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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-07-20 · Heft 29 (20.7.1900) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 29 (20.7.1900)
Date
1900-07-20
Page
Seite 341 (sequence 7)
Language
German
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341 „Jewish eit Ober- Regierung ri. Gerade , Ihnen zu nwanderer )men wird, lande vorni Wanderer sind, gute i, welche in )l gemerkt, Bedingung von 50 bis besitzen, so freies Land Antrieb ist. le für einen Lord, wenn soll wesent, c Vertreter n gelehrten so gut sein, oon Handlbetrifft, so ein Land ten Berufe. Bernsen und ig aufrecht irgend ein am meisten ld daß wir uer großer » Millionen en könnet,, ) bearbeitet sagen, das; vorbereitet nach Belng ausznungeleiteter >e Auskuusl le nöthigen ng gemacht lution eine Großes zu keit natln )en letzten und nicht gekommen rüden sich en daselbst hen beabzu schicken tzen. Die rt, und der rnehmens. »hoben ist. et sich in Hongkong und Schanghai und fünf Gemeinden in Cochin an der Küste von Malabor. Es ist übrigens interessant zu erfahren, daß unter den von England nach China abgeschickten indischen Truppen sich ebenfalls drei Juden in hervorragender Stellung befinden, nämlich der Leutnant A. R. Jacobson, der Kapitän R. Bleharnin und der Major B. Samuel, alle drei von der Beni Israel in Bombay. »AM Me Stimme der Wahrheit. Noch ein kurzes Wort über „Die Inden in Rußland". obigem Motto, welches das Buch „Die Juden in Rußland" treffend und erschöpfend charakterisirt, ist dasselbe in Nummer 27 dieser Zeitung in die Oeffentlichkeit eingeführt worden. Unser kurzes Wort soll unter demselben Motto den Juden in Rußland gerecht werden, nicht etwa im Gegensätze zu jener Anzeige, sondern um dieselbe zu vervollständigen und zu ergänzen. Das Buch „Die Juden in Rußland" ist in der That nach Ursprung, Inhalt und Zweck ganz etwas anderes als ein Buch in dem gewöhnlichen Sinne. Der ganzen zivilisirten Welt ist der unter dem Namen „russische Judenfrage" zwischen der russischen Regierung und den russischen Inden geführte Prozeß bekämet, wenigstens so weit, als derselbe dem Tributtal der Oeffentlichkeit nicht entzogen wird oder entzogen werden kann. Das Buch, von dem die Rede ist, bestätigt vollauf diese Auffassung: Das Buch bedeutet auch in diesem Prozeß ganz und gar denjenigen Akt, ben man als Wahrheitsbeweis bezeichnet. Das 1891 in Petersburg gedruckte Buch, das russische Original ist (wie in der Orientirungsnvtiz der deutschen Uebersetzung zu lesen) betitelt oder rnbrizirt „Russische Leute über die Inden": — was sollte und konnte es and eres bedeuten, als den von den russischen Juden für ihr gutes Recht sozusagen zu den Akten eingereichten Wahrheitsbeweis? Ist der Beweis erbracht? Die Antwort giebt das Schicksal des Buches. Das Aktenstück enthält wörtlich die Aussage der von den Juden anfgerusenelt Zeugen, kennzeichnet sie sämmtlich mit Namen, Stand und Berufsstellung und charakterisirt sie dadurch zugleich als gute russische Patrioten sowie als unparteiische und sachverständige Autoritäten. Gegenüber dem so geführten Wahrheitsbeweis, der von der Regierung gar peinlich empfunden werden mußte, war eine Gegenrede nicht möglich und deshalb auch überflüssig. — Das Aktenstück ist (so erzählt gleichfalls die Orientirungsnotiz zur deutschen Uebersetzung) plötzlich spurlos verschwunden und damit war einfach die Veröffentlichung des Wahrheitsbeweises unmöglich gemacht. Nun, die Vernichtung ist, wenn auch erst nach 10 Jahren, mißlungen. Das Aktenstück vom Wahrheitsbeweis, - in seinem einzigen Originalexemplar wohlbewahrt, es