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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-01-04 · Heft 1 (4.1.1901) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 1 (4.1.1901)
Date
1901-01-04
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Kprerhsaal. Geehrter Herr Redakteur! - u dem Artikel des Herrn Dr. Finkel über die Förderung der Bodenkultur sehe ich mich veranlaßt Stellung zu nehmen, vorweg aber zu erklären, daß ich nicht die Absicht habe, mit Herrn Dr. Finkel in eine Preßpotemik einzutreten. Das würde meiner Meinung nach im Interesse der ganzen Bewegung (und nur diese habe ich im Auge, nicht etwa den Verein für Bodenkultur) wieder „total verkehrt" sein: ob ihm auch das Wort sehr „mißlich" dünkt. „Mißlich" aber ist es doch, wie Herr Dr. Finkel zugiebt, daß der genannte Verein, der schon einige Jahre besteht, bis jetzt fast ' noch keine Erfolge aufzuweisen hat. Obgleich au der Spitze des Vereins Männer von „klangvollem" Namen stehen. Weil aber dies der Fall ist, so sage ich mit Verlaub, sind die Erfolge so gering. Darin liegt das Geheimniß des Mißerfolges, daß der seiner Zeit erlassene Ausruf von Männern mit „klangvollem" Namen (wäre ich boshaft, so könnte ich Herrn Dr. Finkel auf dieses „klangvolle" Wort etwas „Mißliches" entgegnen) unterzeichnet war; von Männern, von denen mehrere keine blasse Ahnung von der Bodenkultur haben. Mit Namen aber fördert man ein solches Werk nicht, zumal verschiedene Träger der Namen thatsächlich in der Angelegenheit nichts weiter gethau, als daß sie ihren Namen gespendet. Ja, wären das ganze Propheten, ständen an der Spitze der Bewegung säst ausschließlich Fachmänner und einige ideale Größen, die sich theoretisch genügend für das Werk gebildet, dann sähe sich die Sache nicht nur ganz anders an, dann dürsten auch uennenswerthe Erfolg aufzuweisen sein. Wenn nun Herr Dr. Finkel meine Ansicht, daß an allen Seiten begonnen werden müsse, für „total verkehrt" hält: je nun, über „Geschmack" läßt sich nicht streiten. Warten wir ab, wer Recht behält! Und dann: wer hat denn daran gedacht, in jeder Provinz laiidwirthschastliche Schulen für Juden zu errichten? Ich beileibe nicht; ich würde es für ausreichend erachten, daß die Juden die staatlichen oder provinzielleil Institute besuchen. Im Uebrigen gilt Ahlem als landwirthschaftliches Institut und dürfte als einziges dieses Art genügen. Wenn es sich Jahr um Jahr erweitert, wenn aus ihm allmälig eine Hochschule wird, die von den in allen Provinzen bei praktischen Gärtnern oder in großen Gärtnereien vorgebildeten Jünglingen zum Zwecke weiterer, gediegener Ausbildung besucht ' wird, dann dürfte die Absicht des Herrn Konsul Simon, dem unlautere Motive unterznschieben ich für" eine Perfidie halte, erreicht sein. Die Sorge darüber, was in den einzelnen Provinzen von den Synago gengemeindeverbänden geschehen muß, mag Herr Dr. Finkel getrost den Verbänden