Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1900)
- Date
- 1900-10-05
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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04. Jahrgang. Nr. 40. Gerlia, 5. Oktober 1900 Der Gemeindebote. 'Uertage zur „Mtgemeinen Zeitung des IudenLHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. §2 Berlin, 26. September. Aus dem 70. Jahresbericht der A lterver so rgungsan statt der jüdischen Gemeinde für das Jahr vom 1. April 1899 bis 31. März 1900 konftatiren wir mit Genugthuung, daß auch in diesem Jahre Günstiges über die Weiterentwickelung der Anstalt berichtet werden kann. Ist auch die Hoffnung, mit dem Ban der dritten Anstalt schon in dem Berichtsjahre beginnen zu können, nicht in Erfüllung gegangen, so hat dies lediglich darin seinen Grnnd, daß durch die dabei tu Frage kommende Mitwirkung der staatlichen und der Gemeindebehörden, trotz besten Willens allerseits, unliebsame Verzögerungen nicht zu vermeiden waren. Nachdem mm aber Die landesherrliche Genehmigung zur Annahme des von der Stadt Berlin überwiesenen Bauplatzes erfolgt ist. und eine ans Mitgliedern der Gemeindebehörden und des Vorstandes der Allstalt zusammengesetzte Deputation sich über den Bauplan geeinigt hat, sind nun die wesentlichsten Schwierigkeiten überwunden. Die Ehrendame der Anstalt Frau Erna Pakscher hat 200000 Mark zum Ban der 3. Anstalt überwiesen. Die landesherrliche Genehmigung zur Annahme dieser hochherzigen Gabe ist kürzlich erfolgt. Im Vorstand ist nur insofern eine Veränderung eingetreten, als der Vorsitzende desselben, Herr Herniann Landsberger, der sein Amt als Gemeindeältester niedergelegt hat. daniit auch aus dem Kollegium scheiden mußte; an seine Stelle hat der Gemeindevorstand Herrn Heinrich Eis»,er in dasselbe deputirt. Frau Rechtsanwalt Gertrud Rosenthal geb. Levin ist zur Ehrendame der Anstalt Schönhauser Allee gewählt und von dem Gemeindevorstande als solche bestätigt worden. Am 1. April 1899 befanden sich in beiden Anstalten zusammen 222 Hospitaliten. Vom 1. April 1899 bis 31. März 1900 schieden aus 25 Hospitaliten, bleiben 197 Hospitaliten, dagegen wurden neu anfgenonnnen 27 Hospitaliten, daher die Präsenzzahl am 31. März 1900 224 Hospitaliten. Im Durchschnitt wurden während des Berichtsjahres 222 bis 223 Hospitaliten in beiden Anstalten verpflegt und unterhalten. Die Gesammtkosten beliefen sich exkl. Hausunkosten aus 105612,58, das heißt pro Kopf 474 Mark. Die Beköstigung erforderte für die Hospitaliten, das Verwaltnngs- und Dienstpersonal 5874514, demnach pro Tag und Kops 63^ Pfennig. Der Vorstand besteht gegenwärtig aus den Herren Heinrich Eisner, Vorsitzender, Moritz Manheimer. Stellvertreter des Vorsitzenden, Sanitätsrath Dr. M. Wiesenthal, 2. Stellvertreter des Vorsitzenden, Sanitätsath Dr. I. Ewer, Kontroleur, Emil Pincus, Rendant, Leopold Aron, Isidor Freymark, Martin Herzfeld, Sally Lehmann, Louis Eduard Sachs. Als Ehrendamen sungiren in der alten Anstalt: die Frauen Henriette Jacoby, geborene Abraham Vorsitzende, Johanna Aron, geborene Jsaac, Nanny Boehm, geborene Boehm, Bertha Cohn, geborene Heymann, Lydia Fernbach, geborene Pincus, Johanna Fiegel, geborene Lipmann-Wuls. Johanna Hantke, geborene Schiff. Marie Jaff6. geborene Alexander, Betty Joelsohn, geborene Seligsohn, Bertha Mayer, geborene Mecklenburg, Kommerzienrath Adolphine Simon, geborene Heilborn, Pauline Zaller, geborene Lichtenstaedt. In der neuen Anstalt: die Frauen Bertha Manheimer geborene Lehweß, Vorsitzende. Geh. Kommerzienrath Jenny Meyer Cohn, geborene Heymann. Geh. Sanitälisrath Pauline Elsner, geborene Kauffmann, Rabbiner Dr. Martha Frankl, geborene Neumann, Kommerzienrath Clara Friedländer, geborene Manheimer. Agnes Lehmann, geborene Demuth, Johanna Levy, geborene Salomon. Henriette Meyerstein, geborene Gebert, Emma Nelke, geborene Paderstein. Erna Pakscher, geborene Silberstein, Rechtsanwalt Gertrud Raphael, geborene Levin, Elise Reiß, geborene Goldstein, Henriette Semon, geborene Aschenheim, Klara Unger, geborene Heymann, Johanna Wolff, geborene Mann. ££ä Berlin, 1. Oktober. Zum 25 jährigen Professorjubiläum des Geheimen Medizinalraths D r. Senator, des Direktors der dritten medizinischen Klinik und der medizinischen Poliklinik