Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1901)
- Date
- 1901-04-26
- Page
- Seite 203 (sequence 13)
- Language
- German
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203 :ch landeszerr Schulwaren die se bekallnt; wesen sein, ergiebigen vor etwa Gemeinde Lehrer all. Sprache am cmzösischen r Salomon te Privatdem voll bilänu, erck)eologer,", cht ür den ansehnliche schule noch ein durch mrch seilre r nlehrere onsistorium chört hatte. )er Stilistik edler Gezedermann, > väterlicheren letzteren ternng. Er ner solchen, len Sturm en silld ill ' Festigkeit Lehranstalt, t einzelnen Stimmung elleicht nur üssen. Die cht viel voll heutzutage ler in einer )er letzteren lllan wohl eine Kinder i sollen sie freien Tage cht wären! )ie Lehrer aß dieselben;rn nicht ill reiwöchigen adeorte zu lnänllischell len. hebräischen l Rechnens' bsi den Aufgaben, die seine Schüler zn lösen hatten, vermied er die den praktischen Lebensverhältniffeu fremden mehrstelligen Brüche. Hatte ein Schüler auf eine von ihm selbst gefundene kurze Weise ein „schweres Exempel heransbekommen", so nahm Herr Arnheim dasselbe bei einer neuen Auflage seines „Praktischen Rechenbuches" mit ans, so aber, daß dann anstatt der gewöhnlichen Bezeichnung „Jemand" oder der Name des jugendlichen Rechenkünstlers angeführt ward. Herr B. Bacharach, Lehrer der deutschen Sprache und der Handelswissenschaften, war, wie die von ihm verfaßten Lehrbücher beweisen, ein ill seinen Fächern äußerst tüchtiger Lehrer. Wegen seiner durchgreifenden Strenge wurde er voll einen Schülern sehr gefürchtet; gleichwohl verehrten ihn dieselben, da sie merkten, daß sie in jeder seiner Unterrichtsstunden m Kenntnissen Zunahmen. Bei dem jährlich einmal stattindenden nachmittägigen Schulfeste in einem nahe beider Ztadt gelegenen öffentlichen Garten verstand er es vorzüglich, ür die Knaben der oberen Klassen Spiele zu arrangireu, unter reichen das Preisschießen nach einem ans Holz Hochgebildeten ldler die erste Stelle einnahm. Für jeden seiner Schützen wannte er die Armbrust, und wie lachte er jedesmal fröhlich >nf, sobald eill „guter Schuß" gefalle,! war. Viel ernster in seinem ganzen Wesen war Professor V Louis. Er war ein vortrefflicher Lehrer der neueren Zprachen. Seine Methode war eine sichere und voll den besten Erfolgen begleitete. All der Hand der von ihm verfaßten ranzösischen und englischen Lehrbücher erlangten seine Schüler owohl gründliche theoretische Kenntnisse als auch die Befähigung ur praktischen Anwendung des Erlernten. In der ersten classe konllten ausgewählte Dramen von Skribe und die Otters ot'Uonta^ue kursorisch gelesen werden. Herr A. W. Sander, eill als Kalligraph weit und breit bekannter Schreiblehrer, war auch in den Realien wohl bewandert. Um seinen Schülern bei ihrer mechanischen Behäftigung eine anregende wissenschaftliche Unterhaltung zu ewähren, las er sehr häufig, besonders in den beiden oberen lassen, während der Schulstunden Belehrendes ans den Gebieten der Naturkunde oder der Weltgeschichte vor. Vor em Beginn der herbstlichen Festreihe führten die Neujahrsmnsche, vor der öffentlichen Prüfung die Probeschriften eine anenehme Unterbrechung des gewöhnlichen Abschreibens von Vorhriften herbei. Auch die hebräische Kursivschrift wurde geübt; oenso lernten die Schüler die gebräuchlichen Abbreviaturen der nrch ihre Anfangsbuchstaben dargestellten hebräischen Wörter- Dr. Gustav Philippson, später Rabbiner zu Dessau, alte nach dem Tode meines seligen Vaters zunächst dessen Ltelle ill der Franzschule erhalten. Er ertheilte ill den Lehrahern der Religionslehre und der biblischen Geschichte, aber uch im Deutschen Unterricht. Voll