Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1900)
- Date
- 1900-07-27
- Page
- Seite 355 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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355 tlichen Lehr, rer Provinz, gen in den? irgard ergas' 80.75 Mark. Rechrnmgs- Herr Piski Gemeinde suchen. Der isvorstanöedringenden ms ben sehr sitzende und nskasse Hab»? ldsstener 311 Niterstützuuq ie Beamten^ ielt sich dein statuts vor Mitgliedern Danzig und hlt. der die Ab »ie Pension^ neu Auszug 0schüre und erstanden zn tigen Ideen, e Vorschläge lufklärungen cschlägen de - ie Pensions , Zehrervereine :r Verbände-- en." ide Dirfchau s wurde gest) verbrach!. llgen wieder Ir. Friedland je Religionsunterricht - ten sich für 1. soll der überblick 1 ionslehre im Ht mehr ii?it neu werden j r planlose >,!s. oft sogar »rr Schreib r ife forderte, auch in der ege Debat!-.', und Kollege > Mannheiningen ommere: des Lehrers Volks* und ctheilen, und rwenderi." m-Graudent t führte aus,! Band, das Die Gleichothwendiges. ja nicht selten als überflüssiges Nebel ansehen. veranlasse uns. den Kindern eine Fibel in die Hand zu geben, durch die die Schüler auf die leichteste, schnellste und gründlichste Art ein korrektes Lesen des Hebräischen erlernen können. Herr Mannheim stellte 16 Forderungen auf. die man aus praktisch-methodischen Gründen an eine solche Fibel stellen müsse, llnd zeigte in sehr ausführlicher Weise, wie die neue Fibel von Hauptlehrer Bruchsaler (Verlag von S. Lehrberger & Co.. Rödelheim) all diesen Forderungen gerecht wird. Referent verglich diese Fibel mit der in unserer Provinz am meisten benutzten Fibel von Horwitz eingehend und beleuchtete die Vorzüge der Bruchsaler'schen Fibel, die sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits über 60 Schulen erobert hat. Die sich anschließende Debatte führte zn dem Beschlüsse, die Brucbsaler'sche Fibel der Kommission zur Einführung einheitlicher Lehrbücher in den jüdischen Religiousschulen Westpreußens mit ^ur Konkurrenz zn überweisen. 8. Als Zeit der nächstjährigen Versammlung wurde der 27. u. 28. Mai 1901 (2. und 3. Tag der Pfingstwoche) festgesetzt. Die Wahl des Ortes wurde dem Vorstande überlassen. 9. Hieraus stellte der Vorsitzende den Antrag, den Begründer und früheren Leiter des Vereins, Herrn Iaffe, früher Dt. Krone, jetzt emerirt in Berlin, als Ehrenmitglied zu ernennen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. 10. Herr Mannheim machte noch daraus aufmerksam, daß sämmtliche Shnagogengemeinden nach dem neuen Jnvaliditätsversicheruugsgesetze verpflichtet sind, alle Kultusbeamten, die nicht pensionsberechtigt sind und ein Einkommen von weniger als 2000 Mark haben, zn versichern. Es liegt im eigenen Interesse der Kollegen, bei ihren Gemeinden die Versicherung zn veranlassen; die Gemeinden werden wohl die ganzen Kosten tragen. Der Vorsitzende dankte den Referenten für ihre mühsamen Arbeiten der Synagogengemeinde Dirschau für die freundliche Aufnahme. Herrn Kollegen Kroll - Dirschau für seine Bemühungen, den ostpreußischen Gästen für ihre Mitarbeit an unseren Bestrebungen sowie Allen, die zum Gelingen der Versammlung beigetragen haben — und theilte mit, daß der Verband 50 Mark zur Vertheilnng an die Mitglieder als Reisesnbvention zur Verfügung gestellt hat. Es wurden 5 Prozent der Reisekosten ersetzt. Herrn Geisenberg wurde durch Kollegen Schreiber-Danzig der Dank der Versammlung für die unparteiische Leitung ausgesprochen. Die Synagogeiigemeinde Dirschau kam den Versammelten in überaus liebenswürdiger Weise entgegen, indem sie auch ein Mittagsmahl gab. Zahlreiche Trinksprüche erhöhten die Gemüthlichkeit. Graudeuz, den 10. Juni 1900. Der Schriftführer: D. M. M a n n h e i m. Briefe aus England. Von Rev. Dr. Chotzner. fas Londoner Jews College, welches eine Pflanzstätte für englisch-jüdische Geistliche ist, hat vor kurzem eine neue Behausung gefunden, indem der Schatzmeister desselben, Dir. Charles Samuel, ein schönes und geräumiges Gebäude kaufte und es den Trustees dieser Anstalt als kostenfreies Geschenk überwies. Das fragliche Gebäude wurde jüngst im Beisein