gedankenvoller und ergreifender einstündiger Predigt die Pflichten des Priesterzeichnete. Namens der Regierung gratulirten die landesherrlichen Kommissare, namens der Schweriner Gemeinde pries der erste Vorsteher Herr Bonheim in begeisterten Worten die Persönlichkeit und das Wirken des Herrn Dr. Feilchenfeld. Die Gemeinde sammelte einen bedeutenden Beitrag für die „Dr. Feilchenseld-Stiftung". welche armen jüdischen Gemeinden des Großherzogthums Unterstützungen für

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