allen jüdischen Lehrern der vranzschnle war er der einzige, welcher bei der im Jahre 1869 folgten Verschmelzung derselben mit der obeuerwälmten ealschnle noch im Amte und am Leben war. Außer den in Vorstehendem genannten Lehrern silld noch zwei christliche Lehrer der Franzschule zu erwähnen, deren ersterem, Hmnasiallehrer Dr. C. Schütz, der Geschichtsunterricht in der - stell und zweiten Klaffe übertragen war. Durch seinen lebendigen, che Aufmerksamkeit fesielnden Vortrag wußte dieser Lehrer seine -chüler für den voll ihm vertretenen Lehrgegenstand zn begeistern; -in mildes Wesen, sein freundliches wohlwollendes Entgegenn men gewannen ihm die Herzen aller Franzschüler. Der andere jener christlichen Lehrer, der im Jahre 1849 zum Direktor der Franzschule ernannte Dr. G. Rasenus, war 1843 an dieselbe für die Lehrfächer der Mathematik und der Geographie berufen worden. Ihm war das traurige Loos beschieden, die Schule, die er fast zwei Dezennien hindurch geleitet, ihrer Selbstständigkeit entkleidet zu sehen. Tranererweckend klingen die Worte, die er bereits im Schnlprogramm voll 1866 in einem „Sein oder Nichtsein" überschriebenen Aufsatze ausruft. Er sagt am Schlüsse desselben: „Sich an die Hinfälligkeit alles-Irdischer, zu gewöhnen, ist zwar jedes Menschen Pflicht; ja, er soll sich mit dem Tode selbst vertraut machen: aber dennoch bittet Jeder seinen Schöpfer, wenn nun die Zeit gekommen, ihm ein schnelles, kurzes Ständlein zu schicken, und ihn nicht auf einen, langen Siechbette sich verzehren zu lassen." Solch' ein Klageruf erweckt ganz sicher in der Brust eines jeden ehemaligen Franzschülers ein wehmüthiges, schmerzliches Gefühl. Hinwiederum wird gerade Derjenige, der die Franzschnle vor ihrer Erhebung zur Handelsschule besucht hat, mit um so größerer Verehrung auf die Anstalt zurückblicken, die trotz so mancher stürmischer Anfeindungen und ungeachtet gar so karger Besoldung der Lehrkräfte ein halbes Jahrhnudert hindurch segensreich gewirkt hat, ihren Schülern zun. Heile, dem jüdischen Schulwesen zur Ehre. Me Königsbraut. Historische Erzählung von Carola Buchheim. XVII. -lAprnst und in sich gekehrt hatte sich Boleslav in seine Gemächer zurückbegeben; eine Wolke des Zorns thronte auf seiner Stirne und beschattete sein Antlitz mit düsterein Unmnth. Wie hatte er sich gedemüthigt vor diesen schurkischen Höflingen, die sich stark genug glaubten, ihm, Boleslav, zu trotzen; er hatte sie angefleht, sich zu Bitten erniedrigt, wo er zu befehlen gewohnt war. Heiß wallte es auf in seinem Herzen, und sein Fuß stampfte zornig den Boden. Feige Verrüther! Wie sie sich auflehnten gegen ihn, und wie sie unter glatten, ehrlich scheinenden Worten nur die häßlichstell Beweggründe ihres Thnns verbargeil. Ja, auch dieser Rodeeer, den er immer für einen treu ergebenen Freund gehalten, selbst dieser Alte wußte die schnöde That mit scheinheiligen Worten zn maskiren, als ob es so sein müßte, als ob sie im guten Rechte wären, wenn sie den König in Feindesland zurückließen, und nicht er, dcr ihr Bleiben verlangte, nicht zu seinen, Schutze fürwahr denn er bedurfte keilles Schutzes und konnte sich getrost auf seinen Gott und auf sein gutes Schwert verlassen, aber für Polen, für seilles Landes Ehre hatte er es erheischt — und das hatten sie gewagt, ihm abzuschlagen. Er halte es wohl bemerkt, daß Mehrere unter ihnen zuletzt unschlüssig waren, aber eine geheime Triebkraft schien stets anfs Neue ihren Widerstand auznspornen. Nun, seine Reden hatten trotzdem einen lebhaften Eindruck auf die Bessergesinnten hervorgebracht, das fühlte, das wußte er! Und darum wollte er denn auch nicht verzweifeln, und sried-