Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1900)
- Date
- 1900-12-07
- Page
- Seite 581 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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581 t zu theuer : über die ftitttieihnifl > t o it i ft e n Kosten der .000 Francs feu hat jetzt na, sondern t, daß die ist. (. Dezenlber. die vor gut erordentlich n von Vere, Professor ingereichter, nr welchen l das allitm den in jebenen unb Naybau m?er die Erben : „Die toberheft chienenen und den k und b e - h r e n h a s t, n. den s i k Diskussion! atz jüdischer ückgegangen schen Eltern ömung. die. sei. und zn dürfe man lepräsentann mehreren ten, daß die reprasentire 't erschienen das gekenn machen, dir n Widerhal! Besprechung rhöhte Auf eshalb von Die jüdisch »enig, wem vnrde. Dev der Heraus en hat, un? ion getabeir lvährend e-' i auch gegen n Wort de jedoch, das; die Inder. . daß man seien längst °eine einzig' n nicht be^ ieratnr, der reudig und sich. Gegen eine derartige Mahnung müsse er im Namen Aller als ganz überflüssig protestiren. Durch die Gesetzgebung sei schon ein großer Theil des Vorurtheils gegen die Juden beseitigt, das in Zukunft hoffentlich noch weiter schwinden werde. Gegen die Ansicht des Anonymus. daß die Juden ihr sittliches Ideal nicht mehr als bindend erachten können, habe sich in anerkennenswerther Weise bereits Dr. May bau«! gewendet. Er wolle nur hinzufügeu, daß in der Erfüllung der Wohlthätigkeit die Juden den Christen nicht nachstehen, und es sei noch nie von christlicher Seite in dieser Beziehung den Juden ein Vorwurf gemacht worden. Die Juden, welche das Ceremonialgesetz nicht beachten, seien deshalb noch gute Juden und würden auch von Anderen dafür gehalten. Energisch müsse Protest gegen die Ansicht des Verfassers erhoben werden, wenn er sage, die jüdischen Feste arteten in burleske Späße ans. Der sonderbare Schluß, den der Verfasser ziehe, daß er sage, katholisch können die Juden nicht werden, aber evangelisch, führe doch dazu, die Religion wie den Rock zu wechseln. In Frankreich hätte der Verfasser wahrscheinlich zum Uebertritt znm Katholizismus, in der Türkei znm Islam, in Rußland zur griechisch-katholischen Kirche aufgefordert. Es brauche darüber kein Wort verloren zu werden, daß es nicht ehrenhaft sei. die Kinder zu einem Glauben hin-, überzuführen, den man selbst nicht annehmen könne. Ans den Ausführungen lasse sich jedoch etwas Gutes entnehmen. Der Artikel beweise, daß der Anonymus zu einer Zeit ausgewachsen sei, wo man es nicht für nöthig erachtet habe, die Kinder mit jüdischreligiösem Wissen zu erfüllen. Einer solchen Strömung müsse die jüdische Gemeinde entgegentreten, und es seien bereits gute Anfänge in dieser Beziehung gemacht ivordeu. Mau werde damit sortfahren müssen, Neligiouslehrer auszubildeu. Religionsschulen zu errichtet!, und mau werde zu einem gedeihlichen Ziele gelangen, wenn auch die Rabbiner mit dem ihnen eigeuen Rüstzeug dieser Bestrebung ihre Unterstützung leihen würdet!. (Lebhafter Beifall.) Professor Lewin ist der Meinung, daß die Loewe'schen Ausführungen Jedem aus dein Herzen heraus gesprochen sein sollten, nur wünscht er den einen oder anderen Punkt noch schärfer hervorgehoben zu wissen, als es geschehen sei. Die Ehre der Besprechung, die inan dem Artikel widerfahren lasse, lasse man ganz bestinnnt nicht den! Anonymus zukotnmen, auch nicht dem Herausgeber der Jahrbücher, sondern ausschließlich dem Gegenstände an sich, das heiße der Abwehr, die die