Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-08-10 · Heft 32 (10.8.1900) · p. Seite 379

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 32 (10.8.1900)
Date
1900-08-10
Page
Seite 379 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3228365-3228398--56711-3293034
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

379 Prozenth betrifft. > 24 Heller he giebt in Rulaut um , ist nur -riß ihrer jüdischen ^ementarbesiernng zu kommt men und i Galizien religiöse x ist. daß;n Fällen Verhältn. jeder, der was dort llitzschnell zen; was en, weiß ihr Recht rüder in mg aller kann sich schen Annen. uw e Jntelliist. Daanch in richt aus will nun izien aus rfällig zu ist. was öfter» zu g, ja der Nebenbei äußerer den ru ein Mahr owie rin verhohlen; bereuen, llle Kreise denselben e die ent- Bei den nicht vor nun nicht ich, sie ist rzeihlicher hen Nochirderer zu verwenden. Die galizische Hilfsaktioir zir verschieben oder gar zu verhindern, weil die J.C.A. schon in drei galizischen Städten Leihanstalten gegründet hat. wäre eine hinunelschreiende Sünde. Die Noth in Galizien ist eher unterals überschätzt. Eine Enttäuschung wäre entsetzlich. Nochmals;u Ludwig Bambergers Andenken. fie gesegneten Striche, die der Ullterlauf des herrlichen Mainstromes durchzieht, bevorzugte der deutsche Jude seit alter Zeit, und viele der bedeutendsten Männer mosaischen Bekenntnisses gingen aus den anliegenden Städten hervor. So auch der, der als einer der ersten die moderne Emanzipation mit zu verkörpern berufen war: Ludwig Bamberger, aus altjüdischer eingesessener Familie in Mainz, der am 22. Juli 77 Jahre alt geworden wäre, hätte nicht das Schicksal am 14. März 1899 den altersschwachen, wenn auch nicht lebenssatten Geisteskämpen von uns genommen. So mußten wir denn seinen Geburtstag ohne ihn feiern. Aber gern soll jede Gelegenheit willkommen sein, das Gedächtniß des ausgezeichneten Mannes zurückzurufen, der mit vollstem Rechte auf dem Berliner israelitischen Friedhofe zu Weißensee neben Eduard Lasker ein Ehrengrab erhalten hat. Und daß wir freudig an ihn und seine Erfolge, an sein ganzes arbeits- und ereignißvolles Dasein erinnern, das im Dienste der Menschheit und Menschlichkeit die schönsten Leistungen vollbrachte und nie, wo es Noth that, seinen Glaubensgenossen die werkthätige Hand versagte, das veranlaßt der Eindruck einer soeben erschienenen kleinen, in mancherlei Hinsicht bemerkenswerthen Schrift: „LudwigBamberger. Eine biographische Skizze von Otto Hartwig. Als Manuskript gedruckt. Marburg. Universitäts-Buchdruckerei C. L. Pfeil. 1900 (85 Seiten)." Hinter dem Titel trägt sie auf eigenem Blatte den Vermerk: „Zum 22. Juli 1900", und so ist sie recht eigentlich ein Gedenkbüchlein geworden. In mehrfachem Betracht muß sie unsere Aufmerksamkeit erwecken. Ursprünglich war diese sorgfältige, hübsch abgerundete Lebensskizze für das ausgezeichnete „Biographische Jahrbuch" bestimmt, das Dr. Anton Bettelheim in Wien nunmehr im vierten Bande herausgiebt, und hierfür im Voraus angenommen. Jedoch wuchs der Umfang dem Verfasser unter der Hand so an, daß der genannte Redakteur des „Biographischen Jahrbuchs" die vier Druckbogen starke Lebensbeschreibung nicht unterbringen konnte, und so entschloß sich der Verfasser, statt Bettelheims nothgedrungenem Vorschläge einer Kürzung auf einen Druckbogen nachzugeben, zu einer Veröffentlichung als Manuskript-Druck, da auch das großartige Nachschlagewerk der „Allgemeinen Deutschen Biographie" den fälligen Artikel über Bamberger schon handschriftlich besaß und ihm die Schrift für ein selbständiges Merkchen des Buchhandels nicht eingehend und umfangreich genug vorkam. So ließ der Verfasser blos eine verhältnißmäßig geringe Anzahl von Exemplaren abziehen und versandte diese anFreunde. Aber,soweit der Vorrath reicht, können auch