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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-09-21 · Heft 38 (21.9.1900) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 38 (21.9.1900)
Date
1900-09-21
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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3 noch nicht ifuvter und thatkräftig sten Erfolg. e Wissen- : im Winterauetl) wird 4 Stunden, 1 kursorisch; vochs 8—10 2 Stunden, Hil. Gittin oxa, 3. Buch lhr; 6. Eiu- Dr. May- -9 Uhr; 2. r. Schreiner itags 10—12 s und Freinden, Mitt- »Philosophie. 2 Stunden, i6 Hebungen, ltersemesters laftev Theilte die durch en weitesten imon ihren . zahlreichen len sie ihre :eti Wünsche rs edle Herz ten Frau je > hat Frai! ansehnlichen tiXaviu nocb zend, Gutes bgehalteuen l e r H a n d - a preußi mittag von da wegen Anregungen ig weiterer königlichen ls früheren Zottesdiensl Zöglingen Bäcker und )ie Gesllche verdeil. An llichen Ausln den Bor zu richten.; mit einzn bungs- und mungsrolle. lhr neu er )ranienbur^ eglingen be szellten und besten Eraufuehmen irungen für .'ährend der l zll halten, ndenkönnen. nl Graudenz e uß i sch e n Rabbiner Verbandes zu ihrer Jahresversammlung zusammen. Für die Wahl des Ortes war die Absicht maßgebend gewesen, dem verstorbenen Begründer und Vorsitzenden, Herrn Rabbiner Dr. Rosenstein-Graudenz, damit eine Ehrung angedeihen zu taffen. Demgemäß lautete auch die Einleitungsrede des stellvertretenden Vorsitzenden Rosenberg-Thoril. Anwesend waren: Eppenstein - Briefen, Freudenthal-Danzig, Gutmann-Kulm, Kellermann-Konitz, Rortheimer-Schwetz, Pick-Strasburg, Roseilberg-Thorn, Rosenthal-Preuß. Stargard, Silberstein-Elbing. Der erste Gegenstand der Berathung war die endgiltige Fassung des in seinen Grundzügen bereits im Vorjahre festgestellten Normallehrplans für Schulen mit nur einer Lehrkraft, der deu Inspektionen durch die Rabbiner zu Grunde gelegt werden soll. Freudenthal-Danzig und Kellermann-Konitz machten einige Bedenken geltend und stellten Zusatzanträge, welche durch genauere Fassung mit dem Entwurf (den Gutman-Kulm im Sinne einer dazu gewählten Kommission abgefaßt hatte) in Einklang gebracht wurden. Dann wurde der Antrag Roseuthal-Pr. Stargard über die genauere Aussicht der Schechita berathen. Antragsteller begründete den Gegenstand durch Darlegung der augenblicklichen Verhältnisse. Es wurde beschlossen, bei den Gemeinden des westpreußischen Verbandes sowohl durch dessen Vorstand wie auch durch den Rabbilierverband die nothwendigen Schritte zu thun, um ben inspizirenden Rabbinern zugleich die Schechita unterznstellen. Ein von Eppenstein - Briesell und Rosenthal - Pr. Stargard eingebrachter zweiter Antrag hing mit dem ersten zusamluen; er betraf die Unterstützung des durch Herrn Oberrabbiners Dr. Feilchenfeld - Posen gegründeten Instituts zur Ausbildung von Schächtern, damit die von dort hervorgehenden Beamten auch unserer Provinz zu gute kämen. Mail beschloß, denl Vorstande des Westpreußischen Gemeindeverbandes die Ausführung dieses Antrages zu empfehlen. Rosenberg - Thorn brachte eine Anregung, die Steuerfreiheit der Rabbiner der Kommune gegellüber betreffend, ein. die Schwierigkeit des Gegenstandes nicht verkennend, weshalb er selbst zur Vorsicht und zu augellbticklichem Abwarten rieth. Auf Antrag Eppenstein-Brieseu wurde die Anschaffung wissenschaftlicher Fachzeitzeitschriftell sowie die Abhaltung mindestens eines wissenschaftlichen Vortrages bei den Versammlungen beschlossen. Bei der darauffolgenden Vorstandswahl wurde Rosenberg - Thorn an Stelle des