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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-01-11 · Heft 2 (11.1.1901) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 2 (11.1.1901)
Date
1901-01-11
Page
Seite 20 (sequence 12)
Language
German
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20 Fräulein Eloessers gewählte Modus einer Vergleichung der Thätigksit jüdischer Männer und Frauen wäre daher gerade der richtige. Indessen will ich ans die neue Anregung eiugehen und Nachweisen, in welchen Berufen die jüdischen Frauen mehr oder weniger als ein Prozent der thätigen Frauen ausmachen. Ich lasse zu diesem Nachweis folgende Tabelle folgen. - Zu viel In der Bevölkerung überhaupt Bei Inden — - Zu wenig Jüdinnen im Verhältniß von männlich! o/o der thätigeü weiblich männlich weiblich Frauen. .4. La n dwirthsch oft. n) 2 221826 346 899 1197 419 - - 3 049 78 066 18107 73 3 - 178 e) 3 239 646 2 388 148 893 786 - 23 095 11. Bergbau. Industrie rc. L) 1 542 272 519 492 18 802 4796 — 398 b) 254 421 9 324 5 029 537 -1- 444 e) 4 963 409 992 302 11799 5030 , - 4893 Davon bildende Künstler r e. u) 9 273 1 063 141 38 4- 28 d) 655 32 12 1 -1- 0 <9 16 438 887 57 3 — 6 (5 Handel und Verkehr. 640 941 202 616 72 269 7836 4- 5810 249 920 11987 14 314 683 -1- 463 e) 868 042 365 005 27 745 10 604 4- 6954 Hiervon Post- - und Telegraphenbetrieb. .'0 6 578 98 3 — - 1 10 39 753 2 401 44 17 7 e) 79 805 292 53 — -- 3 do. Eisenbahn. n) 5 530 9 9 -6 0 10 49 741 373 67 — 2 <') 205 039 2 026 < 8 1 19 1). Häusliche Dienste. 198 626 233 865 207 682 — 1656 15 2. Beamte rc. ' -0 39 62< > 365 1895 5 4- 1 6« .173 569 1487 547 20 4- 5 r) 71 250 3 609 49 4 — 32 15 3. Mission, Kirche re. -0 39 613 430 791 3 - 1 d) 2 485 9 587 18 - 96 «0 6 700 1 361 394 13 0 15 4. Bildung, Erziehung rc. u) 151 828 66 181 2 062 1017 -4- 410 6) 1 539 865 21 6 - - 2 (0 6 214 6 221 15 13 — 49 k 5. Krankendienst re. u» 28 195 25 640 2 880 93 — 163 l-0 2 740 2 490 14 17 — 7 <-') 15 876 47 197 57 191 — 280 15 6. Privatgelehrte. Schriftsteller re. 5 097 410 385 27 4- 23 L. 7. Stenographen re. 15 404 436 226 50 -4- 46 15 8. Musik. Theater re. u) 49 904 8 976 613 222 4- 132 1>) 1 108 195 22 - -1- 0 <0 4 184 1 198 21 16 -4- 4 (1. Dienstboten. 25 359 1 313 957 13 6 298 6841 1". Ohne Beruf. 1 027 259 1 115 549 18274 21 506 4- 10 441 Summe aller Selbständigen. 16 559 100 7 693 899 183 563 61 023 - 15 915 Zum Berstnudniß dieser Tabelle sei folgendes bemerkt: -i I, e bedeutet: » Selbstständig, I» Allgestellte, e Arbeiter. In eiliem Fabrikbetrieb zum Beispiel: » Inhaber, b Komptoirpersonal, e Arbeiter. Bei der Post: ».höhere Karriere, b niedere Beamte, e Briefträger, Postillone rc. e bedeutet daher eigentlich niemals einen Beruf des Mittelstandes, gleichgiltig um welchen Zweig der Thätigkeit es sich handelt. Beispielsweise würden, ähnlich wie bei der Post e Briefträger und Postillone bedeutet, e beim Theater Logenschließer und Theaterdiener bezeichnen, dagegen b Kassirer und Sekretäre, » Schauspieler und Direktoren. Weshalb es bei Dienstboten, Privatgelehrten Stenographen rc. nur eine Klasse giebt. bedarf keiner Erläuterung. In der Tabelle sind sämnitliche amtlichen Rubriken von ^—6 in den Gesammtzahlen angeführt, ebenso zum Schluß die Summe von ä —6. Eine Ausnahme ist sür die Rubrik L Beamte und freie Berufe gemacht, für welche von jeder Unterabtheilung die Ziffern angegeben sind, mit Ausnahme der hier außer Betracht kommenden Rubrik L1, Heer und Marine- Ferner sind aus den Rubriken L (Industrie) und 0 (Handel und Verkehr) einige Abtheilungen noch besonders angegeben. Es sind dies einerseits Post und Eisenbahn, welche nach der ökonomischen Struktur Beanitenberufe sind, welche aber nach dem Zweck, dem sie dienen, bei Handel und Verkehr eiugeordnet sind. Anderseits die bildenden Künste rc., welche zwar einerseits zu den freien Berufen gehören, anderseits doch auch den Kunstgewerben so nähe stehen, daß eine Trennung nicht leicht ist, und welche daher in der amtlichen Statistik unter 8 Platz gefunden haben. — Eine Prüfung der Tabelle ergiebt folgendes: Ein Prozent der selbstständigen Frauen ergäbe rund 77000, indessen sind nur rund 61000 jüdische Frauen selbständig. Daher können 16000 (-- 21 Prozent) noch im elterlichen Hause oder bei Anverwandten ohne Beruf lebe»«. Es sind ferner im Verhältuiß 10441 mehr selbständige ohne Beruf (8) unter den jüdischen Frauen vorhanden, wie schon bemerkt Rentnerinnen (— 13,5 Prozent). Wenn von 100 Weibliche» 100 thätig sind, müssen von 100 Jüdinnen daher nur 65.5 thätig sein. — Ein starkes Minus jüdischer Frauen ist ferner bei Dienstboten (6) und häuslichen Diensten (0) vorhanden. In den Rubriken ä—L sind sie durchgehends unter e am schwächsten vertreten. Beispielsweise ist in der Bevölkerung überhaupt das Verhältniß von (Frauen in selbständiger Stellung (») und arbeitenden Frauen (e) 7l) 1:7, bei Jüdinnen ca. 1: 2 8)(1:2, ,, .. „1:1 j (') 1 : 1.8.1:1,3. Dieses Verhältniß tritt auch unter den Rubriken zu 8 hervor, wo es sich allerdings um kleine Zahlen handelt. Was die freien Berufe betrifft, so ist bei den jüdischen Frauen ein größeres Manko im Kirchendienste und besonders in der Krankenpflege. Sie sind über das Soll von 1 Prozent vertreten: in bildenden Künsten (3,8 Prozent), Bildung und Erziehung (1,6 Prozent), Privatgelehrte, Schriftsteller (7 Prozent), Stenographen und Redakteure (12 Prozent), Musik, Theater (2,5 Prozent). Was die Rubriken » und k in Post, Eisenbahn und Beamtenschaft betrifft, so sind hier von 4633 überhaupt beschäftigten Frauen 44 Jüdinnen, also auch hier wider Erwarten nahezu 1 Prozent. Mit Rücksicht auf die Bemerkung von Fräulein Eloesser, daß nicht das Wieviel der Erwerbenden entscheide, sondern das wie des Erwerbes, d. h. die ungehinderte Entfaltung der Persönlichkeit durch die Freiheit der Berufswahl, möchte ich

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