Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1901)
- Date
- 1901-01-25
- Page
- Seite 40 (sequence 7)
- Language
- German
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40 zum wichtigstell Theils der Tagesordnung geschritten. Da der Schriftführer die Abhaltung der Lehrprobe übernommen hatte, wird dem Kollegen Saul-Schivelbein die Berichterstattung darüber übertragen. Kollege Saul-Schivelbein berichtet wie folgt: Die Lehrprobe hielt Kollege Bellak-Bütow mit Kindern der Mittelstufe über das Passahfest nach folgender Disposition: Einleitung: Ueber die Hauptfesttage Israels im Allgemeinen; Theiluug derselben in freudige und ernste Feste. Auss ü h r u n g : Was bedeutet die Bezeichnung - Fest. (Unter Zugrundelegung des Bibelwortes.) 6. Was bedeutet die Be- Zeichnung IN - Fest- Schluß: Wirkliche und bildliche Erklärung der Bezeichnung ulit Nutzanwendung. (Alle drei Punkte werden erst zusammen, dann einzeln vorerzählt, hernach abgesragt und zuletzt von den Kindern wiedererzählt.) In wie hohem Matze der Referent es versteht. Geist und Gemnth der Kinder anzuregen, Prägte sich deutlich aus den Gesichtern der Kinder aus und gab sich auch in ihren Antworten kund. In der sich anschließenden Besprechung der Lektion, an der sich außer den Kollegen auch der Vorsitzende der Shuagogen- Gemeinde Stolp, Herr Golde, betheiligte, wurde von allen Seiten das weise Maßhalteu und das pädagogische Geschick des Kollegen anerkannt. Bei Punkt 3 der Tagesordnung übernimmt wieder der Unterzeichnete das Amt des Schriftführers. Kollege Bad rian-Stolp reserirt über das zur Zeit aufgestellte Verbandsthema: „Soll die systematische Religionslehre irr der Religionsschule als besonderer Unterrichtsgegeustand behandelt werden?" Der nicht nur durch Inhalt, sondern auch in Bezug aus Form vortrefflich gelungene Vortrag überzeugte die Zuhörer durch seine Klarheit und Faßlichkeit von der Nothwendigkeit. den systematischen Religionsunterricht als besonderen Unterrichtsgegenstand behandeln zu müssen. Nach einer regen Debatte seitens aller Anwesenden werden folgende Thesen einstimmig angenommen: 1. Der systematische Religionsunterricht ist gegenwärtig angesichts des geringen hebräischen Wissens der jüdischen Kinder eine Nothwendigkeit. 2. Der systematische Religionsunterricht ist als ein besonderer Unterrichtsgegenstand zu behandeln. 3. Der systematische Religionsunterricht soll nur auf der Oberstufe ertheilt werden. Es wird nun zum 4. Punkte der Tagesordnung geschritten. Nach richtigem Befunde der Kasse durch die Herren Revisoren Nakler-Stettin und Finkelstein-Polzin wird dem Kassirer des Vereins Decharge ertheilt. Bei der nun folgenden Vorstaudswahl werden die Herren Dr. Josephsohn-Lauenburg, Saul-Schivelbein, Bellak-Bütow und Bauer-Köslin wiedergewählt; statt des der Konferenz serngebliebenen Kollegen Levy-Belgard wird Herr Rabbiner Dr. Kalischer-Stolp zum Vorstandsmitgliede ernannt. In der sich anschließenden freien Besprechung werden verschiedene für den Verein hochwichtige Gegenstände eingehend erörtert, z. B.. angeregt durch Kollegen Bauer-Köslin, die Inspektion des Religionsunterrichts; ferner die Schaffung eines einheitlichen Lehrplanes für den Religionsunterricht u. s. w. Dem Vorstande wird dann die Bestimmung über Ort und Zeit für die nächste Zusammenkunft anheimgestellt; bei derselben wird Kollege Nakler-Stettin eine Lehrprobe über „Das Gebet" und Herr Rabbiner Dr. Kalischer-Stolp event. das Referat über das noch aufzustellende Verbandsthema übernehmen. Möge die künftige Versammlung, so Gott will, eine in Bezug auf Anzahl der Theilnehmer zahlreicher besuchte sein, möge zugleich aber auch das in den letzten Jahren von den Herren Gemeindevorständeu bekundete Interesse an den Verhandlungen der Lehrervereine nicht abnehmen. Dann wird der Erfolg der Konferenzen auch bezüglich der sozialen Stellung der