der Universität fand gestern Mittag in der Wohnung des Jubilars eine Feier statt. Die Glückwünsche der medizinischen Gesellschaft, deren Vorstand Dr. Senator angehört, überbrachte Geheimer Sauitätsrath Dr. Abraham. diejenigen des Vereins für innere Medizin Geheimrath Professor v. Leyden, der in seiner Ansprache die wissenschaftlichen Verdienste des Jubilars schilderte und der langjährigen gemeinsamen Beziehungen gedachte. Sprecher des engeren Schülerkreises Senators, der Assistenten, die er am Augustahospital hatte und die er an der dritten medizinischen Klinik und an seiner Poliklinik hatte und noch hat, war Professor Dr. Lesser, der jetzige Leiter der Universitätsklinik für Hautkrankheiten, der älteste der Senatorschen Assistenten. Er überreichte als Festschrift einen Band der „Zeitschr. f. klinische Medizin", der ausschließlich Arbeiten Senatorscher Schüler enthält. Zu den Mitarbeitern an der Festschrift gehören: Dr. A. Kirstein, Dr. W. Kroner, Professor Lesser, Dr. M. Löwenthal. Dr. Masse, Professor Rosenheim. Privatdozent Dr. Rosin, Privatdozent Dr. Strauß und Dr. Strauch. Andere litterarische Festgaben brachten Dr. Strauß und Dr. Ledermann dar. An der Festfeier llahmen Universitätsgenossen und Freunde des Jubilars in größerer Zahl Theil. F. Berlin, 2. Oktober. Das Kuratorium der Pensions-, W i l t we nn n d W a i sen ka s se d e s V e r b a n d es der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche hielt am 30. v. M. im Bürean des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes eine Sitzung ab. Nachdem der geschästsführende Vorsitzende. HerrHanff. in ehrenden Worten des jüngst verstorbenen Ehrenmitgliedes Geheimrath Dr. Kristeller gedacht, machte er einige geschäftliche Mittheilnngen. In der Zwischenzeit seien die Urkunden für die Ehrenmitglieder zur Versendung gelangt. Das Polizeipräsidium habe nach Einforderung des letzten Protokolls die in der Sitzung voul 24. Dezenlber 1899 beschlossenen Abändertlttgen der §§ 2, 3 und 7 der Statuten imterui 29. April 1900 genehmigt, so daß rechtlich die Kasse als anl 1. Mai ins Leben getreten zu betrachten sei. Darauf referirte der Schriftführer Dr. Fiegel über die Stellung der zum Verbände gehörigen Vereine zu den Abändernngsanträgen, welche vom Verein jüdischer Religionslehrer Ostpreußens gestellt lvorden waren. Der Referent wies darauf hin, daß das Kuratorium in liberalster Weise ben Antragsteller durch Drucklegung feiner Altträge und der dazll gehörigen Motivirung unterstützt habe, daß später seitens des Antragstellers di^ heftigsten Vorwürfe gegen zwei Mitglieder des Kllratoriums erhoben worden und voll diesen eine Erwiederung erlassen sei. Auf die nochmalige Erklärung des Vereins jüdischer Religionslehrer Ostpreußens haben die Angegriffellen zu erwiedern nicht für nöthig gehalten; dieses Vorgehen sei von der mitangegriffenen Wissenschaftlichen Vereinigllng jüdischer Schulmänner zu Berlin ausdrücklich gebilligt worden (und fand atlch die Billigung des Kllratoriums). Der Referent verlas schließlich die zn ben Allträgen eingegangenen Resolutionen. Für die ostpreußischen Anträge stimmten außer den Ostpreußell selbst der Westpreußische Verein und der Verein für Schlesien und Posen. Auch die Hilsskasse für israelitische Beamte der Synagogengemeinden Pommerns. Ost- und Westpreußens haben ihre Zustimmung zu den Bestrebungen des Vereins jüdischer Neligionslehrer Ostpreußens ertheilt. Hierbei bestritt der Referent jener Hilfskasse das Recht, in dieser Allgelegenheit milzusprechen, da die Pensionskasse vom Verbände für die zum Verbände gehörigen Vereine gegründet sei. (Auch in dieseln Punkte faild Referent die unbedingte Zustimmung des Kuratoriums.) Dem Standpunkte des Kuratoriums, daß die Kasse baldigst eröffnet werdell solle, waren die Wissenschastliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin, der Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg, der Vereill israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands, der Vereill jüdischer Lehrer iti der Provinz Hannover sowie der Lehrerverein im Großherzogthum Hessen beigetreten. Im Anschluß daran berichtete der Referent. daß die Mitglieder des Verbalidsvorstandes bis auf Herrn Sturmann-Osterode, Ostpr., sänlmtlich dem Kuratorium bei-