alle übrigen Interessenten das liebevoll ausgeführte Lebensbild erhalten, sobald sie an die oben angegebene Druckerei 25 Pfennig in Briefmarken zur Deckung der Porto- und ähnlichenhUnkosten einsenden. Mögen recht Viele davon Gebrauch machen und sich so mit dem Erwerb dieser kleinen, fesselnden Broschüre das Andenken an einen Mann festhalten, der ein ebenso begeisterter Deutscher, wie anhänglicher Israelit war, und ungeachtet aller niedrigen Anfeindungen wider letztere Eigenschaft vor, während und nach dem Höhepunkte der Antisemitenhetze mit den mächtigen und politischen wie geistigen Koryphäen unseres Vaterlandes in theilweise sehr engen Beziehungen gestanden hat. Beim Einblicke inseine glänzende öffentliche Thätigkeit erkennt man so recht den mannigfach gewaltigen Rückschritt der Gegenwart, seitdem 1870 Ludwig Bamberger, der 1848er Revolutionär und vieljährige Pariser Flüchtling, auf Bismarcks Wunsch und Antrag mit dem deutschen Hauptquartier nach Frankreich zog, um die Verbindung mit der Presse zu unterhalten. Und welche hervorragende, im Vereine mit seinem sanguinischeren Gesinnungs-, Partei- und Glaubensgenossen E. Lasker häufig geradezu maßgebliche Rolle hat er dann im deutschen Reichstage gespielt, bis ihm die schlimmen Früchte der von höheren Stellen vielfach protegirten judenfresserischen Bewegung Aufenthalt und Theilnahme im Parlament verleideten. Im Mai 1893 schrieb er an unseren Berichterstatter Hartwig: „Nun ist es mir zu widerwärtig geworden. Und gerade der Antisemitismus treibt mich mit fort. Wenn Sie die letzten vier Monate an meiner Stelle gesessen hätten, würde auch Sie der Ekel und Abscheu, nicht vor den Böckel und Liebermann, sondern Vörden drei Vierteln der sämmtlichen Kollegen, die das garnicht stört, ergriffen haben. Doch sage ich das nicht laut, um die Methode nicht zu unterstützen. Meine schwache Konstitution deckt ja alles. Wäre es eine Lust dabei zu sein, ich könnte noch ganz gut meinen Mann stehen." Und eine besondere Genugthuung gewährt uns und macht die Entgegennahme dieser neuen Mittheilungen über Bambergers Leben und Streben werthvoll, weil jeglicher einseitige Nimbus, jede verhimmelnde Uebertreibung hier ausgeschlossen ist. Der Verfasser dieser ungeschminkten Erzählung ist nämlich der zu Marburg i. H. seit Kurzem in Pension lebende hochverdiente ehemalige Direktor der Halleschen Universitätsbibliothek, Geheimer Regierungsrath Dr. Otto Hartwig, der weitbekannte Gründer und Herausgeber des „Centralblatts für Biblothekwesen" und eine Autorität sowohl in diesen Fragen als in solchen der Geschichte Italiens und der früheren Kirchenhistorie, endlich, was uns in dem unbedingten Glauben an die Authenzität seiner Darstellung noch mehr bestärken muß, von Haus evangelischer Theolog. Erst 1884, als Beide bereits im Mittage ihres Lebens standen, sind sich Bamberger und Hartwig, aus einer äußeren Ursache übrigens, nahe getreten, und Briefwechsel nebst persönlicher Bekanntschaft vermittelten trotz recht verschiedener Naturen und Antecedentien eine dauernde Freundschaft. Dies spricht Hartwig da offen aus, wo er bescheiden aber ohne Grund höhere Ansprüche an das von ihm, auch aus genauester Kenntniß des Schriftstellers Bamberger heraus geschaffene Bild ablehnt, welch letzterem wir ein viel weiter greifendes Lob spenden dürfen, als Hartwigs Selbstkritik „jedenfalls ist es aber in dem Geiste der Wahrhaftigkeit und Treue gezeichnet, die er so sehr liebte" sich selbst zuspricht. Möge die Hartwigffche biographische Skizze jetzt bei der zweiten Wiederkehr von Ludwig Bambergers Geburtstag nach seinem Abscheiden das Gedächtniß öes geistestiefen und hochsinnigen Menschen für Viele erneuern, die sich noch nicht den außerordentlichen Genuß verschafft haben, seine „Gesammelten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.