Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1900)
- Date
- 1900-10-26
- Page
- Seite 509 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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509 . um sie in in and er u i selbst, beder Schule, em Haupt- Hofe allein egsminister m Exenchel etzt werden c nicht eine als eine , die sechs i dem Verdienstliche e. die drei ervon war llnant Le nicht so benso befns hatte nd konnte ts stützen. Ministers Zehrer an lgen, bm wäre der bestreitet im Heere Fügungen eere Ver- ^gerechter reibt Desräugt, fiiv ihnen den sirrd, seien man abe^ ld bleiben läniens n, dener; führt eine Zir können len kaufen lllen freien tern, von en Staats Tausend-, fnung au! öffentliche und In lZerfolgnng Verfassungtseins und Unterschied oder in rheiten besonnt um irellen sich ldere Thei! 1 der Veronfessions le bürger- »erden wir trotzdem durch Art. 1 in die Kategorie der „Fremden" eingerecht zusammen mit den Unterthanen fremder Protektion. Diese Klause ist ans uns nicht anwendbar. Wir sind keine Fremde. Seit mehr als fünf Jahrhunderten Hansen lvir im Lande, wir. die wir in dieser Erde unsere Eltern vergraben haben; köuuteu wir denn diese Erde, die deren Asche birgt, uicht lieben? Sollen wir uns nicfjt im Tiefsten unserer Herzen betrüben, wir, die wir durch Tausende von Erinnerungen an diese Erde geknüpft sind, wenn wir unser Gebnrtsrecht Fremdeil vergeben sehen, während wir Kinder dieses Bodens als Fremde betrachtet werden und answandern müssen? Die Jugend des mosaischell Ritus, in nationalen Schulen zusammen aufgezogen mit der christlichen Jugend, kann sie deren patriotischen Ideen lveniger zugänglich sein? Wir erklären in der feierlichsten Weise, daß mit all unseren Leiden lvir Rnrnänien lieben, daß wir kein anderes Vaterland anerkennen, daß wir keine andere Heimath haben. Wir bitten die Herren Deputirten und Senatoren traft des hohen Amtes, womit sie die heiligen Verpflichtungen der internationalen Abmachungen versehell haben, unsere Rechte als Rnmäneil zu erklären." Man darf darauf gespannt sein, was Kanuner und Senat auf diesen Protest antworten werden. Jllzwischen wird aus Bukarest dem „Berliner Tageblatt" gemeldet, daß Ministerpräsident Carp sich bei Besprechmig dieser Frage in intimen Kreisen geäußert haben soll, für ihn existire keine Judenfrage; diese sei seinerzeit geregelt worden, und sei er dafür. „Fremden hier so wenig Schwierigkeiten zu bereiten, als es nur in der Macht der Regierung liege." Wir wollen hoffen, daß sich diese Mittheilung nicht bestätigt, aber in jedem Falle ist Wachsamkeit am Platze, denn auch nach unseren Informationen lvird die Angelegenheit der Juden nicht urehr mit deni früheren Eifer betrieben. Ja, es gewinnt den Anschein, als ob man dieselbe auf die lange Bank schieben und die Interessenten mit Versprechungen abspeisen rnöchte. Die Votirnng der Finanzgesetze dürste die Kammern mindestens bis in ben Februar hinein beschäftigen. Erst dann will nian sich dem Gesetz über die innere Organisation der jüdischen Gemeinden zuwenden. Was aber bis dahin geschehen kann, ist freilich eine andere Frage. Für die Fandwirthschaft. Von Waisenhausdirektor L. Katz-Rybnik. das im Leben so häufig vorkommt, daß trotz einer Majorität von beispielsweise 99 Vereinsmitgliedern ö der hundertste als einstimmiger Gegner im Rechte sein fauit, so will mir das im Falle Eugen Rosenstiel gegenüber den anderen Mitgliedern des „Vereins für Bodenkultur" erscheinen. Ich möchte mich an der Debatte über diese eminent '.nichtige Frage der Gegenwart betheiligen, weil ich fest davon durchdrungen bin, daß gerade jetzt, wo die Sache im Werden ist, unablässig