Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1901)
- Date
- 1901-02-01
- Page
- Seite 51 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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51 mern, die innehmen, wirksames des entürmszenen ms diesem rgend ein durch die;t warden nnlungen, en jungen ntworten. 4t Protest;fe, gegen uden und c Emphase chten Veruchen, die solutionen Männern pfer nicht lich weder gt. Denn erer Seite daß die iffen und 4, daß sie lgen wird Leite, ihm , Jannac? hat der bei de', nun „Re n irvniscb n „Syna ogramm ^esellschas! wohl von jache, wo »esondere ung ode zialdemo nur uns ich inne;- übrigen lammuw lsgetreten ssen, da>. christlich' en. königlirl) e Ziffern über die Bevölkerungsbewegung im Jahre 1 89 9. Danach ist das Resultat sür die Juden wenigstens etwas günstiger als in den letzten Jahren insofern, als die Zahl der jüdischen Geburten, die bisher jedes Jahr sich verringerte, wieder eine kleine Steigerung auszuweisen hat. Dagegen war die Sterblichkeit auch größer als im Vorjahre und zwar besonders bei den Erwachsenen über 15 Jahre, wodurch der Nachweis erbracht ist, daß die preußischen Inden mehr höhere Altersklassen aufweisen als die anderen Theile der preußischen Bevölkerung. Die genauen Zahlen sind die folgenden. Es wurden geboren: 7400 j. I. 1899 gegen 7270 in 1898 259 48 „ ' M ,, „ »2 „ „ 254 „ „ '> ,, 21«! „ „ 77 „ „ 70 „ „ 22 „ " 18 „ .. 008 „ „ ,, „ 009 ., 288 200 Elten; und die - Hälfte der Mischbeide Eltern jüdisch Baler jüdisch, Mutter Protestant. „ „ „ katholisch sonstig „ Protestant., Mutter jüdisch „ katholisch, „ „ sonstig, Mischehen überhaupt uneheliche Kinder jüdischer Mütter ehe;; zusammengerechnet ergiebt sich in diesem Jahre die Ziffer 8080 gegen 7841 im Vorjahre. Freilich bedeutet diese kleine Steigerung auch nicht viel, wenn man bedenkt, daß im Verhältnis; der Bevölkerungsziffer die jüdischen Geburten 14 700 ergeben müßten, daß mithin bei Nichtjuden beinahe doppelt so viel Kinder geboren werden als bei Juden. Diese fast ständig sinkende Geburtenziffer bringt dem Bestände des deutschen Judenthums viel ernstere Gefahrerl als aller Antisemitismus. Die Todesfälle bei unseren Glaubensgenossen sind im Jahre 1899 erheblich gestiegen, und zwar Kinder unter 15 Jahre von 1240 im Jahre 1898 auf 1280 im Jahre 1899, Erwachsene über 15 Jahre von 4002 im Jahre 1898 auf 1874 im Jahra 1899. Wir haben also eine Geburtenziffer von 8080 und eine Sterbeziffer von 5054, so daß eine natürliche Vermehrung von 2482 bleibt, während diese Vermehrung im Vorjahre noch trotz der geringeren Geburtenzahl 2590 Seelen betrug. Dabei haben wir noch fortwährend mit erheblichen Verlusteil an die Andersgläubigen durch Taufeil und all das Ausland durch Auswanderung zu rechnen. Die Ziffer der Ehen unterscheidet sich nicht wesentlich von der der Vorjahre. Es wurden geschloffen Ehen zwischen: jüdischem Mann und jüdischer Fron 2590 i. 1.1899 gegen 2582 in 1898 jüdischem Mann, protestantischer Frau 220 „ „ „ „ 189 „ „ indischem Mann, katholischer Fran jüdischem Mann, sonstiger Fran protestantischem Mann, jüdischer Fran katholischem Mann, jüdischer Fran sonstigem Mann, jüdischer Fran 220 48 8 148 , >1 i 18 . 