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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-01-25 · Heft 4 (25.1.1901) · p. Seite 42

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
Seite 42 (sequence 9)
Language
German
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42 Zum Schlüsse nur die innige Bitte: Würdigen Sie einer eingehenden. baldigen Antwort Ihren Tie hoch verehrenden und. wie ich nachmals sagen darf, dankbaren Da'vid Kaufmann, Breslau, Nikolaistraße 20, II. * * * Breslau, 27. März 1873. Verehrtester Herr! Selten im Leben hat ein Brief mir solch eine Freude bereitet wie der Ihrige. Herzinnigen Dank dafür. Um Eines muß ich Sie aber vor Allem bitten, mißdeuten Sie ja nicht meine Bewunderung. Heuchelei steht mir ferne; ehe ich Ihren Namen auch nur ahnte, hatte ich literarische Leiden mn das Buch meiner Wahl, und nie habe ich in meinem Eifer für dasselbe mich znrückhalten lassen, auch nicht durch Ihre allzusehr bescheidene Ablehnung. Nennen Sie meinen Eifer einen Eifer für die Sache, aber diese Sache habe ich nirgends so gluthroll vertheidigt. so hinreißend dargestellt gefunden, als in den Jüdischen Familienpapieren. Wenn ich etwas zu bedauern hatte, so war es dies, das; das Werk ohne den Namen seines Verfassers in die Welt gegangen, denn am Persönlichen hastet immer — so ist die Welt — eine Trübung. Nun. da das Buch sechs Jahre allein für sich gekämpft hat. sollen Sie nicht länger mit Ihrem Namen zurückhalten. Aber, was hat es erkämpft, so höre ich Sie fragen. Nun. vom Verfasser der Jüdischen Familienpapiere habe ich nicht erwartet, daß mir das Publikum als höchste Instanz maßgebend werde entgegengehalten werden. Instanz für wen! Für den Buchhändler. Wir wissen ja, wie heute Bücher verbreitet werden. — Das Beste, sagen Sie. ist noch niemals todtgeschwiegen worden. Nein, auch dieses Beste nicht. Es ist unleidlich, von sich selbst zu reden, aber gestatten Sie mir, es hier ohne Ziererei zu thuu. In der Stadt voll 210000 Einwohnern kannte bis vor drei Jahren kein einziger Mensch das Buch. Da traf es sich, daß ein Student ans Süddeutschlaud es mitbrachte. Können Sie glauben, daß ein Mensch dies Buch kennen kann und davoll schweigen wird? Er müßte aus Leder oder Holz sein. Alsbald erschien in unserer Monatsschrift ein etwas einseitiger' aber doch guter Auszug aus dem Werke. Ich hatte keine Nutze, seitdem ich das Buch kannte. Jüdische Redaktionen freilich setzten mir allerhand Schwierigkeiten entgegen, bis ich bei Jos. Lehmann endlich die Erlaubnis; erwirkte, im Magazin davon reden zu dürfen. Vorsicht ward mir anfgetragen, uno so ist der Artikel meiner ganzen Anlage nach, nngetheilt loben zu müssen, wenn mich etwas innerlich anspricht, mehr ein Hymnus als ein Urtheil geworden. Sie dürfen mir darum nicht allzusehr gram sein, die Absicht war keine böse. Ich begnügte mich nicht dabei! Allen bnchhändlerischen Manipulationen fremd verbreitete ich dennoch fünfzig Exemplare, wäre ich vermögender, alle hätte ich auf mich genommen, um sie aus den Händen des Buchhändlers — Meißner zu ziehen. Wer hat sie gekauft! Arme Studenten, Familien. Das ist aber nur Anfangs so! Wer das Buch einmal gelesen hat. der schweigt nicht, lobt und spricht davon mit vollem Munde. Aerzteu habe ich das Buch gegeben, sie konnten lange nicht des Eindrucks vergessen. Jetzt fängt es an, in Schwung zu kommen. Viele Exemplare sind in den Leihbibliotheken und man begegnet ihm bereits in reichen Familien mit reichen: Goldschnitt und zierlichem Einband. Aber wozu rede ich so viel? — Meine Absicht ist klar! Sie sollen das Buch nicht fallen lassen und es wird ihn: geholfen sein, nur Sie allein! Wo denken Sie hin. wo sind die Anderen heutzutage, die es besser machen können, vollends aber — wollen? Und was ist da viel besser zu machen? Es läßt sich streiten über Einzelnes, blasirte Geschmäcker reizt die Form nicht, aber was sind das für Ausstellungen gegen alles das treibende Gute, voll dem das Ganze voll ist! Verehrtester Herr, würdigen Sie mich fernerer Verbindung mit Ihnen, mehr kam: ich nicht saget!, und reden Sie von der Sache, als ob Sie den Herrn Herzberg gar nicht anginge. Aber, ich bitte, antworten Sie gefälligst schneller Ihrem — um es kurz ztl sagen — Ihrem dankschnldigen David Kaufmann. * -i- Kojeteiii, 1^>. April 1873. Verehrter Herr! Wenn ich Lohn für das Unbedeutende erwartet hätte, das ich für die Jüdischelt Familienpapiere that, ich hätte reicheren, beglücken deren nicht finden können, als Ihren letzten Brief. Möchte ich nur mit Beruhigung das Bild und Gleichniß des Arbeiters, der den edlen Diamant aus der Verborgenheit herporgeholt hat, einstmals auf mich anwenden können, wenn Ihr Buch strahlen wird in seinem wahren Glanze! Ich habe nicht mehr gethcm. als jener, ich konnte und kann nicht verschweigen, was ich fand, gethcm