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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-04-05 · Heft 14 (5.4.1901) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 14 (5.4.1901)
Date
1901-04-05
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Lertin, 5. April 1901 65. Jahrgang. Nr. 14. vertage zur „Allgemeinen JeiLung -es IuöenLHums". Korrespondenzerr und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 30.Wärz. DieAbendsitznugderRePräsentantenversam in lrr ri g , welche zur Fertigstellung des Etats auf Donnerstag angesetzt war. wie anch die heutige Sitzung nahmen einen ziemlich schnellen Verlauf. In der erstgenannten Sitzung theilte der Vorsitzende Leonhard Sachs mit, daß das Präsidium das Dankschreiben der Versammlung Herrn Justizrath Me her überreicht habe und beauftragt sei, den Repräsentanten den herzlichsten Dank hierfür anszusprechen. Dem Gemeindevorstaud wird in dringlicher Vorlage das Optionsrecht für den Beethovensaal der Philharmonie auf die Dauer von drei Jahren zwecks Veranstaltung eines Jugendgottesdienstes genehmigt. Alsdann ging es an die Fortsetzung der Etatsberathnng. Für das Hospital wird der Gemeindeznschnß von 26100 Mk. bewilligt; die volle Belegung der Anstalt mit l00 Pfleglingen wird gutgeheißen. Beim Etat der Altersversorgungsanstalten werden zwei Gehaltserhöhungen beschlossen; Pensionsfonds (jährlich 10000 Mark), Dispositionsfonds (jährlich 7000 Mark). Reservefonds für unvorhergesehene Ausgaben mit 15 000 Mark, für Beschneidungskosten mit 1000 Mark, für Reparaturen an Gerneindegrundstücken im ersten Etatsjahr mit 60 000, im zweiten mit 30000, im dritten wieder mit 60000 Mark und Subventionsfonds für gottesdienstliche lind Schulzwecke, der von 45 000 auf 60000 Mark in Anbetracht der gröberen Ansprüche an die Gemeinde erhöht ist, werden unverändert angenommen. Beim Titel „Lehranstalt für die Wissenschaft des Jndenthums", welche 6500 Mark jährlich als Zuschuß erhält, bittet Landgerichtsrath Löwe um Auskunft über die Art der Ausbildung von Religionsschnllehrern und -lehrerinnen und über die bisherigen Erfolge. Kommissar Dr. Lach mann erwidert, daß seitens des Kultusministeriums bereits eine Prüfungskommission unter dem Vorsitz des Rektors Dr. Holzmau eingesetzt sei, die aber noch nicht in Funktion getreten sei. Die Prüfungsordnung liege seit IV2 Jahren fest und sei noch nicht veröffentlicht. Für die Unterrichtskurse werde der Lehrplan voll der Neligionsschulkommission festgestellt werden. Professor Blaschke ergänzt die Antwort dahin, daß die Lehranstalt einen sechssemestrigen Ansbildungskursus augesetzt habe und für die Lehrerinnen ein Sonderkurslls eingerichtet werden solle; es erscheine zweifelhaft, ob allster den Volksschullehrern auch die akademischen Lehrer vor der genannten Prüfungskommission das Examen werden ablegen können. — Der Deutsch-Israelitische Gemeindebuud erhält 2000 Mark jährliche Subvention, der Verein für Arbeitsnachweis 2000 Mark vorbehaltlich besonderer Bewilligung, für Wohlthätigkeits- und Bildungszwecke sind 5000 Mark, für Bureauzwecke 17 000 Mark, für Wahlkoste,l 10000 Mark ausgeworfen. Bei der letzteren Position enthält Herr Benas Levh auf seine Anfrage die Auskunft, daß die Zahl der wahlfähigen Mitglieder etwa 21000 betragen werde. Herr Levh'regt auch au. ob es nicht allgängig sei, vor der Wahl noch die zahlungssäumigen Mitglieder auf den Verlust ihres Wahlrechtes aufmerksam zu machen. Seitens des Dezernenten Herrn Sollnitz wird darauf hingewiesen. daß in dem Formular der Gellleinde ausdrücklich auf die Folgen der Nichtzahlung aufmerksam gemacht werde. Dr. Minden hält es für praktisch, von Zeit zu Zeit kurze Berichte hierüber in die Zeitungen zu lanciren. während Herr Oppenheim die Maßnahmen, die bisher unternommen werden, als völlig ausreichend bezeichnet. Es werden noch bewilligt für Inserate 5000 Mark, für Büreauarbeiter und Hilfsdiätare 9500, für die Shnagogengrundstücke ca. 15 000 Mark; es wird ferner beschlossen, die Ueberschüsse aus den Jahren 1891/1899 in Reserve zu stellen, insbesondere für die bauleiteude Kommission 150 000 Mark. Damit schließt die öffentliche Abeudsitzung. — In der heutigen Sitzung erfolgte zunächst die Abordnung des Herrn Dr. Albert