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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-11-30 · Heft 48 (30.11.1900) · p. Seite 576

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 48 (30.11.1900)
Date
1900-11-30
Page
Seite 576 (sequence 14)
Language
German
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576 Undankbarkeit des sonst von ihm hochverehrten Rapaport. — Indem wir noch erwähnen, daß dieser Briefsammlung mehrere Gedichte von Jos. Almanzi, Moses Ehrenreich. Giuseppe Vita Pardo, David Viterbi, A. Nomanin u. A. vorangehen. sprechen wir den Wunsch ans, daß Herr Castiglioni sich entschließen nlöge, die ausführliche Biographie Luzzattos. zu der er seit Jahren Materialien sammelt. in nicht ferner Zeit erscheinen zu lasse«. Von dem Sammelwerk „Hagoren, Abhandlungen über die Wissenschaft des Judeuthums" unter der Redaktion des strebsamen S. A. Horodezky ist das zweite Bnch erschienen (Berditschew. Scheftel 1900). Dasselbe enthält außer schätzbaren Beiträgen von Professor W. Bacher, der die Erklärungen verschiedener Stellen im Talmud und Midrasch fortsetzt, von A. Harkavh und S. Posnanski über Saodia Gaon. M. Friedmaun in Wien. D. Kahaua in Odessa. Joseph Kohn-Zedek in London n. 3t., die Biographie des R. Moses Alaschker, des N. Meir Schiff, der, Rabbiner in Fulda und Prag, uoch jung ans dem Leben schied, des Landrabbiners Mendel Krochmal in Nikolsburg, alle mit Fleiß von Horodezkh gearbeitet; ferner eine für die Geschichte der Juden in Mähren werthvolle Abhandlung des seligen Professors D. Kaufmann über Krochmal, seine Kinder und Schwiegersöhne mit vielen Grabschriften und einem bisher ungedruckten Gutachten M. Krochmals, die Personen- und Ortsnamen in den Scheidebriefeu betreffend, sonne mehrere ungedruckte Briefe des Berliner Rabbiners Hirsche! Levin über die bekannte Angelegenheit seines in London gestorbenen Sohnes Saul, welche der selige S. H. Halberstam edirte. Den genannten Heimgegangenen Gelehrten widmet der Herausgeber ehrenvolle Nekrologe. Unter dem Titel H*]p “"VHQ ist im Verlage von Jos. Schlesinger in Wien-Budapest ein vollständiges Gebetbuch in korrektem Druck und schöner Ausstattung erschienen. Dasselbe zeichnet sich vor vielen Gebetbüchern auch besonders dadurch aus, daß viele Gebetstücke mit sehr großen Buchstaben gedruckt sind. Aelteren Leuten, deren Ailgell schwach sind, und Kindern wird dieses Gebetbllch sehr willkommell sein. B u d a p e st, 7. Oktober. Dr. K a h s e r l i ll g. "HM" Psalm 19.') (^>Xie Himmel künden Gottes Ehre. Uild seine Wunder preist die Feste, Eill Tag ruft es dem andern zu, Und jede Nacht enthülltes der nächsten — Nicht Wort, llicht Laut wird je gehört. Und doch verständlich ist's deul Ohr. In alle Lande reicht ihr Wirken, Ihr Ruf bis zu der Erde Saum. Da hat die Sonne ihr Gezelt: Dem Bräut'gam gleich tritt sie hervor, Wenn seine Kammer er verläßt, Zieht stolz dahin, denl Helden ähnlich, Der froh durchläuft die Siegesbahn. Nom Hilnmelsraild an schreitet sie Und kehrt im Kreislauf stets zurück, Nichts bleibt verborgen ihren Strahlen. — Vollkommen wie des Ew'gen Werk Ist sein geofferlbartes Wort: Die Lehre Gottes labt die Seele. Des Ew'gen Zeugniß ist untrüglich, Ruft Thoren zur Vernunft zurück. Wie ist so grade Gottes Satzilllg. So herzerquicklich schlicht und lailter, So licht uild klar, ben Geist erleuchtend! Ter Dierlst des Herrn ist rein uub heilig. Er wird drum eiviglich besteh'n. Das gottgebot'ne Recht ist lveise, Sein