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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-04-26 · Heft 17 (26.4.1901) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 17 (26.4.1901)
Date
1901-04-26
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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hende Christen hatte sich am g zu verantuist erregt zu rdere bei Be^ Aussehen dem r deshalb in Ziderspruch er freigesprochen Berufung ein tl g der Be 'gehoben, dcst rsehen werde! im gesetzliche! liglichen Ver atz voir der eageu werde,: ischer Pfarre u der Provin nit dem An 'sichtlich einer liehen ähnlici r nicht etwc lichen gekaui ster gearbeite lich ist, nur nn auch da eillstinnnt, se - Merkmal di eir kam de. g der beiden lt selbst kan lche zur Frei i prinzipielle icht des Bo- 897 bis eii ' chruf auf de l Jahrzehu. tze Verdien s )er Gemeind, r Jahre 1K> wurde. 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Eine wesentliche Förderung erhielt die Angelegenheit im abgelaufenen Schuljahre dadurch, datz das königliche Provinzialschulkolleginm und die königliche Regierung Hierselbst sämmtliche Direktoren der höheren Knaben- und Mädchenschulen in Hannover angewiesen haben, jedesmal am Anfänge des Schuljahres ein Verzeichniß aller im Alter von 6—14 Jahren stehenden Kinder durch Vermittlung der Vorgesetzten Behörden dem Landrabbiner zngehen zu lassen, damit derselbe festftellen könne, „ob lind inwieweit die schulpflichtigen jüdischen Kinder einen den Anforderungen der Schulordnung vom 5. Februar 1854 entsprechenden Religionsunterricht empfangen". Die Bemühungen des Herrn Dr. Gronemann haben also bis jetzt die schönsten Früchte gezeitigt. — Der „Verein zur Nnte r stü tz n u g der Schüler der Bi l d u u g sa n st aL t für jüdische Lehrer zu Hannover" versandte seinen 21. Jahresbericht. Der Vorstand des Vereins erlitt durch den Tod des Herrn Dr. med. Raphael Hirsch einelr großen Verlust. Auch ein Mitbegründer des Vereins. Herr Lollis Federlein, wurde dem Verein entrissen. Für den verstorbenen Dr. med. Hirsch wurde dessen Bruder Herr Dr. med. Salomon Hirsch in den Vorstand gewählt. Wir wünscheil dem Vereine, dessen Vorsteher durch ihre rege selbstlose Wirksamkeit ungemein viel Gutes schaffen, ein stetes Emporblühen. Dem Vorstände gehören die Herren Adolf Kann. B. Löwensteiu, Gustav Cohen. S. Katz, N. M. Falk, Julius Frensdorfs und Dr. med. Salomon Hirsch an. Mc Ems, 22. April. Ein Knrashl für Lehrerinnen ohne Unterschied der Konfession und Nation wird am 1. Mai iu Ems eröffnet. Wenige bemittelte Lehrerinnen, denen ärztlicherseits der Gebrauch der Ernser Quellen anempsohlen ist, erhalten Wohnung, ärztliche Behandlung, Bäder und Inhalationen gratis; auch von der Kurtaxe werden sie befreit, und sie reisen ans den deutschen Bahnen zu ermäßigten Preisen. Kost wird nur auf Wunsch, für 3 Mark täglich — Selbstkostenpreis — im Hause gewährt. Lehrerinnen jüdischen Glaubens können also gleich den Anderen ihre Mahlzeiten in beliebigen Restaurants einnehmen und werden übrigens auch in allem, z. B. in Bezug auf Aufnahme, genau wie die Anderen berücksichtigt. — Anmeldungen silld zu richten an den dirigirenden Arzt und Vorsitzenden des Vorstandes Dr. Ed. Aronsohn in Ems. I. Mainz, 21. April. Am 14. d. M. fand hier die Konferenz der j ü d i s ch e n R el i g i o n s l e h r e r in N h e i nh e s se n statt. AufEinladnng durch den Vorsitzenden des Proviuzialvereins waren 19 Mitglieder erschienen; als Gäste waren Herr Lehrer Wertheimer-Heldenbergen. Vorsitzender des israelitischen Lehrervereins im Grotzherzogthum Hessen, sowie die beiden Vorstände der jüdischen Neligicmsgenieinde in Mainz. Herr Dr. Ferd. Phil. Mayer und Herr Kommerzienrath G. Hirsch anwesend. Letztgenannter Herr begrüßte die anwesenden Lehrer im Namen seiner Gemeinde und nahm gleichzeitig in seiner Ansprache Stellung zu dem Referate, das auf der heutigen Tagensordnnng stand. Recht wohlthnend wirkten seine Worte, und recht deutlich konnte man heraushören, wie warm sein Herz für den jüdischen Lehrerstand schlägt. Reichlichen Beifall zollten ihm deshalb auch die Zuhörer am Ende seiner Begrüßungsansprache. Die eigentliche Eröffnung der Konferenz fand durch den Vorsitzenden, Herrn Lehrer Marx-Alsheim, ihre Erledigung. In seiner Ansprache gab er einen interessanten Rückblick ans die Verhältnisse und Zustände der jüdischen Neligionsschule und der Reltgionslehrer im vorigen Jahrhundert. Er wies deutlich nach, daß betreff des Religionsunterrichtes in den letzten 25 Jahren des verflossene« Jahrhunderts eine ganz bedeutende Besserung el «getreten ist; aber trotzdem dürfe man bei dem Erreichten nicht stehen bleiben, sondern fest und entschlossen sei darauf hinzuwirken, daß auch die Stellung des jüdischen Lehrers in dem entsprechenden Verhültniß eine Besserling erfahre. Im Anschluß hieran machte der Vorsitzende