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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-04-05 · Heft 14 (5.4.1901) · p. Seite 161

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 14 (5.4.1901)
Date
1901-04-05
Page
Seite 161 (sequence 7)
Language
German
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16l daß mit ktoria in c die im reten sei. aiger als ,en, schön rgrnndes Königin erung in jüdischen > ist aber ieligionszte, durch e liberale englischen vareu es lamentes, für Alle, )ern Einente von >va einem es bisher md dem- :acht hat. alämtern, z seitdem h gezeigt, d Wissenorgethan. ichtunge» es ist als es überkräftigen. haben die vorigen ortschritte bei den ösem Ge eno Minen : und in wo der ralgesang shend ist fast alle-- lenswerti, England jen ihrer eschlechter leriodiscste men noch en Synnl sind, dir en haben r Jetztzeit r daselbst dem jede jüdisch-theologische Vorbildung fehlt, und der seinen Posten eher seiner angenehmen Singstimme als seinem theologischen Wissen zu verdanken hat. Viel schlimmer in dieser Beziehung ist es noch in den englischen Kolonien, wo gewisse Personen als jüdische Prediger fungiren, die früher Shnagogendieuer, Schächter oder Hausirer waren. Doch gehören solche Individuen zu den Ausnahmen, denn es giebt trotzdem verschiedene jüdische Seelsorger hier zu Lande, die dem gesammten Judenthum nur Ehre machen. Hinsichtlich des Fortschritts, den die jüdische Litteratur und das jüdische Wissen im Allgemeinen in der Neuzeit in England gemacht haben, so ist auch da manches Erwähnenswerthe zu notiren. Doch muß dabei bemerkt werden, daß solche Fortschritte größtentheils jüdischen Gelehrten zu verdanken sind, denen England blos ein adoptirtes Vaterland war. Von diesen Gelehrten, die jetzt nicht mehr unter den Lebenden wandeln, sind besonders folgende hervorzuheben: Der selige Chief Rabbi Dr. N. Adler, Dr. Benisch, Dr. Kalisch; ebenso L. Dukes, Emaunel Deutsch, I. Zeduer, Filipofskh, Breßlau und Edelmann, welche Alle theils durch ihre Originalarbeiten und theils auch durch Veröffentlichung werthvoller hebräischer Manuskripte, die sich in englischen Bibliotheken vorfinden, die jüdische Wissenschaft und Litteratur vielfach bereichert haben. In neuester Zeit sind zwei in England geborene jüdische Gelehrte auf demselben Gebiete eifrig thätig, und ihre anhaltende Strebsamkeit und ihre Begeisterung für das Aufblühen und die Entwickelung jüdischer Studien in England, sind wirklich höchst lobens- und auerkenueuswerth. Es sind dies die Herausgeber der „^evrisll Ouaitsrt^ ksvie^v": Israel Abrahams und Claude Montefiore. Es würde einen zu weitläufigen Raum in diesen Blättern in Anspruch nehmen, wollte ich da die verschiedenen gediegenen Arbeiten näher beschreiben, welche die beiden Gelehrten auf dem in Rede stehenden Gebiete prodnzirt haben. Doch will ich es nicht unterlassen, hier in wenigen Worten auf Mr. Montefivres neuestes Werk hinznweisen, das den Titel führt: „Ttw öilile kor Home Uoaäing". („Die Bibel für den häuslichen Gebrauch"). Das fragliche Werk, das aus zwei starken Bänden besteht, enthält in erster Reihe eine klassisch-schöne englische Uebersetzung des größten Theiles der Bibel und der Apokryphen, und dann auch längere geschichtliche und kritische Erklärungen, die theils originell, und theils auch aus den Werken der neuesten Bibelkritiker geschöpft sind. Man stößt darin hier und da auf Gedanken und Aeußeruugen des Verfassers, die frappant, belehrend und anregend sind. Doch muß man das Werk im Original lesen, um dessen viele Schönheiten und den lehrreichen Gehalt so recht würdigen zu können. Zum Schlüsse sei noch eine bemerkenswerthe Thatsache erwähnt, die charakteristisch genug ist, um zu beweisen, daß augenblicklich weit mehr Sinn und Geschmack