von mehreren Repräsentanten der verschiedenen Londoner Gemeinden feierlichst eingeweiht, bei welcher Gelegenheit der permanente Präsident des Kolleg, Dr. Hermann Adler, die Einweihungsrede hielt, worin er namentlich den Zöglingen desselben ihre jetzigen und zukünftigen Pflichten, wenn sie in Amt und Würde sind, höchst eindringlich vor die Seele führte. Da Jews College ein mehr als blos lokales Interesse hat, so dürfte folgende kurze Beschreibung seines Entstehens und seiner allmäligen Entwickelung den Lesern dieser Blätter nicht ganz überflüssig erscheinen. Das fragliche Kolleg wurde im Jahre 1856 in einem kleinen, in Finsbnrg Square gelegenen Gebäude mit einerhöchst geringen Schülerzahl eröffnet, und dessen erster Präsident war der selige Chief Rabbi Dr. N. M. Adler, der zugleich auch als eigentlicher Gründer desselben angesehen werden kann. Der erste Direktor und Hauptlehrer desselben war der bekannte Orielltalist Dr. L. Löwe, s. A. (nachher am Montefiore Co lege, Ramsgate). dem späterhin Rev. Barnett Abrahams, Vater des in Gelehrtenkreisen wohlbekannten Mr. Israel Abrahams, im Amte folgte. Denselben Posten bekleidet seit 1863 Dr. M. Friedländer, der ebenfalls in der Gelehrtenwelt sich eines rnhlnreichen Namens erfreut. Jews College wurde vor einiger Zeit mit Montefiore College, Ramsgate, amalgamirt, und erhält seitdem von den Trustees des letzteren einen jährlichen Zuschuß von 20 000 Mark, so daß seine finanzielle Lage sich dadurch vielfach verbeffert hat. Die entlassenen Zöglinge desselben Kotleg sind in den verschiedenen englisch-jüdischen Gemeinden im ganzen britischen Reiche und auch hier und da in Amerika als Prediger und Lehrer thütig, und somit werden die gesammten Interessen des Jndenthmns in den entlegensten Plätzen der zivilisirten Welt durch sie mehr oder weniger gefördert und geschützt. Bemerkenswerth ist auch die Thatsache, daß das Jews College seit einer Reihe von Jahren der eigentliche Mittelpunkt in London ist, wo während der Wintermonate alljährlich öffentliche Vorträge von bekannten jüdischen itub nichtjüdischen Gelehrten über interessante jüdische Themata gehalten werden. — Zu den preislosen litterarischen Schätzen, die das br it i sch e Museum in seinen Mauern birgt, gehören unstreitig ailch die vielen, ans Thon fabrizirten Tafeln, die den orientalischen Völkern des Alterthums zum Material gedient, mn darauf ihre Gedanken aufzuzeichnen. Diese, von verschiedenen Engländern und zu verschiedenen Zeiten in Babylonien, Assyrien und Egypten ansgegrabenen und nach London transportirten Tafeln haben im fraglichen Museum eine bleibende Ruhestätte gefunden, wo Jeder, der sich dafür interessirt, dieselben zu bestimmten Stunden des Tages kostenfrei besichtigen kann. Da aber die Inschriften derselben allgemein unlesbar sind, so wurde vor Kurzem ans Staatskosten ein aus fünf starken Bünden bestehender Katalog veröffentlicht; der ausführliche Erklürnngen über den Inhalt derselben enthält. Der Verfasser dieses Katalogs ist Dr. Karl Betzvld, dem es volle zwölf Jahre genommen hat, um ihn zu vervollständigen. Natürlich bietet er anch viel Interessantes für jüdische Alterthums- und Geschichtsforscher, denn sie finden darin geschichtliche Dokumente, die vor etwa sünfnnddreißighundert Jahren thei'ls in Babylonien und theits in Assyrien oder Egypten abgefaßt worden sind, und wovon manche Paralelle in der hebräischen Bibel zu finden ist. Nicht weniger merkwürdig ist die Thatsache, daß einige der babylonischen Tafeln mehrere einfache und akrostische Gebete oder Hymnen enthalten, die, was Komposition und Styl aulangt, den hebräischen Psalmen sehrähnlich sind. Der besagte Katalog eröffnet demnach ein weites und reiches Feld auf dem Gebiete der Alterthumskunde, das sicherlich von Fachmännern, die sich namentlich mit dem Studium der verschiedenen Religionssystemen und der mannigfaltigen Poesien der grauen Vorzeit beschäftigen, mit Freuden begrüßt werden wird. — Was man auch gegen den so vielfach bekritelten Präsidenten Krüger sagen mag, so gebührt ihm allenfalls von Seiten der Juden einige Anerkennung für die außerordentliche Verehrung,