Kultnsbeamten innerhalb ihrer Gemeinde ein ersprießlicher und segensreicher sein. Bütow, im Januar. Der Schriftführer: Siegfried Bellak. Aus den Niederlanden. Amsterdam, im Januar. ^ie fast alljährlich im Februar, gedenkt Königin Wilhelm ine auch Heuer hierorts einige Tage Hof zu halten. Aber anläßlich dieses ersten, unmittelbar an die Vermählungsfeierlichkeiten sich anschließenden Besuches wird die Hauptstadt zu Ehren der hohen Fürstlichkeiten ein besonders glänzendes Festkleid anlegen. Die bereits in der Vorbereitung begriffenen dekorativen Veranstaltungen lassen dies deutlich erkennen. Unter anderem hat man werthvolle Preise ausgesetzt zur Anspornung und Belohnung derjenigen Stadtbezirke oder Theilbezirke, welche sich in der Ausschmückung am meisten Hervorthun. Daß die jüdische Bevölkerung überhaupt sich eifrig am Huldigungswerk betheiligt und speziell in der Verzierung des eigentlichen Jndenviertels aufs Lebhafteste mit den christlichen Bewohnern wetteifern wird, steht fest und ist bei der aufrichtig königstrenen Gesinnung unserer Glaubensgenossen nicht zu verwundern. Diese vvn Alters gepflegte und seitens des Fürstenhauses der Oranier stets wohl verdiente Loyalität ist indeß auch der einzige Lichtblick, das einzig Erfreuliche, was zur Zeit aus dem hiesigen jüdischen Gemeindeleben zu berichten wäre. Auf der einen Seite nach wie vor eine starre Orthodoxie, die in den Nabbinaten der niederländisch-israelitischen (sogenannten hochdeutschen) und portngiesischen Hauptsynagogen ihre Hochburgen und zumeist in den niederen Sphären, in den wirthschaftlich schwächeren Bevölkerungsschichten, ihre verläßlichsten Stützen besitzt; auf der entgegengesetzten Seite krasser Materialismus, eine herzbeklemmende Gleichgiltigkeit in allen religiösen Dingen; im Centrum aber, wenn man so sagen darf, die Opportunisten, unter welchen auch viele „Intelligente", Advokaten, Aerzte n. s. iv. neben den Gewerbetreibenden, die lediglich aus Nützlichkeitsgründen sich jeden eigenen Urtheils und Eingreifens in rituellen und Glaubensjachen glauben enthalten zu müssen, d. h. den Nabbinaten nach dieser Richtung den denkbar größten Spielraum gewähren. Unbeschränkte, jahrelang ansgeübte Macht verleitet aber oft zu Machtsüberschreitung und hierarchischem Uebereifer. Nur so ist das neueste Vorgehen des „hochdeutschen" Oberrabbiners Dr. Dünner gegen die Firma I. van Saxen L' Co. hierselbst zu begreifen, das, wie geringfügig auch die Veranlassung selbst sein mag, doch unter jedem Gesichtspunkt unerhört bleibt. Man urtheile selbst: Vor etwa 20 Jahren, ungefähr zur Zeit, da die Margarinefabrikation entstand, schlossen die Genannten behufs Bekämpfung der im Butterhandel vvrkominenden Fälschungen und znr Sicherstellung des Kaschrnt einen Vertrag auf unbestimmte Dauer folgenden Hauptinhalts: Der Oberrabbiner garantirt das Kaschrnt ausschließlich nur derjenigen Butter, welche unter Kontole der von ihm angestellten, aber von der Firma van Saxen L Co. bezahlten Wärter fabrizirt und mit seinem Stempelausdrnck in der gleichfalls unter Nabbinatsaufsicht stehenden van Saxen'sche Butter- Halle versehen ist. Die Firma erhielt hierdurch in gewissem Sinne ein Monopol; andere Lieferanten von Koscher-Butter unter Rabbinatsaufsicht hatten an sie die Stempelgebühr zu entrichten. Die ganze Einrichtung funktionirte zwei Jahrzehnte hindurch zur allgemeinen Zufriedenheit. Gegen Ende vorigen "Monats verbreit der Bui gebühr Dr. Dü Auf Erk Wahres Eni Schreib« tungen Worten vier Tw ihrerseits lassen, gutgeher dekretirt Versuch Und zm: bewilligt den And Ein best konnten ihnen d unwillkü sich irg> übrigens fache, da über Nac wegen ei lung uni Schaden! schädigte! Und ftziren — geheimen Venedig, Zeiten r solcher S betrifft, ihren En tragbruä Unse orthodox> verübte l der obers gewaltig! Nun, di« MUH, er v> w Am 30. des Dich bisher n David dieses me