für jüdische Wissenschaft und Litteratur unter den Juden in England vorherrschen als es je zuvor daselbst der Fall gewesen ist. Bekanntlich wird jetzt die Herausgabe der „llevrisk Lnevlclopeciia" in New-Hork vorbereitet, nnd es ist interessant zn erfahren, daß proportionell eine gute Anzahl von in England lebenden Juden darauf subskribirt haben. Ebenso fand unter ihnen die vor kurzem erschienene neue Ausgabe der englischen Uebersetznng der Graetzffchen „Geschichte der Juden" viele Käufer. Alle diese Umstände weisen nun klar und deutlich daraus hin, daß der alte witzige Spruch: „^V'to m'ever la-jom lri" („Sie — die Thora — ist nicht jenseits des Meeres zu finden") wohl vor etwa fünfzig Jahren auf England recht gut gepaßt hat, daß er aber seinen Humor einbüßen würde, wollte man ihn auch auf die Gegenwart anwenden. Bries aus St. Petersburg. (L. St. Petersburg, 4. März. einen j„ Nr. 52 Ihres geschätzten Blattes erschienenen Bericht über den Theaterskandal bei der Aufführung des Hetzstückes „Die Kinder Israels" alias „Die Schmuggler" schloß ich mit den Worten: „Bei dem großen Interesse, welches in der Presse, sowie in allen Gesellschaftskreisen dem Petersburger Theaterskandal entgegengebracht wird, hat das Ereignis; bei Weitem noch nicht seinen Abschluß gefunden. Ueber das Weitere werde ich berichten." Man war nämlich auf das Verhalten des Publikums bei Wiederholung des Stückes äußerst gespannt. Man erwartete zugleich polizeiliche Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Skandale. Das Publikum war förmlich in zwei Lager getheilt; jede Partei war entschlossen, das ihrige nm jeden Preis durchzusetzen. Das Tagesgespräch, welches sich gewöhnlich um den südafrikanischen Krieg drehte, wandte sich jetzt den „Kindern Israels" zu. Da wurde plötzlich zur allgemeinen Ueberraschung auf eineil „Wink von oben", die Wiederaufführung eingestellt, lind die Zeitungspvlemik verstummte. Es war dies ein Weiser Schritt der Behörde, die auf solche Weise weiteren Komplikationen Vorbeugen wollte. Ein offizielles Verbot wäre zu schroff, ein indifferentes Verhalten iväre gewagt, es blieb also die „Winkmethode" übrig, zn der mall in letzter Zeit häufig Zuflucht nimmt. Allein damit war die Sache noch nicht abgethan. Die Volksaufklärer Suworin «L Co. wollten um jeden Preis diesen Leckerbissen dem Petersburger Publikum auftischen. Es fanden sich null Dilettanten, die das Stück in Privathäuser» zur Aufführung brachten, wobei von der Zensurfreiheit, welche Privataufiührungen genießen, ausgiebiger Gebrauch gemacht wurde. In die „Schmuggler" wurden Mono- und Dialoge hineiilgeschmuggelt, zn denen sich selbst der berüchtigte Verfasser nicht erkühnte. Man erfuhr dies in jüdischen und christlichliberalen Kreisen und man entschloß sich, auch diesem Feldzüge gehörig zu begegnen. Man ließ im dramatischen Theater als Gegenstück zu den „ Schmugglern" das Schauspiel „Malke Schivarzenkopf" aufführen. Es ist dies ein sehr gelungenes, wahrheitsgetreues Bild aus dem jüdischen Leben in Rußland. Neben den Lichtseiten des jüdischen Charakters, die meisterhaft gezeichnet sind, werden auch die Schattenseiten nicht vertuscht. Die Zuschauer bekommen ein lebensgetreues Bild des russischen Juden mit allen seinen Vorzügen und Mängeln zn sehen. Das Theater war ganz ausverkauft, dieZuscharlerräume dicht gefüllt. Nach jedem Akte wurde demonstrativ applandirt, mehrere Stellen mußten auf Verlangen des Publikums wiederholt werden Besonders auffällig war, daß die Mehrzahl der Zuschauer Nichtjuden waren. Ich will nun versuchen, in kurzen Umrissen den Inhalt des Stückes wiederzugeben. Das Schauspiel „Malke Schwarzenkopf" stellt den Kampf dar, welcher zwischen den zwei Elementen der jüdischen

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