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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-10-19 · Heft 42 (19.10.1900) · p. Seite 495

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 42 (19.10.1900)
Date
1900-10-19
Page
Seite 495 (sequence 5)
Language
German
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495 t- Deut- Iksschule itßerdenl Bletnen te daß die )bildung jüdischen »en nicht t Kreise, r darin und als t meint, „Fremdhar:deln kel des welche Seile der hat die Zurecht- '! Zum konserrng über sind wir über die Mörders atz durch wy eine Aber Zweifel, igen. die . Sollte Aussage te ferner berechtigt eides als nach den Dadurch kommen. Lewy mit was die agen ver- Elemente ere Nachlnzen Ort lecken, in ) bewußt bar sind, Verdacht trachten." orn der Erstens Heu und sei also Atz Lewy nviesen". rus, die der Erber den vorhr r erzüglich en solche Forderungen weder von dieser, noch von jener Seile diktireu. Aber interessant bleibt dieser Streit trotzdem. * In Rumänien beginnt jetzt das beliebte Frage- und Antwortspiel der schlechlen Diplomalen. Auf die Millheilung über das Jnlerview mit dem Kammerpräsidenten Canlacuzene, das wir in voriger Nummer gebracht, folgt null nachstehende Erklärung: „Die offiziöse Zeitung „Timpul" ist autorisirl, vieles aus dem in der „Neuen Freien Presse" wiedergegebenen Jnlerview mit der« äscheren Miuisterpräsideuten Canlacuzene zu dementiren. Das Jnternieiu enthält Erklärungen, die tiicfjt gemacht wurden." Auf der anderen Seile aber wird die Nachricht Wiener- Blätter wieder von „zuständiger Seite"' dementirt, daß Ministerpräsident Carp die der Erwerbung von Landbesitz durch Fremde im Wege stehenden gesetzlichen Hindernisse beseitigen wolle. Denn um den Artikel VII der Verfassung abzuändern, welcher das Recht zur Erwerbung vor: Grundbesitz in Rumänien auf rumänische Staatsbürger beschränkt, müßte speziell zu diesen: Zwecke eine Constituante einberufen werden, und davor: könne unter der: jetziger: Verhältnissen garnicht die Rede sein. Nachdem Carp den nicht natnralisirten rumänischen Israeliten das ihnen auf administrativem Wege verkürzte Recht der Freizügigkeit zurückgegeben hat, wird er zunächst anläßlich des in Borbereitung begriffenen Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der fremdkirchlichen Kongregationen seine ganz b esondere Aufmerksamkeit der Organisation israelitischer Schulend Kultusgemeinden zuwenden, um auf diese Weise namentlich den bisher mit nur wenigen Ausnahmen arg vernachlässigten Unterrichtsinteressen der israelitischen Bevölkerung gerecht werde:: zu können. — Weitere Reformen seien derzeit ouf diesen: Gebiete nicht beabsichtigt. * Zwei neue Senatsentscheidungen sind in der jüngsten Zeit in Rußland bekannt geworden. Die eine erklärt, daß Juden ans dem einen Dorfe in ein benachbartes, nicht mehr als I bis 2 Werst entferntes, ziehen dürfen, ohne daß dieser Un:zug als verbotene Uebersiedelung angesehen wird. Durch diese Entscheidung ist den edler: russischen Tschinowniks eine bis dahin reichlich fließende Quelle für Bakschisch verstopft worden. Bchade! Eine zweite, praktisch wichtige Entscheidung gewährt jüdischen Kindern, deren Eltern überall in Rußland wohnen dürfen, das Recht, die Schule auch außerhalb des Wohnortes der Eltern besuchen zu dürfen. Bis dahin waren nämlich alle außerhalb des Ansiedelungsrayons mit ihrer: Eltern wohnende jüdische Binder an den Wohnort ihrer Eltern gekettet, den sie selbst mit väterlicher Erlaubniß nicht verlassen durften. Da aber bekanntlich nicht jedes russische Städtchen sich gerade eines Epmnasiums rühme:: darf, so waren viele Kinder jüdischerHandwerker sehr häufig gezwungen, auf jeden Schulbesuch zu verzichten und u: Unwissenheit zu verkommen. Die Senatsentscheidung gewährt auch den Kindern jüdischer Handwerker eine gewisse