den Vorschlag, iu Hessen die Gründung eines Provinzial- resp. Landesverbandes cmzubahnen. wie dies schon seit einer Reihe von Jahren in Rheinland, Westfalen. Ostpreußen u. s. w. der Fall ist. Zur Erreichung dieses hohen Zieles ersuchte er die anwesenden Herren Vorstände der jüdischen Gemeinde Mainz die Notlügen Unterhandlungen in Fluß zu bringen. Nach Besprechung dieser wichtigen Standesangelegenheiten wurde Herrn Strauß-Gandernheim das Wort zu seinem Vortrage ertheilt. Das Thema desselben lautete: Wie erwirbt und erhält sieb der jüdische Lehrer die nöthige Achtung iu seiner Gemeinde? Recht interessant waren die Ausführungen des Referenten, und die lebhaft geführte Diskussion, die sich diesem Vortrage anschloß, bewies deutlich, daß er mit seinem Thema, resp. dessen Bearbeitung, eine stark klingende Saite angeschlagen hatte. -- Nachdem so der amtliche Theil der Konferenz erledigt war, vereinigten sich die erschienenen Mitglieder zu einem gemeinschaftlichen Mittagessen und verbrachten hierauf noch einige recht gemnthliche Stunden. Oesterreich - Ungar». LI Wien, 23. April. Abermals ist einer der unermüdlichsten Kämpfer gegen die antisemitische Anmaßung kampfesmüde geworden: Herr Lucian Brunner hat dem Bürgermeister schriftlich angezeigt, daß er in der Absicht, „sich vom öffentlichen Leben fernznhalten", sein Gemeinderathsmandat niederlege. Brunner gehörte dem Wiener Gemeinderath seit dem Jahre 1896 als Vertreter des ersten Wahlkörpers des Bezirkes Alsergrund an. Es ist vorauszusehen, mit welcher Geungthuung der Bürgermeister einen solchen nicht zu verachtenden Gegner wird vom Kampfplatz scheiden sehen. — Heute fand vor dem obersten Gerichtshof die Verhandlung gegen Leopold Hü lsner statt. Hülsner war bekanntlich zweimal von dem Schwurgericht wegen des Mädchenmordes in Polna, der von der antisemitischen Presse zum „Nitualmord" gestempelt wurde, vernrtheilt. Das erste Mal hat der oberste Gerichtshof das Urtheil des Kreisgerichts Kuttenberg kassirt und die Sache an das Kreisgericht in Pisek verwiesen. Aber auch dort wurde den Geschworenen das Beweismaterial in durchaus schiefer Beleuchtnng vorgeführt. — Der Papst hat dieser Tage — wie man einem hiesigen Blatte berichtet — die Gattin des ungarischen Abgeordneten Hofrath Dr. Armin Neu mann in Privatandienz empfangen. Die hochgebildete Dame ist ans Empsehlnng des päpstlichen Leibarztes Dr. Lapponi Zum Papste gelangt. Diese Audienz ist für Frau Dr. Nenmann eine besondere Auszeichnung, umsomehr, als zu gleicher Zeit sich Herzoge, Herzoginnen, Grafen und Gräfinnen um eine Audienz bewarben, die aber alle abschlägig beschieden wurden, weil zu dieser Zeit sich der Papst zur Oster feier rüstete. — „Haben Sie einen weiter: Weg zurückgelegt? Und Sie sind wahrscheinlich müde," sagte der Papst mit einer sanft lächelnden Miene. „Tausendfache Mühe wäre reichlich belohnt durch den Augenblick, in welchem ich das edelherzigste Oberhaupt der christlichen Kirche sehen kann." erwiderte die Besucherin. „Sie sprechen aber sehr gut italienisch. Wo haben Sie diese Sprache so vortrefflich erlernt?" frug der Papst. „Zu Hause in Ungarn. Ew. Heiligkeit." „Wie ich erfahre, sind Sie kein Mitglied meiner Kirche," bemerkte der Papst. „Ich bin zwar keine Katholikin, doch anerkenne ich die Lehre der Nächstenliebe und daß wir Alle Kinder eines Vaters sind." Der Papst schwieg. Frau Doktor Neumann dankte mit tiefer Verbeugung, und hiermit war die Audienz zu Ende.— Im österreichischen Abgeordnetenhause brachte Herr Schönerer einen Antrag ein. betreffend eine Gesetzesvorlage mit strengen Bestimmungen gegen Einwanderung und Niederlassung ausländischer Inden Oesterreich. Begründet wird der Antrag damit, daß durch die stetige Vermehrung des jüdischen Elementes die Monopolisirnng wichtiger Geschäftszweige durch Juden znnimmt. und daß die in Judenhänden befindliche Presse „die Korruption fördert". Hingewiesen wirdlunter anderem auf die nordamerikanische Antichinesen-Bill. Es ist wirklich kaum zu glauben. — Professor Dr. Leon Kellner ist einstimmig in das Kuratorium der Baron Hirsch-Stiftung für Galizien gewählt worden. — Am 14. d. M. fand im „Restaurant Wiener" eine Versammlung statt, um die Gründung des seit zwei Jahren Projekt irten „ Vereins znr Wahrnng dev Interessen des orthodoxen In denthums in Wien und Niederösterrei ch " zu beschließen. — In Mera n wurde vor dem Passahseste eine neue Synagoge eingeweiht, die als ein wahres Schmuckkästchen der Architektonik bezeichnet wird. Herr Landrabbiner Dr. Tänze r hielt die Festrede, die nach den uns vorliegenden Berichten einen tiefen Eindruck auf die große Versammlung hervorgebracht haben muß. Die Rede wird ans Wunsch Vieler im Druck erscheinen. Dem interkonfessionellen, zum Theil antisemitischen Knrpnblikum gegenüber war sie ein echter Kiddusch Haschem. Dem

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