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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-07-27 · Heft 30 (27.7.1900) · p. Seite 358

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 30 (27.7.1900)
Date
1900-07-27
Page
Seite 358 (sequence 12)
Language
German
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Vehr: - 358 Gieb das Grün dein Thal und Hügel Und den Wäldern schenk ihr Haar, Gieb den Zepyyrn ihre Fliigel 8. Und die Freude ruf’ ins Jahr. Das; Hirtinnen dann und Hirten, Um den Schlaf den Blumenkranz. In dem Schatten dunkler Myrten 12. Froh sich drehn im Neihentanz. Ach! vielleicht liest Nasalinde Mir im Äug' dann uieiuen Schmerz; Billigt, ums ich still empfinde, 16. Schenkt zu Lohne mir ihr Herz. B e h r : Wie zärtlich seufzt die Nachtigall! Gewiß sie klaget der Natur- Des Weibchens Tod; ihr süßer Schall 4. Voll sanfter Wehmnth füllt die Flur. Sie ladet mich zu seufzen ein: Ich fühle mit ihr ganzes Weh; Ich fühle durch ihr Lied die Pein 8. Bern,ehrt, in der ich selbst vergeh. Zn welcher Onal ward mir die Lust, Die ich für unvergänglich hielt, Die ich jüngst an Aglajens Brust 12. In süßer Trunkenheit gefühlt. Ich meint, als mir ihr Mund gelacht: Die schön, gleich Hnldgöttinnen, sei, Die wär auch von des Todes Macht. 16. Gleich Hnldgöttinnen. ewig frei. Jetzt geh'n die Tage finster hin, Der schönen Angen sanftes Licht, Das mrld wie Frühtingssonnen schien, 26. Erhellt nun meine Seele nicht. Mit süßer Stimme, Sängerin. Erlinderst du dir deinen Schmerz: Mir ist die Linderung nicht verlieh'«, 24. Denn stummer Grain zernagt mein Herz. N Qitiler: . . sein grünes Kleid den; . . . . . die Hirten und Hirtinnen In dem kühlen Buchenhain Wieder ihren Tanz beginnen, Ihren Wettgesang erneu'n. Und ich meine N. In dem kühlen Buchenhain Wieder einsam lvandelnd finde. Und wir unfern Bund erneu'n. II. S ch w ärmere i. R a ni l e r: .seufzet Aedon! .er. .sein Tranerton Erfüllt mit Schmerz. Er. Mitleidig fühl' ich seinen Sclnnerz; Ich fühl' ihn doppelt, eigne. Zerreißt mein weiches Herz. Seit ich sie an Thanrirens. Voll Trunkenheit. Voll Trunkenheit Hab' ich gedacht: .... wie .... .... sei .... Wie.frei. Nacht wird mein künftig Leben sein: Der himmelblauen.Licht. Wie Frühlingssonnen mild itub rein, .den Geist mir nicht. Dein Singen lindert deine Pein. O Aedon! Du bist beglückt. Ich muß der L ... . mich verzeih«: Mein Lied im Mund erstickt. M a t t h i s s o n : . sein lichtes Grün dem . . . Und dem Hain sein dunkles. . Um die Stirn .... Sich mit Amorn unter . . . Drehn im schönsten. fehlt bei Matthisson ganz. M a t t h i s s o n : .schlug die. .klagte. .; dem süß> ii. .schwieg. . . . . fühl' ihr ganzes, tiefes . . . . .an Philaidens . . wähnt'.. Jetzt Du linderst wohl. o . Mit süßer Stimme. D i e L.ist nu> . Urbilder moderner Frauencharnktere im alten Testament. Voll Gertrild Gräfin Bülow von Dennewitz. VI. f achdem die Verfolgung der geschlagenen Feiudesschaaren beendigt war, sang Debora ein herrliches Siegeslied. Dieses bildet eines der ältesten Denkmäler der hebräischen Literatur ^). In der Uebersetzung Luthers klingt es etwas nüchtern und trocken. Der bekannte Theologe August G. Niemeyer in Halle hat es möglichst wortgetreu, doch in poetischer Fassung, übersetzt. Seine Charakteristik des berühmten Triumphgesanges läßt diesem weiblichen Geistesprodukt eine unbedingte Werthschätzung angedeihen. I Es ist ungefähr ums Jahr 1250 v. Ehr. entstanden. Zwar lobt Debora den unserer Empfindung nach so verabscheuungswürdigen Verrath und Meuchelmord derJael und feiert dieses Weib als Hauptheldin — aber es ist zu bedenken, daß zu jenen Zeiten erbarmungslose Grausamkeit bei der Kriegsführung herrschte, an der sich oft auch die Frauen betheiligten, und daß damals in noch weit höheren! Grade als jetzt der patriotische oder religiöse Zweck jedes Mittel heiligte ^). Fast gänzlich unbekannt ist eine Geistesverwandte der Debora, die Prophetin Hulda (Chulda), von der im zweiten *) Und der Wertschätzung ihrer Persönlichkeit wird es sicherlich keinen Abbruch thnn, daß der Orientalist Karl Niebnhr auf Grund von Untersuchungen, die er über das Lied der Debora angestellt hat. nicht allein deren Urheberschaft, sondern ihre Existenz überhaupt leugnet. Er behauptet kurzweg, daß das Kapckel der Bibel, welches die Vorgeschichte des Siegesliedes giebt, eine willkürliche Umdeutnng von Thatsacheu enthalte; daß der Ausdruck „eine Mutter in Israel" garnicht auf eine Frau Bezug habe, sondern auf eine Stadt Namens

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