habe ich ja nicht das Geringste. Aber Sie fragen, wer ich sei oder richtiger, was ich sei. Nun, die Antwort soll ehrlich sein. Ich bin noch gar nichts, bin jung und jüdischer Theologe, was Sie schon vermntheten, für das Judenthum aber bin ich erglüht weder der Jugend, noch der Theologie wegen, sondern allein um seiner selbst willen. Ich bin sechs Jahre schon im Breslauer Seminar nnd stehe trotzdem nicht an, meinen Beruf Ihnen als noch gar nicht gewählt oder feststehend zu bezeichnen. Wenn ich werde hoffen dürfen, mit den Zuständen meines eigenen Inneren ruhig vor Sie hintreten zu können, dann sollen die Bedenken, die von der mir gleichsam von Natur vorgezeichneten Bahn mich abschrecken, offene und unerschrockene Darlegung finden. Doch Sie haben genug zu hören bekommen, tun zu sehen, daß von mir Ihnen gegenüber „ausführlich" nicht die Rede sein darf. Darum gestatten Sie mir weiterzugehen! So wird denn das Buch meiner Lust in neuer Hülle vor die Welt treten, der verhängnißvolle Titel wird geändert und des Teufels Beiwerk, die sinnstörenden Druckfehler werden ihre Verbesserung finden. Es wird sich dnrchringen, so wahr als noch niemals Geistesthaten von solcher Mächtigkeit unterlegen sind. Aber die Liebe zur Sache und die Verehrung Ihres Namens reißt mich fort zu neuen Forderungen. Bittelt. denen Sie wenigstens Gehör schenken mögen. Wenn ich mir in eilt Bild die Bedeutung dieses Buches zusannnenfasse, dann erscheint es mir immer, als ob in ihm nur das Verhältniß des Judenthums zum Christenthum eine großartige Beleuchtung erführe, in der auf das innere Leben und Treiben des Judenthums, ans seinen inneren Werth nur gelegentlich blitzartige Lichter fallen. Ob nicht diese andere Seite, diese Darstellung des Judenthums an sich einer ebenso glücklichen Behandlung würdig wäre? — Bedürftig ist sie deren sicherlich! Daß also die Fortsetzung der Indischen Familienpapiere trotz der Rundung, Einheit und Geschlossenheit des Kunstwerkes immerhin möglich wäre, scheint mir gar nicht so undenkbar Ich wäre glücklich, wenn ich mich in der Berechtigung dieses mehr ahnungsvoll als scharf ausgesprochenen Wunsches nicht getäuscht hätte. Sie werden darüber lächeln, aber ich muß es Ihnen erzählen. Ich war dem Gustav Meinhard stets ernstlich gram, wenn ich au die Möglichkeit naiver Weise dachte, der Mann könne doch ein Blatt aus dem Wunderbuche unterdrückt, in der That Auslese gehalten haben. Lassen Sie diese Anschauung, verehrter Herr, dafür als Zengniß und Ausdruck gelten, wie jede ihrer Meinungsäußerungen geschätzt und heißbegehrt ist; mögen Sie daher des Köstlichelt ferner uns nichts vorenthalten. Sie werden es begreifen, daß ich nur schüchtern die Bitte wagen darf, Sie mögen mir etwas Kunde über Ihre Lheuere Person zukommen lassen nnd den stammelnden Frager durch eine volle Antwort ermuthigen. Gerne hätte ich sein Bild Ihnen zugesandt, ich kann es erst nächstens thnn. Vielleicht darf ich hoffen, daß noch iw Elternhause in diesen Festestagen durch Ihr Lichtbild, das ich längst in der Seele trage und Ihre verehrte Antwort beglückt wird Ihr Ihnen in Ehrfurcht Dank schuldender David Kaufmann. * * * Breslau, 16. Mai 1873. Verehrter Herr Herzberg! Die Freuden, die wir Anderen bereiten, zählen zu dem wahrhaft Guten, das wir stiften im Leben. Wenn das wahr ist. dann haben Sie eine edle Gutthat an mir vollbracht; so voll nnd rein habe ich mich noch selten gefreut, als da ich den; Manne ins Auge sehen konnte, von dem es so lange mich schmerzte, daß er nicht mehr unter den Lebenden wandelt — der schlimme Meinhard — und nicht mehr sehen kann, wie sein Werk gewirkt hat. Aber warum wollen Sie mir so selten nnd so kärglich den Genuß gönnen, Sie zu hören'? Zürnen Sie mir nicht, wenn ich so unumwunden die Frage mir erlaube. Zürnen Sie mir auch nicht über meinen Einfall, Sie mit dem Beiliegenden belästigen zu wollen. Aber ich wollte doch einmal früher oder später Ihnen Einsicht gewährend in das. was ich treibe und wie ich es treibe. Gott bewähre uns vor den Predigern, sagt der Rabbi in den Familienpapieren. Sie hat er schlecht davor bewahrt, muß ich denken, wenn ich meinen Schritt betrachte. Aber es fügte sich denn doch zu sehr herausfordernd, als daß ich zu halt Empsanc aus sich dann wi Feder stc mir stcm papieren „Darum verlangt möglich so habe i die Leistu mittheils Nur meinen Kinder C bei Ihne wieder h weder no ganze W Buch sich sich im n siehe da. i Verehrter ich möcht uns scheu vorletzten sprachen, selbst sein russische t möchte, t Mädchen probe! . Russische vorüber, Schwätzer aber ich s So nehm wir Alle Empfehlu So c die Grenz Wäre ich hätte Ihnen h, Jnbelrufe geworden, thenre Fr, mich still meiner I drückt. E so weit g wie man wahrlich - ließen un der Zutun stehen Jh: Jahren b daß Sie sind. 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