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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-10-19 · Heft 42 (19.10.1900) · p. Seite 497

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 42 (19.10.1900)
Date
1900-10-19
Page
Seite 497 (sequence 7)
Language
German
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497 Recht herwir immer nals bisher wir dazu, sehen, une rhrtich aus;t wahrhasi l, wie der Mlr eines ne empordie große ergötzlichen bedeutsame oder nicht, verlieren' i\ „schreien offen in die dann mag lheit gleich mit unserer ir llns in aben, und vorr uns uner, wir n Gebieten te, Staats Heil uns' ite, Schritt denn kein in unserer den tu dn is versagt sehe Vater nser Blln?n, ehrlich eintreten Reich Ulld nan gegen taurpf aus h schiulpst mäht rnan e nur den ein Faust rg hierfür Mtheit der als eine stehenden verschaffe!: als es bei x wir uiU' ^ache ver s gemein erdulden :nd ist da Glaubens chen wird, r „Judenm, damit leich, wa<- nur thun, nur — schütteln Nur nur den lahmenden Bann von uns, geben wir ein Lebenszeichen von uns! Gründen wir Vereine re. und ziehen auch die Fernstehenden zu uns heran; von innen heraus muß eine Neuerstarkung des Gefühls der Znsammengehörigkeit allgestrebt werden. Einen Mittelpunkt rnüssen wir schaffen, von deal aus unsere gemeinsamen Jnteressell energisch ivahrgenommen werden, einen Mittelpunkt, in dem das Leben sichtbar pulsirt. Viel, gewiß sehr viel muß geschehen, vor allen Dingen aber — etwas. Soll es doch scholl vorgekommen fein, daß man bei der Diskrlssion darüber, was alles zu geschehen habe, vergaß, überhaupt etwas zu thun. Tretet hervor, ihr Männer in Israel: „Ein Königreich für einen Mann!" Zur Mdischcn Fraueufrage. diesem wiederholt in unserem Blatte besprochenen wichtigen Thema schreibt uns der Jurist, von welchem die Ausführungen in Nummer 24 herrühreu, als Antwort auf den Artikel in Nummer 40 Folgendes: Fräulein Elise Elösser meint wohl zu Unrecht daß der prozentual geringere Antheil jüdischer Frauen ani Erwerbsleben geringere Eroerbsmöglichkeit bedeute, statt gerillgere Nothwendigkeit zu erwerben, 'arsbesondere dürfte ihre Meinung nicht zutreffen, daß das Erwerbsuerhältniß zwischen den Jüdinnen und ben Frauen der Gesamrntlevölkernng sich beim sogenallnten gebildeter! Mittelstand noch ungünstiger gestalten lvürde als bei den jüdischen Frauen überhaupt. — folgende Tabelle mag hierfür einen Anhalt geben. Es waren in Deutschland thätig Gesannntbevölkeruug Inden lveiblich männlich weiblich männlich "andwirthschaft 2 753 154 5 539 538 1208 2163 Industrie 1 521118 6 760 102 10 363 35 630 Handel 579 608 1 758 903 19 123 114 328 Lohnarbeit wechselnder Art 233 865 198 626 682 207 ^öffentliche Dienste und freie Berufe 176 648 1 249 313 1 753 12 888 Dienstboten 1 313 957 25 359 6 298 73 Summa 6 578 350 15 581 841 39 427 165 289 selbständige ohne Beruf 1 115 549 1 027 259 21 596 18 274 Wie ersichtlich, ist gerade bei der Bernfsklasse, ans die es hier be- '-.'Uders ankommt: „Oeffentliche Dienste und freie Berufe" das Verlmttniß zwischen Juden und Jüdinnen dasselbe wie zwischen Männern und Frauen in der Gesammtbevölkerung. Allch ist in dieser Klasse das Verhältniß beider Konfessionen das gleiche wie in der Bevölkerung überhaupt (bie Inden bilden rund 1 Prozent der Bevölkerung). Das Defizit in der Erwerbsthätigkeit jüdischer Frauen entfällt vor allem auf den Handel, in welchem bei der jüdischen Bevölkerung rund sechsuu.il so viel Männer beschäftigt sind wie Frauen, während in der Belu.stkerung überhaupt auf drei Männer eine Frau im Handel thätig lu. Dies ergiebt allein schon ein Manko von 19 000 Köpfen! Für die Beschäftigung jüdischer Frauen in der Industrie beträgt das Ist 1600 Hopje mehr als das Soll. Bei Dienstboten ist lvegen der kleinen Äffern für Männer ein Vergleich mit diesen nicht möglich. Hier kann man ein Soll auf folgende Weise ermitteln: 1. Verhältniß der indischen zur Gesammtbevölkerung, danach müßte es rund 13 000 weibliche jüdische Dienstboten geben. 