Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1901)
- Date
- 1901-05-03
- Page
- Seite 211 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3228419-3228438--57514-3293894- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
211 Kinder Ht. i, 23. April. das königl Gemeinded zwar eine : in Berlin, den von der Religions- >elle zwischen > Stichtagen st. Die erste streunt, am umfaßt die .schulen und der höheren ehranstalten befindlichen eit 2077, in ohne Unterdie zweite >t sich, daß , und unter >en hat. Dabefindlichen Prozentsatz ersür — wir rrsammluna en Referat! bellen nich! eren Kinder ht worden it gefunden nnde frühe, r aus drn rn Mädchen den älteren en in der n jüdischen die Zahl de inen gegen s, erheblii .560. Es in geringerer! len, wenn die Stal; nähme de öglinge h>! t osten, dar; ißerer Zall en Glaube r teht endlii > cht eine cp die Zahl dein» uns je ch die Zahl sprechenden bgenonunen sich das er freuliche Resultat, daß die Frequenz sowohl unter den Knaben wie unter den Mädchen gegen das Vorjahr eine höhere geworden ist, und es sollte das Bestrebe» mehr und mehr gefördert werden, die jüdischen Kinder in größerer Zahl als bisher diesen Schulen zuzuführen. Dementsprechend ist auch die Zahl der ohne Unterricht befindlichen Zöglinge gestiegen. Unter 791 Knaben in den älteren Jahrgängen erhielten 23 (2,90pCt.), unter 1110 in den jüngsten drei Jahrgängen 65 (5,86 pCt.), unter 838 Mädchen in den älteren Jahrgängen 25 (2,98pCt.), unter 985 in den jüngsten 3 Jahrgängen 44 (4,47 pCt.) keinen Religionsunterricht. Daß die Zahlen für die jüngsten Jahrgänge bezüglich der Nichtbetheiligung am jüdischen Religionsunterricht gestiegen sind, hat wohl darin seinen Grund, daß die Kinder der untersten Klassen leider noch häufig am christlichen Unterricht theilnehnien und recht oft nach Absolvirnng der unteren Klassen in die höheren Schulen übergeführt werden. In den jüdischen Schulen ist gegen das Vorjahr die Besuchsziffer unter den Knaben eine nur unwesentlich geringere, unter den Mädchen ist eine kleine Zunahme eingetreten. Es wurden gezählt an Knaben in den älteren Jahrgängen 791, in den drei jüngsten Jahrgängen 1110, an Mädchen entsprechend 263 und 161. Die jüdischen Schulen haben sich nach dem letzten Bericht des Schulinspektors als vorzügliche Anstalten bewährt, und es ist der Gemeindebehörden unabweisliche Pflicht, diese Anstalten mit allen Mitteln auszurüsten, um ihr Vvrwärtskommen nach besten Kräften zu fördern. Für die Privatschulen ergiebt sich, daß die Zahl der Knaben gegen das Vorjahr unbedeutend gefallen, gegen die früheren Jahre dagegen gestiegen ist; Zahl und Prozentsatz der Schüler ohne Unterricht hat abgenommen. Es betheiligten sich nicht am Religionsunterricht unter 209 Knaben der älteren Jahrgänge 17 (8,13 pCt.), unter 160 Knaben in den jüngsten drei Jahrgängen 36 (22,50 pCt.), dementsprechend unter 1325 Mädchen 105 (7,92PCt.), unter den 606 jüngeren 122 (20,13pCt.). Das Prvvinzialschulkollegium hat den Tabellen die Bemerkung beigesügt, daß die Berechnung bei den Privatschulen eine erhebliche Zunahme der Zahl der Knaben sowohl wie der Mädchen ergeben habe, die keinerlei Religionsunterricht erhalten. Diese Bemerkung ist offenbar irrthümlich, da die Zahl der Schüler ohne Unterricht geringer geworden ist, wenngleich in den älteren Jahrgängen eine wesentliche Zunahme stattgefunden hat. Diese Thatsache ist auf den unglückseligen Erlaß zurückzuführen, daß, wie bekannt, die jüdischen Schüler nur innerhalb des schulpflichtigen Alters den Nachweis zu erbringen haben, daß sie jüdischen Religionsunterricht genieße». Die Gemeindebehörden werden dafür Sorge zu tragen haben, daß diese Beschränkung möglichst bald beseitigt wird. Die Kinder werden verpflichtet werden müssen, genau wie die den anderen Konsessionen angehörenden am Religionsunterricht sich während der ganzen Dauer ihres Schulbesuches zu betheiligeu. Die Anzahl der jüdischen Mädchen in den Privatschnlen ist fast stetig gefallen, dagegen hat die Zahl derjenigen ohne Unterricht zngenommen, besonders läßt der jüngste Jahrgang eine wesentliche Steigerung erkennen. Für die bisher genannten fünf Arten Schulen ergeben sich folgende Schlnßzahlen: Eesammtzahl Ohne Unterricht Prozentsatz i. d. alt. i. d. jüngst, i. d. alt. i. d. jüngst, i. d. alt. i. d. jüngst. Jahrg. 