Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1901)
- Date
- 1901-05-10
- Page
- Seite 225 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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225 '): „Dann Lhunuilii», ingeht vor hne Israels u>n ersten lichen Ein» vendung,«) »rauch der Geschichte nden war. : Talmud »rauch der eschreibt : e sich der oder der se waren mit den hrend der!r Haltling zte, an ihn ind erfüllt stieg mit feu seiner Angst und ischen des seine Brust demselben aßt waren, trückt und o der Geist igen Rathde auf den den Edelelne Buchleuchtend r, das ihn u Worten wenn der e sich der gegebenen und der isst, die in tlichen Beide Macht, über dieuta überrung und lzen über- Stelle der Auskunft hummiin, I. 10. 22; —25. Ivmci. — zur Stelle. keine Vorschrift über die Art ihrer Ausertignng, keinen Bericht, von wem sie hergestellt winden, — Unterlassungen, die bei keinem der übrigen Stücke des Ornats oder der heilige» Geräthe Vorkommen. Welche Menge von Deutungen und Erklärungen hat sich daraus ergeben! Von Josephus') und Philo 2) ab bis herab in unsere Zeit wechseln die Ansichten >). Und doch sollte gegenüber der ganz bestimmten Fassung des Gebots der Urim und Thnmmim jede Unsicherheit ausgeschlossen sein. Mnß es doch auffallend erscheinen, daß in diesem Gebote, ivo die Uriin und Thunnnim zuin erstell Male genannt werden, dies mit dem bestimmten Artikel (v'/S7lN 7181 klk) geschieht, während solche Verbindung bei keinem Theile des hohenpriesterlichen Ornats vorkommt, wenn dieser bis dahin nicht genannt, beziehungsweise nicht bekannt war.») Scheint doch hiernach diese bestimmte Fassung darauf hinznweisen, daß die Ur'un und Thummim den Israeliten, oder doch wenigstens Moscheh, an den das Gebot erging, nicht unbekannt waren und daß es daher einer näheren Beschreibung derselben nicht bedurfte. In diesem Gedränge von Ansichten und Meinungen und angesichts der bestimmten Fassung des Gebots gewinnt die Erklärung von Raschi°) an Werth, daß unter Urim und Thummim die Auszeichnung des Tetragrammaton, des geheiligten Gottesnamens, zu verstehen sei, der, in die Falte des Brustschildes gelegt, jene Wunder göttlicher Bescheide an den Priester bewirkte. Ja, der Gottesname, der das einzig-ewige Sein, den allüberall schaffenden und waltenden Weltengeist bedeutet, — dieser Gottesname, der Moscheh seit der Stunde am brennenden Dornbusch bekannt war, dem Volke seit der Befreiung ans Aegypten und der Offenbarung am Sinai: er war es, der in der Vorstellung des Volkes wnnderthätig wirkte, durch dessen Zauber die Buchstaben am Brustschilde leuchtend hervortraten, durch dessen erhabene Macht der Priester Einsicht und Weisheit empfing, die ihm geoffenbarten Buchstaben zu einem Ganzen zu verbinden, das sich allein durch den Erfolg, durch die Erfüllung, als Wahrheit erwies. — Indes verläßt uns jedes Gefühl der Sicherheit betreffs dieser heiligen Gegenstände, wir stehen nur vor Vermnthungen und können unser Urtheil nur auf Wahrscheinlichkeit gründen. Wir wagen daher mit heiliger Scheu und im Hinblick auf die Anfangs erwähnten religiösen Dienste der damaligen Völker unser« Gedankeugang auf die Erwägung zu lenken, daß der heilige Bescheid durch äußere Mittel herbeigesührt wurde, durch Hineinlegen der Urim und Thuinmim in die Falte des Bruftschildes, durch Glanz und Bewegung der Edelsteine, bisweilen durch Hinzutreten des Werfens der Loose, durch Begeisterung des Priesters, und daß mitunter der Bescheid ganz msblieb. Das aber sind Merkmale und Erkennungszeichen der Orakel, deren es