Oliven in die Armenkommission an Stelle des ausscheidenden Herrn Dr. Schaefer, Die Vorlage betreffend das Schulgeld in den Religionsschulen wird vertagt; das Schreiben des Provinzialschulkottegiums, welches wie im Vorjahre die Aufstellung der Theilnehmer am Religionsunterricht ill den Berliner Schulen giebt, soll vor der Besprechung erst vervielfältigt werden. Dann folgte die zweite Lesung des Gemeindehanshaltsetats, die ohne längere Diskussionen ziemlich glatte Erledigung fand. Neu eingestellt wird auf Antrag Blurnenthal-Geiger die Summe von 1125 Mark, da eine Theilung einer Klasse in der Mädchenschule, welche 62 Schülerinnen enthält, sich als erforderlich heransgestellt hat. Beim Titel „Gottesdienst" bemängelt Herr Benas Levh das allzu schnelle Tempo der Morgenandacht in der Neuen Synagoge. Wiewohl Herr Loewenthal ansführt, daß hierin bereits eine Aendernng eingetreten sei, verspricht Vorsteher Jacobh, hierüber Informationen einznziehen. Beim Titel „Schulen" erkundigt sich Maurermeister Fraenkel nach dem jüdischen Religionsunterricht an den höheren Schulen in Charlottenbnrg. Professor Blaschke erwidert, daß in den Volksschulen in Charlottenbnrg kein jüdischer Religionsunterricht ertheilt werde, daß aber der dortige Magistrat einen erheblichen Zuschuß für den in den jüdischen Schulen ertheilten Unterricht gewähre. In etwa zwei Jahren solle der Unterricht in den Volksschulen zu Stande kommen. Der Unterricht an den höheren Allstalten erscheine durchaus unzureichend, da nach seiner Information nur eine Stunde wöchentlich gegeben werde. Kommissar Dr. Lachmann fügt noch hinzu, daß ein von der Berliner jüdischen Gemeinde allgebotener Zuschuß für die höheren Lehranstalten bisher nicht angenommen sei, daß jedoch die der jüdischen Gemeinde in Charlottenbnrg gewährte Subvention von 7000 Mark im Wesentlichen damit begründet sei, ausreichenden Religionsunterricht ertheilen zu lassen. Natürlich wurde auch in der zerteil Lesung das „eut'ant teriible" der Gemeindeverwaltung, das jüdische Krankenhaus, wieder besprochen. Herr Manheimer bat um Wiedereinstellnng der gestrichenen Kosten für Reparaturen in Höhe von 8000 Mark; es entwickelte sich eine unendlich lange Debatte, welche mit der Annahme des Antrages Löwe, eine Ausgabe von 8000 Mark für Reparaturen in den Jahren 1901/2 einzustellen, dagegen im Hauptetat für Reparaturen statt 60 000 Mark nur 52 000 Mark einzusetzen, ihren Abschluß fand. Es wurde zwar eine halbe Stunde später gegen die Abstimmung Protest von Herrn Sieski nd eingelegt; da aber seitens der Majorität der Versammlung kein Zweifel betreffs der Erklärung des Vorsitzenden über die Annahme des Löwe'schen Alltrages erhoben wurde, hatte es selbstverständlich bei der erstell Abstimmung sein Bewenden. Auch die Einstellung von 3500 Mark für die Fnrsorgeanstalt in Neppin wurde debattelos genehmigt. Hiermit war die zweite Lesung des Etats, soweit sie in offizieller Sitzung vorgenommen wird, unter Dach und Fach gebracht. L/? Berlin, 2. April. Gestern feierte der allverehrte hiesige Lehrer an der Knabenschule der jüdischen Gemeinde, I nl ins Heskel. sein 50 jähriges Lehrerjubilänm. Vor zwei Jahren feierte derselbe unter allgemeiner Theilnahme seinen 70. Geburtstag. Herr Heskel bekleidet viele städtische und andere Ehrenämter. Er ist u. a. weit über 20 Jahre Vorsitzender des Bezirksvereins des Spandaner Stadtreviers rc. Bei der Körper- und Geistessrische des Jubilars ist eS zu erhoffen und zu wünschen, daß dem so sehr beliebten Lehrer und Bildner der Jugend ein angenehmer Lebensabend beschieden sein möge. 8. Berlin, 31. März. Die Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen hielt am 27. v. M. im Hotel „König von Portugal" ihre Generalversammlung ab. Sie zählte im letzten Jahre 247 ordentliche und 694 außerordentliche Mitglieder und vereinnahmte 12196 Mark, während sie gesanlmt 9993 Mark verausgabte. An Bestand verfügt di? Krankenkasse über 39 650 Mark. Die Wittwenkasse, die 553 Mitglieder zählte und 8613 Mark vereinnahmte, unterstützte 31 Wittwen mit 8613 Mark; sie besitzt ein Vermögen vor 83 550 Mark. Das Krankengeld ist von 8 aus 10 Mark für die Woche erhöht worden. Der Verein gewährt

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