Freizügigkeit, welche sie zur Befriedigung ihres -ildungstriebes benutzen können. * Ein kostbarer jüdischer Schatz befindet sich, fast von .niemandem beachtet, auf der Pariser Weltausstellung, ^tuf dem Trocadero in dem von den Jesuiten errichteter: Pavillon der katholischen Missionen befindet sich auf der Gallerie des ersten Stockes mitten unter Reliquien, Kruzifixen und anderen religiösen Zwecken dienenden Geger:stär:den, sorgfältig hinter einer Vitrine geschützt, eine — Thorarolle. Eir: daneben liegendes, in französischer Sprache geschriebenes, aber in China gedrucktes Buch bekundet, daß diese heilige Rolle für die jüdische Synagogengemeinde von Kai-föng-su der chinesischen Provinz Honarr geschrieben worden ist. Vom jüdischen Standpunkt aus betrachtet, gehört diese Thorarolle wohl zu den seltensten Schätzer: dieser an Selter:heiten so reichen Ausstellung, und selbst in: Kopfe eines jüdischen Laien taucht beirr: Anblick derselben eine ganze Reihe von Fragen auf. Zu den: hohen Alter dieser Thorarolle tritt noch die Thatsache hinzu, daß sie von einem chinesischen Juden geschrieben worden ist. Hat nur: der Schreiber dieser Thorarolle die Massoreten, welche im 8. Jahrhundert der: jetzigen Text der Bibel festgesetzt haben, gekannt? Und wenn rricht, welche Abweichungen mag wohl der Text der Thorarolle von Kai-föng-fu von dern unserifler: aufweisen? Solche und ähnliche Fragen ließen sich ziemlich genau beantworten, wer::: der Schatz von Kai-föng-fu von einer:: Sachverständigen eingehend besichtigt werden kör:nte. Wie die Thorarolle von Kai-föng-fu in die Gefangenschaft der Jesuiten gerathen sein mag, ist uns unbekannt; wir wissen nur, daß für dieselbe ein ziemlich hohes Lösegeld, 30 000 Francs, gefordert wird. Ob sich wohl ein jüdischer Mäcen finden wird, der diese Sunnne zahlt? $ Die Sorglosigkeit der Inden, die in: Innern Marokkos wohnen, hat bittere Folgen gezeitigt. Nach der Ermordung des Markus Ezagui, von der die Leser schon gehört, liegen wieder neue Thatsachen vor, die man dem Cerrtralkomitee der ^Uianee israölite universelle aus Fez in folgenden: Schreiben mittheilte: Ein armer Israelit, Namens Abrahan: Seneys, begab sich irr die Stadt, um einen Obstgarten zu besuchen, den er pachten wollte; plötzlich mitten auf der Straße umgaben ihn einige Araber, und nachdem sie ihn fast erwürgt, entreißen sie ihm seine Börse und ergreifen die Flucht. Der Unglückliche konnte sich bis zun: Kalifen Bei: Chocron fortschleppen, der übrigens absolut nichts that, um die Schuldigen zn ermitteln. Mehrere ähnliche Angriffe erfolgten noch; ein Israelit, der mit Steinen beworfen wurde, als er durch Mellah zog, wollte sich beim Pascha beklagen, er mutzte jedoch wegen der gemachten Drohungen darauf verzichten. Eir: ehenraliger Schüler tu Fez, Jsaac Ben Ayach, erhielt einen Messerstich. Herr Couquy, Direktor der Allianeeschnle, richtete eine Klage an den Konsul, deren Resultat bisher null war. Herr Conquy wandte sich dann an den Minister, der dern Konsul schrieb, datz er die Angelegenheit zu verfolgen verlange; der Pascha Ben Asadoc, der neue Gouverneur vor: Fez, ließ nach einer schnellen Untersuchung den Thäter verhaften, der bereits hinter Schloß und Niegel sitzt. Vielleicht nützt dies energische Eingreifen, um die Araber einzuschüchterrr, die im Juden nur Jernand sehen, den sie mißhandeln, selbst straflos tobten zu dürfen glauben. Höre Israel! Von Alfred Dallmann. #err Professor Philippson hat in einer der letzten Nummern der „Zeitung des Jndenthums" einen bemerkenswertheu Vorschlag gemacht: ein allgemeiner „Judentag" soll im Hinblick auf den. in erschreckender Weise sich ausbreitenden und in die Erscheinung tretenden Geist des Antisemitisinus Mittel und Wege ausfindig machen, ivie der dadurch bedingten i i, ^li: k Mh

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