überlassen; dort sitzen so viele Männer der Praxis, daß man gerade ihnen das größte Vertrauen entgegenbringen darf. Endlich überrascht mich die Aeußerung des Herrn Dr. Finkel: „So schnell, wie ich es wolle, würde sich die Hinüberleitnng der Inden zur Bodenkultur nicht verwirklichen." Wie gesagt, das überrascht mich umsomehr, als Herr Dr. Finkel aus einer Besprechung, die wir geführt haben, als er für Ahlem in Oberschlesien Proganda machte wissen Müßte, daß ich mir die Sache gerade recht langsam denke. Eine schöne Erzählung wird uns überliefert von einem kurzen Wege, der lang, und voll einem langen, der kurz war. Dieser lange Weg ist, wie ich das bisher betont und zu betonen nicht müde werde: von der Schule für das Leben! Er wird aber der kürzeste sein, weil nur durch ihn die Hinüberleitnng eitles Theiles der Inden — nicht der Inden — zur Bodenkultur überhaupt möglich werden wird. Rhbnik, im Dezember. L. Katz. Miscellen. — Der bekannte, vor kurzem verstorbene Tiroler Dichter Adolf Pichler hat vor etwa zehn Jahren unter anderen Epigrammen auch das folgende veröffentlicht, das heute noch von Interesse sein dürste : „O werdet doch Antisemiten nicht, Ihr jungen deutschen Poeten, Denn wer sonst läse Wohl euer Gedicht. Weun's nicht die — Jüdinnen thäten!" — Ein Selbstmord ans Nell gi erde. Man schreibt uns aus St. Petersburg. 18. November: Polnische Blätter berichten über einen Fall von Selbstmord, der kürzlich in Warschau sich ereignet hat, und dessen Motiv sehr ungewöhnlich ist. Ein 14jähriger jüdischer Knabe, der für sein Atter geistig außerordentlich entwickelt war. erhängte sich. Der Knabe, der sich stets durch Wissensbegierde auszeichnete, hinterließ einen Zettel, auf dem er mittheilt: „Ich habe mich nur aus Neugierde aufgehängt. Ich möchte gar zu gerne wissen, was dort im Jenseits geschieht." 2. Liste der Spenden für die Penstonsu. Reliktenkaffe preußischer Rabbiner. Gebr. Ginsberg, Karlsstraße 23, 4000 Mk. Moritz Mannheimer, Thiergarten - ftraße 5, 1000 Mk. Sigismund Born, Behrenstr., 1000 Mt. Alfred Cohn (bei Warschauer), Behrenstr., 500 Mk. Oscar Huldschinskh, Matthäikirchstr., 2000 Mt. Max Meyer, Victoriastraße, 500 Mk. Nathan Bernstein. Roonftraße, 1000 Mk. Fr. Johanna Levy, Behrenstraße, 1000 Mk. Fr. Cäsar Wollheim, Bellevuestr. 3000 Mk. Komm.-Rath Koppel, Unter den Linden 52, 500 Mk. Direktor Crambach, Berliner Bank, 500 Mk. I. Rosenthal (Rosenthal L Tobias), Spandauerstraße, 500 Mk. Dir. C. Fürftenberg, Französischestraße, 1000 Mk. Edmund Helft, Unter den Linden 52, 500 Mk. Paul 'Arons, Mauerstr. 34, 500 Mk. Ernst Friedländer, Bellevuestr. 10, 500 Mk. Julius Bleichröder, Voßstraße 8, 1000 Mk. Julius Jacobi, Spandauerstr. 8, 500 Mk. Fr. Erna Pakscher. Alexanderstr. 36, 500 Mk. Komm.-Rath Hugo Landau, Wilhelmstr. 77, 500 Mk. Dr. E. Simon (Gebr. Simon), Klosterstr. 80/82, 2000 Mk. Fr. Anna Werther, Dorotheenstr. 52, 1000 Mk. Fr. Marie Kraft, Königin-Augustastr. 