Hochziel ist Gerechtigkeit. All' dies gilt mehr denil Gold und Schätze, *) Uebersetzt sür das voll dem Oberrath der Israeliten Badens herauszugebende Gebetbllch. Ist süßer noch als Honigseim. Mich warnte oft das Wort des Herrn — Der es befolgt, hat reichen Lohn. Doch sündigt' ich nicht unbewußt? Verzeihe, Herr, wenn es geschah! Behüte nlich vor Uebermuth. Daß nicht dem Laster ich verfalle, Dann werd' ich. rein von Schuld und Fehl, Mich göttlicher Vollendung nah'n. So flehe ich mit Herz und Mund — Nimm gnädig auf, du ew'ger Hort, Du meill Erlöser, mein Gebet! Sprechfaul. Hochgeehrter Herr Redakteur! <&} aus die Anfrage des Herrn Prediger Jossel in Nummer 44 dieser geschätzten Zeitung habe ich ad I. zu erwiedern, daß das Peutagramlu des Davidschildes (2^x), wie ulir der selige Herr- Klausner aus Berlin einst mitgetheilt hatte, die Buchstaben des Namens in sich verschlingt, ad II. sei mir gestattet zll bemerken, daß außer den zahlreichen amerikallischen Gebetbüchern mir in Deutschland die des Hambnrgischen Tempels, der Berliner Reformgemeinde, der nellen Synagoge in Berlin, das Geiger'sche Gebetbuch, das Dr. Joelsche Gebetbuch, das Gebetbllch des Dr. Leopold Steill (Frankfurt a. M.) und das verkürzte, aber konservative Gebetbllch (Machsor) des Stadttempels in Wien voul seligeil Prediger I. N. Mannheimer bekallnt sind. Bei dieser Gelegenheit gestatte ich mir zugleich, einige Druckse hl er b er i ch t ig u n gen in meinem Aufsatze „Leopold Löw und seine Werke" Numnler 48. Seite 513 I Zeile 10 v. o. ist statt Fraenkels zu lesen „Frankels". Zeile 11 v. o. statt „Jodts" zu lesen „Josts". Seite 513 II Zeile 16 v. o. ist statt „sie" zu lesen, „die"; Seite 514 I Zeile 18 v. o. ist statt „Naturlage" zu lesen „ Natura »lägeSeite 514, II Zeile 6 v. o. ist statt „zll" zu lefeu „ z u m" und Zeile 3 v. o. statt „E" Zll lesen „Seite Zum Schlüsse sei der Vollständigkeit wegell hervorgehoben, daß in Löws gesamnlelten Schriften der II. Band das Bildniß des seligen Araber Oberrabbiners Arvlx Chorin schmückt, der III. Band denl setigell Wiener Prediger Dr. Adolph Jellinek und der IV. Band denl Professor Dr. Jgliaz Goldzieher (Budapest) gewidmet ist. Baja (Süd-Ungarn), 4. November. Dr. S. Nascher, Professor. £ Hochgeehrter Herr Redakteur! eim Lesell der Odessaer Zeitung „Jushnoje Obosrönje" fiel mir ein bisher ungedrucktes Epigrannil des jüngst verstorbenen russischen Philosopherl und Dichters W. S. Solowjew auf. welches deutsch also lautet: Auf Israels an Gotteswuudern reichen Pfaden That eillst der Wunder zwei zugleich der Herr: Er öffllete den Mund der Eselin zur Rede, Ulld diese dem Propheten er verbot! Welch ferne Zukunft schlummerte in dieser Kunde, Die früher Kindheit dieser Welt entstammt- Der Frevel Moabs hat sich jetzt au ilns vollzogen, All dir. mein unglücksel'ges Vaterland, Das heimgesucht von unbarmherzigem Geschicke Wie eiilst der xulgläubige Bileaur: Verschlossen sind die L i p p e ll deines Volks Propheten, Ulld deiilell Eseln ist gegeben, frei zu red eil! Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, daß zxrm Andenken an W. S. Solowjelv in der St. Petersburger Synagoge eine Seelenfeier abgehalten wurde. Berl i n > C h a r l o t te ub urg, 14. November. Mit vorzüglicher Hochachtung, ergebellst H e r ln a n n G o l d b e r g. Druck und Verlag von Rudolf Messe in Berlin. Verantwortlich sür die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.

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