dahin gewirkt werden muß, von Jedem nach Berhältniß seiner Kraft, daß sie nicht in Bahnen gelenkt wird, die den Erfolg in Zweifel ziehen. Mit großen Genossenschaften zu begitmen, scheint um deswillen wenig rathsam, weil es noch an Kräften gebricht, die mit dem nöthigen Wissen ausgerüstet sind. Das Lehrgeld, das die Gesellschaften zu tragen hätten, wäre denn doch zu gewaltig, geradezu vergeudet. Kostbare Zeit würde verloren gehen, der moralische Schadet! unberechenbar sein. Auf Ahlem das alleinige Interesse zu konzentriren, halte ich für total verkehrt. An allen Seiten muß begonnen werden, in jeder Provinz. Denn in jeder Provinz gieblls Einsichtige, btc ideal genug und befähigt sind, die Angelegenheit zu fördern. Wie vieler Jahre würde es bedürfen, wenn matt von Ahleut allein das Heil erwartete. Aber die Shnagogengemeindeverbände aller Provinzen, sie könnten die Centren sein, von denen aus etwas Greifbares erstehen kann. Schon dadurch, daß der Verband kraft seines autorüatiueit Ansehens einen mächtigen Vorsprung hat, wirkt eine Verbandsdebatte befruchtend auf die einzelnen Gemeindeoertreter, die, unterstützt von der Regierung, — deren Hilfe getrost und dankbarst angenommen werden darf — vom Verbände und mit ihren eigenen Mitteln privater oder offizieller Natur, schon einen wirksamen Anfang machen können. Da ist zunächst die Anlage von Schulgärten au öffentlichen jüdischen Schulen aufs Eindringlichste zu empfehlen. Alle Kinder sind für die Bodenkultur zu gewinnen, nicht nur die der ärmeren Klassen, soll nicht ein Proletariat gezüchtet werden, das den ganzen gärtnerischen Beruf degradirt. Wo aber bei uns Juden irgend ein Zweig des Erwerbslebens nicht die nöthige soziale Achtung genießt, da ist er von vornherein so gut wie gerichtet — er stirbt, bevor er so recht das Leben gekostet. Ich habe da schon bei den jüdischetr Friedhofsgärtnern ein Stück Erfahrung. Noch zucken so manche Großen unserer Glaubensgenossen verächtlich die Achseln über sie. Noch trauen sie ihnen nicht recht und wenden sich lieber an Andersgläubige. Noch haben sie ihnen gegenüber ein so überaus charakteristisches überlegenes Lächeln. Aber es muß anders werden: durch die Jugend. Daß diese richtig gelenkt werde, das sei die Sorge der Geuleindeverbände. Besteht doch ein Zusammenhang zwischen ihren Zielen und dieser „zeitgemäßen Frage". Wenn die Verbände — und ich irre darin sicher nicht — „Kulturträgen wollen in die entlegensten Winkel, wo immer Glaubensgenossen eine kümmerliche Existenz fristen," so liegt schon in dem Worte „Kultur" ein Hinweis auf ihre Thätigkeit, da Kultur sowohl eine materielle wie geistige Veredelung in sich schließt. Aus dem amerikanischen Israel. Von Professor Dr. G. Deutsch. III. ie äußere Geschichte der diesjährigen „Convention" oder Jahresversammlung des amerikanischen Rabbinerverbandes in Buffalo ist bald erzählt. Man versammelte sich am Abend des dritten Juli zur Eröfftrungssitzung, bei welcher der stellvertretende Vorsitzende Dr. Joseph Silverman vom Tempel Emanuel seine Jahresbotschaft verlas. Der Morgen des vierten war dem Andenken des Gründers und Präsidenten Dr. Jsaae M. Wise gewidmet. Neben einem gewählten musikalischen Programm, das unter der Leitung des Kantors A. Kaiser aus Baltimore absolvirt wurde, umfaßte die Tagesordnung fünf Ansprachen. Dr. Max Landsberg ans Rochester sprach über Wise als Rabbiner, Dr. Sale aus St. Louis über Wise als Bürger, Isaak S. Moses aus Chicago über Wise alsJonrnalisten, Dr. L. Mayer aus Pittsburg über Wise als Theologen und Dr. M. Schlesinger aus Albany, wo Wise seine amerikanische Karriere begönnert hatte, über Wise als Organisator.