2 Jahrg. Iahrg. 3 Jahrg. Jahrg. 3 Jahrg. Knaben 3426 2414 65 136 1,90 5.63 Mädchen 3409 2329 144 172 4,22 7,21 Interessante Aufschlüsse ergiebt auch die zweite Tabelle, der zwischen den Jahren 1897/98 und 1900/01 berechnete Vergleich, welcher überall eine sehr erfreuliche Steigerung der Zahl der am jüdischen Religionsunterricht theilnehmenden Kinder ersehen läßt. Es ergeben sich hier, wenn wir die oben gegebene Reihenfolge der Schulen, ') höhere Lehranstalten, 2) öffentliche höhere Mädchenschulen, ^.städtische Gemeindeschulen, -) jüdische Schulen, Z Privatschulen, innehalten, folgende Zahlen: Gesanimtzahl Ohne Unterricht Prozentsatz Winter Winter Winter Winter Winter Winter 1897/98 1900/01 1897,98 1900/01 1897/98 1900/01 sür Knaben 3048 2972 133 60 4,37 2.02 für 2) Mädchen 1704 1560 380 20 22.30 1,28 Knaben ' Mädchen 1739 1901 196 88 11,27 4.63 1837 1823 143 69 7,78 3.78 ... .. Knaben Mädchen 612 598 — — — — 378 424 — — — — ... . Knaben 1 Mädchen 344 369 73 53 21,22 14,36 2011 1931 320 227 15.91 11.76 also insgesammt au Knaben 5738 5840 402 201 7.00 3.44 an Mädchen 5930 5738 843 316 14.21 5.51 Herr Professor Blaschke hat sich auch in diesem Jahre der dankenswerthen Mühe unterzogen, zu den erstgenannten Tabellen eine Ergänzungstabelle auszuarbeiten, welche die Zahl der Knaben und Mädchen an den öffentlichen höheren Töchterschulen, an den Gemeinde- und Privatschulen enthält, welche am christlichen Religionsunterricht theilnehnien. Wir erhalten hier folgende Ziffern über die Betheiligung: ^^2— Prozent sah zur Gei. d. älteren Gesainrnlzahl i. d. jüngst. sa unutzahl Jahrgängen drei Iahrg. - -7 -ZK für d. öff. hoh. Mädchenschulen 38 12 <31,58 »/„) 26 <68.42 2,43 1,22 4.51 für die städt. Gemeindeschulen: Knaben . . 105 12 <11,43 "/„> 93 (88,57 " 5,52 1.52 8.38 Mädchen. . 65 11 <16,92 "/„) 54 <83.08 " 3.56 1.31 5.48 für die Privatschrrlen: Knaben . . 34 U 2,94 "/„> 33 (97,06 "/,) 9,21 0,48 20,62 Mädchen. . 115 25 <21,74 90 <78.26 "/oj 5,96 1.89 14,85 Ans der Ergänzungstabelle wird ersichtlich, daß zum größten Theil die drei jüngsten Jahrgänge unter den Knaben wie unter den Mädchen am evangelischen Religionsunterricht sich betheiligen, während die Anzahl aus den älteren Jahrgängen demgegenüber nur als eine geringe bezeichnet werden darf. Die größere Betheiligung der jüngeren Kinder resultirt leider aus dem sehr bedauerlichen Jrrthum der Eltern, welche ihre Kinder am christlichen Unterricht Theil nehmen lassen, weil nach ihrer Meinung in den unterstell Klassen nur das alte Testament gelehrt wird. An den städtischen Gemeindeschulen ist die Zahl der Knaben mit christlichem Unterricht von 62 im Vorjahre auf 105 gestiegen; diese Zahl übersteigt sogar noch bedeutend die Anzahl (88) derer, die gar keinen Unterricht genießen. Bei den Mädchen ist die Zunahme nicht ganz so bedeutend. Im Vorjahre betheiligte» sich 45 am christlichen Unterricht, diesmal 65, gegenüber 69, welche gar keinen Unterricht genießen. In den Privatschulen ist die Zahl der Knaben mit christlichem Unterricht nur um zwei gegen das Vorjahr gestiegen, dagegen die Zahl der Mädchen von 50 auf 115. Die letztere ans den ersten Blick sehr betrübend erscheinende Zunahme findet eine einfache Erklärung darin, daß der vorjährige