verstorbenen Dr. Rosenstein-Graudenz zum Vorsttzenden gewählt, während Rosenthal-Pr. Stargard als neues Mitglied in den Vorstand einrückte. Der Versammlung folgte ein von der Gemeinde Graudenz gebotenes Mittagsniahl. Bei den Toasten wurde der Vorstand der Graudenz er Gemeinde nicht vergessen, dessen Mitglieder an ben Berathnngen regen und thätigeu Antheil genommen hatten. Vorher machten die Rabbiner der tiefgebeugten Familie des verstorbenen Dr. Roseusteiil einen Kondolenzbesuch. Kattowitz, 17. September. Am 12. d. M. feierte die hiesige Synagogengemeinde die Einweihung ihrer neu erbauten Synagoge. Dieser Tag bildet für die verhältnißmäßig sehr junge Gemeinde einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte derselben. Die Feier nahm einen überaus glänzenden Verlauf und erregte in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung ein hohes Interesse, das sich schon in dem Festgelvande, welches die Stadt angelegt hatte, kundgab. Den Mittelpunkt der Feier bildete ein Umzug, all welchem außer den Gemeiudemitgliedern eine große Zahl aus fern und nah Herbeigeströmter theiluahnl. Sodalln begleitete Rabbiuatsassesfor Dr. Braunschweig das Anzünden der ewigen Lampe mit den üblichen Segeussprüchen. Dann sallg Oberkalltor Ceriili aus Breslau den Psalm 15, Vers 1 und 2 „Wer darf Gott uah'n zum Heiligthum", wobei seine herrlichen, allgemein bekaullten Stimmmittel voll und ganz zur Geltung tarnen. Alsdann hielt Rabbiner Dr. Cohn die wohldurchdachte, inhaltreiche Weiherede, welche von den vier Grundsätzen der jüdischen Religion, „Liebe deu Ewigen, deinen Gott, liebe Wahrheit und Gerechtigkeit, liebe deinen Nächsten lvie dich selbst, liebe den Fremden", lveihevoll handelte. Das Gebet für Köllig und Vaterland sprach Rabbiner Dr. K opp stein - Beuthen Oberschlesieu. Abellds fand in den Sälen der Reichshallen ein glänzendes Fest zu Ehren des Tages statt. Die neue Synagoge ist ein herrlicher, im deutschen Renaissancestil mit Anklängen an die Altgothik ausgeführter Kuppelbau, der weithin die Hauser der Stadt überragt. Das Innere ist mit fast überreicher Pracht versehen ulld macht auf ben Beschauer einen wahrhaft erhabenen Eindruck. Der Erbauer derselben ist Regierullgsbaunleisier Grünfeld von hier, welcher ein glänzendes Zeuglliß seiner künstlerischen Schaffenskraft abgelegt hat. Die für die Synagoge nöthigen Vorhänge, Altardecken ll. s. w. wurden von der bekannten Kunststickereianstalt Geschwister Jelllly Ble ichrod e-Berlin geliefert, und verdient ein aus rothem Sammet gefertigter, mit herrlichen Goldstickereien versehener Vorhang befonbere Beachtung und Bewunderung. Die Gesammtkosten des Baues belaufen sich einschließlich der inneren Einrichtung auf 450000 Mark, welche theils durch eine Anleihe, theils durch den Erlös aus den» Verkauf des alten Synagogengruudstücks bestritten wurden. Q Rativor, 12. September. Als Karl Emil Franzos in einer Novelle schrieb, daß der Bahnhof O derb erg eine der letzten Säulen des Dentschthums sei, da ahnte er nicht, daß dort einmal eine größere. 500 Seelen zählende israelitische Gemeinde erstehen würde, die treu zum Deutschthum und zürn Judenthum halten sollte. Und diese so schnell emporgewachsene jüdische Gemeinde weihte am Sonntag ein Gotteshaus ein. wie es schöner und würdiger auch eine weit größere Gemeinde sich nicht zu wünschen brauchte. Auf Anregung des Advokaten Dr. Max Beer in Polnisch-Ostran nnd des Herren Jmmerglück in Oderberg bildete sich ein Bethausverein, und dank der unermüdlichen Fürsorge des Komitees, an dessen Spitze die Herren Victor Lustig und Joses