ist gerettet und liegt vor uns tu dem Buche „Die Juden in Rußland". — Wie das Original, hat die Uebersetzung dem Aktenstücke des Wahrheitsbeweises seinen historisch - dokumentären, streng objektiven und durchaus unpersönlichen Charakter bewahrt. Im Original und in der Uebersetzung ist in gleicher Weise deshalb die Anonymität gewahrt — gern haben die Herausgeber dort wie hier sich mit dem Bewußtsein der guten That begnügt. Sie konnten es auch um so leichter als — dank ihrer Fürsorge — Original wie Uebersetzung den Weg in die Oeffentlichkeit nicht anders antreten sollten als ausgerüstet mit dem Stempel unzweifelhafter Authentizität. Das kurze Wort „über die Juden in Rußland" hat nur das Mysterium über das im Jahre 1891 verschwundene oder beseitigte Aktenstück, seinen dokumentären Charakter und seine historische Stelle in dem besagten Prozeß beleuchten sollen. Was bedeutet das Buch in der allgemeinen und besonders in der sogenannten Judenlitteratur? Wenn diese Frage berechtigt ist, so wird gewiß von berufetier Seite die Antwort nicht ausbleiben; die folgeitden Andeutungen sollen unser kurzes Wort nicht mtgebührlich verlängern. „Die Juden in Rußland" werden uns in einem Bilde dargestellt, an dessen Herstellung kein Jude betheiligt ist. Das Bild — ausschließlich von orthodoxen russischen Männern der besten Gesellschaftsklassen gezeichltet — kontrastirt ganz gewaltig mit der Vorstellung, welche die westeuropäischen Juden zu haben pflegen von den russischen Juden. Freilich, wir gewinnen unsere Vorstellung von unseren armen, verfolgten oder vertriebenen Stammes- und Glaubensgenossen, während das trost- und hoffnungsreiche Bild die Juden in Rußland darstellt. Es kann eine bessere und wahrheitsgemäße Kenntniß unserer russischen Stammesbrüder außerhalb ihres Vaterlandes gewiß nicht hoch genug geschützt werden, sie kann und wird nur segensreiche Folgert haben. In der Anzeige in Nummer 27 ist schon auf die Sympathie und das Wohlwollen hingewiesen, welches sich in den Aussagen der Russen über die Juden bekundet. Die Lektüre des Buches darf — so meinen wir — den gebildeten Anti- und auch manchen Philosemiten recht wohl als Beispiel empfohlen werden; fehlt doch in demselben jede Spur konfessioitellen oder nationalen Hochmuths. Von einem allgemeinen Standpunkte wird vielleicht das Buch über die Juden in Rußland, an dem mehr als 150 Autoren — alles hervorragende Männer auS den verschiedenen Gebieten und Kategorien der national-russischen Litteratnr — mitgearbeitet haben, als ein in seiner Art neues Quellenwerk für das Studium dieser Litteratur erachtet werden. — Aus Wrstpreußen. ller Augen sind noch immer nicht nur nach dem schauerlichen Schauplatz in Ostasien gerichtet, wo Kultur und Civilisation, Sittlichkeit und Menschlichkeit erst verpflanzt werden sollen, sondern auch noch fortwährend nach dem deutschen Osten, wo trotz bereits sestwurzelnder weitgerühmter Civilisatioit und Aufgeklärtheit es einer den Boxern ähnlichen Sorte gelungen ist, den Teufel in Gestalt einer Schauermär an die Watid zu malen, deren Spuren noch intmer nicht verwischt, vielmehr nachhaltige Eindrücke zurücklassen, so daß die Mär etwas Leibhaftiges geworden und die Schauer seelisch ergreift. Diese Empfindung resultirt aus dem leidigen und beklagenswerthett U mstande, daß man heute, in der Zeit des Hochganges der antisemitischen Wogen, welche alle Kreise wild umtosen und wie eine Pest schleichend auch gesunde, keinifreie Körper ansteckt, häufig Gelegenheit hat, aus dem Munde scheinbar gutgesinnter I!j : I i! £;i;| ■i iu?

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