Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 42 (19.10.1900)
- Date
- 1900-10-19
- Page
- Seite 499 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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isprechmig es Hütten- »»an sagt, licht mehr eugen und eil unserer anderstabe Änderung, och immer das ist die rben, nichl 1 ivas da - i bederitei, | die Palme phes über irarten, die sind zwei hte hervor verglichen | der Wohidie „baalr sens. Und der Thai t eingehe» >ung dieser der Hand > und iiieer als die! ne Ueber-1 ner als die ist zu allen oder besser getragen. Verlangen l in diesem rde, ist das n oder gar lerbreiteten ine so ver- > an Hilss- Verhältnisj a einerseits hungertvde ebene Ans» Planvollen | lchen No!hift: „jeoHi keit müssen | ranz Israel nfestes eine! Idee des vuldsamleit Ne jüdische KötheUnng der New-RorKer öffentlichen SiöliochcK. Public Library.) S3 011 Dr. S. Mandelkern. ährend meines Aufenthaltes in Amerika im vorigen Jahre habe ich mich als jüdischer Schriftsteller selbstverständlich für die jüdischen Litteratnrznstände daselbst ganz besonders interessirt. Ich wußte lvohl, das; wenige Schriften über die jüdische Wissenschaft von geborenen amerikallischen Inden existiren. Hier uub da begegnet man je-! doch ainerikanischeu oder enropäischell jüdischer! Gelehrten, die sich! die englische Sprache angeeignet und auch in dieser Bedeutendes; geleistet haben. Hoffen wir, daß in nächster Zeit, wenn die > Masse der russisch-jüdischen Einwanderer sich eingebürgert! haben wird, auch die Litteraten ans ihrer Mitte viele neue! tüchtige Kräfte anfzuiveisen haben werden. j Sehr förderlich nuvft ans die im Werden begriffene ameri-! kanische jüdische Litteraiur die verdienstvolle Jewish I>ul)!ication Sociely of Amerika. Diese Gesellschaft, die von einem feinen Kenner und Gönner der jüdischen sowohl als der all- ' gemeinen Litteratnr inPhiladelphia gegründet wurde, bemüht sich j seit rnehr als einemDccenniumSchriften populär-lvissenschastlichen! lvie auch belletristischen Inhalts zu verbreiten und eine ameri- | kanisch-jüdische Litteratnr anznbahnen. Besonders erivähnens-! lverth ist noch die American Lvvish Historical Society, rvelche; fleißig Material für die Geschichte der Juden sanunelt und l alljährlich die Forschungen ihrer Mitglieder veröffentlicht.! Diese Gesellschaft, deren Sitz in Washington ist, hat bisher j schon 8 Bände Publikationen herausgegeben. Das Centrum der allgemeine!! geistigen Thätigkeit der; amerikanischen Juden, ihres Lebens und Webens, ist bekanntlich New-Hork, das die größte jüdische Gemeinde der Welt besitzt. j Die Stadt allein, ohne die ihr offiziell zngchörendeu Vororte, ■ zählt über 300 000 jüdische Einwohner, eine Zahl, die keine 1 jüdische Gemeinde zu irgend welcher Zeit erreicht hat. Selbstverständlich haben die zahlreichen daselbst wohnhaften! sogenannten „Maskilim" (Aufgeklärte, Jllumiuaten) schon längst das Bedürfnis; nach einer jüdischen Bibliothek empfunden, die ihnen sowohl gute Lektüre, wie auch die Hilfsmittel für Quellennnd allerlei litterarischen Studien biete. Vergebens haben sich mehrmals Vereine gebildet, eine solche Bibliothek ins Leben zu ■ rufen. Alle Versuche scheiterten an Geldmangel. 1 Im Jahre 1896 ist durch die Vereinigung der drei größeren Bibliotheken eine der Metropole würdige Bibliothek geschaffen worden. Zürn Direktor wurde der auch in deutschen medizinischen und bibliothekarischen Kreisen wohlbekannte Bibliograph und Hygieniker Dr. John Billings aus Washington ernannt. Bald nach Uebernahme seines Amtes suchte er die Lücken in den verschiedenen Abtheilnngen 'auszufüllen. Die Nothwendigkeit ' einer speziellen Abtheilung sür Judaica hat sich alsbald erwiesen. ' Es gelang dann dem Direktor, einen tüchtigen jungen Mann, der zugleich geschulter Bibliothekar und gewiegter Kenner der jüdischen Litteratnr ist, Herrn A. S. Freidus, für