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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-10 · Heft 19 (10.5.1901) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 19 (10.5.1901)
Date
1901-05-10
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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emporarbeitete, hat ein Alter von 66 Jahren erreicht. Die Sympathien, die er in den weitesten Kreisen sich errangen, folgen ihm über das Grab nach. Das Leichenbegängnis; fand hente unter sehr zahlreicher Theilnahrne weiter Kreise statt. Dr. Mahbcunn hielt eine ergreifende Trauerrede. o. Potsdam, 6. Mai. Auch hier ist nun das Schächten ans demS ch lacht h!o fe vorläufig v erböte n. Eine Eingabe des Thierschuhvereins um Beseitigung von Mängeln auf dem städtischen Schlachthofe, besonders um Verbot des Schächtens, war s. Zt. einen; Ausschüsse überwiesen worden; der Ausschuß empfahl das Schächtverbot. und dasselbe wurde am 3. d. M. in der Stadtverordnetenversammlung mit 27 Stimmen, der absoluten Mehrheit, angenommen. Alle Gegengrnnde und Argumente des Oberbürgermeisters Zähne, des Dr. Masius und des Rechtsanwalts Friedlander fruchteten nichts. Die Antisemiten kamen mit ihren bekannten Scheingründen, und selbst die Gutachten der hervorragendsten wissenschaftlichen Autoritäten vermochten ihnen nicht zu imponiren. Was ist ihnen überhaupt Wissenschaft? Es wird nun bald an der Zeit sein, energisch in dieser Sache vorzugehen! — Korntz, 3. Mai. In der Synagoge und in; jüdischen Badehanse wurden in der Nacht zum 30. v. M. 17 Fensterscheiben eingeworfen; als Thäter wurden fünf Knaben im Aller von 8—11 Jahren ermittelt. — Das Schöffengericht hatte die Gesindeverinietherin Anna Nos; wegen Beleidigung des Fleischermeisters Adolf Lewh zu 20 Mk. Geldstrafe vernrtheilt, weil sie Lewy ans der Straße narhgernfen hatte: „Sie sind der Mörder Winters." Die Strafkammer erhöhte die Strafe auf 120 Mark. Außerdem verurtheilte das Schöffengericht den Synag egend jener Nosfek wegen Beleidigung des Fleischermeisters Hofsinann und dessen Tochter Anna zu einem Monat Gefängniß. Nossek hatte geäußert, Hoffmann sei der Mörder Winters, man solle ihn und seine Tochter einsteeken. Das sind die traurigen Folgen jener elenden Hetze, die noch immer von außen geschürt wird. Lp. Aus der Provinz Posen, im Mai. Der Vorstand der Synagogengeineinde in Grätz hat beschlossen, für das Jahr 1901 auch nur 30 Prozent der Staatseinkommenstener als Gemeindeabgabe zu erheben, obgleich die Acetylenbelenchtung im Tempel einen größeren Kosteilauswand verursacht. — Der Handelsmann Tobias Cohn in Ostrowo hat der dortigen Synagogengemeinde einen Vorhang für die heilige Lade im Beth-Hamidrasch daselbst in; Werthe voll 300 Mark geschenkt. — In Meseritz ist kürzlich im Alter von 83 Jahren der Stadtälteste Leiser Nothe gestorben. Derselbe war ursprünglich Lehrer, ging dann zum Kausmannsstande über und gründete die weithin bekannte Firma „Meher Cohn" in Meseritz. lieber 30 Jahre gehörte der Verstorbene der dortigen Stadtvertretung all. — Ein roher Akt wurde jüngst ans dem alten geschloffenen Friedhofe in Wre scheu verübt. Dort sind eine Anzahl voll Leichensteinen zum Theil nmgeworfen. znm Theil zerbrochen und mehrere Gräber verunreinigt worden. Die Vertretung der Synagogengemeinde hat auf die Ermittelung der Thäter eine Prämie ausgesetzt. — Der jüdische Schulvorstand in Zerkow hat den Alltrag, die dortige 13 Schüler zählende jüdische Schule aufzulöseu, und dieselbe der evangelischen Schule daselbst einznverleiben, abgelehnt. — Der Rentier Berger in Ostrowo hat anläßlich seiner Uebersiedelung nach Berlin der dortigen Synagogengemeinde einen kostbaren Kronleuchter geschenkt. — Die als Kaufleute in Nelv-Uork lebenden Gebrüder Na witsch er haben ihrer Heimathgemeinde in Bojanowo 1000 Mark zum Bau eines Siechenhanses und 1000 Mark zur Vergrößerung des Friedhofes überwiesen. — Lehrer Jacobsohn an der jüdischen Volksschule zu La bi sch in feierte am 1. Mai er. sein 23 jähriges Amtsjnbiläum. H: Liffa (Posen), 4. Mai. Am 23. v. Monats, feierte das Ansorgesche Ehepaar Hierselbst das Fest der silbernen Hochzeit. Welch großer Beliebtheit und Verehrung sich dasselbe in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung erfreut, davoll zeugten die unzähligen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche, welche dem Jubelpaare an diesem Tage zu Theil wurden. Die Gemeindeverwaltung, welcher der Jubilar als Sekretär und Nendant scholl 27 Jahre angehört, ließ durch eine Deputation unter anerkennenden Worten seitens des stellvertretenden Nepräsenlantenvorstehers, Herrn Rechtsanwalt und Notar Nürnberg eill werthvolles Silbergeschenk überreichen. Unter der Fülle der Glückwünsche