Zänker standen, uub der zahlreichen Spenden weiter Kreise konnte das Gotteshaus mit einem Kostenanswande voll 44 000 Krollen errichtet lverden. Der Landeshauptmann voll Schlesien. Graf Larisch. schenkte einen Bauplatz voll 400 Qnadratklaftern, die Kaschas-Oderbergbahn beförderte alle Baumaterialien gratis. Der Tag der Einweihung wurde zu eillem Feste aller Bekelllltllisse, lvas heute und hier zu Lallde sehr viel bedeutet. Das Rathhalls und alle sollstigell Gebäude hatten geflaggt, zur Einweihullg lvarell der Landesregierungsrath Warlik ans Freistadt, der Bürgermeister Edler Ritter voll Portenschlag- Ledermayer, die Vertreter der preußische u nnb österreichischen Staatsbahnen, die Vorsteher vieler benachbarter Synagogengemeindeu mld zahlreiche Rabbiller erschieneil. Ein langer Festzug leitete die Feier eil,. Die wirkungsvolle Weihepredigt hielt Herr Rabbiner Dr. Spira aus Mährisch-Ostrau, zu welcher Geinein de Oderberg gehört. Abellds fand ein Banket für 200 Gedecke statt. Wieder nahmen die Spitzen aller Behörden sowie die katholische Geistlichkeit theil. Worte der Freundschaft und des Friedens ertönten an dieser Tafel. Stürmischen Beifall fanden die Reden des k. k. Laildesregierullgsraths Johann Warlik aus Freistadt und des Rabbiners Dr. Blumenthal a,ls Ratibor, das herzliche Telegramm des Landeshauptmanns von Schlesien Exzellel,z Heinrich Graf Larisch. eine Ansprache des Teschener Rabbiners Herrn Dr. Leimdörfer sowie ein ergreifendes Glückwunschschreiben des Reichsrathsabgeordneten Superintendenten Dr. Haase in Teschen. Bald werden hier am Bahnhof Oderberg das jüdische, katholische und evangelische Gotteshalls friedlich llebeneinander stehen. Mögen die Religionel, lind ihre Bekeilner den Gotteshäuserll gleichen! s. Weißenfels n. S., 14. September. Als lvichtig fürSteuerz a h l e r i n F i l i a l g e m e i n d e n ist ein Beschluß des Bezirksausschusses zu Merseburg auzusehen. Der Kaufmann Sobersky zu Zeitz wurde vor, der Synagogengemeiilde zu Halle nach dem staatsaussichtlich genehmigten Umlagebeschluß derselben als Auswärtiger nach 1 Prozent seines Einkommens, welches aus 5500 bis 6000 Mark eillgeschützt ist, mit 48 Mark z,lr Kultussteuer heraugezogen. Gegen die Höhe der Herallziehung hatte er beim Bezirksausschuß zu Merseburg Klage erhobeil lvider den Vorstand der Synagogengemeinde zu Halle. Sobersky wurde mit seiner Klage abgewiesen. — Der bekannte antisemitische ehemalige Abgeordnete Pastor Jskraut ist hier in einem Dorfe Crösseln bei Weißenfels als Pfarrer allgestellt und ihm zugleich die Ortsschulinspektion der zur Parochie gehörigen Ortschaften Überträge!,. M. Hamburg, 17. September. Die Stiftsrabbiner G. Schlesinger lind M. Frieden, die beide am Klausillstitllt in der Peterstratze angestellt waren, wurden am Freitag im Verlauf weniger Stunden vom Tode ereilt. Die beiden Dahingeschiedeneu erfreuten sich in weiteren Kreisen der Gem-iude der höchste!, Werthschütznng. Rabbiner Schlesinger war der Nestor der Hamburger Rabbiner; er stand im 86. Lebensjahre und bekleidete sein Amt an dem Klausinstitut seit 56 Jahren. Stiftsrabbiner M. Frieden erreichte nur ein Alter von 68 Jahren, er war in Komorn in Ungarn gebürtig, früher in Berlin thätig und wurde im Jahre 1874 nach Hamburg berufen. Die Trauerseier für die Verstorbenen fand am Sonntag in, Lehrsaal der Klaus statt, woselbst sich eine große Trauergemeinde eiugefunden hatte. Die Trauerrede hielt Herr Oberrabbiner M. Hirsch. Die Beerdigung des Rabbiners Frieden als des zuerst Verstorbenen

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