diese Stelle zu engagiren. Darauf hat der berühmte Philautrop, Herr; Jacob H. Schiff, die Bibliothek mit der runden Summe, von ‘ 10 000 Dollars zur Anschaffung von Semitica bedacht. Von Zeit zu Zeit erhielt die Bibliothek auch Schenkungen an! Büchern und Broschüren seitens mehrerer jüdischer Schrift-! steller und Freunde der jüdischen Litteratnr in Nelv-Uork. .! Die gegenwärtigen Bestände der jüdischen Abtheilung belaufen sich ans 7000 Bücher und Broschüren. Dieselbe enthält nicht nur Bücher in hebräischer Sprache und Schrift, sondern auch Werke in allen Sprachen, welche auf Juden und Judenthum Bezug haben. Säunntliche Zweige der jüdischen Litteratur sind da ziemlich gleichmäßig vertreten, so daß in dieser Hinsicht nichts übersehen worden ist. Unser alte, mittelalterliche und neuere Litteratnr, auch jüdisch-spanisch und jüdisch-deutsch, ist sehr gut repräseutirt. Mehrere Fächer unserer Litteratnr sind schon so vervollständigt, daß sogar Spezialisten in diesen Fächern es für rathsam finden, ihre Quellenstudien vorzüglich da zu machen. Besonders reich ist die Sammlung an vollständigen Serien von Zeitschriften und Zeitungen in hebräischer wie auch in modernen Sprachen. Natürlich fand ich auch unter diesen sünnntliche Jahrgänge der „Allgemeinen Zeitung des Judenthuins" von Beginn ihres Erscheinens, 2. Mai 1837, bis ans die letzte laufende Nurnmer. Die Samuilung enthält viele alte und seltene Drucke. Besonders bemerkenswert!) ist ein schönes vollständiges Exemplar des Thesaurus antiquitatum sacroruiii in 34 Foliobäuden, heransgegeben von Blasio Ugolino, einem jüdischen Apostaten, Venedig 1744—69. Das Werk bildet an und für sich eine ganze Bibliothek. Es enthält Uebersetzungen von mehreren tallnndischen Traktaten, von ganzen Abschnitten ans den! Midraschim, von Auszügen aus den Werken des Maimonides und anderen jüdischen Koryphäen, sowie ganze Werke und Abhandlungen christlicher Hebraisten über jüdische Alterthümer, wie z. B. von Buxtorf, Wagenseil u. f. lv. Der rapide Zuwachs der Sauunlung läßt hoffen, daß in absehbarer Zeit dieselbe mit den ältesten und besten jüdischen Bibliotheken der alten Welt sich zu inessen im Stande sein wird, wenngleich diese junge Bibliothek, was Handschriften und ganz seltene Drucke betrifft, noch hinter ihren älteren Schwestern zurück steht. Sie ist aber dafür allen anderen in allein überlegen, was ans Katalogisirnngsinethoden, Klassifikation, nützliche Einrichtungen und Nutzbarmachung Bezug hat. Der obengenannte Kustos dieser Abtheilung, Herr Freidus, erweist sich den Besuchern ungemein nützlich. Er nimmt persönliches Interesse an den Studien und Arbeiten der einzelnen Gelehrten, denen er bereitwilligst die Quellen für gegebene Themata anzeigt, und die betreffenden Werke, soweit sie in der Bibliothek vorhanden sind, prompt zur Verfügung stellt. Bei der Ertheilung von Auskunft füiuntt ihn! sein ausgedehntes bibliographisches Wissen zu statten, welches letztere durch die echt praktische Aufstellung der jüdischen Bücher bedeutend unterstützt und gefördert wird. Die Aufstellung nämlich hat er nach eigenem sehr spezifisch ausgearbeitetem Schema durchgeführt, und dieses hat sich im Laufe der Zeit auch bei den nun bedeutend vermehrten Bücherbeständen vorzüglich bewährt. Schreiber dieser Zeile!: hat bei lvissenschaftlichen Arbeiten mehr als einmal Gelegenheit gehabt, seine Abtheilung der New-Dorker Bibliothek zu. benutzen und fand die Einrichtung im höchsten Grade mnstergiltig. Es wäre wünschenswert!), daß Herr Freidus seine Methoden und seine Erfahrungen auf diesen! Gebiete schriftlich niederlegen und der Oeffentlichkeit übergeben würde. Die Besucher dieser Abtheilung rekrutiren sich ans den verschiedensten Schichten der Gesellschaft und befassen sich mit allen . Fächernder jüdischen Wissenschaft und Litteratnr. Zeituugsleser informi.ren sich da über die Lage der Juden in