2. Bei den Jaden soll das Verhält,,iß der weiblichen Dienstboten zu den thätigen Männern dasselbe sän wie in der Bevölkerung überhaupt. Auch dies ergäbe ein Soll l'vn ca. 13 000 Köpfen. Hier ist also das Ist nur etwa 6—7000 Köpfe geringer als das Soll. Das Zuwenig von weiblichen Dienstboten und im Handel thätigen Personen abzüglich des Zuviel in der Industrie brächte die Zahl der erwerbsthütigen jüdischen Frauen von rund 39 000 auf 63 500. Damit wäre nahezu dasselbe Verhältniß "'reicht, wie in der Gesammtbevölkerung. Sind also die jüdischen Frauen nicht im gleichen Maße werbend thätig wie die Frauen in der Gesammtbevölkerung, so liegt das wesentlich nicht an Bernsen, die verschlossen sind, sondern an einem Manko von Dienstboten und im Handel thätigen Frauen. In Nummer 24 der „Allgemeinen Zeitung des Indenthums" ist nicht behauptet, daß jüdische Frauen im Handel und Geioerbe (Klasse C. der amtlichen Statistik) über Durchschnitt vertreten fiub, sondern daß sie in der Industrie in größerer Zahl thätig sind (Klasse Ü.). Dies scheint Fräulein Elösser mißverstanden zu haben. Aas Hnttenfest und die Rumänen. Eine nachträgliche, aber doch noch zeitgemäße Betrachtung. Von Dr. A. Eckstein. er aufmerksame Leser dieser Ueberschrift wird sich verlvundert fragen: was für Berührungspunkte kann es geben zwischen dem eben gefeierten Hüttenfeste und den Rumänen? Ist doch die Entfernung der Rumänen vom Hüttenfeste etwa so groß lvie die Entfernung der Rumänen von der Hllmanität! Null, gerade bautn liegt's und daran ivird sich zeigen, daß auch zlvischen von einander noch so entfernten Gegensätzen ein Weg vorhanden ist, auf tvelchern Aussichtspunkte der Betrachtung nach betbeit Richtungen sich eröffnen. Das Fest, das die Zeiten beschließt, in welchen der Israelit mit neuem Muth rnld mit neuem Vertrauen sich rüstet für den neuen Kampf ums Daseill, dem er eutgegenschreitet, hat den Charakter und die Bedeutung eines Friedensfestes. Es will, wie die Haager Friedenskonferenz, der es um einige Jahrtausende zuvorgekominen, eine „Hütte des Friedens" ailfrichteu sür Alle, die, sei es vom Lebenskämpfe, sei es vorn Nationalitätenhader, müde geworden. Für Alle und nicht blos für Israel. Man lese nur den Propheten, dessen Wort alljährlich den Hütteufestgedanken illustrirt. lvie er voll einer Zeit träuult, in lvelcher nicht mehr jedes Volk eine Separathütte bewohnen wird, sondern alle Völker die Wallfahrt antreten werden zum gemeinsamen Heiligthnm des Geistes, unl in einer die ganze Völker-familie umfassenden Hütte der Zukunft sich znsammenznfinden. „Und dann lvird der Ewige ein König sein über die ganze Erde, an jenem Tage der Ewige einzig und sein Name einzig!" In Uebereinstinnullug mit diesen Gedanken und Träulnen eillstiger Bölkereinheit wurden einst gerade am Hüttenfeste auf deru Altäre, der vor fast 2000 Jahren verschüttet wurde, die Opfer dargebracht für sämmtliche Völker des Erdenrundes. In Uebereinstillunung damit schließt jede Mnsaphandacht des Hüttenfestes mit dem Ausrilf: „Es sollen alle Völker der Erde erkenrien, daß der Ewige Gott ist, Keiner sonst!" Es ist also ein Fest des Völkerfriedens und der Völkerverbrüderung. Ein Schinnner von solchen Idealen würde vielleicht auch den Rumänell aufdämmen, lvenn sie nicht so weit entfernt wären von der Feier eines jüdischen Hüttenfestes. Wie es mit dem Völkerfrieden und der Völkerverbrüderung in unserer Zeit bestellt ist, das kann jeder Zeituugsleser am Morgen und am Abelld erfahren. Blickt mau auf die Ereignisse, die sich gegenwärtig auf der Schaubühne der Weltgeschichte vollziehen, so sollte Ulan meinen,' bei uns zu Hause herrsche ein solcher Ueberflnß an menschenverbrüderu den Idealer!, daß wir nicht mehr umhin können, von diesem Artikel nach überseeifchen Ländern zu exportireu, um damit auch die

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