Inden gegett ungerechtfertigte Angriffe üben sollen. Nie und nimmer werde sich eine Gemeinfchaft. nie auch eiu Mann der Wissenschaft dazu hergeben, gegen einen Anonymus zu eifern. Der Verfasser müsse seine Sache sehr schlecht vertreten können, wenn er anonym schreibe und nicht mit vollem Namen für das eintreten zu können glaube, tvas er unter einen! ganz alten Fremdnanten wiedergebe. Für die treffliche und niaßvolle Art der Entgegnung könne man dem Vorredner nur dankbar sein. Er sei jedoch nicht der Ansicht, daß durch diese Auseinandersetzungen irgend eine Besserung erzielt werden könne, und die Geschichte aller Zeiten gebe ihm dafür Beweise an die Hand. Das liege in der inenschlichen Natur, und auch Andersgläubige iu auderen Ländern seien zn dem vorherrschenden Glauben des Landes übergetreten, wenn sie darin Vortheile für ihre Stellung zu sehen vermeinten. Nichtsdestoweniger habe die Repräsentanz die heiligste Verpflichtung, auf diese Dinge einzugehen. und bei manchen anderen Angelegenheiten hätte in erster Reihe vonr Vorstände der Gemeinde das Wort zur Abwehr bereits ergriffen werden müssen,!veil die jüdische Gemeinde zu Berlin vorbildlich für ganz Deutschland und noch weit darüber hinaus sei. Das Wort „Rühr mich nicht an" könne hierbei keine Geltung haben, denn je weniger mau daran rühre, um so!nehr bekonnuen die feindlichen Gewalten die Oberhand. Wenn der Verfasser sage, daß die sittlichen Ideale der Juden gering seien, so kenne entweder der betreffende Skribent diese'Ideale nicht, oder aber er begehe eine Verleun!duug. Zu Gunsten des Verfassers wolle er annehmen, daß Dieser sie nicht kenne. Wo in einer anderen Religion sei das Maß der persönlichen Mühewaltung in der Pflege der Kranken, in der Bestattung der Todteu und in allem anderen noch so groß wie in Israel! Jede gegentheilige Behauptung sei eine Bosheit für die jüdische Religion, in der sännntliche soziale Forderungen unserer Zeit iu bester Weise zur Ausführung gelangen. Daß diese Behauptung, die selbst von Christen nicht getheilt würde, heute ein Jude aufzustelleu wage, sei wohl der Gipfel dessen, was man zur Benrtheilung der Ausführungen Levitas an den Pranger stellen niüsse. Noch weit unangenehmer seien die Beschirnpsungen des Judenthnms. Daß^die jüdischen Feste in burleske Späße ausarten, sei eine Beschimpfung der gröbsten Art. und der Protest hiergegen müsse so scharf wie niöglich erhoben werden. Der Herausgeber der Jahrbücher betrachte diese Dinge vom seinem konservativ-christlichen Standpunkte, aber er hätte eine solche Beschimpfung der jüdischen Religion nicht zulasten dürfen, die über alles gehe, wenn mau denke, daß eine derartige Verhöhnung einer anderen Religion eine sehr nahe Berührung mit dem Strafrecht bringen würde. Die Repräsentanz müsse es weit von sich weisen, sich mit der Gesinnung des Verfassers identisch zu erklären, und ihre Mißbilligung aussprechen, daß der Herausgeber der Jahrbücher den Aufsatz ohne genaue Prüfung aufgenommen habe. Durch die Diskussion dieses Themas werde die Situation in weitesten Kreisen geklärt werden. (Lebhafter Beifall.) Vorsteher Martin Simon giebt die Erklärung ab, daß der Gemeindevorstand sich voll und ganz den Ausführungen beider Redner anschließe und den Artikel durchaus verurtheile, es aber nicht für angemessen erachte, gegen den anonymen Artikelschreiber, selbst wenn der Aufsatz in den „Preußischen Jahrbüchern" erschienen sei, Stellung zu nehmen. Das würde zu der Konsequenz führen, daß die jüdische Gemeinde