9 „ „ „ 6 .. „ 80 „ „ 12 „ „ Die Gesammtzahl der Mischehen beträgt also im letzten Fahre 483 gegen 408 im Vorjahre. Rein jüdische Ehen wurden acht mehr als im Vorjahre geschloffen, beides, wie mail sieht, leine wesentliche Veränderung. Zu der Statistik der Sterbe fälle sei noch hinzugesügt, daß die Zahl der Todesfälle von Kindern viel geringer ist, als bei den Nichtjndeu; es waren nur 1280 Fälle gegenüber!415, die nach der Seelenzahl Hütten sein müssen, dagegen starben bei den Erwachsenen 4874 Juden, während nach der Seelenzahl nur 4282 hätten sterben dürfen. Es sind eben ganz offenbar die höheren Altersstufen bei den Juden zahlreicher vertreten als in der übrigen Bevölkerung. Von den vielen Millionen, welche den Tod der Königin Victoria beklagen, hat vielleicht Niemand so viel Grund dazu wie die englischen Inden. Als ehrliche Hüterin der englischen Konstitution konnte die Königin für die Gleichstellung der Inden direkt zwar wenig thun, desto mehr trug sie aber indirekt dazu bei, indem sie durch gleichmäßige Behandlung aller ihrer Unterthanen sowie durch ihren persönlichen freundschaftlichen Verkehr mit ihren hervorragenden jüdischen Unterthanen ein glänzendes Beispiel der Vorurteilslosigkeit gab und dadurch zur gesetzlichen Gleichstellung der Juden wesentlich beitrug. Schon als kleines Mädchen kam Königin Victoria in Ramsgate, das sie mit ihrer Mutter, der Herzogin von Kent, häufig zu besuchen Pflegte, mit jüdischen Kindern vielfach in Berührung. Hier durfte nämlich die kleine Prinzessin mit Kindern ihres Alters nach Herzenslust im Sande spielen. Der Jude Richard Henry aus Ramsgate war sein ganzes Leben lang stolz ans einen Kuß. den er als Kind von der kleinen Prinzessin Vicky bei dieser Gelegenheit erhalten hat. Zu derselben Zeit machte die junge Prinzessin die Bekanntschaft Moses Montefiores,welcherdie Herzogin von Kent einlud, seinen hübschen Garten, den früheren Sitz der unglücklichen Königin Karoline, welche als Prinzessin of Wales früher in Ramsgate residirt hat, zu benutzen. Mit Moses Montesiore kau; die Königin nachher gesellschaftlich wie amtlich öfter in Berührung, so namentlich, als der berühmte Philantrop gelegentlich der bekannten Blutbeschuldignng von Damaskus 1840 seine Reise zu Mahmed-Ali von Egypten unternahm. Ferner 1841 bei seiner Rückkehr aus den; Orient. Nach seiner Rückkehr aus Petersburg, wohin Montesiore 1846 gereist war, um in; Interesse der unterdrückten russischen Juden beim Zaren Nicolaus vorstellig zu werden, wurde er von der Königin zum Zeichen ihrer Sympathie mit der von ihm vertretenen Sache zum Baronet erhoben. Montesiore war übrigens nicht der erste Jude, der in England zum Baronet erhoben wurde. Schon vor ihm wurde dein bekannten Vorkämpfer der Judeuemanzipation in England, Sir Isaak Lyon Goldsmid, 1641 der Rang eines Baronets verliehen. Die Königin verkehrte auch persönlich mit Sir Goldsmid, den sie 1858 in Begleitung des Prince consvrt eines Tages mit ihrem Besuch überrascht hat. Daneben stand die Königin in intimen Beziehungen zum Hause Rothschild, von denen sie namentlich den Baron Ferdinand v. Rothschild, den; sie 1890 die seltene Ehre ihres Besuches zutheit werden ließ, sowie die Baronesse Hannah v. Rothschild, nachmalige Lady Rosebery, mit ihrer speziellen Freundschaft beehrt hat. Welche Stellung die Juden in England sich in dem Zeitalter der Königin Victoria zu erringen wußten, beweisen folgende Thatsachen. 1888 war noch den Juden Englands cle tueto der Zutritt zu den Universitäten verboten, da der christliche Eid die Aufnahme eines jeden Inden, welcher diesen Eid nicht schwören wollte, unmöglich machte. Ebenso waren ihnen zahlreiche Aemter und Funktionen, deren Ausübung an die Ableistung eines Eides geknüpft war, unzugänglich. 1885 wurde ein Jude David Salornon zum Sheriff von London gewühlt, worauf die Eidesformel für dieses Amt abgeündert wurde. 1845 wurde durch einen Parlamentsakt die Eidesformel für alle Munizipalämter abgeändert. Das Parlament selbst blieb aber durch die christliche Eidesformel den Juden noch für lange Jahre unzugänglich, da das Parlament alle Anträge auf Abänderung des christlichen Eides verwarf. 1847 wurde Baron Henry