damals in der heidnischen Welt viele gab, wenn diese auch mit anderen Mitteln und unter anderen Formen verehrt wurden. Haben doch die Griechen, wie Josephus») bemerkt, welche das Wesen und die Wirkung der Urim und Thummim „bewunderten", diese ausdrücklich als .Orakel" bezeichnet. Es war das eben ein ans der heidnischen h änlig. III, 9—12. y Viw Nos. m. Die Abhandlung „Urim und Thummil»' von Saalschutz blieb »ir unbekannt. In der königliche» Bibliothek ist sie nicht vorhanden. h Nachniani zur Stelle. ) Zur Stelle, vergl. Tharg. Jerusch. ") Anti.,. III, 9. Kultur Herübergenvmmenes, das in der mosaischen Zeit allgemein bekannt war und gewiß auch die Phantasie der Israeliten beschäftigt hat. Moscheh nahm es daher wie manches andere, z. B. das Opfer, nachdem er es im Geiste der Religion Israels geformt hatte, aus Pädagogischer Rücksicht, um an Bekanntes und Vorhandenes anzuknüpfen, in seine Lehre auf, in der stillen Voraussetzung, daß es im Fortschritte der Zeit bei zunehmender Erstarkung des wahren Gottesglanbens sein Ansehen und seine Geltung im Volke verlieren werde. Und in der That. Schon während des ersten Tempels ist der Gebrauch der Urim und Thummim fraglich; das Ende der ersten Propheten bezeichnet auch das Ende der Urim und Thummim'). Zur Zeit des zweiten Tempels kamen sie sicher nicht mehr zur Anwendung, wiewohl der Glaube daran im Volke noch nicht ganz erloschen war"). Esra und Nehemiah sprechen von ihnen wie von Einrichtungen, die nicht mehr bestehen, aber möglicherweise wiederkehren können. Ob jedoch die Urim und Thummim überhaupt jemals einen nennenswerthen Rang im Bereich der Prophetie einnahmen, diese Vermnthung weist Maimonidesh auf das Bestimmteste zurück, indem er dieselben auf die zweituiedrigste Stufe der Prophetie herabdrückt, und jene daher nicht als Prophetie, sondern als Vorstufe zu derselben bezeichnet. Simon Samuel Krug. Von N. Vrainin. (AvV/?nser Dichter erhofft und ersehnt ein Licht, welches, von außen kommend, unser Dunkel erhelle. Wovon er träumt, das ist die Herrschaft der universalen Gerechtigkeit — aber an die Wiederauflebung des eigenen Volkes denkt er nicht. Die Vergangenheit ist in seinen Augen abgeschlossen. Doch in einem anderen Gedicht, „Was man mir erzählt", giebt er der Hoffnung Ausdruck, daß Einst ans den alten Gräbern steigt Ein nen Geschlecht, voll Kraft und Arische. Doch sind solche Töne vereinzelt und schwach in seinen Gedichten, groß ist seine Kraft nur, wenn er die alteil Gräber beweint. Selten erscheint er als Prediger, der seinen: Volke ins Gewissen redet und ihm seine Sünden vorhält, nicht weit eres beabsichtigt, sondern als echter Dichter, der hierin einem Propheten gleicht, daß er bisweilen wider seinen Willen als Mahner und Strafprediger auftritt. Wie düster klingen seine Worte: Nu ferm Ohre ward fremd das Wort der Propheten, Und die Zeit ist nahe, da unser Volk — Ein Sohn, der die Ahnen schnell vergessen — Auch die Sprache der Ahnen vergessen hat. Die heilige Sprache, die Sprache der Thora. Nun jubelt und jauchzet Bedränger und Feinde. Ann höhnet und spottet der schmählich Besiegten, Laßt strömen den Wein beim Siegesgelage . . . Hinter den Mauern von Babylon Sind verschollest die heiligen Lieder! Jubelt und jauchzet ihr Spötter und Feinde lieber die schweigenden Söhne von Zion. Die kleine „Legende vom Becher" ist eilte wahre Perle der Dichtkunst. Ihr Inhalt ist eine alte jüdische Volkserzählung, r) Sotah 48. - -h Maim.,?Kl. Ha-Mikd. X 10. Sirach 36, 3. — .) Esra 2, 63; Nehemia 7,65. — I Moreh Nebnchim Theil II Kap. 45.