sich gegen jeden Zeitungsartikel, in denen die Inden so vielfachen Verunglimpfungen ansgesetzt seien, wehren müßte. Die gegen den Vorstand gerichteten Vorwürfe müsse er znrückweisen; der Vorstand habe jederzeit der Repräsentanz in der Abwehr aller Angriffe zur Seite gestanden, wie in der Frage der jüdischen Lehrerinnen, in der Unterstützung des Vereins zur Abwehr antisemitischer Angriffe. Die heutige Debatte werde vollkonnnen zur Aufklärung weiter Kreise ausreichen. — In die Kommission zur Revision der Kassen und des Depositoriums werden gemäß dem Ausschußantrage die Herren Kommerzienrath Friedländer, Löwenthal. Neuseld und Sieskind gewählt. Bewilligt resp. nachbewittigt iverden ohne Diskussion für Reparaturen in der Qnellbadeanstalt 812 Mark, für Reparatur des Fußbodens der Synagoge Lindenstraße 1745 Mark, für Aenderungen in der Synagoge Lntzowstraße 2000 Mark und für Baulichkeiten auf dem Friedhofe in Weißensee 6000 Mark. Zu einer längeren Debatte führte der von Kommerzienrath Friedländer erstattete Rechnungsabschluß der Schulverwaltung pro 1899/1900. Der Abschluß weist einen Minderverbranch von 18 686,56 Mark aus, der der Präparandenanstalt einen Minderverbrauch von 372 Mark. Die Frequenz der Knabenschule ist etwa die gleiche geblieben wie im Vorjahre, die der Mädchenschule ist etwas größer geworden. Es waren bei Beginn des Sommersemesters besucht, die erste Religiousschule von 330 Schülern, davon 59 Prozent Freischüler, die zweite von 465 Schülern, davon 39 Prozent Freischüler, die dritte von 285 Schülern, davon 50 Prozent Freischüler. die vierte von 136 Schülern, davon 42 Prozent Freischülern, die fünfte von 236 Schülern, davon 66 Prozent Freischüler. Die Kosten für den einzelnen Schüler für das Jahr sind sehr verschieden, sie belaufen sich auf 20.8 Mark und steigen z. B. in der vierten Religionsschule bis ans 55 Mark. Der Referent ist der Meinung, daß die Gründe hierfür in dem schwachen Besuch, vielleicht auch in der Zahl der Klassen liegt, hält es für erstrebenswerth, den Besuch der Schulen möglichst gleichmäßig zn gestalten und beantragt deshalb, den Vorstand zu ersuchen, darüber zu berathen, daß in sämmilichen Religionsschulen der jüdischen Gemeinde der Unterricht unentgeltlich ertheilt werde. Herr Leonhard Sachs weist daraus hin, daß aus Verlangen Jeden! in der Neligionsschule ohne vorherige Recherche das Schulgeld erlassen werde, während in den Gemeindeschnlen genaue Ermittelungen über die Bedürftigkeit der Petenten angestellt würden. Die Frage des freien Unterrichts sei keine neue, er würde es nicht für gut halten, Freischulen zu errichten. Während Professor Lew in den Antrag mit Genngthnnng begrüßt, tritt Professor Geiger für eine genaue Prüfung des Antrages unter Hinzuziehung der Rektoren ein und stellt ein dahingehendes Amendement. Nachdem der Referent nochmals für die Feststellung der Gründe des Kostenunterschiedes in den einzelnen Schulen plädirt, stellt Vorsteher Jacoby fest, daß die Schulen nicht miteinander verglichen werden können, nml in einzelnen den Dirigenten Gehalt gezahlt würde, das in anderen wieder in Fortfall komme. Er fürchte, der Antrag werde nicht zur Annahme gelangen, da bereits bei früheren Verhandlungen die Rektoren sich gegen die Umwandlung der Schulen in Freischulen ansgesprochen hätten. Professor Bla sch ke befürwortet den gestellten Antrag, da viele Eltern aus Abneigung gegen eine Eingabe das Schulgeld bezahlen, obwohl es ihnen sehr schiver werde. Die geringe Frequenz i