43, 500 Mk. Alfred Cohn, Jägerstr. 1, 500 Mk. Caspar Levy, Iägerstr. 1, 500 Mk. Gen.- Konsul Eugen Landau, Wilhelmstr. 70,500 Mk. Bankdirektor Eugen Guttmann, Behrenstr. 37, 1000 Mk. Komm.-Rath Kopetzky, Behrenstraße, 500 Mk. Martin Simon, Neustädtische Kirchflratze 11, 500 Mk. Georg Meyer, Hinter der kath. Kirche 1, 500 Mk. Justizrach Dr. Rießer, Schinkelplatz 1/2, 500 Mk. Justizrath Max Kempner, Französischestr. 9, 500 Mk. H. Valentin, Holzmarktstr. 65,500 Mk. Louis Liepmann, Bendlerstr. 43, 500 Mk Fr. Julie Neumann, Potsdamerftraße 121a, 500 Mk. Siegmund und Th. Pinkus, Schinkelplatz 8, 600 Mk. Joseph Fränkel, Königin-Augustastr. 14, 500 Mk. Fr. Rosa Croner, Carlsbad 12/13, 1000 Mk. Ernst Jacobh, Pariserplatz 6, 500 Mk. Fr. Komm.-Rath Adolfine Simon, Thiergartemtr. 10 a, 2000 Mk. Jacob Landsberger, Hausvoigteiplatz, 500 Mk. Louis Ed. und Siegfried Sachs, Taubenstratze, 500 Mk. Louis L. Meyer, v. d. Hehdtstraße 10, 500 Mk. Dr. jur. Edmund Lachmann, Bendlerstr. 9, 1000 Mk. Felix Eisenmann, Mühlenstr. 67, 500 Mk. EmanueL Lohnstem, Victoriaftr. 34, 500 Mk. Komm.-Rath Aschpott, Bellevuestr. 12, 1000 Mk. Fr. Johanna Simon, Voßftr. 7, 1000 Mk. Professor Aron, Lichtensteinallee 3a, 500 Mk. Julius Model, Thiergartenftratze, 500 Mk. Martin Joseph. Thiergartenstraße 10, 500 Mk. Marcus Kappel, Thiergartenstr. 14, 500 Mk. Julius Bodenstein, Taubenstr. 43, 500 Mk. Moritz Heilmann, Oranienburgerstraße 33, 600 Mk. Carl Levy, Dorotheenstr. 77,1000 Mk. Gustav Löwenberg, Unter den Linden 12, 500 Mk. Dr. Heinrich Meyer-Cohn, Unter den Linden 11, 1000 Mk. Elias Sachs, Schöneberger Ufer 32. 500 Mk. Iwan Gans, Unter den Linden 31, 500 Mt. Fr. Geh. Komm.-Rath Meyer-Cohn, Unter den Linden ll, 500 Mk. Dr. Paul Lachmann, Thiergartenstr. 3, 500 Mk. Fr. Henriette Landshoff, Bellevuestr. 12, 500 Alk. Ferd. Reichenheim, Thiergnrtenstr. 16, 500 Mk. Julius Hirschler, Bendlerstr. 42, 1000 Mk. Ignatz Wolfsohn, Byndlerstr. 20, 600 Mk. Fr. Johanna Meyer, Schöneberger Ufer 124, 500 Mk. vr. Siegbert Lachmann, Matthäikirckstr. 10, 500 Mk. Emil Holländer, Landgrafenstr. 18 a, 500 Mk. Zusammen S22V0 Mk. Mit den früher ausgewieserren S0 000 Mk. ----- 102200 Mk. vruupl VSsvderei „Monopol" I>otzb.rin§er8tzr. 16. Altrenommirte Anstalt zur Uebernahme jeder Art Haus- und Leibwäsche von Privaten. — 6 und 7jährige Referenzen zu Diensten -- Fernsprecher Amt III, Nr. 1865. - Ein einfaches Mädchen, welches kochen kann und in ein. einfach. Haushalt die Hausarbeiten übernimmt, wird sofort zu engagireu gesucht. Gefl, Offerten unter L L. 6977 befördert Rudolf^Mosse, Leipzig. "" 8.-z. lür L1»8e1»iQsvdLU, LlektrotsoLrük u. Okearis. — kroxr. trsi. sskiMien «man?ieu88i8ctie 0eben8u. Oargnti6-Ver8ickerunA8- ^ctien- Oe8eIl8ckaft Nsrlin IV., Lekren-Strs-sss 60-61. VmikliNliW« M llss mmctilielis lebe» in äen manmgkklltjAstsrl ^ornieu; u. 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