Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1901)
- Date
- 1901-05-17
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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65. Jahrgang. Vlr. 20. Der Gemeindebote. Lrrltti, t7. Mm 1901. Werkage zur „Mkg^mernen Zeitung des Iuöenthurns". Korrespondenzen und Nachrichten. . Deutschland. 8^ Berlin, 14. Mai. lieber die ko ll fe s s l ou el l ell Verhältnisse der einzelnen Berliner Gymnasien wird die folgende Tabelle veröffentlicht: 1. Königl. Luisen-G.. . . 649 davon ev. 547 kath. 23 biss. 1 mos. 78 2. König!. Friedr.-Wilh.-G. 648 „ 507 27 1 113 3. Königl. Wilhelms-G.. . 617 „ 296 7 0 314 4. Sophien-G. 603 „ 325 19 1 258 5. Askanisches G. 576 437 22 0 117 6. Kgl. Prinz-Heinrichs-G. 546 450 53 0 43 7. Friedrichs-G. 517 281 37 1 198 8. Luisenstädt. G. 481 347 39 1 94 9. Königl. Joachimsth.-G. . 470 420 15 0 35 10. Lessing-G. 468 409 32 0 27 11. Friedr.-Werder-G.. . . 464 268 26 2 168 12. Graues Kloster-G. . . 463 360 23 1 79 13. Königsstädt. G. . . . 395 225 25 0 145 14. Kölln. G. 212 7 1 157 15. Leibnitz-G. 353 „ 267 36 0 , 50 16. Humboldts-G. 333 283 24 1 25 17. Königl. Französisches G. 262 „ 131 5 2 124 8222 5765 420 12 2025 Die Zahl der jüdischen Schüler ist scholl seit Jahren nicht gestiegen, während die der protestantischen nnd katholischen ständig gewachsen ist. Die antisemitischen Zeitungen benutzen diese Statistik, um für Errichtung jüdischer Gymnasien Stimmung zu machen, während die „Kölnische Volkszeitnng", welche an sich natürlich vollkommen mit der Errichtung von konfessionellen Gymnasien einverstanden wäre, ihrerseits eine solche jedoch für unmöglich erklärt, weil die Juden einerseits sie nicht wollen, nnd anderseits es an jüdischen Lehrern fehlen würde. Wir können der „Köln. Volksztg." verrathell, daß der letzte Grund gewiß nicht stichhaltig ist, denn die Zahl der jüdischen Philologen ist eille sehr erhebliche, nur können sie leider als Inden nur sehr schwer Anstellung an öffentlichen Schulen erhalten, und daher mag es kommen, daß das sonst gut informirte Blatt der Meinung ist, es würde gegebenen Falls an jüdischen Gymnasiallehrern Mangel sein. Berlin, 10. Mai. „Die Wissenschaftliche Vereinigung j n di sch er Schul m änner zu Berli n" hielt am 4. d. M. eine Sitzung unter Leitung ihres Vorsitzenden Herrn Auerbach ab. Der Vorsitzende refenrte über einige neuere Erscheinungen auf dem Gebiete des Religionsunterrichts und gab zunächst Kenntniß von dem Erscheinen einer Uebersetzung des Gebetbuches, deren Verfasser Lehrer Einstaedter, von der isr. Volksschule zu Frankfurt a. M. ist. Der Verfasser gebe in dem Vorwort an, daß er vor allen Dillgen darauf ansgegangen sei, den Kindern eine wortgetreue Uebersetzung zu bieten, und diese Absicht sei auch in vollem Maße verwirklicht worden; allein dadurch sei in vielen Fällen der deutschell Sprache ein unerträglicher Zwang angethan worden. Wenn auch die Uebersetzung mancher Psalmen als gelungen bezeichnet werden müsse, so könne doch das Buch weder Kindern in die Hand gegeben noch zur Einführung für den Unterricht empfohlen werden. Desto wärmer sei ein anderes Werk sür das Studium zu empfehlen, das Buch von Gunkel: „Die Sagen der Genesis," das sehr lesenswerth und von Professor Paulsen in der „Deutschen Schule" aufs günstigste beurtheilt sei. Er glaube, daß jeder Lehrer mit vielem Vergnügen und großen! Nutzen das Buch lesen werde. — All das Referat schloß sich eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen, die zum Theil eine lebhafte Diskussion hervorl iefen. Schließlich machte Herr Hanfs davon Mittheilung, daß zur Nmarbe'itmig der „Biblischen Erzählungen" von Anerbach, die. Einsetzung einer Kommission, bestehend.aus den Herren Anerbach, Rektor Dr. Entmann und Hanfs vorgeschlagen werde. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung angenommen. Herr Hanfs bat schließlich, noch etwaige Wünsche betreffend die Umarbeitung der Kommission zu übermitteln. l. Berlin, 12. Mai. Bei dem schon seit Jahren bestehenden fühlbaren Mangel, namentlich an solchen Kantoren, welche sür erste Stellen geeignet sind, ist es doppelt erfreulich, wenn unsere Kantoren selbst ihre Ausgabe auch darin erblicken, ihre Kräfte der Ausbildung von Kantoren zu widmen, und dadurch an der Beseitigung dieses Mangels Mitarbeiten. Die jahrelangen Praktischen Leistungen des Herrn Kantor Epstein hier, welche scholl wiederholt anerkannt wurden, sowie der Umstand, daß Herr Epstein seine musikalische und gesangliche Ausbildung bei hervorragenden Fachmännern genossen hat, dürfte eine Gewähr dafür bieten, daß die voll ihm Ausgebildeten allen an sie herantretenden Anforderungen der Gegenwart genügen. — Berlin, 14. Mai. Für viele Leser, die dieser bei unseren Glaubensgenossen beliebten Gesellschaft angehören, dürste der Jahresbericht der „Germania, Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft zu Stettin", von besonderem Interesse sein. Nach Genehmigung der Bilanz sowie der Gewinnnnd Verlnstrechnung für das Jahr 1900 durch die am 11. d. M. stattgehabte Generalversammlung erhalten die mit Anspruch aus Dividende Versicherten vertragsmäßig von dem verbliebenen Jahresüberschusse 91,^ Prozent mit 4 436 005.21 Mark. Die Gewinnreserve dieser Versicherten, die lediglich zur Vertheitung voll Dividenden auf die künftig noch zu leistenden Prämien dient und nicht zu anderen Ausgaben verwendet werden darf, ist hierdurch auf 17 184 647.56 Mark Ende 1900 allgewachsen. Im verflossenen Jahre wurden an die mit Gewinnantheil Versicherten 4 325 587.58 Mark Dividende durch Abrechnung ans die 1900 fälligen Prämien oder baar vergütet. — Der Gesammtversicherungsbestand stieg nach Abzug der durch den Tod und bei Lebzeiten ansgeschiedenen Versicherten, ans 193 855 Polizen über 622 205 388 Mark Kapital und 2 474 807.55 Mark Jahresrate Ende 1900. Von den im Jahre 1900 angemeldeten Sterbefällen hat keiner zu einem Streitfälle gegen die Germania Anlaß gegeben. Die Gesammtaktiva der Germania, von welchen 83,2 Prozent mit 208 092 315 Mark in erstklassigen mündelsicheren Hypotheken angelegt sind, stiegen im Jahre 1900 nin 13 693 686 Mark auf 250 024 499 Mark. Mit diesen reichbemessenen Fonds bietet die Gesellschaft ihren Versicherten volle Garantie sür die Erfüllung aller vertragsmäßig übernommenen Verpflichtungen. Danzig, 12. Mai. Der Verein j ü d i s cher Religio n s - lehrer Westpreußens versendet die Einladung zn der am 26. lind 27. d. M. im Gelneindesitzungszünmer hier stattfindenden Jahresversammlung jüdischer Neligionslehrer Westpreußens. Die Tagesordnung ist folgende: Sonntag, den 26. Mai: 1. Begrüßung durch den Vorsitzenden; 2. Jahresbericht vom Schriftführer; 3. Kassenbericht vom Rendanten; 4. Vortrag: „Die Thätigkeit des Lehrers für kulturelle Bestrebungell innerhalb der Jndenheit, insbesondere für Erweckung desJnteresses sür Handwerk und Bodenkultur." Referent Mannheim- Grandenz; 5. freie Besprechungen. Molltag, den 27. Mai: 6. Abänderungsvorschläge sür die Verbandsstatuten; 7. innere Angelegenheiten und Mittheilungen; 8. Neuwahl des Vorstandes; 9. Wahl eines Delegirten nnd eines Stellvertreters für den am 30. und 31. Dezember d. I. in Hamburg stattfindenden zweiten Verbandstag; 10. Erledigung eingegangener Anträge. t. Löbau, Westpr., 8. Mai. Znm Kapitel „I ü d i sch e S o lbaten" übersende ich Ihnen den nicht uninteressanten Auszug ans dem Militärpaß des ehem. etatmäßigen Unteroffiziers Hermann Hennig ans Kauernick. Kreis Löbau Westp.: H. Hennig. geb. 5. 6. 1870 in Strelew, mosaisch, Steindrncker, trat 4. 10. 1892 als Rekrut ins Ulauen-Ngt. Nr. 14, 2. Eskadron etn, wurde am 2. 6. 1894 zur südwestafrikanischen Schutztruppe versetzt, am 11. 5. 1896 zum Gefreiten, am 6. 5. 1897 zum überzähligen und am 20. 7. 1898 zum etatsmäßigen Unteroffizier befördert. H. stand bei der 4. Feldkompagnie