seien nur noch hervorgehobeu der Glückwunsch des Vaterländischen Frauenvereius. dem die Jubilarin als Vorstandsmitglied allgehört, der Glückwunsch der hiesigen Diakonissenstation und der des Vorschnßvereins, in dessen Verwalt« ngsrath der Jubilar scholl viele Jahre wirkt. Möge es dem Jubelpaare vergönnt sein, im Kreise seiner Kinder, Enkel und Verwandten dereinst das goldeile Ehejubiläum zn feiern. n. Breslau, 3. Mai. Wie bereits mitgetheilt worden, feierte Geh. Justizrath Freund am 1. d. M. sein 30jähriges Amtsjubiläum. Bei einem Manne, der so lange Jahre im Dienste der Oeffentlichkeit gestanden, konnte es nicht fehlen, daß sein Ehrentag auch die allgemeinste Beachtung gefunden hat. Die ersten Gratulanten waren der Oberlandesgerichtspräsident Excellenz v. Kunowsky, Senatspräsident Knaufs und Oberstaatsanwalt Drescher. Excellenz v. Kunowsky überreichte mit einem Glückwunschschreiben des Justizministers dem Jubilar den Rothen Adlerorden Hs. Klasse mit der Schleife. Eine Abordnung des Vorstandes und der Nepräsentanteuversammlttng der Synagogengemeinde sprach durch Stadtrath Pringsheim und Direktor Lyon ihre Glückwünsche aus und überreichte eine künstlerisch ausgesührte Adresse. Der Vorstand der Gesellschaft der Brüder, einer seit 1780 bestehenden Vereinigung, ließ durch den Mund des Stadtraths Pringsheim ihre Glückwünsche dem Jubilar anssprechen und ihm unter Ueberreichung eines Diploms die Mittheilung von seiner Ernennung znm Ehrenmitgliede genannter Gesellschaft machen. Jur Namen von Rektor und Senat der Universität Breslau war Gehennrath Professor Dr. Flügge als Gratulant erschienen. An der Spitze einer Abordnung des Magistrats mit dem Vorstände der Stadtverordnetenversammlung bat Oberbürgermeister Dr. Bender den Jubilar das Ehrenbürgerrecht der Stadt Breslau anzunehmen. Im Namen der Gesellschaft für vaterländische Kultur überbrachte Geheimrath Professor Dr. Richard Förster die herzlichsten Glückwünsche. Bald darauf erschienen die Professoren der juristischen Fakultät, an ihrer Spitze der Dekan, Geheimrath Professor Dr. Leonhard, welcher unter einer herzlichen Ansprache dem Jubilar das Diplom für den Ehrendoktor der juristischen Fakultät Breslau überreichte, eine Anszeichnng, welche der Jubilar im Namen der Anwaltschaft übernahm. Die Rabbiner Dr. Nosenthal und Dr. Guttmaun gratnlirten im Namen ihrer Gemeinden. Besonders zahlreich war eine Abordnung des Vorstandes der Anwaltskammer und der Vertrauensmänner und Deputaten der schlesischen Anwaltsschast vertreten, von denen eme Adresse überreicht wurde, welche Justizrath Dr. Cohn verlas. Auch der schlesische Anwaltsverein überreichte eine Adresse, die von Justizrath Feige verlesen wurde. Außerdem hat der letztere Verein eine Sammlung zu einer „Freund- Stiftung" veranstaltet, welche bis jetzt eine Summe von 9000 Mark ergeben. Mit Zustimmung des Jubilars solle dieselbe den Zweck haben, nothleidende Anwälte und ihre Familien zu unterstützen. Von persönlichen Gratulanten, die noch erschienen waren, bemerkten wir unter Anderen den Regierungspräsidenten v. Heydebrand und der Lasa, Polizeipräsident Dr. Bienko u. v. A. Ueberaus zahlreich waren die eiugegangenen Glückwunschschreiben und Telegramme, darunter eill Schreibell des Oberjustizraths Bartsch, der im Namen der Direktoren und der Mitglieder des königlichen Landgerichts und der Richter des königlichen Amtsgerichts gratulirte. 2. Körrigsdorff-Jastrzemb, 2. Mai. Die in dem Soolbade Königsdorff-Jastrzemb im Jahre 1890 gegründete Israelitische K i n c> erhei lst ä t t e soll nunmehr am 15. Mai d. I. zum zwölften Male eröffnet werden. Diese Anstalt, die sich in weiten Kreisen des besten Rufes erfreut, zeichnet sich durch ihre Gemeinnützigkeit aus. Nicht armen Kindern allein läßt die Anstalt ihre Wohlthaten zu Theil werden, indem sie dieselben ganz unentgeltlich aufnimmt, ihre Segnungen erstrecken sich auch auf mehr oder weniger bemittelte Kinder, die gegen einen, je nach den Verhältnissen bemessenen Sah Aufnahme finden. In der verflossenen Saison 1900 hat die Anstalt 105 Kinder in liebevoller Weise beherbergt. Das segensreiche Werk wird durch milde Beitrüge erhalten und ist der Förderung edler Menschenfreunde würdig. Nähere Auskunft ertheilt gern der Vorsitzende der Anstalt. Rabbiner Dr. Wilhelm Münz in Gleiwitz. X Magdeburg, 6. Mai. Auf Einladung des stellvertretenden Vorsitzenden des Provinzial-Gemeindeverbandes Sachsen, Herrn Benjamin Hirsch aus Halberstadt, fand am 28. v. M., Nachmittags 5 Uhr, im hiesigen Gemeindehause der zweite Gemeindetag der Provinz Sachsen statt. Es waren Vertreter der Verbandsgemeinden Burg. Halberstadt, Halle, Magdeburg, Nordhausen, Schönebeck und Stendal

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